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  1. #1
    Petrijünger
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    Smile Wie viele Ruten darf ich benutzen?

    Hi,

    ich habe ein kleines gesetzliches Definitionsproblem bezüglich meines Gewässers an dem ich angle.

    Für den kommenden Sommer wollte ich mir ein Boot kaufen und hauptsächlich spinnen. Um die Drift zu nutzen, wollte ich eine Posenmontage auf Hecht hinter dem Boot positionieren. (Als eine Art Segelposenmontage)

    Jetzt steht in meinem Erlaubnisschein folgendes:

    "Die Erlaubnis zur Ausübung der Fischerei beschränkt sich auf das Fischen mit zwei Handangeln; die Führung einer Spinnrute schließt die gleichzeitige Benutzung der zweiten Angel aus."

    Ist dies so zu verstehen, dass ich keine zweite Spinn- und damit Kunstköderrute einsetzen darf oder generell, egal ob ich Kunst- oder Naturköder verwende, die Angelei mit mehr als einer Angel verboten ist?


    Falls die Spinnrute jede weitere Angel ausschließt, gäbe das vom Ufer aus sogar Sinn, da ich mich mit der Spinnrute von meiner Posen- oder Grundangel entfernen könnte und sie damit unbeobachtet wäre. Vom Boot aus kann ich aber nirgends hin und habe somit, egal ob zwei Posenruten oder eine Spinn- und eine Posenrute, immer beide Ruten im Blick.


    Darf ich mein Vorhaben mit dem Einverständnis der Gesetzgeber umsetzen oder müsst ich die Gesetze brechen?

  2. #2
    Admin Avatar von FM Henry
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    Ganz klare Definition, egal ob zu Fuß vom Ufer oder auf dem Boot, bist Du auf Raubfisch mit einer Spinnrute unterwegs,

    1. Rute erlaubt.

    Solltest Du zwei Ruten mit toten Fisch draussen haben,

    erlaubt.

    Hier kommt es klar auf die Definition Spinnrute an.

    Segelposenmontage ist keine Spinnrute.

    Gruß Henry

  3. Der folgende Petrijünger sagt danke an FM Henry für diesen nützlichen Beitrag:


  4. #3
    Petrijünger
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    Bringt es, deiner Erfahrung nach, etwas mit einem Fischereiaufseher darüber zu diskutieren?


    Weil ich finde die Regelung vom Boot aus mehr als unnötig. Die Regel gibt es doch nur deshalb, weil ich mit einer Spinnrute mich von meiner Handangel entferne und diese unbeobachtet wäre.

    Beim Boot habe ich aber immer beide Ruten im Auge, egal ob zwei Deadbaitruten ausliegen oder eine Spinnrute und eine mit totem Köfi benutzt wird. (Diese Köfirute wäre natürlich nahe am Boot)


    Wenn ich vom Boot aus eine Köfirute in Richtung Süden und die andere in Richtung Norden werfe, hätte ich beide Ruten wesentlich weniger im Blick wie in meinem erdachten Fall.


    Ich weiß, dass ich dich nicht überzeugen muss, aber ich wollte nur mal meine Überlegungen aufzeigen und wissen was die Forenmitglieder denn von einer solchen Regelung halten, wenn sie keinen Sinn ergibt.
    Geändert von Blub Blub (01.04.2016 um 10:13 Uhr)

  5. #4
    Maisbademeisterin Avatar von BIG OMA
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    da brauchst du nicht diskutieren was da auf dem schein steht ist gesetz .........
    .......... grüße Liane

  6. Der folgende Petrijünger sagt danke an BIG OMA für diesen nützlichen Beitrag:


  7. #5
    Petrijünger
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    Aso. Ist das dann in ganz Rheinland-Pfalz so? Ich dachte, das kann der Inhaber selbst handhaben?!

    Was würde denn als Strafe drohen, wenn ich mich nicht daran halten würde? Entzug meiner Fischereierlaubnis?

  8. #6
    .
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    Zitat Zitat von Blub Blub Beitrag anzeigen

    Was würde denn als Strafe drohen, wenn ich mich nicht daran halten würde? Entzug meiner Fischereierlaubnis?
    Wenn sich die AfD weiterhin so prächtig entwickelt ist sogar mit Schusswaffengebrauch zu rechnen.

  9. #7
    Petrijünger
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    Und wenn die Grünen weiterhin was zu sagen haben, wird das Angeln bald ganz eingestellt.

    Da ich kein Flüchtling bin, dürfte ich nichts zu befürchten haben.

    Aber mal im Ernst. Was würde denn als Strafe drohen?

    Ich bin sicherlich keiner, der im Allgemeinen keine Gesetze achtet. Aber wenn ein Gesetz nachweislich keinen Sinn ergibt, warum sollte ich mich daran halten?
    Geändert von Blub Blub (01.04.2016 um 11:28 Uhr)

  10. #8
    Petrijünger
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    Du kannst natürlich jetzt ewig lange darüber nachgrübeln, warum dieses Gesetz für dich keinen Sinn ergibt, du kannst aber auch nur einfach angeln gehen. Henrys Auslegung ist akurat richtig.

  11. Der folgende Petrijünger sagt danke an Kajun für diesen nützlichen Beitrag:


  12. #9
    Petrijünger
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    Ich denke es gibt für keinen einen Sinn, der das vorhat, was ich umsetzen möchte.

    Natürlich hat Henry recht mit dem was er sagt. Der springende Punkt bei diesem Erlass ist doch aber der, dass man eine der beiden Ruten durch Vernachlässigung nicht beobachten kann, was z.B. am Ufer, wenn ich mit meiner Spinnrute losziehe und mich 100 Meter von meiner Posenmontange entferne, auch zutrifft.

    Wenn ich aber bei einem driftenden Boot am Heck eine Posenmontage in 5 Meter Abstand positioniere und ich beim Spinnfischen in Richtung Heck stehe, ergibt das Gesetz doch keinen Sinn mehr. Ich kann zu jeder Zeit meine beiden Ruten beobachten und sofort reagieren, falls ich Fischkontakt bekommen sollte. (was beim Köfiansitz aber nicht einmal der Fall ist)

    Wenn ich vom Ufer oder vom Boot aus in einem 120 Grad Winkel 2 Ruten ausbringe, mit einer stippe und mit der anderen mit Köfi auf Hecht angele, dann habe ich meine zwei Ruten wesentlich schlechter im Blick. Das ist allerdings erlaubt.

    Von daher denke ich, dass es für niemanden einen Sinn ergibt. Mann müsste die Regelung besser definieren.

    Nicht die Spinnrute als solche sollte den Ausschlag geben, sondern die Voraussetzung beide Ruten beobachten zu können.
    Geändert von Blub Blub (01.04.2016 um 16:46 Uhr)

  13. #10
    Moderator / Tinca-Fan Avatar von angelhoschi76
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    Zitat Zitat von Blub Blub Beitrag anzeigen
    Aber mal im Ernst. Was würde denn als Strafe drohen?
    Ohne groß auf den rechtlichen Hintergrund einzugehen: Sofortiger Entzug des Erlaubnnisscheins. Das kann der Inhaber des Fischereirechts (oder ein Beuaftragter Kontrolleur) bei einem Verstoß gegen die Bestimmungen auf der Erlaubniskarte sofort machen.

    Ich würde mal sagen, das ist auch ein Stück weit Auslegungssache. In Deinem speziellen Fall würde ich Dich und Deine Argumentation sicher verstehen, aber wenn Du das vom Boot aus praktizierst kommt der nächste und macht das am Ufer. Begründung: "Ich stehe doch auch direkt neben meinen Ruten." Oder: "Das macht doch der Kollege vom Boot aus auch".
    Schwieriger Fall, ich rate Dir eindeutig zu Henrys Lösung: Biete einen Köfi an, dann spricht nichts gegen die 2. Rute, oder wenn Du unbedingt spinnen willst: Lass die 2. Rute weg.
    Viele Grüße
    Angelhoschi76


    Heute ist Angelwetter... denn angeln kann man bei jedem Wetter!

  14. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei angelhoschi76 für den nützlichen Beitrag:


  15. #11
    ist angelbekloppt Avatar von querkopp
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    Aber wenn ein Gesetz nachweislich keinen Sinn ergibt, warum sollte ich mich daran halten?
    Dann könnten wir in Deutschland zwei Drittel der gesetze missachten !
    mfg querkopp

    FISCHLEIN, FISCHLEIN BEISS DOCH AN, HIER SITZT EIN ARMER ANGLERSMANN...

  16. #12
    Petrijünger
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    Das wird wohl die vernünftigste Lösung sein. Habe mir extra schon eine Freilaufrolle für diesen Zweck gekauft, um gestern Abend diesen Satz in meinem Schein zu lesen.


    Naja, ich werde die Rolle sicherlich auch anders einsetzen können.

    Wenn ich mitten auf dem See auf Freiwasserhechte wobbler, rutscht aber vielleicht mal mein Köfi ins Wasser. ^^ Von Ufer zu Ufer ist es fast einen Kilometer. Mich soll der Blitz beim .....treffen, wenn der Kontrolleur meine Pose sehen sollte.

    Zitat Zitat von querkopp Beitrag anzeigen
    Dann könnten wir in Deutschland zwei Drittel der gesetze missachten !
    Es lebe die Revolution.
    Geändert von FM Henry (02.04.2016 um 07:29 Uhr) Grund: Mehrere Einzelbeiträge zusammengeführt. Bei kurzen Zeitabständen künftig bitte die Beitrag-Bearbeiten-Funktion nutzen, siehe Forenregeln

  17. #13
    Ich esse Fische Avatar von Amanita
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    Zitat Zitat von Blub Blub Beitrag anzeigen
    Da ich kein Flüchtling bin, dürfte ich nichts zu befürchten haben.
    Dann wünsche ich dir, nie einer werden zu müssen.

    Zitat Zitat von Blub Blub Beitrag anzeigen
    Aber mal im Ernst. Was würde denn als Strafe drohen?
    Der Entzug des Erlaubnisscheins
    Möglicherweise eine Anzeige wegen des Überschreitens fremden Fischereirechts nach §294 StGb. Landläufig auch als Schwarzfischen bezeichnet.

    Möglicherweise ergibt diese Regelung in deinem Fall keinen Sinn. Also müssen aus einer Regel zwei werden, eine für Bootsangler und eine für Uferangler. Der Uferangler, der direkt neben seiner ausgelegten Grundrute ein bisschen spinnen will, muss dann natürlich ebenfalls eine eigene Regel bekommen, weil er ja eigentlich nichts anderes macht, als du in deinem Boot.
    Schon hast du statt einer Regelung derer drei. Dann gibt es ja auch noch große Boote, aka Schiff. Wenn da einer am Bug spinnfischt, hat der die Rute 40m weiter hinten am Heck nicht mehr unter Kontrolle. Das wäre dann Regel Nr. 4.

    Und schon geht das Genöle wieder los, dass wir in Deutschland einen unübersichtlichen Regel- und Gesetzteswald haben.

    Angle doch einfach dort, wo es die Regelung durch die du dich eingeschränkt fühlst, nicht gibt.

  18. #14
    Petrijünger
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    Naja, "Flüchtling" ist auch das falsche Wort. Wirtschaftsmigranten trifft es besser.

    Genau. Ich finde, man muss genau definieren, denn ansonsten gibt es immer Ausnahmen, die zu solchen Situationen führen wie sie wir jetzt diskutieren.

    Nach der jetzigen Definition könnte ich zwei Ruten vom Ufer aus in einem Abstand von 100 Meter fischen, Hauptsache eine der beiden Ruten ist keine Spinnrute. Wo soll der Sinn einer solchen allgemeinen Regelung sein? Worin unterscheidet sich diese Methode von einem wandernten Spinnangler, der eine Rute zurück lässt? Zumal mich einmal interessieren würde, wer beim Benutzen einer Spinnrute eine Grundrute auf Karpfen auslegt, wenn diese 200 Meter entfernt ist? Welchen Sinn sollte eine solche Rute haben?

    Nicht die Spinnrute ist entscheidend, sondern entscheidend ist, ob ich bei zwei Ruten, die ich fische, beide im Auge habe und in unmittelbarer Nähe bin.

    Das ist bei meiner Angelmethode beides gegeben.


    Leider gibt es in meiner Gegend nicht unzählige Gewässer. Somit bin ich mehr oder weniger an dieses Gewässer gebunden.


    Ich habe heute Abend mal eine E-Mail an die Landesfischerei geschickt.

    Mal schauen, ob sie was zurück schicken.
    Geändert von Blub Blub (01.04.2016 um 22:00 Uhr)

  19. #15
    Profi-Petrijünger
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    In solchen Fällen soll gelegentlich ein Blick ins Gesetz helfen.


    In Rheinland-Pfalz gibt es keine Beschränkung von Angelgerät.


    Im Fischereigesetz von Rheinland-Pfalz im Paragrafen 43 sind die verbotenen fischereilichen Mittel aufgezählt. Unter anderem Gift Elektrizität usw. Alles was hier nicht aufgeführt ist, ist als Fischereigerät gestattet . Den Gesetzgeber stört es auch nicht, wenn du mit 100 Ruten, einem Stellnetz und einer Aalschnur fischt.
    Denjenigen, der dir die Karte verkauft hat, interessiert das aber sehr. Daher hat der Inhaber des Fischereirechtes beim Vertrag mit dir die fischereilichen Mittel eingeschränkt. Dieser Vertrag ist der Erlaubnisschein. Dieser Vertrag erlaubt dir 2 Ruten.


    Fischt du dann mit 3 Ruten ist das ganz klar eine Straftat und zwar Fischwilderei nach § 294 StGB. Dieser § gilt für Täter, die zwar eine Fischereiberechtigung haben, diese dort genannten Rechte aber überschreiten. Im Gegensatz zum § 293, der gilt für Täter ganz ohne Genehmigung, wird nach §294 nur eine Strafverfolgung eingeleitet, wenn der Besitzer des Fischrechts oder sein Pächter Anzeige erstatten.

    Mit der 3. Rute fischt du unter Verletzung fremden Fischrechts genau das ist Fischwilderei. Du hast dazu nicht das Recht.
    Wenn du mit den Bedingungen des Erlaubnisscheines nicht einverstanden bist, ist dein Ansprechpartner der Inhaber des Fischrechtes. Das geht die Behörde nichts an.
    Zu deinem speziellen Problem bleibt dir nur den Pächter zu fragen, ob er das erlaubt.

    Tust du das nicht, muss ggf. der Richter die Frage klären.



    Alve

  20. Der folgende Petrijünger sagt danke an Alve für diesen nützlichen Beitrag:


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