Tipps, Infos und Kontaktadressen zu Fisch-Präparationen.

Fischpräparation - Tipps und Infos

Der Fang und danach:

- Vorsicht beim Keschern und Gaffen
- Nicht über Steine und Sand ziehen
- Betäuben (mit nassem Tuch abdecken und abschlagen), waidgerecht töten durch Kiemenstich
- Nicht auswaiden, schuppen und nicht den Schleim entfernen
- Haken am besten lassen wo er ist (Vorfach aushängen)
- Schnellstmöglich Bilder vom frisch getöteten Fisch machen, Ganzbilder und Detailbilder von Kopf, Auge, Flossen (am besten bei Tageslicht und ohne Blitzlicht)
- Wenn möglich in feuchtes Tuch legen (Austrocknung der Haut und Flossen vermeiden, evtl. auch mit nassem Taschentuch)
- Frisch gefangene Fische nicht gleich verpacken sonst entstehen Flecken (Pigmente) - besonders bei Salmoniden
- Fisch vorsichtig von Gras, Blut und Sonstigem säubern. Achtung, nicht entschleimen!
- Fisch im eingewickelten nassen Tuch in eine dunkle Folie oder Beutel (möglichst luftleer) legen und schnellstmöglich einfrieren
- Bei Kopfpräparaten, Brust- und Bauchflossen nach hinten anlegen, noch eine Handbreit dazugeben (ca. 10-15cm) und senkrecht abschneiden (Tipp: Fischkopf im eingefrorenen Zustand abschneiden)

- Sollte der Fisch für die eigene Gefriertruhe/-schrank zu groß sein, am besten den Präparator anrufen und Abholung bzw. Termin zum hinbringen ausmachen
- Fisch beim Präparator unbedingt ankündigen (nicht unangekündigt zuschicken)!
- Transportkarton unten und in den Ecken dick mit geknülltem Zeitungspapier oder Styropor auspolstern
- Fisch in den Karton legen und diesen sorgfältig mit geknülltem Zeitungspapier füllen (Achtung: Flossenbruchgefahr)
- Begleitschreiben (Auftragszettel) sowie Foto beilegen und Paket per Post an den Präparator schicken. In der heißen Jahreszeit sicherheitshalber per Postschnelldienst aufgeben (nicht vor dem Wochenende oder vor Feiertagen)

Sollte eine schnelle Versorgung und das Einfrieren nicht möglich sein (z.B. im Urlaub):


Bei Köpfen das Fleisch so weit wie möglich bis zum Kopfknochenansatz herausschälen, bei ganzen Fischen sollten man den ersten Schnitt, der von der Schwanzwurzel bis zum Kiemendeckel reicht, nicht bauchseitig, sondern entlang der Seitenlinie führen. Das erspart beim späteren Präparieren das mühsame Vernähen und Kaschieren, da der Seitenlinienschnitt immer die Rückseite des Präparates bildet, die ohnehin nicht sichtbar ist.
Der Seitenlinienschnitt kann mit jedem Messer oder einer Schere durchgeführt werden. Nun löst man vorsichtig, möglichst ohne die Haut zu verletzen, den Fleischkörper heraus. Geeignetes Werkzeug dazu sind z. B. ein nicht zu spitzes Messer, ein Löffel, sogar ein Schraubenzieher. Zum Durchtrennen des Rückgrates an der Schwanzwurzel und am Kopfansatz sowie zum Abschneiden der Gräten an den Flossenansätzen im Fleischkörper eignet sich jede kräftige Schere, Blechschere oder Garten-Allesschneider. Das Häuten erfordert kein besonderes Geschick, aber einen gewissen Zeitaufwand. Widersteht Euren Freunden, die schon mit einem Bier locken und versorgt zuerst Eure Trophäe, wie Ihr Euch das vorgenommen habt. Zu Hause werden Euch dann alle beneiden!
Bei der großteils entfleischten Trophäe wird nun der Rachenraum und der Kiemenraum mit Salz gefüllt sowie die Haut innen und außen gut eingesalzen. Die Salzschicht auf der Haut soll schon an die 3 - 4 mm betragen, noch mehr kann nicht schaden, weniger schon. Jetzt die Trophäe (ganze Fische können auch eingerollt werden) in ein Tuch einwickeln, noch einiges Salz dazugeben und das ganze Bündel in 2 bis 3 Lagen Plastikbeutel packen. Das Tuch verhindert, dass die Haut direkten Kontakt mit dem Plastik hat, wodurch nämlich das Salz an solchen Stellen leicht abgeschwemmt werden könnte. Die Säcke einzeln verschließen, damit wirklich nichts ausrinnen kann und die Trophäe überdauert jeden noch so langen Transportweg. Bei Salzkonservierung kommt es zu starken Schrumpfungen durch das Entwässern. Dies macht aber gar nichts, in einem speziellen Quellbad wird vom Präparator der ursprüngliche Zustand der Trophäe durch Wässerung wieder hergestellt, es gibt praktisch keinerlei Qualitätsverlust. Eine weitere Konservierungsmethode wäre das Einlegen der Trophäe in eine gesättigte Salzlösung oder in mindestens 40 %igen Alkohol über mehrere Tage. Auf keinen Fall sollte man mit Formalin konservieren, da diese Chemikalie die Haut und Flossen härtet und dem späteren Präparat nicht mehr die gewünschte Form gegeben werden kann.

Präparationsverfahren:


Was ist ein Qualitätspräparat?
Erstes und wichtigstes Merkmal für ein Qualitätspräparat ist die Natürlichkeit der Form. An ihr erkennt der Betrachter sofort jeden Makel. Ein weiteres Kriterium ist die Farbgebung. Die Devise lautet "weniger ist mehr". Hier zeigt sich ohne wenn und aber der Fachmann. Die Struktur der Schuppen sollte natürlich sichtbar bleiben, um dem Präparat das Aussehen zu erhalten. Die Augen geben dem Präparat erst das Leben zurück. Wichtig hierbei: Grösse und natürliche Farbgebung. Haltbarkeit ist ein weiterer wichtiger Punkt.

Gefriertrocknung (je nach Präparator leichte Unterschiede in der Vorgehensweise):
- Die exakten Masse des Fisches werden in einer Skizze festgehalten und auf einen Hartschaumkörper übertragen.
- Mittels Spezialwerkzeugen wird die Form herausgearbeitet. Diese Arbeit muss sehr genau ausgeführt werden, da jede Abweichung vom Original sofort ins Auge fallen würde.
- Bei der Entnahme des Muskelgewebes, der Sehnen und der Organe kommt chirurgisches Gerät zum Einsatz. Um Haut und Kopf nicht zu beschädigen, ist ruhige und konzentrierte Arbeit nötig.
- Die Fischhaut und der Kopf durchlaufen nun verschiedene Konservierungsbäder (Alkohol und Desinfektionsmittel), die entfetten und für die Gefriertrocknung vorbereiten.
- Die Fischhaut wird nun auf den gefertigten Hartschaumkörper (teilweise wird auch Styropor verwendet) gezogen und fixiert. Der auf die erforderlichen Minusgrade gefrorene Körper wird in einem Vakuumzylinder unter Hochvakuum äußerst schonend getrocknet. Es treten dabei keine Schrumpfungen auf, der Körper behält seine ursprüngliche Form.
- Die nachträglich erforderliche Farbgebung mit dem Airbrush erfolgt mit Farben, die speziell für die Fischpräparation hergestellt werden. Bei der Farbgebung ist es wichtig nur soviel Farbe zu verwenden wie unbedingt nötig. Hier bleibt es dem Geschick des Präparators überlassen wie natürlich er die Farben vom Original auf das Präparat überträgt. Die anschließende Oberflächenbehandlung kann auf Wunsch des Kunden in matt oder glänzend ausgeführt werden.

Trocknung durch Luftumwälzung:
- Zunächst wird der tiefgefrorene Fisch bei Zimmertemperatur langsam aufgetaut
- Entnahme des Muskelgewebes, der Sehnen und der Organe
- Dann wird die Haut in einem Spezialbad gegerbt und tiefenentfettet
- Ausrichten des Körpers und der Flossenstellungen
- Die naturnahe Formgebung des Präparats ermöglicht dann ein spezielles Füllmaterial - Flossen werden fixiert
- Nach der Formung des Körpers wird er durch Luftumwälzung bei ca. 40°C getrocknet
- Rumpf- und Nahtbearbeitung
- Augeneinfassung bearbeiten
- Danach bekommt der Fisch eine dreifache Grundierung
- Die naturgetreue Farbe wird mit einer Airbrush aufgetragen
- Zuletzt wird das Präparat mit Klarlack mehrfach versiegelt und so vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt

Aufhänger und Unterlagen (gegen Zuschlag) z.B.:


- Holzbretter (z.B. Eiche, Ahorn, Birken) - Rindenbretter
- Wurzel-Maserholz
- Stativ (freistehend)
- Kunstglas
- Montagedübel
- Wandhaken
- Granitplatten
- Künstliche Steinplatten
- Bilderrahmen
- Unterwasserlandschaft unter Glassturz

Lieferzeit:


Je nach Fischart, Fischgröße und Präparationsverfahren sind die Lieferzeiten sehr unterschiedlich. Meist zwischen 4 bis 6 Monaten, teilweise auch bis zu 18 Monaten.
Tipp: Wer ein Leben lang auf den Fisch des Lebens gewartet hat und von seinem Präparat etwas haben möchte, sollte den Präparator nicht nach der kürzeren Lieferzeit auswählen, sondern auf die Qualität achten.

Preise:


Teilweise werden die Preise über das Kilo-Lebendgewicht berechnet (auch Kopfpräparate), oder über die Länge in Zentimetern. Ausschlaggebend ist das Präparationsverfahren. Dazu kommen zusätzliche Gebühren für Ausbesserungen, aufgeschnittene Fische, bei stehender Montage, Salzwasserfische, spezielle Lackierungswünsche, Aufhänger und Unterlagen, Beschriftungen etc.
Beispiele für Ganzfischpräparatpreise: Beispiele für Kopfpräparatpreise:
Preise nach Kilogramm (Lebendgew.) ohne Extras:Preise nach Kilogramm (Lebendgew.) ohne Extras:
3 kg: ca. 100 - 280 Euro3 kg: ca. 45 - 155 Euro
10 kg: ca. 190 - 570 Euro10 kg: ca. 95 - 230 Euro
20 kg: ca. 260 - 860 Euro20 kg: ca. 180 - 320 Euro
50 kg: ca. 400 - 1.015 Euro50 kg: ca. 400 - 550 Euro

Preise nach Zentimeter (Gesammtgröße): Preise nach Zentimeter (Gesammtgröße):
Pro cm: ca. 3,00 - 5,00 EuroPro cm: ca. 4,00 - 7,00 Euro

Fischpräparat Zuhause:


Das fertige Präparat trocken und nicht in die Nähe von Ofen oder Heizungsquellen aufhängen bzw. aufstellen.

Präparatoren Kontakt - Adressen (alphabetisch ohne Wertung):


Fischpräparationen
Hansjörg Barth
Patriching 24
D - 94034 Passau
Tel.: 0851 / 53891
Fax: 0851 / 53891
Autragsformular: Präparationsauftrag
Internet: www.fischpraeparation.de

FIPRO
Burgviert 8
D - 25582 Hohenaspe
Tel.: 04893 / 373905
Fax: 04893 / 373906
E-Mail: info@fi-pro.de
Internet: www.fi-pro.de

Präparationsatelier Glötzl
Leonhardistraße 1
D - 82418 Murnau-Froschhausen
Tel.: 08841 / 623849
Fax: 08841 / 627208
Mobil: 0179 / 5980469
E-Mail: info@fischatelier.de
Internet: www.fischatelier.de

Simon Henle
Bertholdstraße 62
D - 89079 Ulm-Gögglingen
Tel.: 07305 / 23178
Fax: 07305 / 935864
E-Mail: Simon.Henle@Web.de
Internet: www.simon-henle.de

Fischpräparations-Atelier Herrler
Inhaber: Herbert Herrler
Landstrasse 34
D - 92339 Beilngries / Grampersdorf
Tel: 08466 / 1062
E-Mail: herbert-herrler@t-online.de
Internet: www.fischpraeparation-herrler.de

Hofinger
Tier-Präparationen
Ehrenfeld 10
A - 4662 Steyrermühl
Tel.: +43(0)7613 / 3411
Fax: +43(0)7613 / 3411-21
E-Mail: hofinger@praeparator.com
Internet: www.praeparator.com

Kempf Präparationstechnik International
Anja Kempf ( Diplom-Präparatorin )
Fischauktionsstr. 17 - 19
D - 27572 Bremerhaven
Tel. 0471 / 77382
E-Mail: mail@anjakempf.com
Internet: www.kempf-fische.de

Bernd Töpper
Präparationsatelier
Kastanienweg 31
D - 83071 Schloßberg b. Rosenheim
Tel.: 08031 / 71518
Fax: 08031 / 73197
E-Mail: b.toepper@t-online.de
Internet: www.bernd-toepper.de

Fischpräparation Walter
Eberhard Walter
Fuldatalstraße 124
D - 34125 Kassel
Tel.: 0561 / 871268
Fax: 0561 / 871268
E-Mail: e.w@fischpraeparation-walter.de
Internet: www.fischpraeparation-walter.de



Das Fisch-Hitparade-Team bedankt sich für die freundliche Unterstützung und die Nutzungsrechte an den Bildern bei der Firma Hofinger Tier-Präparationen in Steyrermühl, Österreich.