Boddenhecht zum Angeln im Freiwasser

Hecht jetzt? Was die Wissenschaft an den Bodden treibt.

Die dicken Boddenhechte locken jedes Jahr zahlreiche Angler in das Brackwasser des Boddens, wo Hechte zu teils kapitalen Meterhechte abwachsen können und jeden Angeltrip zu einem Erlebnis machen. Doch Küstenfischer berichten in den vergangenen Jahren über stetig rückläufige Fangzahlen. Was die Wissenschaft dagegen tut und was Du als Angler beitragen kannst, erfährst du hier.

Angeltourismus oder Klimawandel?

Die Rückläufigen Fangzahlen von Hechten haben die Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) auf den Plan gerufen. Die haben sich nämlich vorgenommen, die Boddenhechte jetzt einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Bis 2023 wollen sie intensive Forschungsarbeiten durchführen, um belastbare Beweise für die derzeitige Bestandsentwicklung zu erhalten und mehr über die Laich- und Wandergewohnheiten der Hechte zu erfahren. 

Auf der Suche nach Ursachen für die rückläufigen Fänge kommt zunächst der Gedanke an den Klimawandel auf. Aber auch andere Faktoren können an den Fangeinbußen Schuld sein. So ist der Angeltourismus in den vergangen Jahren erheblich angestiegen. Jährlich kommen etwa 50.000 Anglern, um Jagd auf die Beutefische des Hechtes und den Hecht selbst zu machen. Außerdem sind Angelmethoden und Ausrüstung inzwischen derart optimiert, dass die Jagd viel effizienter ist als in früheren Jahren. Für die kommerzielle Fischerei spielt der Hecht eine untergeordnete Rolle. Hier sind kaum Absatzmärkte vorhanden. Für Angler ist der Hecht jedoch ein interessanter Zielfisch und vor allem die Meterhechte der Boddengewässer locken immer mehr Petrijünger in den Norden. 

Der Boddenhecht ruft

Bis Heute sind Informationen über die Lebensweise und das Verhalten der Hechte ein rares Gut. Wissenschaftler des IGB-Berlin arbeiten nun im Bodden eng mit Fischern aus Rügen und Usedom zusammen und haben auch einige Angel Guides mit ins Boot geholt, um möglichst umfassende Datengrundlagen zu erheben. 

Die Forschungsarbeiten haben bereits Anfang des Jahres begonnen. Somit werden hier auch während der Schonzeit bereits fleißig Hechte gefangen, die anschließend genau vermessen, gewogen, markiert und besendert werden. Hierzu wird ein Sender in die Bauchhöhle eingebracht, der über 4 Jahre ein Ultraschallsignal aussendet. Am Grund der Bodden haben die Forscher zudem flächendeckend Mikrofone installiert, um die markierten Fische orten zu können. Inzwischen wurden schon über 200 Fische markiert und die ersten Hechte konnten sogar schon in der Peene geortet werden.

Am Ende des Forschungsprojektes wollen die Wissenschaftler gemeinsam mit Fischern, Anglern und Guides ein tragfähiges Bewirtschaftungskonzept entwickeln, doch bis dahin müssen zunächst fleißig Daten gesammelt werden und dabei ist auch die Mithilfe von uns Anglern gefragt.

Catch, Call und Release

Natürlich können die Forscher nicht alle Hechte markieren und Ihren Aufenthaltsort bestimmen und so brauchen die Wissenschaftler die Mithilfe aller Hechtangler. Alle Angler sind dazu aufgefordert und gebeten, gefangene und markierte Fänge zu melden, um eine möglichst vollständige Datengrundlage liefern. Wenn Du also im Bodden auf Hecht angeln gehst, dann überprüfe deinen Fang auf Markierungen, die an der Flosse angebracht sind, und rufe die darauf angegebene Nummer an. Alternativ kannst Du deinen Fang auch Online melden. Diese Information ist nützlich für Forscher und Angler, um das Verhalten der Fische und den auf sie einwirkenden Fischereidruck langfristig verstehen zu können. Wie sich Hechte nach dem Fang verhalten, lässt sich schließlich nur nur herausfinden, wenn wir Angler die Wissenschaft unterstützen und die gefangenen Hechte melden und wieder freilassen. Dafür sind die Forscher sogar bereit eine Prämie zu zahlen. Jeder Erstfang wird hier sogar mit 100 Euro belohnt. Also rauf auf den Bodden und das Telefon nicht vergessen!

IM FORUM DISKUTIEREN

Website des Projekts: www.boddenhecht-forschung.de
Fangmeldung zu Boddenhechten: www.ifishman.de/fangmeldung

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