Stahlvorfach beim Hechtangeln

Stahlvorfach: Material, Aufbau, Montage, selber Binden



Stahlvorfächer zum Angeln sind abbisssichere Vorfächer zum Raubfischangeln. Sie finden vor allem beim Hechtangeln und im Meer Verwendung und helfen auch sonst, dass die scharfen Zähne eines Beifangs nicht das Vorfach kappen. Mehr zum Thema Stahlvorfächer erfährst Du hier.

Wie bei den anderen Angelarten ist auch beim Hechtangeln das Vorfach die eigentliche Sollbruchstelle zwischen Schnur und Köder. Der Zielfisch Hecht stellt uns dabei aber noch vor eine weitere Herausforderung: Seine scharfen Zähne sind meist gefährlich für jede normale Schnur. Deswegen ist ein Stahlvorfach beim Hechtangeln Pflicht. Allerdings scheiden sich bei dieser Frage die Geister.

Abhilfe schafft beim Hechtangeln das Stahlvorfach, ein Faden aus Stahlgeflecht in verschiedenen Stärken und Ausführungen und andere Materialien, die dem Hechtmaul keine Chance mehr lassen, die Angelschnur einfach durchzubeißen. Doch welches ist das richtige Stahlvorfach? Informiert man sich bei einschlägigen Händlern sieht man sich mit einer Vielzahl an Materialien, Stärken, Längen und anderen Faktoren konfrontiert, die die Auswahl des passenden Stahlvorfach beim Hechtangeln gerade für Neueinsteiger ins Hechtangeln äußerst kompliziert gestalten.

Folgende Tabelle gibt Aufschluss über die verschiedenen Stahlvorfachmaterialien:

Verschiedene Stahlvorfachmaterialien und ihre Eigenschaften

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Stahlvorfach ist Pflicht

Spinnangler, die es auf Raubfische abgesehen haben, benötigen in unseren Gefilden in den meisten Fällen eine Stahlvorfach beim Schleppangeln und Spinnfischen, denn in fast allen europäischen Gewässern kann man jederzeit mit dem Biss eines Hechtes rechnen. Selbst wenn man nur Zander, Barsche oder Forellen möchte, sollte man je nach Gewässer nicht auf ein Stahlvorfach verzichten. Auch im Brackwasser an der Ostseeküste kommen viele Hechte vor, wie den Bodden oder den schwedischen Schären.

Da Hechte sehr aggressive Raubfische sind, die sich von Fischen, Fröschen, kleinen Säugetieren und auch Vögeln ernähren, haben sie besonders viele scharfe und nach hinten gerichtete Zähne, die jede Beute festhält und normale Monofile oder geflochtene Angelschnur leicht kappen können. Deshalb ist ein Stahlvorfach besonders beim Hechtangeln Pflicht oder beim Spinnfischen allgemein eigentlich unverzichtbar.

Formen von Stahlvorfächern

Stahlvorfächer gibt es in unterschiedlicher Tragkraft, verschiedenen Farben und diversen Ausführung sowie mit oder ohne Haken bzw. Wirbel. Da es sich um Massenprodukte handelt, können die Stahlvorfächer zu zum Teil günstigen Preisen angeboten werden, auch wenn das nicht immer lohnt. Unterschiede gibt es in der Qualität und Verarbeitung, die von der Anzahl verwendeter Stahlfäden abhängt.

Stahlvorfächer gibt es im Handel und Online, von den günstigen 1×7 und 1×19, bis hin zu den etwas teureren 7×7 und 7×19 Stahlvorfächern. Dabei ist 1×7 das unflexiblere, aber das günstigste Stahlvorfach, das 7×19 hingegen das weichste und teuerste Stahlvorfach.

Weichere Stahlvorfach-Materialien lassen sich auch zur Not knoten. Andere Verarbeitungsmethoden, wie das Quetschen mit Klemmhülsen oder Verschmelzen sind je nach Hersteller auch möglich, letzteres vor allem dann wenn die Vorfachmaterialien mit Kunststoff beschichtet sind. Erhältliche Farben sind meist verschiedene Grüntöne, Brauntöne und schwarz.

Bei den fertigen Vorfächern sind zudem verschiedenen Längen zum Spinnfischen oder Schleppangeln erhältlich. Die Standardlängen betragen meist um die 30 bis 70 cm. Allerdings sollte man, wenn Großhechte vorkommen, nie kürzere als 50 bis 60 cm lange Stahlvorfächer benutzen, denn wenn so ein Hecht ein kürzeres Vorfach mit Köder inhaliert oder sich darin einwickelt, droht nach einem Überbiss eventuell der Fischverlust durch Schnurriss.

Stahlvorfächer sind meist wie folgt aufgebaut:

  • Stahlvorfächer mit je einer Schlaufe an beiden Enden
  • Stahlvorfächer mit Schlaufe und Wirbel
  • Stahlvorfächer mit Schlaufe und Karabiner
  • Stahlvorfächer mit Wirbel und Karabiner

 


Video von Fishing-King

Montage des Stahlvorfaches

Die Montage des Stahlvorfaches gestaltet sich relativ einfach und der Ablauf ist jedes mal derselbe, egal ob zum Spinnfischen oder Schleppangeln. Hier wird an die Hauptschnur ein Wirbel oder No-Knot-Verbinder (bei geflochtener Hauptschnur), geknotet und in das zu verwendende Stahlvorfach eingehängt. Beim Ansitz muss man je nach gewählter Angelmethode, Posenmontage oder Grundmontage, eine kleine Vorarbeit leisten und anpassen, der Grundaufbau ist jedoch identisch.

Tipp: Wer beim Kauf von Stahlvorfächern spart, der spart am falschen Ende. Einen kapitalen Fisch durch Billig-Material-Versagen zu verlieren, passiert öfter als mancher Angler oder Anfänger denkt. Qualität geht hier, wie bei vielen anderen Dingen ganz klar vor Quantität! Aus diesem Grund bauen sich viele langjährige Petrijünger ihre Stahlvorfächer selbst.

→ Manche Angler schwören auf Titan anstatt Stahl.

Stahlvorfach zum Hechtangeln mit Köderfisch

Kommt es zum Ansitzangeln auf Hecht mit dem toten Köderfisch, stellen viele Angler ihre Stahlvorfächer am liebsten selbst her. Für Angler, die sich dies nicht zutrauen oder einfach nicht die Zeit haben, vor jedem Angeltag Stahlvorfächer zu basteln, gibt es jedoch auch hier bereits montierte Vorfächer – meist mit einem Drilling am unteren Ende. Soll der Köderfisch mit mehreren Haken befestigt werden, müssen zusätzliche Drillinge gekauft und montiert werden. Dies geht ganz einfach in dem man das Vorfach durch die Öse des Drillings zieht und den Drillingsschenkel mit einem No-Knot umwickelt. So hat man einen zweiten Haken der frei verstellbar am Vorfach zur Fixierung des Köderfisches zur Verfügung steht. Dies ist die einfachste Köderfisch-Montage für das Hechtangeln mit Köderfisch.

 

Stahlvorfach Eigenbau
Stahlvorfächer lassen sich gut selber herstellen.

Stahlvorfach: Kaufen oder selber machen?

Vor dem Hechtangeln muss zuerst eine entscheidende Frage geklärt werden: Soll ich meine Stahlvorfächer zum Hechtangeln selbst anfertigen oder fertige gebundene Stahlvorfächer im Angelladen kaufen? Bequemer ist natürlich letzteres. Trotzdem schwören viele Angler auf selber gemachte Stahlvorfächer. Warum, erfährst Du in folgendem Abschnitt.

Gründe für Eigenbau Stahlvorfächer

Der Eigenbau eines Stahlvorfach zum Hechtangeln hat zwei Gründe:

  • Erstens sind die selbstgemachten Exemplare auf Dauer günstiger
  • Zweitens sind sie schlichtweg individueller
  • Drittens sind sie – richtig geknüpft – auch zuverlässiger

 

Von der Länge, über Material bis hin zu den bevorzugten Wirbeln und Karabinern kann man bei selbstgebauten Stahlvorfächern alles selbst auswählen und den Bedingungen genauestens anpassen. Eine Tatsache, die den meisten Profi Hechtanglern die zusätzliche Mühe allemal wert ist.

 

Stahlvorfach

Stahlvorfach – Quetschen oder Knoten

Bei der Herstellung eigener Stahlvorfächer gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten. Dazu zählt das Quetschen des Stahls mittels Quetschhülsen oder das Knoten. Vor allem dünnere Materialien können recht gut geknotet werden. Dazu zählt Titan, Flexonit und auch 7×7 Stahl. Je dicker jedoch die Durchmesser der Materialien werden, desto eher muss zur Quetschhülsenzange gegriffen werden.

  • Knoten: In der Regel kommt beim Knoten von Stahlvorfächern der einfache Clinch-Knoten zum Einsatz. Der verbesserte Clinchknoten ist aufgrund der Steifigkeit des Materials weniger geeignet. Zum Schutz des Knotens kann dieser mit Lack versiegelt und anschließend mit einem Silikonschlauch geschützt werden.
  • Quetschen: Beim Quetschen müssen zum Durchmesser passende Quetschhülsen verwendet werden. Das Stahlvorfach sollte zweimal durchgeführt werden können. Anschließend wird die Hülse mittels einer Quetschhülsenzange gequetscht. Auch die Hülsen können mittels Silikonschlauch geschützt werden.

 

In beiden Fällen hilft der Schutz durch den Silikonschlauch, dass sich die dünne geflochtene Hauptschnur nicht hinter die Hülse oder den Knoten wickelt und somit beschädigt wird.

Stahlvorfachwahl für Einsteiger

Anfängern sei an dieser Stelle aber empfohlen, erst einmal mit fertigen Stahlvorfächern zu beginnen und mit verschiedenen Materialien zu experimentieren. Hat man sein bevorzugtes Material gefunden, kann man mit der Herstellung eigener Stahlvorfächer zum Hechtangeln beginnen. Je nach Einsatzzweck, also Ansitzangeln mit Köderfisch, einfaches Spinnfischen oder gar spezielles Jerken, sind verschiedene Materialien auch besser geeignet.

Neues aus dem FHP Magazin

Video: Basiswissen für Angler: Das Ruten-Wurfgewicht, Quelle: FHP/Fishpipe