Biber am Biberdamm

Wie Biberdämme Forellen in Schach halten

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Staudämme und Wehranlagen: Solche Querbauwerke sind ein Stoppschild für Wanderfische die zum Laichen flussaufwärts oder -abwärts schwimmen müssen. Auch Biberdämme unterteilen unsere Flüsse. Aber wie gehen Forellen und Co mit diesen Megabauten um? Ein Forscherteam der Utah State University hat den Fischen auf die Flossen geschaut .. mit einem starken Ergebnis.

Egal ob Staumauer oder Biberdamm – da kommt keiner durch!

Von Bibern angelegte Dämme verändern die Art und Weise, wie unsere Fische Ihren Lebensraum in ihrem Fließgewässer nutzen können, stark. Die Meisten Veränderungen bewerten wir positiv und auch viele Projekte zur Renaturierung von Fließgewässern zielen entweder auf die Wiederansiedlung von Bibern ab oder versuchen den von Ihnen geschaffenen Lebensraum nachzuahmen. Dabei sind Biberdämme auch unter Anglern und anderen Naturschützern ein oft heftig diskutiertes Thema, weil sie zu Lasten der Salmoniden und anderer Wanderfische gehen. Ein Forscherteam der Utah State University wollte es genau wissen: Inwiefern lassen sich Forellen in ihrem Wanderverhalten durch Biberdämme beeinflussen? Das ganze haben die Wissenschaftler an Forellen im Temple Fork und Spawn Creek untersucht.

Drei Salmoniden markiert

Bei ihren Untersuchungen haben die Amerikaner drei Salmonidenarten in Bächen nördlich von Utah untersucht: Die heimische Bonneville Cutthroat Forelle (Oncorhynchus clarkii), die nicht heimische Bachforelle Salmo trutta und den Bachsaibling (Salvelinus fontinalis). Ganze 1386 Fische wurden bei der Untersuchung berücksichtigt, 1275 davon wurden oberhalb und 21 davon unterhalb von Biberdämmen gefangen. Anschließend wurden die Fische besendert und zurückgesetzt. Anschließend konnten die Forscher 187 dieser Fische über verschiedene Empfangsstationen am Fluss verfolgen und ihr Wanderverhalten registrieren.  

Eine Überraschung dabei war, dass die Messgeräte auch 481 Ereignisse zeigten, an denen die Fische Dämme überquert hatten. Zudem zeigte sich deutlich, dass die heimische Cutthroat Forelle und der Bachsaibling deutlich mehr Dämme passierte als die nicht heimische Bachforelle. Die heimischen Arten scheinen besser mit derartigen Störungen umzugehen und einen Vorteil zu haben. 

Die Zeichen der Zeit erkennen

Die Forscher stellten weiterhin fest, dass die Jahreszeit einen Einfluss auf die Anzahl der Passagen bei allen Arten hat. Das ist auch kaum verwunderlich, da mit dem beginn der Laichzeit natürlich auch die Motivation steigt, zu den Laichplätzen zu gelangen. Und so wurden die Fische während der Wanderzeit zu wahren Überwindern und legten die meisten Damm Passagen aufs Parkett. Jedoch waren alle Fische von der Höhe und der Lage der Dämme beeinflusst, wenn es darum ging, Flussaufwärts zu schwimmen. 

Fazit: nicht-heimische Art bleibt auf der Strecke

Die Untersuchungen mit 3 verschiedenen Salmoniden zeigen, dass Biberdämme für in den USA heimische Salmoniden kein Hindernis sind und diese Wanderfische nicht begrenzen. Vielmehr scheinen sie das Vordringen fremder Arten, wie hier das der Bachforelle, zu begrenzen. Während Cutthroat Forelle und der Bachsaibling viele Dämme überwanden, schaffte es die europäische Forelle höchstens über einen Damm. Somit könnten Biberdämme die Ausbreitung invasiver Forellenarten in den USA sogar verhindern helfen.

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