Spezielle Jigkopfformen

Jigköpfe – Farben, Größen, Gewichte, Formen



Jigköpfe dienen sowohl als Gewicht als auch als Haken für Gummifische. Diese werden damit meist grundnah oder in größeren Tiefen geführt. Jigköpfe gehören zur Grundausrüstung jedes Gummifischers. Je nach Gewässer ist beim Jiggen jedoch mit erheblichen Verlusten zu rechnen. Um nicht in eine Kostenfalle zu tappen, lohnt es sich als Spinnfischer über den bewussten Kauf von Jigköpfen nachzudenken. Was es bei Farben, Größen und Gewichten von Jigköpfen zu beachten gibt und welche Jigkopfformen es gibt, erfährst Du in diesem Beitrag.

Die meisten langjährigen Spinnfischer haben einen großen Bedarf und eine üppige Sammlung an Jigköpfen, nicht weil sie sich nicht entscheiden konnten, sondern weil es wichtig ist, flexibel auf alle Gegebenheiten am Wasser reagieren zu können. Nicht jeder Gummiköder funktioniert mit demselben Jigkopf gleich gut. Die Gewichte müssen der Wassertiefe, den Wind- und Strömungsverhältnissen angepasst werden und manche Gewässer erfordern sogar spezielle Jigkopfformen.

Gewicht: Wie schwer sollte ein Jigkopf sein?

Auswahl des Jigkopfgewichtes: Die Wahl des richtigen Gewichts des Jigkopfes ist nicht selten ausschlaggebend dafür, ob ein Fisch anbeißt oder nicht. Als Faustregel gilt: Je tiefer man fischt, desto schwerer sollte das Blei sein. Externe Faktoren wie die Strömung des Gewässers und die Windstärke können ebenfalls schwerere Gewichte erforderlich machen. Grundsätzlich gilt: Das Blei sollte gerade so leicht sein, dass man noch einen deutlich spürbaren Bodenkontakt hat.

Je leichter das Gewicht, desto wahrscheinlicher ist ein Biss. Bei Barschen und Zandern kommt der Biss beispielsweise meist in der Absinkphase. Es ist nicht ungewöhnlich, dass beim Zanderangeln die Fische dem Köder eine Weile folgen, bevor sie anbeißen. Je leichter das Bleigewicht, desto länger und langsamer ist die Absinkphase. Allerdings gilt die Regel des leichten Bleis nicht immer. Es gibt zum Beispiel auch die Taktik, beißfaule Fische mit stark überbleiten Ködern zum Anbiss zu verleiten.

Eine sehr erfolgreiche Methode, vor allem im Herbst und Winter, ist das sogenannte Schleifen. Hierbei wird der Köder nicht wie üblich gejiggt, sondern über den Grund geschliffen. Bei dieser Methode werden gewöhnlich schwerere Bleigewichte gewählt. Gerade beim Barschangeln hat sich das bewährt.

Mit einem Sortiment an Jigköpfen von 5, 7, 11, 14 und 17 Gramm sind Angler aber für die meisten Angelsituationen im Süßwasser gerüstet. In Süßwasser, bei mäßiger Tiefe, wenig Wind und wenig bis keiner Strömung sollte insbesondere das Gewicht 11 Gramm die besten Ergebnisse bringen.

Strömung und Gewässertiefe entscheidend

Das Gewicht eines Jigkopfs sollte unter Berücksichtigung mehrerer Faktoren gewählt werden. Zum ersten ist da die Strömungssituation im Gewässer. Es spielt für die ideale Aktion des Gummiköders eine entscheidende Rolle ob er im reißenden Bach oder im stillen See geführt wird. Hierbei gilt die Faustregel je stärker die Strömung desto schwerer sollte der Jigkopf gewählt werden.

Auch sollte das gewünschte Absinkverhalten bedacht werden. Häufig erfolgen die Bisse genau in der Absinkphase oder kurz nach Grundkontakt. Die Absinkphase sollte also nicht zu kurz sein. Je schwerer der Jigkopf desto kürzer ist allerdings diese Absinkphase. Ein schwerer Jigkopf ist beim Auswerfen vor allem beim Distanzfischen von großem Vorteil, denn er verleiht den leichten Gummiködern erst das nötige Wurfgewicht und kann potentiellen Gegenwinden Paroli bieten. Der Gummiköder selbst ist natürlich ebenfalls ein wichtiges Kriterium und Bedarf je nach Form und Führungsstil einem bestimmten Jigkopfgewicht um ideal zu performen.

Bei starker Strömung oder auch großen Ködern können es dann auch schonmal bis zu 60 g schwere Jigköpfe werden, gerade beim Angeln auf große Huchen, Lachse oder Welse. Im Salzwasser ist dann alles noch einmal eine Nummer größer hier sind Jigköpfe mit um die 100 bis 400 g nicht selten. Solche Jigköpfe werden Giant Jigheads genannt.

Tipp: Damit der Gummiköder mit Jigkopf auf eine ideale Distanz geworfen werden kann, muss bei der Wahl des Jigkopfgewichts auf das Wurfgewicht der Rute geachtet werden.

 

Jigköpfe- Farben, Größen und Gewichte
Beim Angeln mit Jigkopf können auch Döbel ans Band gehen.

Jigkopfgrößen

Neben Form und Farbe stellt sich natürlich auch die Frage nach der Größe des perfekten Jigkopfes. Dabei ist hier nicht das Gewicht sondern die Hakengröße gemeint. Die Größe des Hakens ist eng an die Größe des Gummiköders gekoppelt. Je größer der Gummiköder desto größer der dazu passende Jighaken. Um für den Gummiköder die richtige Jighakengröße zu bestimmen, sind die Köder- und die dazu passenden Jighakengrößen in der nachfolgenden Tabelle kurz dargestellt.

Passende Köder- und Jigkopfgrößen

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Ab 13 cm Länge können auch kleinere Jighaken verwendet werden, wenn Stinger dazugeschaltet werden. Über 20 cm Länge kann man die Jiggröße 10/0 und in jedem Fall dazu passende Stinger verwenden.

Jigkopffarben

Meistens sind die Jigköpfe in den natürlichen Farben des Herstellungsmaterials erhältlich, also in einem metallischem grau. Darüber hinaus gibt es jedoch auch lackierte oder pulverbeschichtete Jigköpfe zu erwerben. Gängige Farben sind hierbei weiß, gelb, orange, rot, schwarz, Grün- und Brauntöne. Bei der Farbauswahl gilt es die Farbe des Jigkopfes dem restlichen Gummiköder anzupassen.

 


Video von Uli Beyers Köderkunst

Gängige Jigkopfformen

Jigköpfe sind in Blei gegossene Einzelhaken zum Jiggen mit Gummifischen auf Süßwasser- und Meeresräuber. Je nach Situation kommen unterschiedliche Jigkopfformen mit diversen Eigenschaften zur Anwendung. Die drei gängigsten Jigkopfformen decken eigentlich die meisten Einsatzzwecke ab.

Zur Befestigung des Jigkopfes am Köder wird der eingegossene Haken durch den Gummiköder geschoben. Je nach Beschaffenheit und Führungsweise kannst Du dem Gummiköder so Leben einhauchen. So unterschiedlich die Gummiköder und Köderaktionen sind, so unterschiedlich sind auch die Jigköpfe. Unterschiede bestehen beispielsweise in der Form und Lage der Befestigungsöse am Bleikopf selbst. So unterscheiden Angler zwischen Font-, Standart- und Zentrumsösen. Aber es gibt auch viele Jigkopfformen. Hier nun die Häufigsten.

Rundkopfjig

Der Rundkopfjig ist der Allrounder unter den Jigkopfformen und eignet sich gut für Anfänger. Die Kugelform bietet das meiste Volumen im Verhältnis zur Oberfläche. Dies reduziert beim Auswerfen und Führen den Wasserwiderstand. Zudem wirbelt der runde Bleikopf beim Aufprall auf den Grund den Boden auf und sorgt dabei für viel Aufmerksamkeit unter Wasser. Rundkopf Jigs kannst du Fließgewässer und Stillgewässer einsetzen. Wenn du nicht weißt, welche Bedingungen auf Dich zukommen, bist Du mit dem Rundkopfjig gut beraten.

Die Schwachstelle dieses Jigkopfes ist, dass der Köder beim Auftreffen auf den Grund auf die Seite legen kann. Als Folge kann es zu Fehlbissen kommen. Manchmal ist das Verhalten solcher Jigkopfformen aber auch gerade besonders fängig.

→ Mehr Infos zu Rundkop Jigheads

 

Jigköpfe Rundköpfe
Klassische Rundkopf Jigköpfe

Eriejigkopf

Der Erie Jigkopf ist ein dreieckiges und leicht gebogenes Blei , dessen Auflageseite schwerer ist als der Rest des Jigs. Der Erie Jig steht dadurch nach dem Aufsetzen auf dem Grund weiter aufrecht. Dies verringert Fehlbisse und macht ihn für Grundräuber, wie den Zander, interessant. Der Köder ähnelt einen auf dem Grund fressenden Fisch und wird von vielen Räubern dankbar genommen.

Der Eriejigkopf ist darüber hinaus stromlinienförmig, und lässt sich daher perfekt im Stillwasser und im Fluss fischen. Der tiefliegende Schwerpunkt hält den Gummiködern beim Schweben zudem in einer waagerechte Position. Diese Eigenschaft macht ihn wiederum zum beliebten Jigkopf für das Vertikalangeln.

Footballjigkopf

Der Footballjigkopf wurde in den USA zum Schwarzbarsch Fischen entwickelt und hat die Form eines American Footballs. Diese verleiht ihm unter Wasser Stabilität. Am Grund angekommen kippt er so nicht um. Er hat somit ähnliche Vorteile wie der Eriejig oder andere sogenannte Stand Up Jigheads.

Sein Einsatzgebiet ist vor allem das Vertikalangeln vom Boot, an Spundwänden und an Stegen. Aber nicht nur beim Vertikalangeln entfaltet er sein Potential, auch beim Uferangeln und beim Schleppen wird er wegen seiner kippelnden Bewegung geschätzt.

Spezielle Jigkopfformen

Neben den gängigen Jigkopf Formen, wie dem Rundkopf-, Football- und Erie Jig kannst du auch mit Sonderformen angeln, sogenannte spezielle Jigkopfformen. Welche das sind und wo ihre Vorteile liegen, erfährst du im folgenden Abschnitt. Die hier besprochene spezielle Jigkopfformen sind zwar nicht so weit verbreitet wie die im vorherigen Abschnitt besprochenen Varianten, aber für die speziellen Einsatzzwecke natürlich genau das Richtige.

Bananajigkopf

Spezielle Jigkopfformen tragen oft lustige Namen. Der Bananajigkopf trägt einen länglichen Bleitropfen auf der Unterseite des Hakenschenkels. Er ist der Geheimtipp für das Angeln im Flachwasser und in hängerträchtigen Gelände. Da die Einhängeöse bei einem Bananajigkopf ganz vorne angebracht ist, hat er den steilsten Steigwinkel und steigt so beim Anheben oder Ankurbeln sofort in die Höhe. Darüber hinaus sinkt der Bananajig dank seiner etwas breiteren Form langsamer auf den Boden als andere Bleiköpfe. So kannst Du den Bananajig im seichten Wasser immer noch sicher führen, wo sich andere Jigköpfe schnell im Boden vergraben würden. Durch die vorne am Jigkopf angebrachte Befestigung lässt sich ein Bananajig auch bei Hängern leichter lösen als andere Modelle.

Kegeljigkopf

Kegeljigköpfe sind für das Angeln mit Tubes entwickelt worden. Die oktopussähnlichen Gummiköder bestehen aus einer hohlen Röhre und einem fransigen Endteil. Bedingt durch den hohlen Körper benötigt der Tube einen Jigkopf, der einfach in seinen Hohlraum eingeführt werden kann und dessen Einhängeöse nicht direkt an der Bleispitze sondern etwas versetzt angebracht ist. Dadurch, dass die Einhängeöse beim Kegeljig zentrumsnah am Jigkopf angebracht ist, wird die Bewegung des Kegeljigkopfes beim Zupfen unberechenbar. Diese zufälligen Ausbrüche imitieren Krebse, die in Panik flüchtet. Daher sind Tubes in Kombination mit Kegeljigköpfen besonders in krebsreichen Gewässern fängig. Kegeljigköpfe haben also spezielle Jigkopfformen.

Fischkopfjig

Fischkopf Jigs ähneln einem abgetrennten Fischkopf mit waagerecht austretendem Haken. Bei Fischkopfjigs befindet sich die Öse in der Mitte oder im hinteren Teil des Jigkopfes. Sie starten dadurch nicht so leicht nach oben wie frontbefestigte Jigköpfe. So verschwindet der Köder selbst bei stärkster Animation im Flachwasser nicht aus dem Sichtfeld des Räubers. Das macht den Fischkopfjig besonders bei Verfolgungsräubern effektiv. Aufgrund ihrer Form haben die Fischkopfjigs eine eindrucksvolle Stabilität und sind daher für starke Strömungen und das Schleppen ideal.

Wegen des geringen Strömungswiderstandes am Jigkopf wird der Gummiköder optimal umströmt, was sich positiv auf die Schwimmbewegung auswirkt. Dabei entstehen die Kippbewegungen des Köders, die für viele Räuber unwiderstehlich sind.

 

Jigköpfe
Spezielle Jigköpfe

Jigköpfe kaufen

Gerade Anfänger im Gummifischangeln sollten erst einmal schauen, mit welchen Gummiködern sie an welchem Gewässer angeln wollen und dann dazu die passenden Jigköpfe kaufen. Wahrscheinlich wird die Antwort lauten, dass nicht nur ein Gummiköder an einem Gewässer benötigt wird, sondern gleich eine ganze Reihe, sodass allein deshalb mehrere Jigkopfvarianten mit unterschiedlichen Größen und Gewichten gekauft werden müssen. Geht man öfter mit der Jigrute ans Wasser, ist es sinnvoller, verschiedene Jigkopfformen und Gummiköder zu besitzen, um sich auch auf unterschiedliche Gewässerbedingungen und wechselnde Wetterverhältnisse einstellen zu können.

Die einzelnen Köder dann im Angelladen oder beim Onlineshopping auszuwählen und mit Jigköpfen zu bestücken, kann müßig und zeitaufwendig sein. Da macht es Sinn, sich gleich eine ganze Palette verschiedener Formen und Gewichte zuzulegen. Das spart bares Geld. Vor einem Angelausflug können die benötigten Jigköpfe dann in kleineren Tackle Boxen passend zur jeweiligen Situation verpackt werden.

Fazit

Bei Jigköpfen muss neben der Hakengröße das Gewicht zur Situation passen. Das Gewicht wird dabei vor allem von Gewässer, Methode oder Angelsituation bestimmt, während die Hakengröße durch die Ködergröße beeinflusst wird. Wissenswertes zu Gummiködern erfährst du im Beitrag Gummiköder am Jigkopf für Barsche.

Du hast immer noch nicht gefunden, was Du suchst? Vielleicht können wir Dir ja mit mehr Infos zu Drop Shot Bleien weiterhelfen.

Neues aus dem FHP Magazin

Video: Basiswissen für Angler: Das Ruten-Wurfgewicht, Quelle: FHP/Fishpipe