Spinnerbaits

Spinnerbaits – Aufbau, Zielfische, Angeltipps



Spinnerbaits sind faszinierende und super fängige Metallköder und vereinen die Druckwellen eines normalen Spinners mit der Lockwirkung anderer Kunstköder. Spinnerbaits sind vor allem auf Hecht eine Bank, aber auch für Barsche mega fängig. Ursprünglich wurden Spinnerbaits als Köder zum Schwarzbarsch- und Hechtangeln in Amerika entwickelt, um damit in sehr kraut- und hindernisreichen Gewässern zu angeln. Hier in Europa bekommt man sie bereits seit etwa 30 Jahren zu kaufen. Allerdings fristen sie bei vielen Anglern immer noch eher ein Schattendasein, obwohl es sich um sehr fängige Köder handelt. Was es mit Spinnerbaits auf sich hat und wo sie gefischt werden können, das erfährst du im folgenden Beitrag

Was sind Spinnerbaits?

Der Aufbau der verschiedenen Spinnerbait-Typen ist sehr ähnlich. Sie bestehen alle aus einer Edelstahldrahtachse, die im 90° bis 120°Grad-Winkel gebogen ist. Den Winkel kann man aber auch seinen eigenen Bedürfnissen anpassen. Je höher der Winkel ist, desto mehr oder besser arbeitet der Köder, da die Druckwellen höher sind.

Auf der einen Seite der Achse sind je nach Größe des Spinnerbaits meistens ein oder zwei Spinnerblätter angebracht, welche verschiedene Farben, Formen und Größen haben können. Auf der anderen Achse ist oft direkt ein Bleikopf mit Haken eingegossen, welcher mit einem Skirt aus Fell, Haaren oder Federn geschmückt ist, der Jigkopf dient der Befestigung des sogenannten Trailer – meist eines Gummiköders.

Es gibt auch Spinnerbait-Modelle, an denen gerade auf dieser Seite ein Wirbel verbaut ist. An diesem kann man dann seinen eigenen Trailerfavoriten befestigen. Dazu eignen sich auch Gummifische, Krebse, Creaturebaits und vieles mehr. Man kann in den Wirbel neben kleinen Jigköpfen in verschiedenen Formen und Gewichten auch gewichtslose Haken einhängen.

Spinnerbait Aufbau

Als Grundgerüst bei Spinner Baits dienen folgende Bestandteile:

  • Metallbügel mit Einhängeöse: befindet sich auf der Unterseite des Metallbügels
  • Bleikopf: Beim Bleikopf kann es sich um die Nachbildung eines Fischkopfes oder um ein einfaches Gewicht handeln.
  • Skirt: Am Bleikopf befindet sich auch das sogenannte Skirt. Ein Kranz aus Silikon Fransen, Kunsthaar oder Feedern.
  • Haken: Im Skirt versteckt sich der Haken. Dabei handelt es sich meist um Einzelhaken.
  • Trailer: Zusätzlich wird der Haken oft mit einem Trailer genannten Weichplastik Schwanz versehen. Ähnlich dem Hinterteil eines Twisters oder Gummifisches sorgt der Trailer für ein verführerisches Köderspiel. Verschiedene Spinnerbaits haben statt einem festen Trailer einen Wirbel oder Einhängeclip um verschiedene Gummiköder anzubringen.
  • Spinnerblätter: An der oberen hälfte des Drahtbügels sind zuguter letzt ein oder mehrere Spinnerblätter befestigt.

 


Video von Sebastian Binapfl

Spinnerbait Zielfische und Gewässer

Ursprünglich kommen Spinnerbaits aus den USA, wo sie in der Regel beim Bass Fishing eingesetzt werden. Hierzulande werden Spinner Baits je nach Größe meist auf Hechte oder Barsche eingesetzt. Ein Spinnerbait XXL kann auch erfolgreich für große Hechte, Rapfen und Welse benutzt werden. Spinnerbaits kommen vor allem in stehenden krautreichen Gewässern zum Einsatz. Zusätzlich lassen sie sich durch die verschiedenen Elemente sehr leicht individuell gestalten. Durch den Metallbügel und seine diversen Anhängsel sind Spinnerbaits etwas sperrig. Oft passen sie deswegen nicht in normale Köderboxen. Eine spezielle Spinnerbait Tackle Box schafft hier Abhilfe.

Welche Fische auf Spinnerbaits beißen ist wiederum abhängig von der verwendeten Größe des Köders. Neben Barschen und Hechten, welche die Hauptinteressenten sind, kann man auch Zander, Rapfen, Forellen, Saiblinge, Huchen und gelegentlich auch Welse mit Spinnerbaits erbeuten.

Vielen Anglern ist nicht klar, wie das Angeln mit Spinnerbaits, diesen großen auffälligen Ködergebilden funktioniert. Dabei ist das eigentlich ganz einfach. Warum, erfährst Du in den folgenden Zeilen.

Spinnerbaits
Schwarzbarsche sind die ursprünglichen Zielfische beim Angeln mit Spinnerbait.

Angeln mit Spinnerbait

Eigentlich ist das Angeln mit Spinnerbaits sehr einfach. Man wirft aus und kurbelt den Köder monoton ein. Je nachdem, welches Gewicht sich am Jigkopf oder dem eingegossenen Haken befindet, kann man damit entweder im Tiefen oder auch knapp unter der Oberfläche angeln. So gesehen ist es möglich jede Gewässerschicht effektiv abzufischen. Auch während des Einkurbelns kann man den Köder gut Absacken lassen und erneut etwas tiefer Einleiern.

Gerade im Sommer und Herbst, wenn Kraut und Pflanzen im Wasser ihre Hochkonjunktur haben, spielen diese Köder ihre Trümpfe aus. Da man mit Spinnerbaits weniger Hänger hat bzw. der Köder nicht unbedingt viel “Wassergemüse” einsammelt, lässt es sich effektiver und somit erfolgreicher angeln.

Wo sind Spinnerbaits erhältlich?

Viele größere gut sortierte Angelshops haben heute meist schon eine gewisse Auswahl verschiedener Hersteller und diverser Größen von Spinnerbaits im Angebot. Sollte man sie im Angelladen nicht bekommen, bleibt immer noch der Blick ins Internet. Die Shopauswahl und vor allem das Angebot auf amerikanischen Seiten ist sehr groß. Leider gibts dort oft einen Mindestbestellwert und die Versandkosten sind gegebenenfalls sehr hoch. Aber man bekommt sie auch zur Not auf Ebay oder anderen bekannten Seiten oder Portalen.

 

Spinnerbait
Spinnerbaits werden oft mit einem sogenannten Trailer gefischt, bspw. mit einem Gummiköder.

Was kosten Spinnerbaits?

Je nach Größe und Hersteller variieren die Preise von Spinnerbaits sehr stark. Sie bewegen sich zwischen 2 bis 15 Euro pro Stück. Wer handwerkliches Geschick hat und im Winter ein wenig Zeit investiert, kann sich eine ganze Palette dieser fängigen Köder selbst herstellen, denn die Teile, welche benötigt werden, kosten nicht viel und so kann man den Preis auf teilweise unter 1 Euro pro Stück senken, selbst große Spinnerbaits liegen da dann nur knapp drüber.

Fazit: Spinnerbaits sind Multitools

Spinnerbaits sind Kombinationen aus herkommlichen Spinnerblättern, Jigs und Gumifischen. Dabei entscheidet die Größe des Jigs, Gummifisches und die Anzahl der Spinnerblätter über die erzeugte Druckwelle. Spinnerbaits sind vor allem wegen der Fransen am Jigkopf optimal zum krautfreien Fischen in Seerosenfeldern gemacht und locken hier viele Arten an Fisch aus der Reserve und aus der Deckung.

Neues aus dem FHP Magazin

Video: Basiswissen für Angler: Das Ruten-Wurfgewicht, Quelle: FHP/Fishpipe