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  1. #1
    Petrijünger
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    Laichverhalten verbutteter Barsche

    Hallo Kollegen!

    Ich befische als Gastangler des öfteren einen Abschnitt der fränk. Saale auf Barsch und Hecht. Der Abschnitt befindet sich im Oberlauf, bei Bad Neustadt/Saale und ist eigentlich zugehörig zur Äschenregion.

    Der Fischbestand besteht aber hauptsächlich aus Barschen, Döbeln und Hechten. Ob nun durch falsche Bewirtschaftung oder anderen Gründen lass ich mal dahingestellt, vor 15-20 Jahren war es jedenfalls noch ein lupenreines Salmonidengewässer mit vielen Äschen, Forellen, Barben, und nur wenigen, meist recht grossen Barschen und einzelnen Hechten.

    Ich liebe die feine Spinnfischerei auf Barsche, aber der Bestand ist ohne Zweifel verbuttet. Die Grundangler fangen sehr viele kleine zw. 10 und 25cm, beim Spinnfischen kann ich über grössere Köder einigermassen selektieren, aber meine Fische liegen grundsätzlich so zw. 22 und 29 cm. Weiter flussabwärts nimmt die Dichte der Barsche ab, dafür fängt man aber auch Ü30.

    Nun zu meiner eigentlichen Frage: Ich nehme meist die grössten 3 oder 4 mit, weil ich sehr gerne Barsche esse. Das sind dann meist Fische von 26-29 cm, und egal welche Jahreszeit, sie enthalten immer weit entwickelten Rogen bzw. Milchstränge. Habe erst vorgestern wieder 4 mitgenommen, 3 Rogner und ein Milchner (dessen Milch soweit entwickelt war, das er beim rausnehmen alles verspritzt hat ).
    Ist es vllt. normal das Barsche das ganze Jahr über weit entwickelte Fortpflanzungsprodukte herumtragen, oder kommt das wegen des Überbestands?
    Das Nahrungsangebot scheint sehr schlecht zu sein, entweder ist der Magen leer oder enthält nur ein paar Flohkrebse, Käfer oder Larven. Soweit ich mich erinnern kann, hatte nur ein einziges Mal einer ein Fischlein im Magen.
    Die Barsche haben offensichtlich, den Platz der kaum noch vorhandenen Äschen und Forellen eingenommen. Warum aber praktisch alle weit entwickelten Rogen/Milch enthalten, kann ich mir nicht erklären, ablaichen müssen sie ja, sonst gäbe es nicht solche Mengen von ihnen.

    Oder gibts bei Barschen so etwas wie eine "Eiruhe" oder ähnliches und es ist normal das sie die Fortpflanzungsprodukte sozusagen immer dabei haben?

    Gruss Torok

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  3. #2
    Angler Avatar von mikesch
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    Zitat Zitat von Torok Beitrag anzeigen
    ... es ist normal das sie die Fortpflanzungsprodukte sozusagen immer dabei haben?
    ...
    Du hast doch die Deinen auch immer dabei, oder?

    Zitat Zitat von Torok Beitrag anzeigen
    ... meine Fische liegen grundsätzlich so zw. 22 und 29 cm. ...
    Das sind dann aber keine verbutteten Barsche.
    Fishing isn't a sport, it's a passion.

    Gruß
    Michael

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  5. #3
    Petrijünger
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    Weiss wirklich keiner ob es normal ist das Barsche das ganze Jahr über weit entwickelten Laich haben?

  6. #4
    Eishackler ;) Avatar von strasse
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    Ja also dann muss irgendwas nicht stimmen das die Barsche nicht ablaichen können ,vieleicht fehlen ihnen die Laichplätze oder zu wenig Mänchen sind vorhanden .

    Ich hab mal gehört das auf 100 Barsche 1 Mänchen kommen, was ich mir aber nicht vorstellen kan ,aber selber auch noch nie beweisen konnte .

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  8. #5
    Super-Profi-Petrijünger Avatar von Hechtforelle
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    Hi Torok,

    wirklich weiterhelfen kann ich dir leider nicht. Die Laichzeit selber ist von März bis Mai oder Juni. Habe letztes Jahr ein paar große im Spätherbst gefangen und meine keinen Laich beim ausnehmen vorgefunden zu haben.
    Ich hoffe hier kommt noch die ein oder andere hilfreiche Antwort für dich.
    MFG, Nicki

  9. #6
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    Hi Torok,
    wenn sie das ganze Jahr über Laich, bzw. Milch haben, finde ich das auch seltsam. Bei uns an einem eutrophen Kanal in BW, habe ich so ab Mitte August im letzten Jahr die ersten Barsche mit deutlich erkennbaren Eiern/ Milchsträngen gefangen.
    Ob das allerdings mit einer Verbuttung ursächlich zusammenhängt weiß ich ad hoc nicht. Bei uns sicher nicht. (würde dann eher annehmen, dass sie bei dir aufgrund von Nahrungsmangel (Forellenbach); so sie denn nicht die eigene Brut fressen; eher verkümmerte Gonaden haben sollten, da die Energie für die Fortpflanzung fehlt) Auf alle Fälle mal sehr spannend der Vorgang(Vmtl. hat sich aber auch im Bach was nährstofftechnisch verändert bei euch, wenn sich die Fischzusammensetzung so umstellt). Ich schau mal, ob ich dazu was finden kann.
    Es irrt der Mensch, solang er strebt

    Gruß Thorsten

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  11. #7
    Bernd Reichel Avatar von Lungchay
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    Hallo Thorsten!
    Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
    Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute!

    Viele Grüße von der Erft!
    Bernd

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  13. #8
    Bernd Reichel Avatar von Lungchay
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    Hallo Torok!
    Ich habe mal in meinen Unterlagen gestöbert, aber nicht wirklich viel gefunden.

    Zur Fortpflanzung gab es nur diese Informationen!
    Laichzeit: Frühjahrslaicher April - Mai
    Laichplatz: Haftlaicher
    Laichablage: Steine, Wasserpflanzen und Wurzeln
    Besonderheiten: Laicht meist in der Uferzone

    Leider kann ich nicht mehr bieten. Ich denke aber, dass in diesem Gewässer etwas nicht stimmt. Vielleicht gibt es keinen geeigneten Laichgrund oder das Verhältnis der Geschlechter ist ungünstig.

    Viele Grüße!
    Bernd

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  15. #9
    Petrijünger
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    hallo, danke das nun doch noch ein paar hilfreiche Antworten zusammen gekommen sind, mich beschäftigt das nämlich sehr.
    besonders das was thorstenp schreibt, klingt einleuchtend.
    Über meine Vermutung der Verbuttung lässt sich sicher diskutieren, fakt ist halt' das schon gute 10km flussabwärts die Barschdichte weitaus geringer ist und auch bedeutend grössere Fische gefangen werden.
    Ich dachte immer an einen ähnlichen Effekt wie beim Wild, in schlechten bzw. überfüllten Lebensräumen setzen die Geissen beim Rehwild eben nur 1 statt 2 Kitze oder bekommen mal in einem Jahr eben gar keins. So oder so ähnlich funktioniert das bei vielen Tierarten, sozusagen zum Schutz des eigenen Lebensraums.

    Es gibt leider keinen nennenswerten Bestand an Rotaugen, Lauben etc.,nur ein paar Döbel und deshalb keine echte Grundlage für die Ernährung der Barsche. Deshalb könnte es schon sein, das vllt. nur ein kleiner Teil ablaicht und der grössere Teil bildet den Laich zurück. Das aber die Milch eines männlichen Fisches (die wirklich sehr selten sind @ Strasse) Mitte September soweit entwickelt ist, ist mir schon rätselhaft...
    Aber egal, ich werd' das weiterverfolgen und auch mal beim Vorsitzenden des zuständigen Vereins nachfragen.

    Gruss Torok

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  17. #10
    Petrijünger
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    So, nun hatte ich mal die Möglichkeit denselben Fluss 20km stromabwärts zu befischen und habe es natürlich explizit auf Barsche probiert.
    Tja, mir wurde ja schon vorher gesagt das es dort sehr schwierig wird überhaupt 'nen Barsch zu kriegen, und es war wirklich sehr mühsam.

    Zwar hab' ich auf Anhieb 2 Hechte von 64 und 76 cm erwischt, aber Barsche totale Fehlanzeige, wohlgemerkt im selben Fluss in dem ich etwas stromauf leicht 10, 15 oder mehr pro Tag fange...
    Am Ende des zweiten Tags kurz vorm heimfahren dann endlich ein BARSCH, und mit satten 37cm gleich mal mein PB für die Saale .

    Grosse Spannung beim Ausnehmen...
    zwar hatte auch dieser Rogner einen Laichansatz, aber die Eier waren deutlich kleiner als bei den Barschen stromaufwärts. Dies untermauert die Vermutung, das die Barsche stromauf, nicht ablaichen, bzw. nicht alle weil deren Laich ja viel weiter entwickelt war.
    Leider werd ich vor November keine Gastkarte mehr für den oberen Flussteil bekommen, aber in der Herbstsaison stehen sowieso erstmal andere Gewässer auf meinem Plan. So kann ich mir sicher auch noch den einen oder andern Fisch aus völlig anderen Gewässern anschauen und werde hoffentlich noch rauskriegen was nun normal oder unnormal ist.

    LG Torok

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