Quappe

Quappe
Quappe - Fänger: Mario Neuberger

Die Quappe (Lota lota) ist der einzige Vertreter der Quappen, der im Süßwasser lebt. Es handelt sich um einen Grundfisch, der seine Nahrung auf dem Gewässerboden sucht. Weitere bekannte Namen der Quappe sind Trüsche, Rutte oder Aalrutte.

Aussehen

Quappen haben einen langgestreckten Körper und einen sehr breiten und flachen Kopf. Der Körper ist bräunlich-grünlich gefärbt und marmoriert. Der Bauch ist hell. Am Kinn hat die Quappe einen einzelne Bartel, was sie als dorschartigen Fisch charakterisiert. Quappen haben zwei Rückenflossen. Dabei ist die erste klein, während die zweite lang ist und bis zur Schwanzflosse reicht. Selbiges gilt für die Afterflosse. Die Bauchflossen sind kehlständig, die Brustflossen eher kurz und rundlich. Quappen haben sehr kleine Schuppen und eine ausgeprägte Schleimschicht.

Vorkommen und Lebensraum

Die Quappe ist der einzige Süßwasserdorsch. Quappen leben auf der gesamten Nordhalbkugel. In Deutschland ist die Quappe vor allem in der Donau und der Oder sowie deren Zuflüssen häufig. Quappen mögen kühle, sauerstoffreiche Gewässer, es handelt sich um sogenannte Kaltwasserfische. Oft kommen sie in Flüssen vor, es gibt aber auch Populationen in Stillgewässern. Auch die Haffe der Ostsee und andere Brackwassergebiete werden von Quappen bevölkert. Im Winter ziehen die Quappen aktiv umher und sammeln sich häufig vor Schleusen. Sie bevorzugen harte Untergründe und leben auch bodennah.

Ernährung

Quappen sind Raubfische, nehmen aber vor allem Aas und kleine tote Fische wie Kaulbarsche, Lauben, Rotaugen oder Gründlinge und gerne auch Laich auf. Junge Quappen fressen diverse Wirbellose und Krebse.

Größe

Quappen werden im Schnitt rund 40 Zentimeter groß und einen Kilo schwer, können aber in Ausnahmefällen bis zu einen Meter und 8 Kilo erreichen. Es handelt sich um recht schnellwüchsige Fische. Solche kapitalen Exemplare sind dann 10 bis 12 Jahre alt. In nährstoffreicheren Unterläufen werden die Quappen in der Regel größer als in den Mittelläufen.

Vermehrung

Quappen erreichen die Geschlechtsreife mit 3 bis 4 Jahren. Quappen laichen von November bis März. Dafür bevorzugt sie einen harten Untergrund und Wassertiefen von mindestens 2 m. Die Wassertemperatur darf dabei 4° C nicht überschreiten. Die Rogner legen, je nach Größe, bis zu 5 Millionen Eier. Die Eier haben einen Durchmesser von ungefähr einem Millimeter. Nach etwa sieben bis 10 Tagen schlüpfen die kleinen Quappen und fangen nach Verbrauch des Dottersacks an, sich im Freiwasser von Plankton zu ernähren.

Angeln auf Quappen

Quappen sind Kaltwasserfische, die im Winter aktiv werden und generell nachts unterwegs sind. Beim Quappenangeln ist also warme Kleidung und eine für das winterliche Nachtangeln angepasste Ausrüstung wichtig. Wenn das Wasser kalt wird, beginnen die Quappen umherzuziehen und aktiv zu fressen. Gute Stellen sind also Bereiche, wo die Quappe am Wandern geinfert wird und sich die Fische sammeln. dazu zählen vor allem Staustufen und Wehre. Weitere interessante Spots sind Einmündungen zu Häfen oder kleineren Flüssen. Die Quappe ist nachtaktiv, die besten Fangzeiten sind in der Regel die ersten Stunden nach Einbruch der Dunkelheit. Gerade trübes, regnerisches Wetter ist gur für Quappe.

Quappenangeln ist kein Hexenwerk. Die Montage ähnelt stark einer klassischen Aalmontage, also einer Durchlaufmontage zum Grundangeln. Beim Angeln im Fluss sind natürlich entsprechende Bleigewichte zu verwenden. Gut geeignete Haken sind Aal- oder Butthaken der Größe 2 bis 4. Das Vorfach sollte nicht zu dünn gewählt werden. Auch die Hardware ähnelt dem Aalangeln. Grundruten, schwere Feederruten oder Karpfenruten mit soliden Rollen und monofiler Schnur aufgrund der Frostgefahr eignen sich am besten. Im Fluss sollten die Ruten natürlich hoch aufgestellt werden. Als Hakenköder nutzt man am besten Würmer, Fischfetzen oder kleine Köderfische. Da Quappen einen guten Geruchssinn haben, bringen auch dezent eingesetzte Lockstoffe etwas. Quappen nehmen desöfteren den Köder und chlucken ihn ab, ohne wegzuschwimmen und einen Biss anzuzeigen. Dementsprechend sollte öfter mal kontrolliert werden.

Infos kurz und knapp

Merkmale:
breiter, abgeflachter Kopf u. seitlich zusammengedrückter Hinterleib, leicht unterständige Maulspalte mit kleinen, spitzen Zähnen, 1 Bartel am Unterkiefer, 2 kurze Bartfäden an den Nasenöffnungen, winzig kleine Schuppen

Größe:
30-60 cm (in Sibirien selten über 100 cm) 

Geschlechterunterscheidung:
äußerlich nicht möglich

Flossenformel:
D1 9-16, D2 68-75, A 65-70, P 18-20, V 5-6

Schuppenzahl Seitenlinie:
keine Angabe

Verwechslungsgefahr mit:
keine

Besonderes:
einziger im Süßwasser lebender Vertreter der Dorschfische, 2.u. 3 Rückenflosse miteinander verwachsen, nacht- u. winteraktive Art

Verbreitung:
Europa nördlich d. Pyrenäen u. des Balkans über Sibirien bis nach Nordamerika (3 Rassen)

Fortpflanzungsbiologie:
Flusspopulationen laichen an seichten Stellen mit sandigem Grund, Seepopulationen in größeren Tiefen; Laich sinkt und haftet an Bodenstrukturen oder Pflanzen, pro kg Körpergewicht bis zu 1.000.000Eier, die nach 6-10 Wochen schlüpfenden Larven leben im Freiwasser (pelagisch) u. ernähren sich von Plankton, ab 6-7 mm Länge bodenorientiert 

Laichzeit:
November-März, Winterlaicher

Familie:
Gadidae, Dorschfische

Quappe (Aalquappe / Aalrutte) Übersetzung: 
lateinisch: Lota lota 
belgisch: Kwabaal 
dänisch: Aalekvabbe / Knude 
englisch: Lake Burbot 
finnisch: Lake 
französisch: Barbotte (Lote)
italienisch: Bottatrice
niederländisch: Kwabaal 
norwegisch: Lake 
polnisch: Mietus 
russisch: Налим (Nalim) 
schwedisch: Lake 
spanisch: Lota 
ungarisch: Menyhal 

natürliche Nahrung: 
Fischlaich, Würmer, Wasserinsekten, Kleinfische