Huchen

Huchen
Huchen - Fänger: Klaus Stuppnig

Der Huchen (Hucho hucho) ist ein Großsalmonide, der in der oberen und mittleren Donau sowie in vielen ihrer Zuflüsse, wie Inn, Isar, Lech oder Regen und Ilz vorkommt. Huchen sind sehr selten und stark vom Aussterben bedroht. Huchen sind territoriale Einzelgänger und leben in tieferen Bereichen von schnell fließenden Flüssen. Der gemeine Huchen ist der einzige Vertreter der Gattung Hucho in Europa. Drei weitere Arten, u.a. der Taimen kommen in China, Korea und Russland vor. Die Huchen gehören zur Unterfamilie der Salmoninae.

Aussehen

Huchen erreichen in der Regel eine Länge von 60 und 120 Zentimetern. Die Maximallänge ist mit 150 Zentimetern angegeben. Huchen haben einen langgestreckten, spindelförmigen Körper. Im Querschnitt sind die Fische fast rund und der große Kopf ist abgeflacht. Das Maul ist sehr groß und reicht bis hinter die Augen. Auf dem Rücken sind Huchen bräunlichgrau bis grünlichgrau gefärbt. Ihre Seiten erscheinen rötlich bzw. kupferfarben. Die Flanken des Fisches sind unregelmäßig mit kleinen, dunklen Flecken besetzt. Der Bauch ist hell. Der Huchen hat sehr klein Schuppen und eine große Fettflosse.

Lebensraum

Huchen bevorzugen stark bis mäßig strömende, große Fließgewässer mit kaltem, klaren, sauerstoffreichem Wasser und tiefen Gumpen oder Kolken und auch stark strömenden Abschnitten. Er bevorzugt einen harten Untergrund aus Fels oder Kies. Als Einzelgänger verteidigt er sein Revier gegen Konkurrenten.

Ernährung

Ausgewachsene Huchen sind Raubfische und ernähren sich vor allem von Fischen. Daneben nehmen sie aber auch andere Nahrung an, wie Insektenlarven, Amphibien, Krebse, Mäuse oder Vogelküken.

Vermehrung

Die Laichzeit der Huchen liegt im März oder April. Dann wandern Huchen flussaufwärts in kleinere Nebenbächen mit flachem, sauerstoffreichem Wasser, starker Strömung und Kiesbänken. Dort Laichen die Fische in flachen, durch den Rogner ausgeschlagene Laichgruben ab. Die Milchner haben dann einen charakteristischen Laichhaken. Pro Kilogramm Körpergewicht legt der Rogner etwa 1000 Eier mit einen Durchmesser von rund 5 Millimeter ab. Die Larven schlüpfen etwa nach 35 Tagen bei einer Wassertemperatur von rund 8 bis 10 Grad Celsius. Huchen wachsen sehr schnell und erreichen ihre Geschlechtsreife nach etwa drei bis vier Jahren. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 15 Jahren. In Außnahmefällen können die Fische aber auch deutlich älter werden.

Gefährdung

Anhaltende Gewässerverschmutzung, Rückgang der gängigen Beutefische und die Gewässerverbauung der Fließgewässer schränkt den Huchen stark ein und behindert seine Laichwanderungen.

Angeln auf Huchen

Das Angeln auf Huchen ist eine klassiche Winterangelei. Wenn die Flussufer schneebedeckt sind, stehen die Huchenfischer am Fluss. Eine besonders gute Phase ist auch zum Ende des Winters hin, kurz bevor die Laichzeit beginnt. Beim Huchenfischen ist Strecke machen angesagt, denn in der Regel reagieren die Fische auf einen der ersten Würfe. Kommt da kein Biss, steht sehr wahrscheinlich kein Huchen am Platz und die Wanderung zum nächsten heißen Spot – Strömungskanten, Pools oder große Steine im Fluss – beginnt. Somit ist Huchenfischen mit sehr viel Bewegung verbunden. Da Huchen sehr gut sehen, sollte man sich vorsichtig am Wasser bewegen und die Fische nicht verschrecken. Deshalb sind leicht eingetrübtes Wasser, bedecktes Wetter und generell die Dämmerungsphasen gute Bedingungen, um erfolgreich einen Huchen zu angeln. Das Tackle beim Huchenangeln sollte robust sein und nicht zu leicht ausfallen.

Beim Spinnfischen auf Huchen kommen Spinnruten mit einem Wurfgewicht von eetwa 50 Gramm zur Anwendung. Ausgestattet mit einer 3000er oder 4000er Rolle und einer geflochtenen Hauptschnur von etwa 15 kg Tragkraft, sollten sich die Huchen bändigen lassen. Als Vorfach kommen ausreichend dicke Fluorocarbon- oder Monovorfächer zur Anwendung. Klassiche Köder zum Huchenangeln sind Gummifische, aber auch Wobbler, Swimbaits oder Mausimmitate können Fische fangen. Klassiker ist der sogenannte Huchenzopf. Köder beim Spinnfischen auf Huchen sollten eine Länge von etwa 15 bis 25 Zentimetern haben.

Beim Fliegenfischen auf Huchen kommen Fliegenruten der Klasse 12 zum Einsatz. Teils setzen Angler auch auf Zweihandruten. Um die Fische in den tiefen Kolken adequat anfischen zu können, empfehlen sich sinkende Schnüre und beschwerte Köder. Klassische Köder beim Fliegenfischen sind Streamer, große Woolly Bugger oder Immitate von Mäusen. Beim Binden der Köder sollten stabile Haken eingesetzt werden. So biegen die Haken nicht auf und ein Verlust des Fisches kann verhindert werden..

Reviere zum Huchenangeln

In Deutschland kommen vor allem die Donau sowie ihre rechtsseitigen Nebenflüsse zum Huchenfischen in Frage. Beliebte Huchenstrecken befinden sich auch im Balkan beispielsweise in Slowenien oder auch in Montenegro. Dort gibt es auch einige Catch & Release Strecken. An diesen ist das Angeln allerdings recht teuer und oft muss auch noch ein Guide gebucht werden. Somit kann das Huchenfischen auch schnell in den Geldbeutel gehen.

Huchen in der Küche

Kenner bezeichnen den Huchen als die feinste Art unter den Salmoniden. So soll das Fleisch des Huchens dem des Thunfischs sehr nahekommen. Das Fleisch des Huchen ist sehr fest. Vor der Verwertung müssen Huchen geschuppt oder gehäutet werden. Der Huchen hat einen hervorragenden Eigengeschmack und sollte nicht überwürzt werden.

Merkmale:
drehrunder Körper mit abgeflachtem Kopf und weiter Mundspalte, Fettflosse, Körper graubraun mit kleinen schwarzen Flecken

Größe:
bis 150 cm

Geschlechterunterscheidung:
äußerlich nicht möglich

Flossenformel:
D III-IV/9-10, A IV-V/7-9, P I/14-16, V I/8-9

Schuppenanzahl Seitenlinie:
keine Angabe

Verwechslungsgefahr mit:
keine

Besonderes:
Standfisch,der sich bevorzugt an tiefen u. geschützten Uferpartien aufhält

Verbreitung:
Flüsse im Einzugsgebiet der Donau (Äschen- u. Barbenregion)

Fortpflanzungsbiologie:
Geschlechtsreife nach 3-4 Jahren, in kiesig-seichten Regionen werden Laichgruben ausgehoben, in die das W bis zu 25.000 Eier legt, Larvenschlupf bei 8-10 ° C. innerhalb von 35 Tagen

Laichzeit:
März-April

Familie:
Salmonidae, Lachsfische

Huchen (Donaulachs) Übersetzung:
lateinisch: Hucho hucho 
bosnisch: Mladica 
dänisch: Donau Laks 
englisch: Danube salmon 
finnisch: Joki Nieriä 
französisch: Huchon 
italienisch: Salmone del Danubio 
niederländisch: Donauzalm 
polnisch: Glowacica 
serbisch: Mladica 
spanisch: Hucho 
ungarisch: Dunai galóca 

natürliche Nahrung: 
Fische, Krebse