Gründling

Gründling
Gründling - © justas – stock.adobe.com

Der Gründling (Gobio gobio) ist ein recht häufiger Kleinfisch. Er lebt gesellig und ist in West- und Nordeuropa verbreitet. Dieser Fisch bevorzugt ruhige Fließgewässerabschnitte mit sandigem oder kiesigem Boden, aber kann auch in stehenden Gewässern und im Brackwasser gefunden werden. Der Gründling lebt in Schwärmen und ist ein wichtiger Teil der heimischen Fischgemeinschaft.

Aussehen

Mit seinem schlanken, fast drehrunden Körper und einem abgeflachten, schnauzenartigen Kopf mit großen Augen ist der Gründling recht charakteristisch. Dazu kommt ein unterständiges Maul mit kurzen Barteln am Oberkiefer Rand und die eher großen Schuppen. Die Färbung des Gründlings ist dunkelbraun bis olivgrün auf dem Rücken und weiß am Bauch. Die Seiten sind heller mit einer Reihe von bis zu 11 dunklen, bläulich wirkenden Flecken versehen. Rückeflossen sowie Schwanz- und Afterflossen besitzen zahlreiche kleine dunkle Flecken. Entlang der Seitenlinie gibt es 40 bis 45 Schuppen.

Vorkommen und Lebensraum

Der Gründling hat ein weites Verbreitungsgebiet und kommt von Mittel- und Südsibirien bis nach Europa vor. Dort ist eine weitere Verbreitung durch die Pyrenäen und Alpen im Süden begrenzt. Der Gründling fehlt in Nordschweden und Norwegen.

Größe

Der Gründling wird im Durchschnitt acht bis 15 Zentimeter groß, selten erreicht er Längen über 20 Zentimeter. Maximal erreicht er ein Gewicht von circa 100 Gramm. Seine Lebenserwartung beträgt acht Jahre.

Ernährung

Der Gründling ernährt sich vorwiegend von Bodentieren wie Würmern, Krebsen und Insektenlarven. Gelegentlich frisst er auch Fischlaich oder kleine Brut, seltener pflanzliche Kost.

Vermehrung

Der Gründling wird mit zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Im Mai und Juni während der Laichzeit sammeln sich die Fische in Schwärmen und beginnen häufig Wanderungen flussaufwärts. Die Milchner bilden einen punktförmigen, weißen Laichausschlag. Die Eier werden vom Rogner im seichten, leicht fließenden Wasser an Steine und Wasserpflanzen angeheftet und besamt. Pro Weibchen werden bis zu 3.000 Eier gelegt, die eine Größe von bis zu 1,6 Millimeter haben. Die Fischbrut schlüpft nach wenigen Wochen, ernährt sich zunächst vom Dottersack und stellt dann auf Plankton um.

Gründling angeln

Gründlinge sind für viele Angler eher weniger spannend. Das liegt an seiner geringen Größe. Nur als Köderfisch ist der Gründling beliebt. Die meisten Angler nutzen sie als Köder für größere Fische wie Zander, Barsche und Hechte. Aber prinzipiell lassen sich Gründlinge auch als Nahrungsmittel verwerten.

Die besten Monate, um Gründlinge zu fangen, sind nach der Laichzeit und im Sommer. Besonders aktiv sind die Fische in den Dämmerungsphasen. Ideale Gewässer sind kleine Flüsse sowie Gräben mit leichter Strömung und sauberem Wasser. Gefangen werden können die Gründlinge mit einer Stipprute oder einer feinen Matchrute. Zum Einsatz kommt meist eine leichte Posenmontage und Haken der Größe 12 bis 16. Als Köder eignen sich insbesondere Maden und kleine Würmer oder Wurmstücke. Auch eine Feederrute oder ein Winkelpicker eignet sich, um den Fischen mit Grundmontage nachzustellen. Weiterhin ist die Senke ein gutes Hilfsmittel zum Fang von Gründlingen.

Beim Angeln auf Gründling sind je nach Bundeland gewisse Vorschriften und Regelungen zu beachten. In den meisten Bundesländern haben Gründlinge keine Schonzeit. Einzig in Berlin und Brandenburg ist der Fisch ganzjährig geschätzt und in Hessen und Schleswig-Holstein gibt es Schonzeiten im Frühjahr. Ein Mindestmaß ist nicht zu beachten.

Gründlinge als Köderfisch

Wer Gründlinge als Köderfisch für Raubfische nutzen möchte, sollte an einem Gewässer angeln, das einen entsprechenden Gründlings-Bestand hat. Dann eignen sich die kleinen, schlanken Fische hervorragend für Aal, Barsch oder Zander. Aber natürlich fressen auch Hechte oder Welse den Gründling. Der Gründling als Köfi kann an verschiedenen Köderfischmontagen zum Erfolg führen.

Verwechslungsgefahr

Gründlinge können mit kleinen Barben verwechselt werden. Jungtiere der Barbe haben allerdings zwei Paar Barteln und kleinere Schuppen als der Gründling. Andere Gobio-Arten unterscheiden sich durch längere Barteln, die mindestens den Augenhinterrand erreichen.

Gründlinge in der Küche

Gründlinge sind keine klassischen Speisefische, vor allem da sie recht klein sind. Allerdings können sie schmackhaft zubereitet werden. Dazu zählt vor allem das Frittieren der ganzen Fische ohne Kopf in heißem Fett. Das Filetieren von Gündlingen macht kaum Sinn.