Köcherfliegenlarve

Und Tschüss: Wie der Klimawandel Wasserinsekten mitspielt

Der Klimawandel greift auch nach Wasserinsekten und lässt sie scheinbar auch so schnell nicht wieder los. Als Forscher von LMU und Senckenberg Museum die Daten einer 40 jährigen Langzeitstudie am Hessischen Breitenbach neu analysierten, bemerkten Sie den Schwund von 80% der Wasserinsekten.

Langzeitstudie zu Wasserinsekten am Bergbach

Der Klimawandel ist nicht nur in aller Munde, sondern auch in aller Gewässer. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Jetzt konnte dies durch Auswertung alter Daten an einem Hessischen Bergbach gezeigt werden. In einer 40 Jährigen Studie hatten Forscher von 1969 bis 2010 die Wasserinsekten und Wasserparameter des ost-hessischen Breitenbachs untersucht. Der Bergbach liegt in einem Naturschutzgebiet fernab jeglicher Zivilisation und menschlicher Einflüsse und war somit ideal. 

Hier forschte der 2016 emeritierte Kasseler Professor für Limnologie, Dr. Wagner, mehrere Jahrzehnte, bis 2010 die letzte Messstelle am Bach vom Hochwasser zerstört wurde. Mit Hingabe hatten Forscher dem Fluss zwischen 1969 und 2010 alles entlockt, was sie wissen wollten. Bereits 1990 bemerkten und veröffentlichten sie einen Temperaturanstieg und eine ansteigende Dynamik in der Wasserführung, der einen starken Einfluss auf die heimischen Flohkrebse und Insektenlarven hat.

Neuauswertung der Datensätze

Die Daten waren jedoch nur teilweise ausgewertet. 10 Jahre nach Projektende untersuchten die Forscher der LMU München und der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung die Datensätze auf Einflüsse des Klimawandels und mussten feststellen, dass die Gesamtzahl der Individuen in 40 Jahren um 80 % zurückgegangen und die Wassertemperatur um 1,8 °C gestiegen war. Ganze 81,6 % der Individuen an Wasserinsekten waren verschwunden. Gleichzeitig stieg die Anzahl der verschiedenen Arten an. Wie ist das zu verstehen?

Der Bach hatte sich im Laufe der Zeit von einem Bachoberlauf zu einem Bachmittellauf entwickelt. In einem solchen treten auch anderswo mehr Arten auf. Nach Aussage der Wissenschaftler, schwindet die Artenvielfalt seit 1990 wieder. Maßgeblich dafür sind die im Laufe des Klimawandels vermehrt auftretenden trockenen Jahre. Dieser Trend dürfte sich mit fortschreitendem Klimawandel noch verstärken.

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