Wittling angeln

Wittling angeln – Reviere, Gerät, Montage, Angeltechnik



Der Wittling (Merlangius merlangus) ist ein kleiner, dorschartiger Fisch, der sich gut mit Paternoster Montage beangeln lässt. Da die Wittlinge im Schwarm leben beißen oft auch mehrere Exemplare an. Das bringt jede Menge Angelspaß und somit ist das Wittling angeln durchaus eine Alternative zum Dorschangeln. Außerdem sind Wittlinge richtig lecker und haben eher festes Fleisch.

  • In diesem Beitrag zeigen wir, worauf Du beim Wittling angeln achten musst.

Lebensweise der Wittlinge

Wittlinge bewohnen vor allem tieferes Wasser. Dabei bevorzugen sie Tiefen von über 20 Metern bis hin zu 200 Metern. Je nach Futtersituation halten sich die Wittlinge aber durchaus auch im Freiwasser auf, vor allem zum Jagen, und stehen nicht nur auf dem Grund. Dementsprechend muss die richtige Angeltiefe immer erst herausgefunden werden. Je rauher das Wetter desto tiefer stehen die Wittlinge üblicherweise.

Zu den besten Angelspots zählen tiefe ufernahe Bereiche mit sandigem Untergrund, an denen Wittlinge ihre bevorzugte Beute jagen. Dazu zählen vor allem Sandaale, Heringe, kleine Makrelen und Garnelen. Befinden sich Herings- oder Makrelenschwärme im Freiwasser folgen die Wittlinge diesen auch bis an die Oberfläche. Wittlinge selbst sind ebenfalls Schwarmfische. Sie vergesellschaften sich außerdem oft mit Dorschen oder Köhlern.

Allgemein sind die Herbst- und Wintermonate am besten zum Wittling angeln geeignet, wenn das Wasser deutlich kälter wird. Gute Gebiete zum Wittling angeln sind neben der Ostsee auch die Reviere rund um die britischen Inseln, wobei sich regional die besten Fangzeiten natürlich unterschieden können.

Gerät und Montage zum Wittling angeln

Schwarmfische werden häufig mit Paternoster-Montagen beangelt. Dies gilt auch für Wittlinge. Beim Meeresangeln fallen Montagen meist etwas gröber aus, aber da Wittlinge eher klein sind, sind hier durchaus feinere Paternoster Systeme angebracht. Dementsprechend feiner fällt auch das restliche Tackle aus. Somit werden beim Wittling angeln, anders als auf Dorsch, vor allem leichtere Meeresruten zum Einsatz. Je nach Gewässertiefe müssen natürlich trotzdem schwere Montagen angeboten werden, was die Ruten dann natürlich aushalten muss.

Als Rolle zum Wittling angeln eignen sich zur Rute passende mittelgroße Meeresrollen, die aber mehrere hundert Meter geflochtene Schnur fassen sollten. Dabei ist eine hohe Übersetzung hilfreich, um den Köder oder Fisch schneller hochkurbeln zu können. Vor allem wenn man in großer Tiefe fischt, ist das eine enorme Erleichterung.

 


Video von Jan’s Fishing Channel

Paternostermontage für Wittlinge

Im Prinzip kommen verschiedene Paternoster Systeme in Frage. Bei einer Paternoster Montage werden mehrere Anbissstellen an kurzen Seitenarmen angeboten. Dabei ist es wichtig, dass der Seitenarm kürzer ist als der Abstand zwischen den Seitenarmen, um Vertüddelungen zu vermeiden. Die Montage wird durch ein Endblei oder einen schweren Pilker kompletiert, der in einen stabilen Wirbel eingehängt wird. Das Gewicht wird je nach Angeltiefe gewählt. Meist kommen Bleie von 100 bis 400 Gramm zum Einsatz, um in Bereichen zwischen 25 und 100 Metern angeln zu können, wobei auch die Strömung eine große Rolle spielt.

An den Seitenarmen werden große Einzelhaken der Größe 1/0 bis 6/0 angeknotet, die mit Leuchtperlen oder leuchtenden Gummiködern versehen sind. Außerdem sind auch Spinnerblätter gute Lockelemente. Die Seitenarme sollten ein Stärke von etwa 0,20 bis 0,25 mm haben. Zusätzlich zu den visuellen Lockelementen werden die Haken jetzt noch mit frischen Fischfetzen bestückt. Dafür eignen sich Fetzen von Heringen oder Makrelen am besten. Alternativ können auch Garnelen oder sogar Würmer genutzt werden. Als einfache Variante bietet sich ein stärkeres Makrelenvorfach an, welches mit Naturködern kompletiert wird. Auch eine normale Pilkermontage mit mehreren Springerfliegen kann Wittlinge fangen.

Schleppmontage zum Wittling angeln

Wittlinge lassen sich auch mit Naturködernmontagen schleppen. Naturköder werden dabei an einer längeren Nachläuferschnur und einer kürzeren Mundschnur angeboten und dicht über den Grund geschleppt. Das System fängt auch erfolgreich andere Fischarten wie Flundern, Klieschen, Schollen oder Steinbutt.

Köderführung beim Wittling angeln

Beim Wittling angeln wird die Paternoster Montage gar nicht großartig aktiv geführt. Letztendlich reicht meistens die Wellenbewegung für eine attraktive Präsentation der Köder. Ist die See sehr ruhig, kann die Montage auch mit leichten Zupfern animiert werden. Um möglichst effektiv zu angeln wird die Angeltiefe nur bei einer neuen Drift geändert, um das Fanggebiet möglichst effizient abzufischen. Wichtiger als die Köderführung ist also einfach die Paternostermontage im Wittlingsschwarm zu halten.

 

Wittling angeln Norwegen Fjord
Schöner Wittling aus einem norwegischen Fjord (Fänger: Torsten B.)

Verwertung von Wittlingen

Wittlinge sind gute Fische für die Küche. Da die Fische jedoch recht klein sind – im Schnitt unter 40 Zentimetern – muss man sich bei der Verwertung etwas einfallen lassen, denn das Filetieren lohnt sich oft weniger. Allerdings kann man durchaus eine ganze Reihe Wittlinge bei einem Angeltrip fangen und diese sinnvoll verwerten. Denn das Fleisch des Wittlings ist von hervorragender Qualität und bei Köchen und Gourmets weltweit geschützt. So können Wittlinge super im Ganzen zubereitet werden.

Wittling Steckbrief

Folgende Merkmale charakterisieren den Wittling und seinen Lebensraum:

  • Länge: Wittlinge werden im Schnitt zwischen 30 und 40 Zentimetern groß. Kapitale Exemplare erreichen Längen von maximal 70 Zentimetern. Wie bei den meisten Fischarten werden die Weibchen größer als die Männchen.
  • Gewicht: Durchschnittsfische wiegen bis zu einem Kilo, Außnahmefische können bis zu drei Kilo wiegen.
  • Aussehen: Wittlinge ähneln Dorschen. Die Färbung kann variabel sein und zwischen gelbbraun über grün bis bläulich variieren. Die Bauchseite ist hell. Ein charakteristisches Merkmal ist ist ihr dunkler Fleck über den Brustflossen.
  • Vorkommen: Der Wittling ist recht weit verbreitet und bildet Bestände in der westlichen Ostsee, der Nordsee, dem Kattegat und dem Nordatlantik. Auch im Mittelmeer und im Schwarzen Meer gibt es eine Unterart des Wittlings.
  • Lebensraum: Wittlinge bewohnen die Schelfregion in Tiefen bis zu 200 Metern. Man findet sie über sandigen und schlammigen Böden und auch in der Nähe von Strukturen wie Wracks oder Riffen.

Neues aus dem FHP Magazin

Video: Basiswissen für Angler: Das Ruten-Wurfgewicht, Quelle: FHP/Fishpipe
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