Die Zanderrute- Tipps und Tests zum Rutenkauf

Die Zanderrute: Tipps und Tests zum Rutenkauf

Wer die perfekte Zanderrute sucht, hat es oft schwer. Wir hoffen, Euch hier eine Entscheidungshilfe geben zu können, um keine Zeit zu verlieren, nicht doppelt zu investieren und bald möglichst beim Zander Angeln erfolgreich zu sein.

Die Jagd mit der Gummifischrute

Der Zander ist mit Längen bis über einem Meter vorwiegend in Seen, Flüssen und den Bodden im Norden Deutschlands verbreitet. Er ist ein aktiver Räuber, der aufgrund seines hervorragenden Sehsinns in trüben Gewässern und auch nachts Jagderfolg hat. Er bevorzugt schlanke Beutefische bis 20 Zentimeter Länge, die er durch Öffnen seines relativ kleinen Maules einsaugt. Bei Verdacht spuckt er den Köder jedoch schnell wieder aus, weshalb ein später Anhieb bestraft wird.

Die verbreitetste Methode, um den Zandern die Stacheln zu stutzen, ist das so genannte Jiggen, eine Variante des Spinnfischens, und auch das Faulenzen. Dabei wird ein Bleikopf mit eingegossenem Haken und aufgesteckten Fischimitat aus Gummi am Ende einer Angelsehne über den Gewässerboden geführt, wo sich die Stachelräuber aufhalten. Durch einfaches Einkurbeln (Faulenzen) und/oder ruckartiges Anheben (Jiggen) wird der Köder fluchtartig vom Boden gelöst, um anschließend an gespannter Schnur und ruhiger Rute zu Boden zu sinken. Saugt der Zander den Köder ein, leitet eine dehnungsarme Geflechtschnur dies als “Tock” oder Ruck an den Angler weiter. Bevor der Fisch seinen Fehler bemerkt, und den Köder ausspuckt, muss der Haken durch einen kräftigen Anhieb im harten Zandermaul verankert werden. Der Drill muss dabei durchgehend an gespannter Schnur erfolgen. Sollte nämlich der Haken nicht fassen und/oder der Zander diesen durch seine Kopfstöße herausschleudern können, bleiben wieder einmal nichts als Mutmaßungen und Geschichten an Küchen- und Stammtisch.

Jede Zanderrute zum Gummifischangeln braucht …

  • Eine Spitzenaktion: Jede Gummifischrute braucht eine Spitzenaktion, was bedeutet dass sie ein straffes Rückgrat hat. Die unteren zwei Drittel des Rutenschaftes sind ausreichend steif , um den Köder ruckartig anheben, den Haken im Fischmaul versenken und einen hoffentlich starken Fisch ausdrillen zu können. Zudem ist die Spitze stabil, um den Jig animieren zu können. Sie ist aber gleichzeitig auch weich genug, um dem Zander beim Einsaugen möglichst wenig Widerstand entgegen zu setzen. Die beste Zanderrute ist demnach eine ‘schnelle‘ Rute, deren Spitze nach einer Belastung schnell und ohne viel Nachwippen in die Ausgangslage zurückkehrt.
  • Ein geringes Gewicht: Um über längere Zeit ermüdungsfrei Jiggen zu können, ist eine gute Zanderrute relativ leicht, was Rutenbauer durch einen höheren Anteil an Kohlefaser im Blank erreichen. Das macht sie jedoch leider auch spröder und anfälliger für Brüche.
  • Eine gute Ballance: Zum ermüdungsfreien Angeln sollte die Gewichtsverteilung der Rute stimmen. Ist die Zanderrute zu kopflastig, können die Handgelenke und Unterarme stark belastet werden.  Der Schwerpunkt kann jedoch mit einer schwereren Rolle nach hinten verschoben werden. Einige Ruten, wie etwa die Greys Prowla Platinum Specialist II, können sogar mit Kontergewichten ausbalanciert werden. So können dann auch verschiedene Rollen montiert werden.
  • Die richtige Länge am Angelplatz: Eine Zanderrute ist zwischen 1,8 und über 3,5 Meter lang. Kurze Ruten werden in der Regel beim Bootsangeln verwendet sowie an schmalen Gewässern und an Ufern mit Vegetation, die das Werfen erschwert. Längere Ruten hingegen werden an breiteren Flüssen eingesetzt, um große Wurfweiten zu erzielen. Eine Allround-Länge für das Zanderangeln liegt um die 2,4 oder 2,7 Meter. Diese lassen sich an den meisten Gewässern einsetzen.
  • Das richtige Wurfgewicht: Das Wurfgewicht gibt an, wie schwer der Gummifisch mit Bleikopf sein kann, um noch gut geworfen und beim Jiggen gefühlt werden zu können. Beim Jiggen wird das Bleigewicht dabei so gewählt, dass der Köder nach dem Anjiggen ein paar Sekunden braucht, um zu Boden zu sinken. Das können bei Stillgewässern 3,5 oder auch 10 Gramm, in tieferen und rascheren Gewässern bis zu 20 Gramm und in schneller fließenden Strömen wie Rhein und Elbe bis zu 40 Gramm sein. Rechnet man das Ködergewicht hinzu, so sind in flacheren Seen und langsamen Flüssen von 5 bis 30 Gramm Wurfgewicht zu empfehlen. An tieferen und schnelleren Gewässern sollte das Wurfgewicht 20 bis 60 Gramm betragen. Das wäre dann auch ein Allround-Wurfgewicht. Fortgeschrittene setzen auf Wurfgewichte bis zu 90 Gramm, wie bei der Quantum Zanderkant Rute. Solche härteren Brecher können auch starke Gummis und Räuber dirigieren. Eine Feinfühligkeit für das leichte Angeln ist hier jedoch nicht mehr gegeben.
  • Stabile Rollenhalter und Ringe: Um zu verhindern, dass die geflochtene Schnur in die Rutenringe einschneidet, müssen Rutenringe selbst robust sein und mit widerstandsfähigen Ringeinlagen versehen sein. Namhafte Hersteller machen hier jedoch oft nur wenig Kompromisse.
  • Einen guten Griff: Das oft recht lange Griffstück der Gummifischrute kann gut am Unterarm angelegt werden und dient so als Hebel beim Werfen und entlastet die Handgelenke beim Jiggen, beim Anhieb setzen und beim Drill. Lange Griffteile ermöglichen also ein längeres und ermüdungsfreieres Fischen. Die Griffauflagen können dabei aus Kork oder Duplon (EVA) gefertigt sein. Tests zeigen, dass Kork zwar teurer ist aber auch nachhaltiger, griffiger und wasserabweisender. Kork kann aber auch nachdunkeln und an Klebungen reißen. Duplon hingegen ist formbarer, so Ruten mit Griffmulden und allerlei Farben erhältlich sind. Nach einem erfolgreichen Angeltag lassen sich Schuppen, Schleim und Futter vom EVA Griff weit besser entfernen, als von einem Korkgriff. Mittlerweile bieten viele Hersteller auch Ruten mit gemischter Bespannung an, was oft auch noch sehr gut aussieht.
  • Eine gute Optik: Das Aussehen einer Rute sollte der Fängigkeit zwar untergeordnet sein, jedoch fischt das Auge immer mit. Oftmals liegt der Rutenwahl halt doch eine ästhetische Wahrnehmung zu Grunde. Hier ist es wie bei Ködern: Etwas das man gerne anschaut, benutzt man auch öfters. Angeln selbst ist in dem Sinne halt keine Wissenschaft, sondern soll auch Spaß machen. Und hier haben sich die Hersteller viel für uns einfallen lassen.

Welche Zanderrute taugt fürs Gummifischangeln – Unsere Empfehlungen

Die nachfolgenden Ruten basieren auf veröffentlichten Testergebnissen und den Erfahrungsberichten von Anglern. Bei der Auswahl haben wir zudem auf eine Bandbreite an Wurfgewichten geachtet. Alle Steckruten liegen zwischen 80 bis 200 Euro und damit im mittleren bis gehobenen Preissegment.

Welche Eigenschaften haben die Ruten?

Die Greys Prowla Lure Spin (244 cm, 15-30 gr) ist eine waschechte Raubfischrute im mittleren Preissegment, die mit einer reaktionsschnellen Spitze und stabilem Blank für eine sichere Köderführung und Anhieb sorgt. Für das bessere Handling hat das Team von Greys das Griffstück mit einer Kombination aus Kork und Gummi-Kork bespannt und eine hilfreiche Hakenöse vorgeschaltet. Schnurfeste Sic-Ringe und ein Anti-Tangle Spitzenring vervollständigen die mit 131 Gramm und 96 cm Packmaß fein balancierte zeitlose Schönheit. Das Wurfgewicht von 15 bis 30 Gramm ist für die Angelei in flacheren Seen ideal und langsam fließenden Gewässern.

Die Balzer Matze Koch IM12 Nano Zander Peitsche (250 cm, 14-35 gr) ist die Nano-Version einer Rute des Raubfischspezialisten Matze Koch. Sie ist einerseits hochsensibel aber trotz ihres Wurfgewichts von nur 35 Gramm gleichzeitig knallhart. Der Bestseller aus dem Hause Balzer lässt zielgenaue Würfe auf die Unterstände der heimlichen Räuber zu und die Edelstahl-Ringeinlagen und Rollenhalter aus Edelstahl sorgen für Beständigkeit und Präzision. Natürlich wird das Leichtgewicht von 160 Gramm im freinen Duplon-Design auch mit Hechten mühelos fertig. Hierauf hat Matze natürlich ganz besonders geachtet. Die Rute ist definitiv eine spannende Erfahrung!

Die Quantum Zanderkant (2,65 m, 15-90 gr) wurde von Quantum und dem Zander Spezialist Sebastian Hänel entwickelt. Die unter Anglern und in vielen Tests gelobte Rute ist für das Gummifischangeln an schnellen Gewässern mit Stromwirbeln und größeren Entfernungen, wie z.B. am Nord-Ostsee-Kanal, konzipiert und. Zum ausbalancieren sollte die 236 gr. wiegende und mit Kork bespannte Rute mit einer größeren Rolle kombiniert werden. Das Wurfgewicht von bis zu 90 Gramm erlaubt nur bedingt ein dynamisches Angeln, aber der schneller Blank und eine gute Bisserkennung machen sie zu einem Muss am Zander Spot.

Die Savage gear Bushwacker xlnt2 Spinning (243 cm,15-40 gr) verfügt über einen straffen Blank aus hoch verdichtetem Carbon mit einer äußerst sensiblen Spitze, welche die Bisse ohne Umwege in die Hand des Anglers weitergibt. Der Schnelle und kräftige Blank erlaubt dabei auch größere Wurfweiten und eine äußerst präzise Köderführung. Die Länge von 243 cm ist durchaus gut geeignet, um die Räuber vom Ufer aus zu erreichen. Aber auch kürzere und längere Varianten können über den angebotenen Link ausgewählt und mit abweichenden Wurfgewichten kombiniert werden.

Die Shimano yasei Ax SPG Aspius 270H (2,70 m, 14-40 gr.) wurde ursprünglich für das Rapfenangeln entwickelt und ist wegen ihres super feinen und straffen Blanks sowie ihrer direkten Rückmeldung an den Angler, vor allem bei Gummifisch Anglern beliebt geworden. Der hoch verdichtete Carbon blank ist mit sensationellen 10 K-Type Ringen bestückt und mit einem sehr schlanken Rollenhalter, sowie edlem Korkgriff und Hakenöse ausgestattet. Die hohe Steifigkeit und Biegsamkeit der Rute ermöglicht dabei unerwartete Fluchten zu parieren. Tests weisen die Aspius zudem auch als leichte Hechtrute aus. die mit einem Packmaß von 1,39 Meter noch gut zu verstauen ist. Zu erwähnen ist noch, dass die Schwesterrute ‚Yasei Red‘ über einen Blank mit mittlerer Rückschnellaktion verfügt und darum nur bedingt zum Gummifisch Angeln zu empfehlen ist.

Die Gamakatsu Akilas 90XH (2,70 m, 15-60 gr.) ist eine Allround Zanderrute und mit einem kräftigen Rutenblank zum Werfen von mittelgroßen bis großen Bleiköpfen und Shads konzipiert. Hochwertige Carbon-Materialien und Komponenten erheben das Leichtgewicht von 182 Gramm in die mittlere bis gehobene Rutenliga. Ausgestattet mit 9 hochwertigen Rutenringen, Kork und Duplon, erlaubt die Gamakatsu Akilas 90XH präzise Würfe und eine gefühlsechte Köderführung. Mit einer Länge von 2,70 Metern und 139 Zentimeter Packmaß, deckt die Raubfischrute neben dem Zanderangeln auch das Jerken und Spinnangeln auf Hechte ab. Diese Vielseitigkeit lässt sich sehen.

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Video: Basiswissen für Angler: Das Ruten-Wurfgewicht, Quelle: FHP/Fishpipe
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