PLZ24 Nord-Ostsee-Kanal bei Kiel

Dieses Thema im Forum "- Angelgewässer PLZ-Gebiet 2...." wurde erstellt von Angelspezialist, 3. März 2004.

  1. Angelspezialist

    Angelspezialist Super-Profi-Petrijünger

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    Infos u. Erlaubnisscheine zum Angeln z.B. bei (alle Angaben ohne Gewähr):

    Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e.V.
    Papenkamp 52
    24114 Kiel
    Tel. 0431/ 67 68 18
    Fax 0431/ 67 68 10
    info@lsfv-sh.de
    www.lsfv-sh.de

    Großmann's Angeltreff
    Sörensenstr. 45
    24143 Kiel
    Tel. 0431/733307

    und

    Großmann's Angeltreff
    Wallstr. 36
    24768 Rendsburg
    Tel. 04331/146848


    Der Nord Ostsee Kanal, kurz NOK, ist eine künstliche Wasserstraße die, wie der Name schon sagt, seit über 150 Jahren Nord- und Ostsee verbindet. Als meistbefahrenste Wasserstraße weltweit, ist Angeln in diesem Kanal allein schon wegen der riesigen Tanker, die ihn manchmal im Stundentakt passieren, ein Erlebnis.

    Bei Brunsbüttel mündet der Kanal in den Elbtrichter und damit in die Nordsee. Anschließend durchquert er Schleswig Holstein, bis er in der Kieler Förde erneut das Meer erreicht. In der Landesmitte wird er zum Teil von der Eider gespeist, was zu einem geringeren Salzgehalt des brackigen Gewässers im Mittellauf führt. Dies ist nötig, da durch die starken Gezeitenströme der Elbmündung, dass Befahren der Wasserstraße zeitweise nicht möglich wäre. Dies hat weitreichende, gewässerökologische Konsequenzen für den Fluss Eider. Er droht aufgrund eingeschwemmter Sedimente aus Nord- und Ostsee, stellenweise zu verlanden. Das gilt auch für andere kleine Flüsse, die der NOK auf seinem Weg durchtrennt.

    Der Kanal ist stellenweise bis zu 160 Meter breit und in der Fahrrinne nie seichter als 11 Meter. Die Ufer sind unter Wasser durchgängig befestigt. Meist mit speziellen Steinen, um einer Verlandung entgegenzuwirken. Unter den zahlreichen Brücken sind häufig Spundwände angebracht. Die Ufer sind stets gut und teilweise direkt mit dem Auto erreichbar.

    An der Diversität der Fischfauna gemessen, zählt der NOK zu den artenreichsten Gewässern Deutschlands. Zweifelsohne weil er drei Ökosysteme miteinander verbindet: Die Brackwasserzone der Elbmündung in die Nordsee, den Flusslauf der Eider und die Ostsee. Nahezu alle brackwassertoleranten Arten kommen hier vor, die Zusammensetzung unterscheidet sich jedoch im Verlauf des Kanals.
    Im östlichen Lauf ziehen saisonal Heringe, Ostseeschnäpel und Meerforellen weit in den Kanal. Direkt an der Mündung gibt es gute Bestände von Hornhechten, Dorschen und Makrelen. Im Mittellauf nimmt die Salzkonzentration ab und es dominieren Weißfische wie Brassen und Rapfen. Hier kommen auch Hechte und Karpfen vor.
    In westlicher Richtung werden Meeresarten wieder häufiger. Insbesondere Plattfische schwimmen aus den Wattgebieten der Nordsee weite Strecken in den Kanal hinein. Anglerisch am bekanntesten, sind im Nord-Ostsee Kanal jedoch sicher Aale und Zander. Die Wasserstraße ist eines der besten Gewässer Deutschlands für diese beiden Fischarten. Während Aale aufgrund ihres außergewöhnlichen Vermehrungszyklus eine Verbindung zum Meer haben und deswegen in so großer Zahl vorkommen, schätzen Zander das reichhaltige Nahrungsangebot aus Weißfischen und Stinten, die sie an den zahlreichen Steilwänden im trüben Kanalwasser hervorragend jagen können. Natürlich finden sich noch zahlreiche andere Arten im Gewässer: Barsche, Lachse und Regenbogenforellen - um nur einige zu nennen.

    Bei einem Gewässer dieser Länge ist es nicht einfach gute Angelstellen zu benennen, jedoch stellen die engen Brückengebiete im eintönigen Verlauf des Kanals, so gut wie immer Hotspots dar. Gerade wer dicke Zander überlisten will, kann hier sogar tagsüber Erfolge feiern. Sofern erlaubt, lohnt sich auch das Angeln um die Schleusen und auf den zahlreichen Kais. Besonders bei Meeresarten ist der Fangerfolg sehr jahreszeitabhängig. So wird Hering praktisch nur im Frühling gefangen - dann aber in Massen, da er den Kanal zum Laichen aufsucht - während der Dorsch zur Laichzeit von der Küste weg ins Meer wandert und dann gar nicht mehr im Bereich des NOK anzutreffen ist. Aalfänge sind das ganze Jahr über gut.
    Natürlich lohnt sich ,wie überall, das Angeln in den Nachtstunden, wenn man die Schlängler überlisten will. Sicher erhält man gute Auskünfte wenn man ortsansässige Angler nach guten Stellen und Zeiten für den Wunschfisch fragt, da die Angelplätze auf über 200 Kilometern Ufer selten knapp werden.

    Der Nord-Ostsee-Kanal wird in fischereilicher Hinsicht vom Landesportfischereiverband Schleswig Holstein bewirtschaftet, der sich momentan Besatzmaßnahmen und damit die Erhaltung des Aalbestandes auf die Fahnen geschrieben hat. Es gilt eine Gastkarte für den gesamten Kanal. Der kürzeste erhältliche Zeitraum ist ein Erlaubnisschein für drei Tage.
    Es gilt die Fischereiordnung für Bundeswasserstraßen. Die örtlichen Ausgabestellen geben gerne Auskunft über die gesperrten Uferbereiche in ihrer Region.


    Ges.länge: ca. 98,7 Kilometer

    Durchschn. Breite: 100 Meter

    Hauptfischarten:
    Gute Aale, Karpfen, Forellen, Plattfische, Dorsche, Heringe und verschiedene Weißfischarten

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    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 1. Januar 2013

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