Rotauge

Rotauge
Rotauge - Fänger: Jörg Großer

Das Rotauge, auch Plötze genannt, ist ein anpassungsfähiger und anspruchsloser Fisch, der sehr häufig und in fast allen Gewässern vorkommt. Sein Name kommt von der rötlichen Färnung seiner Iris. Rotaugen sind Schwarmfische und sind recht anspruchslos. Sie besiedeln stehende und fließende Gewässer und man findet sie sogar im Brackwasser wie den Bodden und Haffen der Ostsee. Ebenso kommen sie in diversen Bergseen vor. st das Wasser warm leben die Plötzen überwiegend im pflanzenreichen Uferbereich. Bei kälterem Wasser sammeln sie sich zu Schwärmen und Überwintern in tieferen Gebieten. Grundsätzlich sind Rotaugen aber auch im Winter aktiv.

Verbreitung

Rotaugen kommen in fast ganz Europa vor und finden sich auch in Nordasien. Es gibt aber auch einige Regionen, in denen Rotaugen nicht heimisch wurden. In Island, Süd- und Mittelitalien, Nordskandinavien und dem Balkan sind keine Rotaugen anzutreffen. In den großen norditalienischen Seen sind sie erst etwa Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts aufgekommen. Auch in Nordafrika und Australien wurden Plötzen durch den Menschen angesiedelt, sind dort aber teils invasiv.

Aussehen

Die Körperform der Rotaugen richtet sich stark nach dem Gewässer, in dem sie leben. Auch mit zunehmendem Alter ändert sich die Körperform der Rotaugen. Flussrotaugen sind meist schlanker als Rotaugen im Stillwasser. Aber auch je nährstoffärmer ein Gewässer ist, desto schlanker sind die Plötzen. Mit zunehmendem Alter werden die Fische aber bulliger und bekommen einen höheren Rücken. Auch die Färbung kann je nach Lebensraum variieren. Am Rücken sind Plötzen oft dunkelgrün bis blaugrün, während die Seiten silbern glänzen. Der Bauch ist hell. Je größer die Plötzen werden, desto goldener schimmern die Flanken. Die Rücken- und Schwanzflosse haben eine graue Färbung, während Brust- und Bauch- sowie Afterflossen gelbliche bis rötliche Farbtöne aufweisen. Rotaugen haben als Bewohner des Mittelwassers ein endständiges, eher kleines Maul. Ihre Nahrung zerkleinern Rotaugen wie andere Cypriniden auch mittels ihrer Schlundzähne.

Größe

Rotaugen erreichen in Ausnahmefällen eine Größe von bis zu 50 Zentimeter und können dann weit über einen Kilo wiegen. Im Schnitt sind Rotaugen aber eher um die 15-25 Zentimeter lang und wiegen rund 300 Gramm. Exemplare ab 35 Zentimetern können getrost als kapital bezeichnet werden. Maximal erreichen Rotaugen ein Alter von 12 bis 13 Jahren, eine Lebensdauer, die aber eher selten erreicht wird. In unserer Rotaugen Hitliste findest Du richtig kapitale Rotaugen – ein Traum fast eines jeden Anglers.

Ernährung

Rotaugen sind klassiche Cypriniden und fressen vorwiegend Zooplankton sowie Kleintiere. Dazu zählen vor allem Schnecken, Muscheln, Würmer, Insektenlarven und Krebse. Gelegentlich nehmen sie auch pflanzliche Kost auf.

Vermehrung des Rotauges

Die Plötze lebt in großen Schwärmen und laicht auch in diesen ab. Geschlechtsreif werden die Fische mit etwa 2 bis 4 Jahren. Milchner bilden einen charakteristischen Laichausschlag. Rotaugen ziehen zum Laichen oft in flache und pflanzenreiche Uferregionen. Sie befestigen ihre klebrigen Eier auf Pflanzen, Wurzeln oder Steinen ab. Im Prinzip haften die Plötzen ihre Eier an alle möglichen Strukturen an. Plötzen sind anspruchslose Laicher und laichern quasi fast überall ab, wenn nötig.

Die Laichzeit der Plötzen liegt zwischen April und Mai. Dabei sollte die Wassertemperatur mindestens 10 Grad Celsius betragen. Pro Kilogramm Körpergewicht werden 50.000 bis 100.000 Eier abgelegt. Nach 5-12 Tagen schlüpfen die Larven aus den Eiern und zehren ihren Dottersack auf. Erst danach sind sie schwimmfähig. Die erste Nahrung besteht in der Regel aus Zooplankton. Später kommen auch Kleintiere hinzu.

Werden die Rotaugen nicht durch einen Raubfischbestand in Schach gehalten, bilden sich aufgrund der starken Vermehrung und der vielen Jungtiere oft verbuttete Bestände mit vielen im Wachstum stagnierenden Fischen, die eben aufgrund Nahrungskonkurrenz schlecht abwachsen. 

Rotaugen in der Küche

Rotaugen haben ein weißes und festes Fleisch. Vor allem in Osteuropa sind sie beliebt als Speisefische. In Deutschland sind sie aufgrund des Grätenreichtums weniger begehrt. Trotzdem gibt es zahlreiche Methoden die Plötze schmackhaft zuzubereiten. Beliebt ist es z.B. die Plötze ähnlich einem Hering sauer einzulegen, was die feinen Gräten im Filet auflöst. Daneben können sie auch als ganze Fische oder als Filet eingeschnitten und gebraten werden, was die nervigen Gräten ebenfalls eliminiert. Durch den Fleischwolf gedreht oder zu Fischfarce verarbeitet stehen viele weitere Möglichkeiten als Füllung, als Burger oder als Nockerl bzw. Klöse zur Verfügung. Auch im Ganzen können die Fische fritiert und weggeknuspert werden. Räuchern ist aufgrund des fettarmen Fleisches aber weniger geeignet.

Angeln auf Rotaugen

Plötzen lassen sich das ganze Jahr über beangeln. In Frage kommt sowohl Grundfischen als auch Posenangeln. In manchen Gewässern ist auch das Hegeneangeln auf Rotaugen möglich. Klassische Köder sind Maden, Würmer, Muschelfleisch oder Insektenlarven. Aber auch Mais, Weizen, Teig oder Hanf sind beliebte Rotaugenköder. Am besten lassen sich Rotaugen fangen, wenn man den Angelplatz etwa anfüttert. Beim Rotaugenangeln wird eher fein geangelt. Insofern sind feine Ruten, dünne Schnüre, kleinere Posen- und Bleigewichte bzw. Futterkörbe und kleinere Haken zwischen Größe 8 und 16 zum Rotaugenangeln nötig. Die besonders großen Rotaugen lassen sich vor allem im Herbst fangen, wenn die Wassertemperatur merklich abfällt und sich die Plötzen noch einmal so richtig volfressen. Plötzen sind nicht zwingend tagaktiv. Werden die Fische zum beispiel tagsüber stark von Kormoranen bejagd, weichen die Fische auch gerne auf die Dunkelheit aus, um dann ungestört und ohne Gefahr zu fressen.

In unserem Beitrag zum Rotaugen Angeln erfährst Du alles wichtige, um erfolgreich die ein oder andere dicke Plötze auf die Schuppen zu legen.

Alle Infos kurz und knapp

Merkmale:
endständige Mundspalte, rötlich gefärbte Iris (Name!), gerundeter Bauch zwischen Bauch- u. Afterflosse, Ansatz der Rückenflosse liegt fast senkrecht über dem Ansatz der Bauchflossen

Größe:
15-30 cm, selten 50 cm

Geschlechterunterscheidung:
M zur Laichzeit mit schwachem Laichausschlag

Flossenformel:
D III/9-11, A III/9-11, P I/15, V II/8

Schuppenzahl Seitenlinie:
keine Angabe

Schlundzahnformel:
einreihig 6-5 oder 6-6

Verwechslungsgefahr mit:
Rotfeder (diese: im Verhältnis zu den Bauchflossen deutlich nach hinten versetzte Rückenflosse, keine rötliche Iris, Bauch zwischen Bauch- u. Afterflossen nicht gerundet)

Besonderes:
bildet stationäre u. wandernde Formen aus, Tendenz zu Zwergwuchs (Verbuttung) u. Massenvermehrung

Verbreitung:
Europa nördlich d. Alpen u. Pyrenäen bis nach Sibirien, fehlt im Nordwesten Skandinaviens

Fortpflanzungsbiologie:
Geschlechtsreife nach 3-5 Jahren, Ablaichen ab 10 ° C. Wassertemperatur, Ablage von bis zu 100.000 Eiern an seichten Uferregionen, Larvenschlupf nach 4-10 Tagen, Larven mit am Kopf befindlichen Klebedrüsen

Laichzeit:
April-Mai

Familie:
Cyprinidae, Karpfenfische

Rotauge (Plötze) Übersetzung: 
lateinisch: Rutilus rutilus
dänisch: Skalle 
englisch: Roach 
estisch: Särg 
finnisch: Särki 
französisch: Gardon 
italienisch: Leucisco rosso 
lettisch: Rauda 
litauisch: Kuoja 
luxemburgisch: Routa 
niederländisch: Blankvoorn 
norwegisch: Mort 
polnisch: Ploc 
portugisisch: Pardelha 
russisch: Плотва (Plotva) 
schwedisch: Mört 
spanisch: Bermejuela / Rutilo 
tschechisch: Plotice obecná 
ungarisch: Bodorka 

natürliche Nahrung: 
Würmer, Flohkrebse, Muscheln, Schnecken, Insektenlarven, Insekten, Wasserpflanzen, Grünalgen, Blutegel