Fisch des Jahres 2005

Die Bachforelle – sie inspirierte schon Dichter und Komponisten

„In einem Bächlein helle ...“, so beginnt eine der bekanntesten Dichtungen des baden-württembergischen Dichters C.F.D. Schubart (1739 – 1791). Bekannt wurde die Forelle auch durch Franz Schubert, der Schubarts gleichnamiges Gedicht im Jahr 1819 in seinem berühmten „Forellenquintett“ vertont hat.
Aber nicht nur ihrer literarischen und musikalischen Bekanntheit wegen ist die Forelle populär: Sie ist auch ein vorzüglicher Speisefisch, der als besondere Delikatesse – blau, gebacken oder geräuchert – gilt.

Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) hat die Bachforelle zum Fisch des Jahres 2005 gewählt.
Mit dieser Wahl hat der rund 700 000 Mitglieder zählender Dachverband der Angler eine der wohl bekanntesten heimischen Fischarten gekürt. Der Fischereiverband will jedoch nicht nur einen markanten und schönen Fisch der Öffentlichkeit vorstellen, sondern ebenso auf die aktuelle Gefährdung der Gewässer und ihrer Bewohner aufmerksam machen. Auch die Bachforelle zählt zu den gefährdeten Tierarten.
Die Bachforelle sucht zur Laichzeit (Spätherbst und Winter) kleinere und kleinste Nebenbäche auf, um hier auf sandig-kiesigen, schnell durchströmten Flachwasserbereichen abzulaichen. Deshalb müssen die Gewässersysteme durchgängig sein: Wehre, Verbauungen, Gewässerverschmutzung und der saure Regen haben dazu beigetragen, dass der Bachforelle heute nur noch 10 Prozent ihres ursprünglichen Lebensraumes bleiben.


Weiter Infos zur Fischart und zur Situation in Baden-Württemberg:
Allgemeines:
Bachforellen kommen in klaren, sommerkühlen und sauerstoffreichen Fließgewässern vor. Diese Fischart ist daher kennzeichnend für Fluss- und Bachoberläufe, die deshalb auch als „Forellenregion“ bezeichnet werden.
Die Bachforelle liebt Verstecke und tiefe Stellen. Unterspülte Wurzeln, überhängende Büsche, große Steine im Wasser sind Anziehungspunkte. Aus begradigten Bächen verschwindet sie schnell. Auch gegen Verschmutzungen ist die Bachforelle empfindlich.
Durch die Regulierung und Verbauung unserer Flüsse und Bäche sind ihre natürlichen Lebensräume aber selten geworden. Viele Barrieren in Form von Staustufen und Wehren behindern die Bachforelle auf ihren Wanderungen und schneiden sie von ihren Laichrevieren ab. Außerdem finden viele von ihnen in den Turbinen von Wasserkraftwerken den Tod.
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Die Nahrung der Bachforellen besteht vorwiegend aus Krebsen, Würmern, Schnecken, Insekten und gelegentlich aus kleineren Fischen. Bachforellen erreichen meist eine Größe von 30 bis 60 cm und wiegen durchschnittlich 0,5 bis 2 kg. Bei entsprechendem Nahrungsangebot und größeren Wassertiefen können Bachforellen aber auch über 1 Meter lang werden und ein Gewicht von bis zu 9 kg erreichen. Die typischen Färbungsmerkmale sind ein dunkel-olivgrüner Rücken mit schwarzen Flecken und die roten Punkte auf den goldgelben Flanken. Zeichnung und Farbe können sich dem Hintergrund anpassen, so dass sie als Tarnung fast perfekt sind.

Zum Vorkommen in Baden-Württemberg:
Die Bachforelle war nach den historischen Faunenbeschreibungen insgesamt eine der häufigsten Fischarten Baden-Württembergs und im gesamten Landesgebiet anzutreffen.
Heutzutage steht diese Fischart auf der Roten Liste der gefährdeten Fischarten im Lande. Bachforellen gehören zwar noch immer zu den häufigen, landesweit vorkommenden Fischarten. Sich fortpflanzende Bestände kommen in den noch oder wieder sauberen und strukturreichen Bächen und kleinen Flüssen vor.
Dass die Bachforelle dennoch wieder weit verbreitet ist, ist vor allen Dingen den Hegemaßnahmen der Fischereivereine zu verdanken. Langfristig können solche Bemühungen aber nur zum Erfolg führen, wenn sie von grundlegenden Verbesserungen begleitet werden. Das bedeutet, wir brauchen naturnahe, durchgängige und strukturreiche Fließgewässer sowie eine hohe Wasserqualität. Nur dann hat die Bachforelle eine Chance wieder zum normalen Inventar unserer heimischen Naturlandschaft zu werden.


Fotovermerk: Die Bachforelle in ihrem Lebensraum, auf kiesigem Untergrund. Durch Verbauung und Regulierung unserer Flüsse und Bäche ist sie zunehmend gefährdet.
Foto: Wolfgang Hauer
vfg-bw