Was nützt die Angelfischerei?

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Angeln wird teils als archaisches Hobby betrachtet und Angler als Menschen, die die Natur und das Gleichgewicht in der Tierwelt stören, invasive Arten besetzen und die Gewässer vermüllen. Welches Recht haben Angler dann noch? Diesen Vorwürfen stellen sich Forscher des Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) Berlin und ziehen Bilanz aus dem BAGGERSEE Projekt. 

Das Projekt Baggersee

Das Projekt Baggersee untersucht zusammen mit dem Anglerverband Niedersachsen e. V. (AVN), wie die Artenvielfalt in Baggerseen erhöht werden kann. Hierzu wird vor allem Totholz eingebracht und Flachwasserzonen geschaffen, um die Bedingungen für Kleinstlebewesen, Fische und Pflanzen zu verbessern. Zudem untersucht das Projekt den sozialen Wert und den ökologischen Nutzen von Baggerseen und läuft vorerst noch bis zum 31. Mai 2022.

Freigeschnittene Angelstellen

Manche sehen Angler nur als ruhige Tagträumer. Andere sehen sie als Störenfriede, die Lärm und Müll machen und die Ufervegetation zertreten. Gerade in Angelgewässern sind bewachsene Uferbereiche immer wieder durch freigeschnittene Angelstellen unterbrochen. Was wie eine Zerstörung des Lebensraums wirkt, schafft jedoch in der Tat Licht und Lebensräume für viele wirbellose Tiere und Vögel und auch Pflanzen. Diese können sich laut den Forschenden hier wieder gut ansiedeln. Ein kleines Plus für alle Uferangler. 

Illegaler Fischbesatz

Angler und Angelvereine stehen immer wieder in der Kritik, Gewässer mit invasiven Fischarten, wie Graskarpfen, zu besetzen. Diese Effekte konnten im Projekt Baggersee jedoch nicht nachgewiesen werden. Zwar kamen in den 27 untersuchten Baggerseen in Niedersachsen nicht-heimische Arten vor, jedoch selten und wenn dann nur als Einzelexemplare. Diese wenigen Exoten kamen zudem bei allen Bewirtschaftungsformen der Gewässer vor und sind vermutlich von Teichbesitzern oder Aquarianiern illegal ausgewildert worden.

Lärm und Müll

Angelvereine erleichtern durch Anlegen von Wegen und Parkplätzen die Durchgängigkeit zu Gewässer. Diese werden dann von Anglern aber auch von anderen Erholungssuchenden, Badenden und Feiernden genutzt. Insofern steigern Angler den gesamten Rummel am Gewässer. Müll stammt hier aber stets von allen Interessengruppen. Jedoch veranstalten Angelvereine immer wieder Müllsammelaktionen, die sogar vom DAFV bezuschusst werden. Wo Seen jedoch nicht bewirtschaftet werden, erfolgt dies nicht ehrenamtlich, sondern meist zu Lasten der Kommunen oder Gewässerbesitzer.

Reduktion der Fischarten

Immer wieder wird der Vorwurf laut, dass Angler die Fischarten dezimieren und die Fischgemeinschaft auf einzelne Arten ausdünnen. Im künstlichen Baggerseen scheint das zumindest schon mal nicht der Fall zu sein. Hier haben Gewässer, die anglerisch bewirtschaftet werden, eine deutlich höhere Artenvielfalt als in Sand- und Kieskuhlen, die fischereilich ungenutzt bleiben.

Zerstörung der Artenvielfalt

Auch die Artenvielfalt beangelter Gewässern unterscheidet sich, nach Angabe einer weiteren Studie des IGB, nicht von unbeangelten Seen. So konnte kein nennenswerter Unterschied Libellen, Wasservögel, Wasserpflanzen und Ufervegetation gefunden werden. In einem bewirtschafteten Baggersee konnte sogar eine vom Aussterben bedrohte Wasseralge nachgewiesen werden. 

Fazit

Von Anglern bewirtschaftete Gewässer haben aktueller Forschung zur Folge eine große biologische Vielfalt an Tieren und Pflanzen, und das trotz einiger Fischarten, die den Boden förmlich umgraben. Angelsport findet heute auch viel Akzeptanz und Ergebnisse zeigen, dass Angelsport, Natur- und Tierschutz sich nicht ausschließen müssen.

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