Greenpeace versenkt Steine am Adlergrund vor Fehmarn

Greenpeace: Mit Felsen gegen Fischer?

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Greenpeace hat vor kurzem der Insel Fehmarn mehrere bis zu einer Tonne schwere Felsbrocken in der Ostsee versenkt. Damit wollten die Aktivisten die umstrittene Fischerei mit Grundschleppnetzen auf eigene Faust unterbinden. Die Sache wird derzeit heiß diskutiert: Eine heroische Aktion oder eher strafbare Handlung? 

Schleppnetzfischrei am Fehmarnbelt 

Der Fehmarnbelt ist ein ausgewiesenes Schutzgebiet und die Nord- und Ostsee sind ökologisch gesehen in einem miserablen Zustand. Trotzdem stören wohl einige Fischer mit schweren Schleppnetzen und unter Genehmigung von Ministerin Julia Klöckner das Ökosystem und die bedrohten Lebensräume zahlreicher Arten. Mit diesen Hauptargument rechtfertigt Greenpeace seine Aktion und fordert, dass die bedrohten Lebensräume dort besser geschützt werden müssen, damit die Fischbestände sich erholen könnten.

Tausendmal ist nichts passiert

Zwar hatte die Bundesregierung im Februar 2019 ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei in Teilen des Schutzgebietes Fehmarnbelt und weiteren Natura 2000-Zonen der Ostsee angekündigt. Allerdings wurden bisher lediglich Pläne seitens des Bundesamtes für Naturschutz und des staatlichen Thünen-Institut für Ostseefischerei vorgelegt und noch nichts wirklich unternommen. 

Den Stein ins Rollen bringen

Laut Greenpeace ist in diesen Regionen zum Teil ein hoher Fischereidruck durch Grundschleppnetz- und Stellnetzfischer vorhanden bei einem gleichzeitig sehr geringen Verdienst der Fischer. Um die Artenvielfalt der Steinriffe und Miesmuschelbänke zu bewahren, sah und sieht Greenpeace hier dringenden Handlungsbedarf. Laut der Organisation besteht eine Unverhältnismäßigkeit, die schnell korrigiert werden muss, um den möglicherweise endgültigen Verlust der Ökosysteme zu verhindern.

Gefährlich und rücksichtslos!?

Andere Akteure hingegen sehen die Greenpeace-Aktion sehr kritisch. Die Aktion war bereits im Vorfeld behördlich verboten und dennoch mehrfach illegal durchgeführt worden. Damit hat sich der Verein über geltendes Recht hinweggesetzt und sozusagen den ersten Stein geworfen. Denn durch die großen Felsblöcke sei nicht nur der Seeverkehr behindert und gefährdet worden, so die Kritiker, sondern auch die ehedem bereits stark gebeutelten Fischer. Laut Greenpece Campainer Thilo Maak würden einige Fischer die Aktion aber auch als Anfang einer fischereifreien Schutzzone befürworten. Diese Aktion ist zudem nicht die erste, sondern bereits zuvor haben die Aktivisten Steine am Adlergrund zwischen Rügen und Bornholm versenkt.

Nur so, betont Maak, könnten sich Bestände erholen und außerhalb der Schutzzone wieder mehr gefangen werden. Auch wenn Fischer keine Schutzzonen fürchten, dann doch das Beidrehen gegenüber einer immer stärker werdenden Umwelt Lobby gemäß den Worten von Thilo Maak: “Meiner Meinung nach muss die Fischerei in der westlichen Ostsee für die nächsten fünf bis zehn Jahre eingestellt werden, damit sich die Fischbestände erholen können. Nur so ist sichergestellt, dass kommende Generationen dem Fischereigewerbe nachgehen können.” (greenpeace.de)

Kritiker der Aktion halten dagegen, dass sich die Bestände im Verhältnis zum Jahr 2014 bereits leicht erholt hätten. Zudem werde der Einfluss der Fischerei überschätzt. Der Einfluss des Klimawandels und der Eutrophierung hätte einen beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklungen der Dorsch- und Heringsbestände. Auch haben die Fischereibetriebe einen stark positiven Effekte auf die regionale Wirtschaft und die Touristikbranche und eine Fischerei im nachhaltigen Rahmen müsse unbedingt weiterhin möglich bleiben.

Paragraphen für oder gegen Steine

Als Resultat der Aktion wurde Greenpeace eine Unterlassungsverfügung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) überreicht, die den Verein bis zu 50.000 € kosten könnten. Die Organisation hat jedoch bereits Widerspruch gegen die Beurteilung der Sachlage eingelegt. Nach einem von Greenpeace beauftragten FFH Gutachten sollen die Steine nämlich sogar einen positiven Effekt auf das vorhandene Steinriff haben. Es bleibt also abzuwarten, wann in dieser Sache der nächste Stein ins Rollen kommt.

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