Wittling - Fänger: Marc-Oliver Kühn

Wittling - Fänger: Marc-Oliver Kühn

Wittling

Der Wittling (Merlangius merlangus) ist ein dorschartiger Fisch und kommt im Nordostatlantik, im westlichen Mittelmeer und in der westlichen sowie nördlichen Ostsee vor. Andere bezeichnungen für den Wittling sind Merlan oder Weißling. Er wird auch als kleiner Bruder des Kabeljau bezeichnet.

Vorkommen

Wittlinge leben vor allem im Nordostatlantik und besiedeln Gebiete von der südöstlichen Barentssee über Island bis nach Portugal. Dabei bevorzugen sie Schelfregionen mit Wassertiefen von etwa 30 bis 200 Meter. Auch in die nördliche und westliche Ostsee wandern die Fische. Außerdem gibt es Vorkommen im Schwarzen Meer, im Ägäischen Meer und im Mittelmeer. 

Aussehen

Wittlinge haben einen langestreckten und seitlich leicht abgeflachten Körperbau. Der Rücken kann unterschiedliche bräunliche, grünliche, grünlich-bräunliche oder gar bläuliche Farbtöne haben. Zum Bauch hin wird der Wittling silbrig-weißlich oder silbrig-grau. Am Rücken zeigen sich drei getrennte Rückenflossen. Außerdem hat der Wittling zwei Afterflossen. Weiterhin befinden sich die Bauchflossen vor den Brustflossen. Die Seitenlinie ist recht dunkel und unter der ersten Rückenflosse nach oben gekrümmt. An der Brustflossenbasis hat der Wittling einen rundlichen, schwarzen Fleck. Der Kopf ist klein und hat ein oberständiges Maul, die Zähne sind spitz. Eine anfangs vorhandene kleine Kinnbartel bildet sich im Verlauf des Lebens zurück. Der Wittlingskörper ist von kleinen Cycloidschuppen bedeckt.

Größe

Der Wittlinge werden etwa 70 Zentimeter lang. Durchschnittsexemplare liegen aber bei etwa 25 bis 30 Zentimetern. Gewichte bis 3,1 Kilo sind nachgewiesen, in der Regel wiegen die Wittlinge aber deutlich weniger. Die Lebenserwartung eines Wittlings liegt bei maximal 20 Jahren. Wie bei vielen Fischarten sind die Rogner deutlich größer.

Ernährung

Der Wittlinge ernähren sich vor allem von kleinen Fischen, Krebsen, Mollusken und anderem Meeresgetier.

Vermehrung

Ihre Geschlechtsreife erreichen die Wittlinge mit rund zwei bis vier Jahren. Gelaicht wird im Frühjahr in Tiefen zwischen 30 und 100 Metern, in kälteren gebieten Gebieten sogar das ganze Jahr über. Die Wassertemperaturen zum Laichen müssen etwa sechs bis acht Grad Celsius betragen. Die Rogner können bei entsprechendem Gewicht bis zu 1.000.000 Eier ablegen

Sobald die Larven geschlüpft sind, leben sie im Freiwasser in Küstennähe. Dabei suchen sie unter den Schirmen von Quallen oder zwischen deren Tentakeln Schutz. Sobald sie eine Länge von fünf bis zehn Zentimeter erreicht haben, gehen sie vom Freiwasser zum Leben am Gewässerboden über. Ein gängiges Gebiet für die kleinen Wittlinge ist das Wattenmeer. Sie bleiben bis etwa September im Wattenmeer. Dabei schwankt die Häu­fig­keit der Wittlinge im­ Watt je nach Jahr stark. In manchen Jahren gibt es sehr viele, in anderen Jahren kaum nennenswert Nachkommen.

Angeln auf Wittlinge

Wittlinge leben im tiefen Wasser und bevorzugen Tiefen von mindestens 20 Meter. In der Regel leben die Wittlinge am Gewässerboden im Schwarm, zum Jagen ziehen sie aber manchmal auch ins Freiwasser. Ideale Reviere sind tiefe Buchten mit sandigem Untergrund. Beim Wittlingangeln kann man also durchaus mit etwas Frequenz rechnen sobald man die Fische gefunden hat. Am besten fängt man Wittlinge im Herbst oder Winter, wobei sich die besten Fangzeiten zwischen den unterschiedlichen Revieren – z.B. Ostsee vs. Atlantik – unterscheiden.

Da Wittlinge eher kleine Fische sind, ist beim Angeln feines Gerät angesagt. Deswegen sollte bei einer Tour immer auch etwas feines Material eingepackt werden. Eine fürs Meer leichte Spinnkombo mit Geflechtschnur und dünnen Vorfächern ist hier angesagt, sofern Strömung und Gewässertiefe nicht doch etwas stärkeres Material erfordern. Oft kommen Naturködermontagen mit mehreren Anbisstellen und diversen Lockelementen wie fluoreszierende Perlen oder kleine Spinnerblätter zum Einsatz. Die 1/0er Haken werden an 0,20er bis 0,25er Vorfächer geknüpft. Als Köder eignen sich verschiedenste Naturköder, wie Herings- oder Makrelenfetzen, Wattwürmer oder Garnelen. Dabei sollten die Köder frisch sein. Die Montage schließt mit einem den Bedingungen angepassten Gewicht ab. Auch aufwendigere Naturköder-Schleppmontagen werden immer wieder verwendet, mit denen man die Chancen auf Beifänge erhöht.

Wittling in der Küche

Wittlinge haben eine weißes, zartes und sehr mageres Fleisch, welches leicht zerfällt. Der Fettgehalt liegt bei unter einem Prozent. Beliebt ist die Verwendung in Fischsuppen, aber auch herkömmliches Braten, Frittieren, Dämpfen oder Pochieren sind gängig.

Alle Infos kurz und knapp

Merkmale:
langgestreckt-stromlinienförmiger Körperbau, langer Kopf, unterständiges Maul ohne Bartel, Bauchflossen setzen vor den Brustflossen an (kehlständig), 3 Rücken- u. 2 Afterflossen (reichen fast bis zur Schwanzflosse), Bauch silbrig grau, Rücken grau, braun oder oliv 

Größe:
20-40 cm, selten bis 70 cm

Geschlechterunterscheidung:
äußerlich nicht möglich 

Flossenformel:
D1 13-16, D2 18-25, D3 19-22, A1 30-38, A2 20-25, P 19-22, V 6 

Schuppenzahl Seitenlinie:
keine Angabe 

Verwechslungsgefahr mit:
keine 

Besonderes:
Jungfische sammeln sich oft unter den Medusen von Quallen (Tentakel mit Nesselzellen bieten Schutz) 

Verbreitung:
Nordostatlantik von Island u. Skandinavien über die Brit. Inseln bis Marokko, westl. Mittelmeer, Nord- u. westl. Ostsee 

Fortpflanzungsbiologie:
Schwarmbildung, Ablaichen in 30-100 m Tiefe bei 6-8 ° C. Temperatur, planktonfressende Brut treibt pelagisch mit der Strömung und geht später zur bodenorientierten Lebensweise über 

Laichzeit:
Januar bis Juli 

Familie:
Gadidae, Dorsche

Wittling (Merlan) Übersetzung: 
lateinisch: Merlangius merlangus
dänisch: Hvilling 
englisch: Whiting 
finnisch: Valko Turska 
französisch: Merlan 
italienisch: Merlano 
niederländisch: Wijting 
norwegisch: Hvitting 
polnisch: Witlinek 
schwedisch: Vitting 
spanisch: Merlan (Plegonero) 
ungarisch: veresszárnyú koncér /szélhajtó küsz