Eisangeln: Grundlagen und Tipps

Eisangeln

Anders als in unseren Breitengraden fängt für viele Menschen im hohen Norden die Angelsaison erst im Winter an, wenn die Gewässer zugefroren sind und das Eisangeln möglich ist. Dort ist es das Normalste der Welt und teils verbreiteter als das Angeln im Sommer. Denn sobald die Temperaturen sinken und das Wasser friert, eröffnet sich eine ganz andere und besondere Welt des Angelns. Einige wenige Tage bis Wochen im Jahr – falls überhaupt – ist das Eisangeln auch in Mitteleuropa möglich. Eisangeln ist ein fantastisches Erlebnis und eine tolle alternative zu anderem Wintersport. Man benötigt nur eine minimale Ausrüstung, welche recht günstig und einfach aufgebaut ist und jede Menge Spaß bringt. Wirklich kalt wird einem beim Eisangeln eher selten, da es sich meist um eine recht aktive Art des Angelns handelt. In diesem Artikel bieten wir Dir einige grundlegende Informationen zum Eisangeln.

Wichtig: Achte darauf, dass das Eis dick genug und sicher ist, und es betreten zu können. Teste die Dicke des Eises in Ufernähe und halte immer Ausschau nach offenen Stellen, verdächtigen Bereichen, Einläufen, Strömungen und Bauwerken. Hier ist immer besondere Vorsicht geboten. Allgemein wird empfohlen, das Eis erst ab 15 Zentimetern zu betreten. Je nach Qualität des Eises kann man es bereits ab zehn Zentimetern betreten. Klares, schnell gewachsenes Eis ohne Schnee ist am stabilsten. Gehe niemals alleine auf das Eis und nutze Hilfsmittel, um dich im Falle eines Einbruchs selbst aus dem Eisloch ziehen zu können. Dazu bieten sich sogenannte Handspikes* an.

Bekleidung beim Eisangeln

Auch wenn man beim Eisangeln tatsächlich aktiver ist, als eigentlich erwartet, ist es wichtig, sich wärmer anzuziehen als sonst. Zum einen steht man buchstäblich auf dem Eis und ist somit mit einer gewissen Kälte von unten konfrontiert. Das Eisfischen findet außerdem meist auf einer großen offenen Fläche statt. Der Wind ist somit recht stark spürbar. Folgende Bekleidungstips helfen, sich beim Eisangeln warm zu halten.

  • Grundsätzlich empfiehlt es sich, eine winddichten Jacke zu tragen. Der Körper sollte außerdem durch verschiedene Schichten geschützt werden. Am besten ist es, diese Schichten von Beginn an zu tragen und sie nur wenn es zu warm wird, auszuziehen. Ansonsten besteht Gefahr, dass der Körper zu schnell auskühlt. Warm wird es recht häufig und vor allem dann, wenn kein Wind weht oder viele Löcher gebohrt werden müssen. Als Hose bietet sich eine Schneehose an, welche wasserdicht ist und das Knien auf dem Eis ermöglicht. Entsprechende Polsterungen schaden nicht.
  • Dicke Schneeschuhe oder Angelstiefel mit dicker Sohle sowie dicke Socken sind ein Muss. Zudem bietet es sich an, ein Stück Isomatte o.ä. mitzuführen und sich, wenn möglich darauf zu stellen, um seine Füße gegen die Kälte des Eises zu isolieren. Alternativ sind auch batteriebetriebene Fußwärmer nützlich.
  • Dicke, wasserdichte Handschuhe sind eine gute Wahl. Ein Ersatzpaar dünnere Handschuhe zum Daruntertragen oder für den Fall der Fälle sind ebenfalls sinnvoll. Freie Finger sind immer hilfreich. Ein Schal und eine Mütze sind ein Muss.
  • Achte bei Sonnenschein auch auf die Gefahr eines Sonnenbrands – die Reflexion der Sonnenstrahlen auf Schnee und Eis ist enorm. Sonnencreme für das Gesicht kann also auch beim Eisangeln nicht schaden. Auch Deine Augen werden durch die Kombination von Sonne und Schnee bzw. Eis in Mitleidenschaft gezogen. Trage also eine Sonnenbrille, um Augenschäden zu vermeiden.

Angelausrüstung beim Eisangeln

Beim Eisangeln ist eigentlich nicht viel Ausrüstung nötig. Eigentlich solltest Du alles was Du brauchst bei einem Einkauf bekommen – von einem Eisbohrer über Eisruten, Schnüre, Haken, Bleie bis hin zu Ködern. Wer noch nie Eisangeln war, sollte es am besten vorher mal mit einem Bekannten ausprobieren, bevor er sich einen Eisbohrer oder eine Eisrute zulegt.

  • Ein Eisbohrer zum Bohren von Löchern ist die wichtigste Investition. Es gibt handkurbelgetriebene Modelle, die etwa 30 bis 50 € kosten, oder motorisierte Modelle, die deutlich teurer sind und sich hierzulande kaum lohnen. Das Eis ist selten so dick, das handgetriebene Varianten an ihre Grenzen kommen. Wer allerdings gerne in Skandinavien zum Eisangeln geht, für den sind motorisierte Modelle nicht schlecht, da sie einfacher und schneller sind, allerdings auch schwerer zu transportieren.
  • Neben dem Eisbohrer wird eine Eisrute samt Rolle benötigt. Traditionelle Modelle zum Barschzuppeln, wie die schwedischen Pimpel, sind sehr einfach in der Konstruktion. Üblich sind aber auch herkömmliche Angelruten in Miniaturform in je nach Zielfischart passenden Stärken. An diesen wird meist eine kleine Stationärrolle gefischt. Aber auch Baitcastmodelle sind denkbar. Die Ruten können entweder aktiv geführt werden, um Fische zum Biss zu verleiten, oder sie können im Schnee oder auf einem Rutenhalter befestigt werden, um passiv zu fischen. Letzteres ist auf Hecht üblich, während Barsche gerne aktiv befischt werden.
  • Die Rollen oder Spulen sollten mit feineren monofilen Angelschnüren bestückt sein. Geht es auf Hecht sind natürlich stärkere Schnüre erforderlich als beim Barsch- oder Plötzenangeln. Als Köder beim aktiven Fischen auf Barsch kommen Verikaljigs, Mormyschkas, Gummifische, kleine Blinker oder Spinnjigs zum Einsatz. Diese können gerne mit Naturködern ergänzt werden. Mit kleinen Ködervarianten lassen sich auch Friedfische fangen. Sind Salmoniden vorhanden, können dies ebenfalls aktiv befischt werden. Für das passive Angeln auf Hecht, Forelle oder Friedfisch sind Posen, Wirbel, Vorfächer, Haken, Drillinge, Bleie und Rutenhalter erforderlich. Als Köder kommen Köderfische, Würmer, Maden oder andere Friedfischköder zum Einsatz. Für die Bissanzeige werden entweder visuelle Flaggensysteme, teils mit akustischer Anzeige, verwendet oder elektronische Bissanzeiger bzw. Glöckchen. Wer sehr fein angeln will, kann auch Aufsätze mit ultradünne Spitzen nutzen, die die feinsten Bisse anzeigen.
  • Die letzten wichtigen Zubehörteile sind leicht zu beschaffen. Wichtig ist ein Eimer, eine Sitzgelegenheit, die passenden Köder, ein gelochte Kelle, um Schneematsch und Eis aus den Löchern zu entfernen, wenn sie anfangen zu gefrieren. Weitere brauchbare Gimmicks sind kleine Wärmekissen oder Handwärmer, die in die Handschuhe oder Taschen gesteckt dabei helfen, die Finger warm zu halten.
  • Wer über ein Echolot verfügt, kann diese beim Eisangeln nutzen. Dies funktioniert sogar durch das Eis hindurch. Tipps dazu finden sich in diesem Beitrag.

Verpflegung zum Eisangeln

Wenn Du einen Tag auf dem Eis verbringen willst, bringe dir einige Snacks sowie ausreichend zu trinken mit. Die frische Luft und die Kälte machen hungriger und durstiger als sonst. Trinke keinen Alkohol, denn das Eisangeln ist nicht ganz ungefährlich und Du brauchst volle Kontrolle. Ausserdem kühlt Alkohol den Körper zusätzlich aus.

Ein Erfahrungsbericht zum Eisangeln findet sich hier.

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