Graskarpfen

Graskarpfen
Graskarpfen - Fänger: Marco Müller

Morphologie des Graskarpfens

Graskarpfen ähneln jungen Döbeln, sind jedoch in Größe und anhand anderer Indizien leicht von diesen zu unterscheiden. Graskarpfen haben einen langgestreckten, bald drehrunden und bronze-silber glänzenden Körper. Die Schuppen sind groß und mit 43 – 45 Stück weit weniger als die 56 – 61 beim Döbel und sind zudem am Rand dunkel gesäumt. Unter der Seitenlinie kann man beim Graskarpfen 5 Schuppenreihen und beim Döbel nur 3 – 4 Reihen zählen. Seine Flossen sind abgerundet und Rücken- und Afterflosse tragen je 8 Strahlen. Der Graskarpfen hat ein breites, abgeflachtes und leicht unterständigs Maul ohne Barteln. Sie werden bis ca 1,2 Meter lang und bis zu 72 Pfund schwer. Die Geschlechter lassen sich von außen nicht unterscheiden.

Verbreitung und Habitat

Der Graskarpfen stammt aus Russland und China, wo er 1970 von den großen Flüssen als Weißer Armur nach Europa gebracht wurde, um den Pflanzenwuchs in Teichen und Flüssen zu begrenzen. Graskarpfen leben darum bevorzugt in krautigen und eutrophen Gewässern. Während sie im Sommer zur Oberfläche kommen, zieht es sie im Winter ins tiefe Wasser hinab.  

Die Nahrung des Graskarpfens

Junge Graskarpfen fressen vorwiegend Zooplankton und Phytoplankton fokussieren sich ab 5 cm Länge jedoch vollkommen auf pflanzliche Kost.

Laichgeschehen

Der Graskarpfen laicht bei über 20 °C im schnellfließenden Bereich großer Flüsse ab, wo die Eier schwebend stromab getragen werden und nach 1 – 2 Tagen schlüpfen. Graskarpfen, die in langsam fließenden und stehenden Seen und Teichen gehalten werden, können sich hier nicht vermehren. Da die Eier im Schlamm versinken und absterben würden. Somit findet hier keine Paarung statt.  

Angeln auf Graskarpfen

Da Graskarpfen Pflanzenfresser sind, sind sie schwierig zu fangen. Häufig werden die Boliden mit herkömmlichen Boilies und Mais überlistet, können aber bei warmem Wetter auch an der Oberfläche mit Brot und anderen Oberflächenködern gefangen werden. Graskarpfen erfordern starke Schnüre mit 4,5 bis 6,7 Kilo Tragkraft und Ruten mit 2,5  Pfund Tragkraft. Allerdings lassen sich Graskarpfen auch mit Imitaten von Grasbüscheln an der Oberfläche überzeugen. Auch auf Fliegen sprechen die Kraftpakete an. Die Fliegenrute sollte dabei eine Klasse 9 sein und das Vorfach eine Tragkraft von ca. 6 Kg haben. So lassen sich auch Karpfen bis 36 Kilo und ca. 1,2 Meten Länge bezwingen. Graskarpfen sollten nach dem Angeln als Wächter des Schilfbestandes wieder zurückgesetzt werden, insofern keine Entnahmepflicht oder -wünsche bestehen.

Infos zum Graskarpfen kurz und knapp

Merkmale:
breiter, horizontal abgeflachter Kopf, leicht unständiges Maul, keine Barteln, Schuppen am freien Rand dunkel gesäumt, unterhalb der Seitenlinie: 5 Schuppenreihen

Größe:
bis 120 cm

Geschlechterunterscheidung:
keine

Flossenformel:
D III/7, A III/8

Schuppenzahl Seitenlinie:

43 – 45

Schlundzahnformel:
zweireihig (1)2.(4)5.-5(4).2

Verwechslungsgefahr mit:
Döbel (dieser: unterhalb der Seitenlinie 3-4 Schuppenreihen)

Besonderes:
Bestände stammen aus Besatz der 60er Jahre, keine Reproduktion wegen klimatischer Bedingungen, Art sollte aus ökologischen Gründen nicht nachbesetzt werden

Verbreitung:
ursprüngliches Verbreitungsgebiet schwer rekonstruierbar, in China bereits im 10. Jahrhundert ausgesetzt

Fortpflanzungsbiologie:
Ablaichen über kiesigem Grund, Eier quellen stark auf und treiben zur Wasseroberfläche, Larvenschlupf nach 1-2 Tagen

Laichzeit:
prinzipiell nur bei Wassertemperaturen über 20° C.

Familie:
Cyprinidae, Karpfenfische

Graskarpfen (Weißer Amur / Amurkarpfen) Übersetzung:
lateinisch: Ctenopharyngodon idella
belgisch: Graskarper 
dänisch: Græskarpe 
französisch: Amour Blanc 
englisch: Grass Carp 
finnisch: Ruoho Karppi 
französisch: Amour Blanc
italienisch: Carpa erbivora / Amur 
niederländisch: Graskarper 
polnisch: Amur Bialli 
russisch: Белый амур 
schwedisch: Gräskarp 
spanisch: Amur 
tschechisch: Amur bílý 
ungarisch: Amur 

natürliche Nahrung: 
Plankton, Algen, Wasserpflanzen, Würmer