Hornhecht

Hornhecht
Hornhecht - Fänger: Benjamin Meier

Der Hornhecht (Belone belone), gelegntlich auch Hornfisch oder Nadelfisch genannt, ist eine sehr langer und extrem schlanker Jäger im Salzwasser, der vorwiegend an der Oberfläche lebt. Hornhechte kommen im Frühjahr in großen Mengen in flachere Gewässer, um zu laichen, und werden dann auch am intensivsten beangelt. Hornhechte können sowohl aktiv als auch passiv beangelt werden und mit ihren spektakulären Sprüngen bieten sie dem Angler neben den kulinarischen Freuden auch Drillspaß pur.

Aussehen

Hornhechte sind schlanke Fische mit einem schnabelartigen, verlängertem Maul, dass mit zahlreichen, nadelspitzen Zähnen versehen ist. Die Hornhechtflossen haben keine Hartstrahlen. Die Bauchflosse befindet sich mittig am Körper, währen Rücken- und Afterflosse weiter hinten sitzen. Die Bauchseite ist zum Rücken hin blaugrün und mit vielen kleinen losen Schuppen besetzt. Da die Hornhechte in ihrem Habitat einer hohen Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, können sie ihre Iris mit einem Lappen vor der Sonne schützen. Hornhechte haben auffalend grüne Gräten, was dem Abbau von Hämoglobin zu Biliverdin zugrunde liegt.

Verbreitung

Der Hornhecht lebt im Ostatlantik, im Mittelmeer, im Schwarzen Meer und in Nord- und Ostsee. Weitere Hornhecht-Arten sind weltweit verbreitet und kommen in tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren vor. Außerdem ziehen Hornhechte regelmäßig in Brack- und Süßgewässer, meist um zu laichen.

Größe

Hornhechte erreichen eine Größe von maximal einem Meter. Dabei können sie bis 1,5 Kilogramm wiegen. Im Schnitt sind die gefangenen Hornhechte allerdings zwischen 70 und 80 Zentimeter lang. Die durchschnittliche Lebenserwrtung liegt bei 4 bis 6 Jahren.

Ernährung

Hornhechte jagen vor allem kleine im Freiwasser lebende Fische, nehmen aber auch Krebse, die in der Wassersäule leben. Oft springen die Hornhechte bei einem Raubzug spektakulär aus dem Wasser, wenn sie in die Kleinfischschwärme stoßen.

Vermehrung

Hornhechte ziehen im Frühjahr, etwa im Mai, zum Laichen in Brackwassergebiete oder flache Strände und verbleiben dort bis in den Mai. Bekannte Hornhecht Laichgebiete sind die Bodden der Ostsee, insbesondere der Greifswalder Bodden. In den Laichgebieten heften die Hornhechte ihren mit Klebefäden versehenen Laich an verschiedene feste Substrate, wie Tang oder Treibgut, an, welche frei im Wasser herumtreiben.

Hornhechtangeln mit der Pose

Das Angeln mit Pose und Naturköder ist dabei wohl am entspannendsten. Dabei wird die Posenmontage ausgeworfen und gewartet bis der Biss kommt. Die Bisse sind dabei meist sehr aggressiv und die Pose taucht rapide ab. Als Posen zum Einsatz kommen dabei vor allem Wasserkugeln, aber im Prinzip funktionieren auch andere Posen. Das Posengewicht richtet sich nach Ködergewicht und benötigter Wurfweite. Als Haken empfiehlt sich eine langschenkliger Einzelhaken der Größe 1.0er bis 3. Dieser wird mit einem länglich geschnittenen Fischfetzen bestückt, meist aus Herings- oder Makrelenfleisch. Dabei sollte der Fischfetzen mehrfach durchgestochen werden, um besser zu halten. Wer keine Fischfetzen zur Hand hat, kann auch Sandaale, Garnelen oder Seeringelwürmer nehmen.

Als Hardware zum Hornhechtangeln eignen sich recht lange Ruten um die 3 Meter. das Wurfgewicht sollte dem Montagengewicht angepasst sein. Wurfgewichte zwischen 30 und 60 Gramm decken die meisten Situationen ab. Als Rollen machen sich Stationärrollen am besten. Wer auf Distanz angeln will, setzt besser auf Geflecht der 12 bis 14er Stärke. Im Nahbereich tut es auch 0,25 bis 0,35er Monofil. Um die Rute beim Posenangeln auch adequat abstellen zu können bietet sich ein langer Rutenständer oder ein High Pod an. Bestes Wetter zum Posenangeln auf Hornhecht ist ruhiges Wetter mit wenig Wind.

Spinnfischen auf Hornhechte

Beim aktiven Angeln auf Hornhechte mit der Spinnrute kommen oft Blinker zum Einsatz. Meist handelt es sich dabei um schlanke Meerforellenblinker. Wichtig beim Hornhechtangeln ist die Einholgeschwindigkeit. Ein auffällig und schnell eingekurbelter Köder wird oft bis vor die Füße verfolgt. Allerdings Haken sich die Fische mit ihren langen und harten Schnäbeln eher schlecht. Deshalb macht es Sinn zwischen den Blinker und den kleinen Drilling ein kurzes Zwischenvorfach einzubinden. Wenn die Hornhechte den Blinker attackieren, inhalieren sie so den Drilling viel leichter und die Hakquote steigt. Idealerweise befindet sich der Drilling etwa 2 bis 4 Zentimeter hinter dem Blinker. Zusätzlich kann der Drilling mit einem Fischfetzen garniert werden, was oft nochmal einen Unterschied machen kann.

Beim Spinnfischen auf Hornhechte eignen sich Spinnruten mit einem Wurfgewicht zwischen 20 bis 40 Gramm und einer Spitzenaktion. Die Rutenlänge sollte zwischen 2,70 und 3 Meter liegen. Stationärrollen sollten ungefähr eine 3000er Größe haben und beim Hornhechtangeln natürlich salzwasserresistent sein. Bespult sollten sie mit einem 12er bis 14er Geflecht sein. Um die harten Fluchten abzufeedern, ist aber eine monofiles Vorfach nötig. Auch die geringere Sichtigkeit bietet natürlich Vorteile. Eine Wathose ist zum Angeln auf Hornhechte empfehlenswert. Das beste Wetter zum Spinnfischen auf Hornhechte ist leicht wechselhaftes Wetter mit mittlerem Wind.

Hornhechtangeln vom Boot

Hornhechte lassen sich natürlich auch herrvorragend vom Boot aus beangeln, können so doch die Schwärme aktiv gesucht und angeangelt werden. Auch Schleppen auf Hornhechte ist möglich. Insbesonder nach der laichzeit, wenn die Hornhechte wieder tieferes Wasser aufsuchen, empfielt sich das Schleppangeln vom Boot.

Hornhechtangeln mit Wollfaden

Aufgrund ihrer vielen, feinen Zähne können Hornhechte auch ohne Haken, sondern mit Faden gefangen werden. Die feinen Wollfäden werden an den Köder geknotet und die Zähne der Hornhechte verfangen sich beim Biss darin. So kann der Fisch besonders schonend behandelt und ggf. wieder zurückgesetzt werden.

Hornhechtangeln mit Sbirolino

Beliebt ist auch das Hornhecht Angeln mit dem Sbirolino. Dabei können Fischfetzen aber auch Streamer durch das Wurfgewicht auf enorme Distanzen gebracht und eingekurbelt werden. Aber auch andere Köder können an der Sbirolino Montage präsentiert werden. Dabei kommen schwimmende und langsam sinkende Exemplare zum Einsatz. Wichtig ist, dass zwischen Sbiro und Köder mindestens ein zwei Meter langes monofiles Vorfach geknüpft wird, um die Scheuchwirkung des Sbirolinos zu minimieren. Aus diesem Grunde sind auch recht lange Ruten mit einer Länge von etwa 3,3 Metern empfehelnswert. Diese sollten in der Spitze eher weich sein, aber über ein starkes Rückgrat verfügen. Die Rute sollte mit einer 3000er oder 4000er Stationärrolle bestückt sein. Als Schnur ist eine geflochtene Schnur besser geeignet.

Brandungsangeln auf Hornhechte

Auch Brandungsangeln auf Hornhechte ist möglich, aber nicht sonderlich gängig. Wichtig dabei ist es, den Köder keinesfalls tiefer als einen Meter unter der Oberfläche zu präsentieren. Das ist mit auftreibenden Perlen vor dem Haken möglich. Dabei muss natürlich ans Ködergewicht gedacht werden, die entsprechend nicht zu schwer ausfallen sollten. Neben herkömmlichen Brandungstackle, kann auch eine Heavy Feederrute eingesetzt werden.

Fliegenfischen auf Hornhecht

Hornhechte können ebenfalls mit der Fliege beangelt werden. 7er oder 8er Ruten sind dafür am besten geeigent. Präsentiert werden Köder wie Streamer im Garnelen- oder Kleinfisch-Design. Auffällige Farben scheinen dabei erfolgreicher genauso wie das sehr schnelle Einstrippen der Köder. Zum Fliegenfischen eignet sich ruhiges Wetter besser.

Hier ein Beitrag über das ABC des Hornhechtangelns.
Hier gehts zur Hornhecht Hitliste.

Alle Infos kurz und knapp

Merkmale:
langgestreckter, schlanker Körper mit schnabelartig verlängertem Maul, Unterkiefer länger als Oberkiefer, Rückenflosse dorsal gegenüber Afterflosse, Farbe grau bis silbrig, Rippenbögen grün

Größe:
50-70 cm, selten bis 100 cm

Geschlechterunterscheidung:
äußerlich nicht möglich

Flossenformel:
D II/15-16, A II/18-21, D I/11-13, V 6-7

Schuppenzahl Seitenlinie:
keine Angabe

Verwechslungsgefahr mit:
keine

Besonderes:
Höchstalter bis zu 18 Jahren

Verbreitung:
Nordostatlantik von Island u. Skandinavien bis Marokko, Nord- u. Ostsee, Mittelmeer, Schwarzes Meer

Fortpflanzungsbiologie:
Geschlechtsreife nach 2 Jahren, Sammlung in großen Schwärmen u. Zug in die seichten Küstenregionen, W sondern 1.000-35.000 Eier ab, die mit klebrigen Fäden an Tang oder Steinen haften, Larvalschlupf nach 5 Monaten (Planktonfresser)

Laichzeit:
März bis Mai (Nord- u. Ostsee), sonst Mai bis September

Familie:
Belonidae, Hornhechte

Hornhecht Übersetzung:
lateinisch: Belone belone
dänisch: Hornfisk 
englisch: Garfish / Garpike 
finnisch: Nokkakala 
französisch: Orphie
italienisch: Aguglia 
niederländisch: Geep 
norwegisch: Stromming / Horngjel 
polnisch: Agulha / Belona 
schwedisch: Horngädda 
spanisch: Aguja 
ungarisch: Csörös csuka
 

natürliche Nahrung: 
Kleinfische