Güster

Marc Hartmann
Güster - Fänger: Marc Hartmann

Morphologie des Güsters

Der Güster (auch Blicke oder Pliete genannt) ist laut Duden männlich und wird oft mit der Brasse bw. Blei verwechselt. Jedoch haben diese beiden Fischarten nur in der Jugend dieselbe Silberfärbung, die beim Güster bleibt und bei der Brasse goldener wird. Neben der Farbe werden Güstern nur 15 – 20 cm lang und messen damit nur die Hälfte der gleichalten Bleie. Ein wichtigeres Merkmal sind Ihre größeren Schuppen und Augen. Die Seitenlinie zählt bei der Brasse 51 – 60 Schupen, bei der Güster aber 44 – 48 Schuppen. Zudem sind Brust- und Bauchflossen rötlich, bei der Brasse aber weit dunkler. Ihr seitlich abgeflachter Körper erlaubt es den Güstern, wie auch den Brassen, zwischen den engstehenden Wasserpflanzen hindurchzuschwimmen. Das maul der Güster ist leich unterständig u. ausstülpbar. Der Augendurchmesser ist größer als Mundspalte und die Brustflossen erreichen zurückgelegt nicht den Ansatz der Bauchflossen. Kreuzungen zwischen Brassen, Güstern, Rotfedern und Plötzen sind recht häufig, sodass häufig Merkmale gemischt werden. Güsten sind dann auch von Fachleuten nicht mehr zweifelsfrei zu identifizieren.   

Verbreitung und Habitat

Güstern bevölkern die flachen Seen und langsam fließenden Flüssen ganz Europas. Sie leben vorwiegend in nährstoffreichen Gewässern, was an einem starken Algenwuchs erkennbar ist. Je wärmer desto aktiver ist der Güster, sodass er im Winter bald die tiefen Löcher aufsucht und nur noch wenig Nahrung aufnimmt. Der Güster ist ein Schwarmfisch, wobei die Schwärme mit der Körpergröße immer weiter abnehmen. Vergesellschaftungen mit anderen Cypriniden, wie Brassen, sind nicht selten.

Die Nahrung des Güsters

Güstern fressen vor allem Schnecken, Krebstierchen, Würmer und Insekten sowie Insektenlarven. Auch Pflanzen stehen auf Ihrer Speiseliste. Ihre Nahrung suchen die Cypriniden am Gewässergrund und im Mittelwasser wobei sie von Anglern an den Gasblasen erkannt werden können, die bei Ihrer Gründelaktivität vom Sediment aufsteigen.  

Laichgeschehen

Zur Laichzeit im Mai – Juni sind geschlechtsreife Milchner an einem Laichausschlag auf Körper und Kopf zu erkennen. Bereits vor Beginn der Laichzeit besetzen die Männchen die Laichzonen im Uferbereich und zeigen ein typisches territoriales Verhalten. Später folgen die Weibchen, wobei der Laichvorgang in den Abend- und Morgenstunden vor sich geht. Dabei löst das Männchen die Eiablage aus, indem Sie die Weibchen wiederholt touchieren. Die Eier werden an Wasserpflanzen geheftet und anschließen von den Milchnern befruchtet. Die Brut wächst in Folge inerhalb eines Jahres auf nur 6 bis 8 cm heran. Erst nach 2 Jahren wird der hohe Rücken der Güstern ausgebildet.

Angeln auf Güstern

Güstern sind meist Beifänge und werden von kaum einem Angler gezielt befischt. Sie lassen sich beim Grundangeln und auch im Mittelwasser mit den herkömmlichen Friedfischködern befischen. Güstern beißen bisweilen sehr vorsichtig, sodass eine feine Bisserkennung wichtig ist. Als Angelmethoden bietet sich das Stippen, Machtangeln, Feedern oder Picken an. 

Infos zum Güster kurz und knapp

Merkmale:
Maul leicht unterständig u. ausstülpbar, Augendurchmesser größer als Mundspalte, Brustflossen erreichen zurückgelegt nicht den Ansatz der Bauchflossen

Größe:
20-35 cm

Geschlechterunterscheidung:
äußerlich nur zur Laichzeit möglich (M mit feinkörnigem Laichausschlag)

Flossenformel:
D III/8, A III/19-23, P I/14-15, V II/8

Schuppenzahl Seitenlinie:
45-50

Schlundzahnformel:
zweireihig 2.5-5.2 (selten 3.5-5.3)

Verwechslungsgefahr mit:
Brassen (dieser: Augendurchmesser kleiner als der der Mundspalte, Brustflossen erreichen zurückgelegt den Ansatz der Bauchflossen)

Besonderes:
Nahrungakonkurrent von Brassen und Rotaugen, langsamwüchsiger als der Brassen

Verbreitung:
Mitteleuropa nördlich der Alpen u. Pyrenäen, fehlt in Nordskandinavien und auf dem Balkan

Fortpflanzungsbiologie:
Geschlechtsreife nach 3-4 Jahren, Ablaichen an seichten Uferstellen mit dichtem Pflanzenbewuchs, W legt in 3 Raten 20.000-100.000 Eier, die an Wasserpflanzen kleben bleiben

Laichzeit:
Mai-Juni

Familie:
Cyprinidae, Karpfenfische

Güster (Blicke) Übersetzung:
lateinisch: Blicca bjoerkna
belgisch: Kolblei 
dänisch: Flire 
englisch: Silver Bream 
finnisch: Pasuri 
französisch: Bordeliere 
italienisch: Blicca
norwegisch: Flire 
polnisch: Krap 
russisch: Густера (Gustera) 
schwedisch: Björkna 
spanisch: Brema Blanca 
ungarisch: Karikakeszeg 

natürliche Nahrung: 
Zuckmückenlarven, Röhrenwürmer(Tubifex), Kleine Muscheln, Schnecken, Plankton, Wasserpflanzen