Hecht

Günther Aman
Hecht - Fänger: Günther Aman

Hechte gelten als DIE Raubfische überhaupt. Als cleverer Jäger steht er unangefochten ganz vorne in der Nahrungskette.

Lebensraum

Angesiedelt auf der nördlichen Erdhalbkugel lebt der Hecht im Süßwasser. Aber auch im Brackwasser fühlt sich der Hecht sehr wohl. Einige Kilometer entfernt von der Küste, wurde der Hecht sogar schon in der Ostsee gefangen. Hechte bevorzugen Gewässer, deren Temperaturen auch im Hochsommer die 20 Grad nicht überschreiten. 

Lebensweise

Unter Wasser steht der Hecht in der Nahrungskette unangefochten an der Spitze. Voraussetzung hierfür ist, dass er die gefährlichen Strapazen während seines Aufwachsens übersteht.  Ab etwa 70 Zentimeter Länge wird der Hecht nicht von seinen Artgenossen als Beute angegriffen. Alle Exemplare unter 70 Zentimeter laufen Gefahr, von anderen Hechten angegriffen und verspeist zu werden. 

Merkmale des Hechtes

Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass der Kopf des Hechtes bis zu ein Drittel der Gesamtlänge ausmacht. Der Hecht gilt aufgrund seiner enorm scharfen und vielen Zähne als Fressmaschine. Im Vergleich zu anderen Fischarten ist der Körper des Hechts auffällig langgezogen. Der Kopf ist sehr lang, während seine Schnauze eher flach ist und damit an den Schnabel einer Ente erinnert. Der vorstehende Unterkiefer ist mit größeren Zähnen versehen, während am Gaumendach Zähne stehen, die nach hinten gekrümmt sind. Unverwechselbar macht den Hecht auch seine Rückenflosse, die, auch im Vergleich zu anderen Fischen, weit hinten steht und damit fast die Schwanzflosse berührt.

Wissenswertes über den Hecht

Hechte von 120 Zentimeter Länge können ohne Probleme andere Hechte bis zu 70 Zentimeter verspeisen. Die eigene Spezies ist der größte Feind des Hechts, da ein großer Anteil aller Hechte von Artgenossen gerissen werden. Flusshechte haben einen im Vergleich zu Seehechten einen kürzeren, sowie bulligeren Körper, da Flusshechte gegen die Strömung anschwimmen müssen. Die im Vergleich kürzeren Körper der Flusshechte bieten weniger Angriffsfläche für das Wasser. Bei gleicher Länge bringt ein Flusshecht häufig um einiges mehr auf die Waage, als sein gleichlanger Artgenosse aus einem See. 

Viele Angler kennen die berüchtigten Beissphasen des Hechts, da dies auch erfahrene Angler regelmäßig wahnsinnig macht. Manchmal beißen Hechte ad hoc und enorm aggressiv auf Köder, was an das Umlegen eines Schalters erinnert. Im Gegensatz dazu beißen sie manchmal über Tage nicht einmal zu, obwohl die Witterungsbedingungen perfekt erscheinen.

Angelmethoden und Ausrüstung

Mittlerweile stellt die Angelindustrie unzählige, spezielle Kunstköder her, die auf die Jagdmethoden des Hechts abgestimmt sind. Wichtiger als der passende Köder ist beim Hecht angeln jedoch der Angelplatz und der richtige Moment.
Davon ausgehend, dass der Angler weiß, wo sich Hechte aufhalten, kann man zuverlässig auch mit Zander- und Rapfenköder Hechte fangen. Wichtig ist auch die angemessene Präsentation des Köder, der den Biss provozieren kann. Typische Angeltechniken und Köder für Hechte sind: Gummiköder (Zupfen/ Jiggen/ Einleiern), Wobbler (Twitchen/ Einleiern), Blinker (Einleiern, Absacken).

Die passende Angelrute ist beim Hechtangeln Grundvoraussetzung. Sie muss sehr widerstandsfähig sein und schnelle Aktionen möglich machen. Dies ist sehr wichtig, um beim Drillen den charakteristischen Kopfschlägen des Hechts standhalten zu können und die häufig jenseits der 30 Gramm schweren und großen Köder problemlos führen zu können. In der Regel wehren sich die Tiere anfangs stark, was jedoch nicht von Dauer ist. In diesen wenigen Minuten ist die Hechtrute enormer Belastung ausgesetzt und muss entsprechend widerstandsfähig sein.
  
Der Hecht ist der ultimative Raubfisch schlechthin. Unter der Wasseroberfläche steht er zumindest hierzulande unangefochten an der Spitze der Nahrungskette.
 

Merkmale:
entenschnabelförmige Schnauze, Rückenflosse weit nach hinten verschoben (Ansatz gegenüber der Afterflosse)

Größe:
bis zu 150 cm

Geschlechterunterscheidung:
bei älteren Exemplaren nach Größe möglich; M max. 90-100 cm, W bis 150 cm

Flossenformel:
D VII-VIII/13-15, A IV-V/12-14, P I/3, V I/18

Schuppenzahl Seitenlinie:
110-130

Verwechslungsgefahr mit:
keine

Besonderes:
ökologische Formen; intensiv gefärbte Krauthechte in Uferregionen, weitgehend farblose Freiwasserhechte (Pelagialhechte), Hechtmägen können Angelhaken verdauen (keine Goldhaken verwenden!)

Verbreitung:
Europa, Nordasien u. Nordamerika, fehlt in Spanien, Süditalien u. Nordskandinavien

Fortpflanzungsbiologie:
bis zu 100.000 gelbliche Eier werden in flachen verkrauteten Uferbereichen oder auf überschwemmten Wiesen abgelegt

Laichzeit:
Februar-Mai

Familie:
Esocidae, Hechte

Hecht Übersetzung:
lateinisch: Esox lucius 
belgisch: Snoek 
bosnisch: Stuka 
dänisch: Gedde 
englisch: Northern Pike 
estisch: Haug 
finnisch: Hauki 
französisch: Brochet 
griechisch: Toúrna 
irisch: Lius 
isländisch: Gedda 
italienisch: Luccio 
kroatisch: Stuka 
lettisch: Lidaka 
litauisch: Lydeka 
luxemburgisch: Hiecht 
niederländisch: Snoek 
norwegisch: Gjedde 
polnisch: Szczupak pospolity 
portugisisch: Lúcio 
rumänisch: Stiuca 
russisch: Щука (Stshuka) 
schwedisch: Gädda 
serbisch: Stuka 
slowenisch: Scuka 
spanisch: Lúcio 
tschechisch: Štika obecná 
türkisch: Turna baligi 
ungarisch: Csuka

natürliche Nahrung: 
Fische, Frösche