Tiroler Hölzl Montage

Tiroler Hölzl – Angeltechniken, Montage, Zielfische

Tiroler Hölzel sind Bodenbleie, die senkrecht auf dem Gewässergrund stehen und so die Schnur über dem Boden führen. Dies kann viele Vorteile beim Angeln haben. Mithilfe des Tiroler Hölzl gelangt jeder Köder sicher und schnell in die Tiefe. Und selbst bei steinigem oder schlammigem Grund entstehen keine oder kaum Hänger. Das Angeln mit dem Tiroler Hölzl ist eine klassische und Erfolg versprechende Fangmethode. Wie das Tiroler Hölzel funktioniert und was du davon erwarten kannst, erfährst du im folgenden Beitrag.

Was sind Tiroler Hölzl?

Das Wort “Tiroler Hölzl” klingt zunächst wie ein Relikt aus vergangenen Tagen. Und alt ist die die Konstruktion in der Tat, jedoch funktioniert es heutzutage noch genauso gut wie zur Zeit seiner Entstehung. Sie bestehen aus einem schweren, sinkenden und einem auftreibenden Abschnitt, so dass der Bodentaster Unterwasser senkrecht steht.

Der in das auftreibende Ende eingefügte Wirbel oder Öse dient der Aufnahme der Hauptschnur, so dass das Tiroler Hölzl einer Seitenbleimontage gleicht. Die Tiroler Hölzl Montage ist einfach und somit für Angelanfänger wie Profis gleichsam attraktiv. Wie der Name schon verrät wurde das Hölzl im österreichischen Tirol erfunden und bestand anfänglich aus einem Holzteil und daran angebunden ein Bleikopf.

Dieser Bleikopf wurde auf ein Stück Draht aufgezogen. Der Draht wurde je nach Gewicht des Bleis durch ein langes oder kurzes längs durchbohrtes Holzstück gefädelt. Anschließend wurde nach dem Holz eine Öse in die Drahtachse gezwirbelt und fertig war das damalige Tiroler Hölzl. Dieses hat die Effizienz beim grundnahen Angeln in strömungsreichen Bächen und Flüssen der Alpenrepublik stark vereinfacht.

Grundangeln mit dem Tiroler Hölzl

Das Tiroler Hölzl hat seinen Ursprung in Österreich. Dort wurde es entwickelt, um auch unter extremen Umständen erfolgreich angeln zu können. Ist der Grund des betreffenden Gewässers sehr schlammig, sandig oder steinig, greifen erfahrene Angler zum Tiroler Hölzl. Das Hölzl ist circa 15 cm lang und wird aus Holz oder Kunststoff gefertigt. Am unteren Ende ist ein Stück Blei befestigt, am oberen eine Öse für den Durchlauf der Schnur. Im Wasser erhält das Hölzl Auftrieb und steht sozusagen im Wasser und liegt nicht nur am Boden. So können sich Schnur und Köder frei bewegen und versinken nicht im Morast oder zwischen den Steinen.

Das Tiroler Hölzl steht mehr oder weniger aufrecht über dem Grund. So entstehen keine lästigen Hänger und der Köder liegt genau dort, wo die Zielfische auf Nahrungssuche sind. Das Vorfach schwimmt knapp über dem Boden des Gewässers und der Köder kann sich kaum am Grund verhaken und ist so leichte Beute für viele gründelnde Friedfische wie Karpfen, Nasen, Schleien und Karauschen. Grundangeln mit dem Hölzl ist äußerst effektiv und funktioniert vom Grundprinzip her wie eine klassische Laufbleimontage.

 

Tiroler Hölzchen
Hölzl sind oft aus grünem oder durchsichtigem Plastikschlauch gebaut.

Tiroler Hölzl Montage

Tiroler Hölzl sind senkrecht stehende Bodenbleie, die beim Ansitzangeln bzw. Grundangeln häufig verwendet werden, um die Hauptschnur vom Boden fern zu halten. Was das besondere an Hölzln ist und wo die Vorteile der Tiroler Hölzl Montage liegen, das erfährst Du im folgenden Abschnitt.

Die Tiroler Hölzl Montage ist an sich ziemlich simpel und unterscheidet sich nicht wirklich von einer einfachen Laufbleimontage. Das heißt: Zuerst kommt ein frei beweglicher Wirbel auf die Hauptschnur, an dem du das Tiroler Hölzl montieren kannst. Anschließend folgt eine Perle und ein Gummistopper, um den Knoten beim Anhieb vor dem Aufprall der Perle oder des Hölzels zu schützen. Danach solltest du einen Wirbels mit einem einfachen Clinchknoten an die Hauptschnur anknüpfen. Andere Knoten sind natürlich auch möglich. An dem Wirbel befestigt du dann ein beliebige Vorfach mit Haken und einem Köder in Formen einer Nymphe, ein Einzelhaken mit Mais oder Made, sowie einem Köderfisch.

  1. Als erstes wird das Hölzl aus Holz oder Kunststoff auf die Hauptschnur gefädelt.
  2. Damit der Knoten des nächsten Wirbels nicht in Mitleidenschaft gerät, wird als nächstes eine Stopperperle angereiht. Wahlweise kann auch eine normale Gummiperle verwendet werden.
  3. Direkt am Wirbel folgt dann ein etwa halben Meter langes Vorfach. Dieses sollten nicht allzu lang sein, da der sich in der Strömung des Wassers wiegende Köder sonst leichter an Gegenständen hängen bleiben könnte.
  4. Damit das Spiel der Fliege oder des Köders am Hölzl möglichst natürlich aussieht, wird diese mit einem Schlaufenknoten am Vorfach befestigt.

Das Tiroler Hölzl ist an sich eine recht einfache Angelkonstruktion, die allerdings so gut wie möglich ausbalanciert sein sollte.

Vorteile der Montage

Zum Fischen auf Zander, Aal, Barsch, Hecht oder Seeforellen sollte das Vorfach bei der Tiroler Hölzl Montage aus Kevlar, Hardmono oder Stahl mit Einzel- oder Drillingshaken bestehen. Die Montage des Bodentasters ist also kinderleicht und ermöglicht es so auch Anfängern hängerfrei und effektiv am Grund zu angeln.

Im Vergleich zu anderen Bleien, wie Sargblei, Bleiolive, Birnenblei und so weiter hat an manchen Gewässern eindeutig das Hölzl die Nase vorne. Das liegt hauptsächlich an der besonderen Form und dem auftreibenden Charakter den das Hölzl durch den Lufteinschluss oder das Holz besitzt. Bedingt durch seine schlanke Bauweise und die im Inneren enthaltene Luft stellt sich das Tiroler Hölzl unter Wasser senkrecht auf und kann so Hänger vorbeugen. Auf schlammigen und mit Laub bedeckten Gewässerböden sinkt das Hölzl kaum ein, zumindest bleibt die obere Spitze durch die die Angelschnur verläuft frei. Dadurch kann der Fisch den Köder nehmen ohne jeglichen Widerstand zu spüren. Das ist der klare Vorteil der Tiroler Hölzl Montage.

Wenn sich das Hölzl doch mal verkeilen sollte, kann es dank seiner Form meist durch gekonntes Hebeln wieder befreit werden.




Video von Zebco Fishing Deutschland

Mit dem Tiroler Hölzl Forellen angeln

Das Tiroler Hölzl wird vor allem beim Angeln von Forellen und anderen Salmoniden mit großem Erfolg eingesetzt. Auch bei starker Strömung und steinigen Gründen treibt das Hölzl perfekt im Wasser. Mit gerader Schnur wird langsam gekurbelt und das Röhrchen in Richtung Ufer gezogen. Den futtersuchenden Salmoniden fliegt der Köder auf diese Art sozusagen direkt ins Maul.

Die klassischen Zielfische beim Angeln mit Tiroler Hölzl sind Salmoniden wie Forellen, Lachse und Äschen. Diese lassen sich am besten mit künstlichen Fliegen und Streamern überlisten. Alternativ können auch natürliche Köder benutzt werden. Das Hölzl gleitet flexibel an der Schnur entlang, wodurch der Angler sofort spürt, wenn ein Fisch beißt, der Fisch das Blei hingegen nicht wahrnimmt. Tatsächlich verspricht das Angeln mit Tiroler Hölzl vor allem bei Salmoniden hohe Erfolgschancen.

Natürlich kann ein Tiroler Hölzl auch für herkömmliche Grundangelmethoden auf verschiedene Fischarten verwendet werden.

Auch Engländer angeln mit Tiroler Hölzl

Britische Fliegenfischer pflegen beim Angeln mit Tiroler Hölzl zwischen Biss und Anhieb, genauso wie bei anderen Methoden des Fliegenfischens, „God Save the Queen“ auszurufen. Klingt skurril, hat aber den Effekt, dass die durch diese Minisekunde erzeugte Verzögerung höhere Erfolgsaussichten verspricht.

Neben dem Angeln mit Tiroler Hölzl gibt es selbstverständlich noch weitere Methoden, um die großen Fische an Land zu ziehen. Sehr beliebt ist die Drop-Shot-Montage. Dabei werden vor allem trägen Fischen die Köder dauerhaft in einem gewissen Abstand zum Grund auf Augenhöhe präsentiert. Viele Forellenangler greifen auch auf Sbirolinos zurück. Naturköder oder Kunstköder werden hierbei aktiv in allen Wasserschichten angeboten.

Bodentaster

Heutige Modelle sind häufig auch unter der modernen Bezeichnung “Bodentaster” zum Angeln erhältlich. Sie bestehen meist aus einem Stück grünem Aquarium Schlauch, an dessen einem Ende ein stangenförmiges Bleistück eingearbeitet ist. Am anderen Ende des Hölzls befindet sich eine Abschlußkappe mit Loch wodurch ein Sprengring zur Befestigung in einem Wirbel montiert ist. Diese Kappe sorgt dafür, dass im Bodentaster die Luft im Aquarium Schlauch bleibt und so der auftreibende Effekt entsteht. Bodentaster können der Form nach aber auch an Bombarden / Sbirolinos erinnern. Gängige Gewichte liegen zwischen 10 bis 150g.

 

Tiroler Hölzl
Verschiedene Hölzl Modelle.

Tiroler Hölzl kaufen

Tiroler Hölzl sind eine sehr gute Möglichkeit sein Repertoir an Angelmethoden am Wasser zu erweitern. Denn das Angeln mit dem Tiroler Hölzl ist äußerst effizient. Ob beim Angeln im Bach, Fluss oder See, auf Forelle, Hecht oder Zander, Tiroler Hölz haben einige Vorteile. Deshalb lohnt es sich durchaus, ein paar Hölzl zu kaufen, um immer welche parat zu haben, wenn die Bedingungen es erfordern. Was Du beim Kauf von Bodentastern beachten solltest, erfährst Du in diesem Abschnitt.

Wer sich dafür entscheidet Tiroler Hölzl zu kaufen wird eine Vielzahl an verschiedenen Modellen in den unterschiedlichsten Formen und Farben finden. Außerdem gibt es auch mehrere Bezeichnungen für sich ähnelnde Varianten. So gibt es auch Modelle, die als Bodentaster bezeichnet werden. Hier den Durchblick zu behalten ist nicht ganz einfach.

Vor allem online ist die Auswahl an Hölzl oder Bodentastern grenzenlos. Einen Überblick zu bekommen, ist nicht ohne teils nerviges und zeitaufwendiges Recherchieren möglich. Und woher soll man wissen, welches der Modelle seinen Preis wert sind?

Am besten ist es, erstmal seinen lokalen Gerätehändler aufzusuchen und sich beraten zu lassen. Dieser hat bestimmt auch ein paar Varianten im Angebot. Diese können geprüft und sollten auch gekauft werden. Mit dem erworbenen Wissen, lässt sich das deutlich üppigere Online Angebot in der Zukunft deutlich besser bewerten. Im Netz lassen sich verschiedene Modelle mit einem Blick vergleichen und auch die Preise der Online Händler können verglichen werden. Anschließend kann durch gezielten Preisvergleich, den Kauf von Sets oder mehreren Modellen auch noch Geld gespart werden.

Es ist mehr als sinnvoll, sich das ein oder andere Tiroler Hölzl einzupacken, wenn es ans Wasser geht. Glücklicherweise lassen sich Hölzl durch die oben genannten Ratschläge einfach und günstig kaufen.

Fazit

Tiroler Hölzl bzw. Bodentaster sind senkrecht auf dem Gewässergrund stehende Seitenbleie, um die Angelschnur über dem Gewässergrund führen zu können. Sie werden verwendet, um die Hauptschnur bei schlammigem Grund und Muscheln vom Boden abzuheben, so dass der Fisch frei Schnur abziehen kann und Verhedderungen der Schnur minimiert werden. Die Tiroler Hölzl Montage reduziert die Hängerquote. Sie sind aber nur eine Form von möglichen Bodenbleien. Eine weitere gängige Form sind die sogenannten Birnenbleie. Mehr dazu erfährst Du in unserem Beitrag zu den Birnenbleien.

 

Angeln mit Tiroler Hölzl

Neues aus dem FHP Magazin

Video: Basiswissen für Angler: Das Ruten-Wurfgewicht, Quelle: FHP/Fishpipe