Aal

Hitliste Aal
Aal - Fänger: Markus von Allmen

Aale gehörten einst zu den häufigsten Fischen in Europa, sie waren einst "Die Butter- und Brotfische der Fluss- und Seenfischerei. Sie besiedeln natürlicherweise sämtliche Gewässertypen vom Meer bis in die Quellregionen, vorrausgesetzt sie können sie wandernd erreichen. Durch Besatzmaßnahmen kommen Aale heute auch in Gewässern vor, die natürlicherweise unbesiedelt blieben, wie beispielsweise abflusslose Seen und Gewässer des Donausystems, das Schwarze Meer bildet dabei ein natürliches Wanderhindernis. Heute sind die Aale extrem bedroht und befinden sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich einstiger Bestände.

Bestandswirksam sind dabei vor allem der teilweise mafiös organisierte Glasaalfang und -handel oder eher Schmuggel sowie Hindernisse auf der Aufsteigerseite. Auf der Absteigerseite, also den abwandernden Fischen spielt besonders die Energiegewinnung durch Wasserkraft eine gewaltige Rolle. Es gibt beispielsweise Aussagen darüber, dass kein Aal das Flusssystem der Lahn lebend verlässt. Weitere wichtige Einflussgrößen sind der eingeschleppte Schwimmblasenwurm Anguillicoloides crassus aus Japan, Gewässerverschmutzung und die spätere Mobilisierung der eingelagerten Toxine, beide Faktoren könnten dafür sorgen, dass die Laicher ihr Ziel nicht mehr erreichen. In derart geschwächten Beständen kommen natürliche Ursachen wie gestiegene Prädation durch Kormorane oder Welse sowie fischereilich bedingte Sterblichkeit wesentlich stärker zur Geltung.
Eine weitere Gefahr besteht in einem sich ändern Golfstrom, dieser könnte die Larven im Atlantik verdriften lassen.

Leider steckt die künstliche Vermehrung der Aale noch tief in den Anfängen, ein Kernproblem ist die geeignete Ernährung der Larven. Sollte diese Problem wirtschaftlich glöst werden, könnte der Bedarf der Aquakulturen über die künstliche Vermehrung gedeckt werden und die Bestände hätten eine reelle Chance sich zu erholen.
Aalangelverbote dagegen sind eher populistische Kosmetik. 

Merkmale: 
Körper schlangenähnlich, Rücken-, Schwanz- u. Afterflossen bilden Saum, Flossen nur mit Weichstrahlen, keine Bauchflossen!

Größe:
M bis 50cm, W bis 150cm

Geschlechterunterscheidung: 
nur nach Größe

Flossenformel:
D 245-280, A 205-235, P 15-20

Schuppenzahl Seitenlinie:
keine Angabe, winzig kleine Schuppen stecken tief in einer Schleimschicht.

Verwechslungsgefahr mit:
keine

Besonderes: 
2 ernährungsphysiologische Varianten; langsam wachsende Spitzkopf- (Nahrung: Wirbellose) u. schnellwüchsige Breitkopfaale (auch Fische, Amphibien).

Verbreitung: 
Europäische Gewässer, die mit dem Atlantik und seinen Nebenmeeren verbunden sind.

Fortpflanzungsbiologie: 
abwachsende Aale (Gelbaale, gelber Bauch) ziehen nach Erlangen der Geschlechtsreife als Blankaale (silbriger Bauch) in die Sargassosee (Westatlantik), die Weidenblattlarven treiben innerhalb von 3 Jahren an die Küsten zurück und wandeln sich zu Glasaalen um.

Laichzeit: 
einmalig im Leben, katadrome Wanderart (Wanderung flussabwärts, kata=herab)

Familie: 
Anguillidae, Aale

Aal (Europ. Flussaal) Übersetzung:
lateinisch: Anguilla anguilla 
albanisch: Njala 
belgisch: Aal / Anguille 
bulgarisch: Zmiorka 
dänisch: Ål 
englisch: European Eel 
estisch: Angerjas 
finnisch: Ankerias 
französisch: Anguille 
Isländisch: Áll 
italienisch: Anguilla 
lettisch: Zutis 
litauisch: Ungurys 
luxemburgisch: Ål 
maltisch: Sallura 
niederländisch: Paling / Aal 
norwegisch: Ål 
polnisch: Wegorz europinski 
portugisisch: Enguia 
rumänisch: Anghila 
russisch: Угорь / Rechnnoi ugor 
schwedisch: Ål 
spanisch: Anguila europea 
tschechisch: Úhor rícní 
türkisch: Yilan balyghi 
ukrainisch: Retschnoi ugor 
ungarisch: Angolna

natürliche Nahrung: 
Insekten, Wassertiere, Kleinfische, Fischlaich, Schnecken, Flusskrebse, Muscheln, Frösche, Mäuse, Würmer