Spinnfischen

Spinnfischen

Das Spinnfischen zählt zu den beliebtesten Angelarten. Das hat viele Gründe. Erstens ist das Spinnfischen eher kurzweilig. Stets muss der Köder ausgeworfen und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Führungsstilen eingeholt. Zweitens ist das Spinnfischen sehr vielfältig. Zahlreiche Zielfische lassen sich mit der Spinnrute überlisten und die Anzahl der Methoden und Techniken ist enorm. Drittens lässt sich das Spinnfischen auch mal schnell für 1 bis 2 Stündchen nach dem Feierabend praktizieren und erfordert nur wenig Planung, Tackle und Ausrüstung im Vergleich zu anderen Angelarten. Viertens sind die gängigsten Zielfische beim Spinnfischen wie Hecht, Barsch und Zander auch sehr gute Speisefische. Kein Wunder, dass das Spinnfischen sehr weit verbreitet ist. In folgendem Beitrag findest Du jede Menge Inhalte und weiterführende Links zum Thema Spinnfischen und den gängigen Ködern und Methoden.

Gummiköder

Gummiköder sind beim Spinnfischen mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Die Vielzahl an Farben und Formen von Gummiködern hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt und es gibt jede Menge Köder für ganz spezielle Techniken, in ganz unterschiedlichen Weichheits- und Haltbarkeitsgraden sowie Geschmacksrichtungen.

Der Klassiker unter den Gummiködern ist der Gummifisch. Er hat eine klassische Fischform, kann breit oder schmal, schlank oder bauchig sein und über mehrer Schwanztypen verfügen. Die gängigsten Schwanzformen sind Schaufelschwänze, V-Tail Schwänze oder Pintails und sorgen für ganz unterschiedliche Aktionen unter Wasser und sind demnach für verschiedene Einsatzzwecke geeignet. Von Mini-Gummifischen mit zwei Zentimetern Größe bis hin zu 40 Zentimeter langen Hechtgummis kommen außerdem alle Möglichen Gummifisch Größen zur Anwendung.

Beliebte Gummiköder sind auch sogenannte Gummiwürmer oder Twister. Twister ähneln einem Gummifisch, haben aber einen verführerisch flatternden, großen, wurmartigen Schwanz. Normale Gummiwürmer hingegen sind klassische Wurmimitate und ähneln somit eher einem echten Wurm. Gefischt werden sie vor allem an diversen Finesse Rigs oder in Form eine Wacky Präsentation. Auch Gummimaden sind erhältlich, beim Spinnfischen finden sie aber seltener Anwendung.

Creature Baits sind krebsartige Gummiköder mit filigranen Ärmchen und Beinchen. Es gibt klassische Krebsimitationen sowie reine, aber durchaus fängige Fantasiegebilde. Creature Baits werden oft beim Finesse Angeln benutzt und gerne in Kombination mit Skirted Jigs verwendet. Gerade beim Barschangeln spielen Creature Baits ihre Stärken aus.

Swimbaits sind ultrarealistische Gummifische oder Hybridköder, die sich durch ein sehr natürliches Laufverhalten auszeichnen. Swimbaits sehen Unterwasser wie eine echter Fisch aus und sind dementsprechend fängig. Gerade Hechte fallen regelmäßig auf Swimbaits herein.

Wobbler

Wobbler sind beliebte und fängige Spinnköder. Diese Fischimitationen aus Holz oder Plastik werden auch als Hardbaits bezeichnet und lassen sich hervorragend zum Fangen aller möglichen Raubfische einsetzten. Die Vielfalt der Hardbaits ist enorm. Wobbler lassen sich in Modelle mit Tauchschaufel und ohne Tauchschaufel einteilen. Die Tauchschaufel bringt den Wobbler auf die entsprechende Lauftiefe und sorgt für eine verführerische Vibration des Köders.

Crankbaits sind bauchige Wobbler mit Tauchschaufel. Sie werden oft zum Suchen der Fische eingesetzt und unterschiedlich schnell, aber monoton eingeleiert.

Twitchbaits sind schlanke Köder mit Tauchschaufel, die mit sogenannten Twitches, also ruckartigen Schlägen, geführt werden. Das führt dazu, dass der Köder erst schnell beschleunigt und dann verführerisch stehen bleibt. Dieses Verhalten reizt vor allem Barsche zum Biss.

Jerkbaits sind Hardbaits ohne Tauchschaufel. Sie sinken durch ihr Eigengewicht ab und werden in der Regel auch eher flach gefischt. Geführt werden sie meist durch ruckartige Schläge und erzeugen so ein gleichmäßges Ausbrechen nach links und rechts im Wechsel. Dieses Laufverhalten spricht vor allem Hechte an – die klassischen Zielfische beim Jerken. Auch Einleiern ist möglich und sorgt für einen sehr ruhigen, leicht vibrierenden Lauf.

Stickbaits sind Oberflächenwobbler ohne Tauchschaufel, die im Walk the Dog Style geführt werden. Hierbei bricht der Köder an der Oberfläche gleichmäßig nach links und rechts aus. Vor allem Rapfen und Barsche reagieren gut auf diese Technik.

Popper sind ebenfalls Oberflächenwobbler ohne Tauchschaufel. Stattdessen haben sie eine nach Innen gebogenes, konvexes Maulmulde. Durch gleichmäßige, ruckartige Schläge entsteht durch diese Mulde ein wiederkehrendes Ploppen und Spritzen an der Wasseroberfläche.

Finesse Angeln

Das Finesse Angeln ist ein Oberbegriff für das Angeln mit einigen spezielle Montagen beim Spinnfischen. Diese sogenannten Finesse Rigs kommen meist aus den USA. Der Köder, meist ein Gummiköder, wird somit abweichend vom normalen Gummifischangeln präsentiert. Zu den Finesse Rigs zählen das Drop Shot Rig, das Carolina Rig, das Texas Rig, das Jika Rig, das Kickback Rig und andere. Alle diese Montagen eint, dass das Gewicht vom Köder getrennt ist und somit oft eine langsamere Präsentation möglich ist. Beim Angeln mit Carolina und Texas Rig kommen Bullet Weights zum Einsatz, oft auch aus Tungsten Gewichten. Beim Dropshot Angeln kommen spezielle Stabbleie zum Einsatz und Kickback oder Jika Rig kommen auch mit herkömmlichen Birnenbleien aus. Gerade zum Barsch- und Zanderangeln sind Finesse Rigs gefragt, aber auch auf Forelle oder Hecht kommen sie zum Einsatz.

Baitcastangeln

Das Angeln mit der Baitcaster ist eine spezielle Methode beim Spinnfischen. Bei dieser Methode kommen spezielle Ruten und Rollen zum Einsatz. Beliebt ist das Baitcasten beim Angeln mit Jerkbaits und Swimbaits und generell größeren Hechtködern, aber auch filigranes Baitcasten auf Barsch mit Twitchbait oder Finesse Rigs ist verbreitet. Manche Wurftechniken lassen sich nur mit Baitcastern umsetzen und geübte Angler fischen mit der Baitcaster sehr schnell und effektiv.

Vorteil von Baitcastrollen ist, dass die Schnur nicht umgelenkt wird und durch die Zugkraft des Köders beim Wurf quasi von der sich mitdrehenden Spule abgewickelt wird. Dies ermöglich sehr zielgenaue, kontrollierte Würfe. Wie schnell sich die Spule dreht, hängt von den Einstellungen einer speziellen Bremse ab und das Ködergewicht muss auf die Bremseinstellung abgestimmt werden. Ist die Bremse zu fest eingestellt, fliegt der Köder nicht weit, da das Ködergewicht nicht ausreicht, um die Spule ausreichend lange zu bewegen. Ist die bremse zu leicht eingestellt, sorgt die Beschleunigung des Köders dafür, dass die Spule überdreht und sich heftige Perücken bilden. Die Bremseinstellung sollte also weise gewählt werden und das Werfen mit der Baitcaster geübt werden.

Jerkbaitangeln

Jerken ist eine beliebte Angelmethode für Hechte. Benutzt werden Jerks, meist Hardbaits oder Hybridköder, aber auch Softjerks aus Gummi. Jerks werden oft ruckartig geführt und haben eine ausgeprägt nach links und rechts ausbrechende Aktion. Sie werden meist über flacheren Krautbänken gefischt und sind für Hechte oft unwiderstehlich. Softjerks hingegen können mit Offsethaken montiert werden und somit hängerarm und krautfrei durch Seerosenfelder und größeren Unterwasserbewuchs geführt werden. Beim Jerken kommen kurze, harte Ruten zum Einsatz sowie robuste Rollen und eher dicke geflochtene Schnüre, da Jerkbaits recht schwere Köder sind.

Oberflächenangeln

Das Spinnfischen an der Oberfläche ist eine besonders spannende Angelart. Der Köder wird vom Angler ständig beobachtet und jeder Nachläufer oder Biss ist sichtbar. Dies sorgt für jede Menge Adrenalin. Beliebt ist das Oberflächenangeln auf Barsch oder Rapfen, aber auch Hechte können überlistet werden. Grundsätzlich eignen sich flachere Gewässer oder Gewässerabschitte eher zum Oberflächenangeln. Vor allem im Sommer, wenn das Wasser warm ist, ist die Methode erfolgreich. Zum Einsatz kommen normalerweise zwei gängige Ködertypen: Stickbaits und Popper. Daneben können auch Gummifische weightless direkt an der Oberfläche eingeleiert werden. Seltener sind Köder mit Propeller, spinnerartige Oberflächenköder oder Floating Jigs.

Schleppangeln

Schleppangeln ist genau genommen nicht wirklich mit dem Spinnfischen gleichzusetzen. Es werden zwar ebenfalls Kunstköder eingesetzt, diese aber hinter dem Boot hergezogen. Dabei kommen neben normalen Spinnködern auch spezielle Schleppköder zum Einsatz. Das Schleppangeln oder Trollen ist eine Welt für sich und es gibt zahlreiche Hilfsmittel, um beispielsweise möglichst viele Ruten hinter einem Boot schleppen zu können. Gerade an kleineren Gewässern ist Schleppangeln oft nicht gestattet.

Auch eine andere Angeltechnik wird als Schleppangeln bezeichnet und zwar das Schleppen auf Forellen am Angelteich. Hier kommt natürlich kein Boot zum Einsatz. Bei dieser Technik werden Posenmontagen und spezielle Schleppmontagen langsam eingekurbelt und sorgen für ein verführerisches Lauf- und Drehverhalten des verwendeten Köders – meist eine Bienenmade oder ein speziell geformter Teig.

Twitchen

Twitchen ist eine spezielle Köderführung von länglichen, schlanken Wobblern, sogenannten Twitchbaits. Die Wobbler werden gleichmäßig ruckartig animiert und dann kurz stehen gelassen, während die überschüssige Schnur eingekurbelt wird. Das gleichmäßige Laufverhalten zwischen Beschleunigung und Stillstand ist ein äußerst verführerischer Reiz für Barsche. Aber auch Hechte, Zander und Rapfen reagieren gut auf diese Technik. Twitchbaits gibt es in unterschiedlichen Lauftiefen. Sie gelten als sehr fängige Köder. Gute Modelle sind aber auch nicht ganz billig.

Ultra Light Angeln

Das Ultra Light Angeln ist eine beliebte Technik, da sie vor allem viel Frequenz beim Angeln verspricht. Beim Ultra Light Angeln werden eher kleine, leichte Köder gefischt und somit beißen auch öfter kleinere Fische an. Durch die leichte Combo machen aber auch die kleinen Fische sehr viel Spaß. Auch das geringe Gewicht ermöglicht ein quasi ermüdungsfreies Angeln. Gerade zum Barsch- oder Forellenangeln bieten sich Ultra Light Ruten an.

Swimbait Angeln

Das Angeln mit Swimbaits wird vor allem auf Hechte praktiziert. Diese ultrarealistischen Gummi- oder Hybridköder lassen sich sehr natürlich führen und wirken wie ein echter Fisch. Swimbaits sind recht teure Köder und lassen sich teils auch gut reparieren. Sie spielen ihre Stärken vor allem bei sehr langsamer Köderführung aus. Teils werden Swimbaits auch beim Schleppangeln eingesetzt.

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