Wie Forscher mit Atombomben das Alter von Walhaien bestimmen

Am 08. Juni war der Tag der Weltmeere. Und was gibt es schöneres, als diesen mit dem größten Fisch der Welt zu krönen. Viel ist über die sanften Riesen nicht bekannt. Sie geben Forschern heute noch viele Rätsel auf. Nicht einmal das Alter konnten Wissenschaftler richtig bestimmen. Bis vor kurzem!

Die Wahlheimat des Walhais

Angler sind mit Welsen bis über 2 Meter schon einiges gewohnt. Aber einer toppt sie alle – der Walhai. Mit bis zu 18 Metern Länge ist er nicht nur ein Gigant, sondern auch der längste Fisch unseres Planeten. Seine Wahlheimat ist vorwiegend in tropischen Gewässern, wo er Wassertemperaturen zwischen 20 und 25 °C vorzieht. Trotz seiner Größe ist er für Menschen harmlos und filtriert zum Lebensunterhalt Plankton aus dem Wasser. Na dann guten Appetit!

Altersbestimmung bei Fischen

Bei unseren heimischen Knochenfischen lässt sich das Alter mit den Gehörknöchelchen im Innenohr der Fische überprüfen. Diese paarig angelegten Kalziumsteine zeigen im Querschnitt ringförmige Strukturen, aus denen sich das Alter abgelesen lässt. Beim Walhai, der jedoch zu den Knorpelfischen gehört, lässt sich das Alter aber nur mit Hilfe der Wirbelkörpern bestimmen. Diese zeigen im Querschnitt ein Baumscheiben Muster. Ob aber ein Ring hier, wie bei Bäumen, ebenfalls ein Jahr ausmacht oder einen kürzeren oder längeren Zeitraum abgedeckt, war bis vor Kurzem nicht klar.

Wie Atombomben bei der Datierung helfen? 

Alle Organismen besteht vor allem aus Kohlenstoff (C-14). Dieser kommt in allen Elementen vor und wird von Pflanzen, Menschen und Meerestieren aufgenommen. Dabei gibt es immer auch geringfügig leichtere oder schwerere Kohlenstoff Varianten, die Isotope. Dazu gehört auch der radioaktive Kohlenstoff, das Radiocarbon. Auch dieser Kohlenstoff ist praktisch in allen Organismen enthalten. Wie alle radioaktiven Substanzen, so zerfällt auch dieses Kohlenstoff Isotop. Da die Geschwindigkeit des Zerfalls über die Zeit genau bekannt ist, können Wissenschaftler aus dem Zerfallsstadium des C-14 auf das Alter von Organismen schließen.

Heiße Bomben im kalten Krieg

Während des kalten Krieges führten viele Länder vor allem in der Südsee, zur Abschreckung, überirdische Atombombentests durch. Dadurch wurde viel radioaktiver Kohlenstoff freigesetzt. Dieser fand nach jeder einzelnen Explosion auch seinen Weg ins Meer, in das Plankton und somit auch in in den Knochen des Walhais. Die Atombombentests lassen sich allesamt exakt datieren und mit den Schichten an radioaktiven C-14 in den Knochen vergleichen. Aus dem Abstand der Einlagerungen und der Zerfallsgeschwindigkeit des radioaktiven C-14 konnten Forscher nun herausfinden, dass der Altersring eines Walhai Wirbels tatsächlich in einem Jahr gebildet wird. Dadurch konnten Forscher mehrere Skelette auf ein Alter von 35 – 50 Jahren datieren.

Der Walhai: Eine gefährdete Art

Somit können Walhaie mindestens 40 Jahre alt werden. Dieses Wissen ist vor allem wichtig, um effektive Maßnahmen zum Schutz dieser Giganten zu entwickeln. So lassen sich Wachstumsgeschwindigkeit und auch die Alterspyramide der Walhaibestände besser untersuchen. 

Walhaie sind durch Befischung (auch als Beifang), Schiffsschrauben und Ölbohrungen mittlerweile eine gefährdete Art. Mittlerweile wird die Bestandsentwicklung jedoch überwacht. Einige Fisch leben nachweislich innerhalb von Schutzgebieten und der Walhai wird durch die Gesetzgebung und Schulungen mehr und mehr geschützt. Allerdings gibt es noch keine Management Pläne zum Aufbau der Populationen. Der Walhai ist als größter Fisch der Erde sicherlich schützenswert und ein würdiger Vertreter für den Tag der Weltmeere.

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