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    Petrijünger
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    Steile Lernkurve beim Karpfenfischen

    Hallo Zusammen,

    als Forumsfrischling würde ich gern erst etwas zu mir und meiner bisherigen Angelkariere loswerden. Bitte last euch nicht vom Geschlecht des Nicknames täuschen ich bin seit geburt männlich. Im Süden Brandenburg bin ich großgeworden und hatte schon als Kind Gelegenheit am dorfeigenen Teich mit Haselrute und Stippmontage zu fischen. Das ist inzwischen 20 Jahre her und zwischenzeitlich war meine Angelkariere bis auf 2-3 Ausflüge im Jahr sehr weit eingeschlafen. Zumal auch die rechtliche Situation in D das Angeln für Gelegenheitsangler zur Tortur macht. Einen Fischereischein besitze ich bis heute nicht. Dem brandenburger Fischereirecht sei Dank habe ich nun mein Hobby, unterstützt durch Fischereiabgabemarke und DAV-Mitgliedschaft, auf rechtssicheres Terrain gehoben. Es ist schon eigenartig, die Angst vor den Kontrolleuren saß mir die ersten 3-4 Male immernoch im Nacken. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf "Hab ich jetzt wirklich alles zusammen? Soll das so einfach sein?".
    Wie dem auch sei. Zurück zum Thema. Den Karpfen als Spezies kannte ich in meiner Kindheit nur als brutalen Stippangel-Killer. Ausrufe wie: "Sch..., das war ein Karpfen! Ich muss nach Hause, Pose, Haken und Blei holen." Waren immer mal wieder zu hören. Ich habe es einmal als Kind erlebt, dass "Ein richtiger Angler" an "Meinem Dorfteich" einen 85cm großen Spiegelkarpfen gefangen hat. Damals war ich einfach nur platt und hatte sogar ein wenig Angst mich wieder mit meiner "Kinderangel" ans Wasser zu setzen. Solch einen Riesenfisch hatte ich vorher noch nie gesehen.
    Nun habe ich das Karpfenangeln für mich selbst auserkoren und konnte in den vergangen Wochen schon erste Erfahrungen sammeln.
    1. Versuch:
    Mit Wurfrute, Posemontage und Mais oder Teig in Grundnähe angeln.
    Das lief recht gut. Nur Karpfen konnte ich so nicht fangen. Meist hatte ich nach wenigen Stunden tonnenweise Wießfisch aus dem Wasser gezogen. Das macht zwar auch Spass, aber ich wollte mehr. Ich hatte sogar einmal das Erlebnis, dass ein Karpfen den Mais in flachem Wasser nam, den Köder 1-2 Meter mitnam und filmreif mit Heckwelle den ausgespeiten Köder zurückließ.
    2. Versuch:
    Dem misstrauischen Wasserschwein muss doch beizukommen sein, ohne dass er den Braten riecht. Mein Freund Google wußte Rat: "Haarmontage"
    Versuch macht kluch....also fertige Haarmontage ran und Dosenmais aufs Haar an der Pose.
    Ergebnis:
    Bisse wie zuvor aber leider keinen Karpfen. Der Weißfisch fraß das leckere Maisschaschlik gefahrlos vom Haken und lachte vermutlich über so viel Dummheit.
    3. Versuch
    Auch in dieser Lage half mir das Inet weiter. Frolic statt Mais am Haar. Auf Grund der Ködergröße ließ sich so aber keine vernünftige Posenmontage anfertigen. Also schwenkte ich auf die gute alte Laufbleimontage um. 20g inliner Sargblei. Und an einen Haken Gr. 4 einfach per Hand ein monofiles Haar angebunden und mit nem Silikonschlauch gesichert. Ergebnis:
    Die Karpfen namen den Köder zogen etwa 1-2 Meter davon und dann war wieder Ruhe. Das war zum verrückt werden. Die Biester sind warhaft clever. So schnell konnte doch keiner reagieren. Irgendwann hab ichs dann doch mal geschafft und konnte rechtzeitig den Anhieb setzen. Das ganze hat mir nen 50er Karpfen gebracht. Na also, es geht doch. Das war aber auch nötig, irgendwann bleibt sonst die Motivation auf der Strecke. Aber eine zufriedenstellende Lösung war das auch nicht.
    4. Versuch: Gestern Nacht getestet.
    So langsam werde ich professionell: Haarmontage mit Öhrhaken, Silikonschlauch und monofiler Schnur selbst gebunden. Daran Frolic am Haar und noch mind. 6-7 Ringe an einer PVA-Schnur ans Ende. Dazu eine Festbleimontage mit 100g Kugelblei und Gummistopper.
    Ergebnis:
    Nach einer Stunde etwa lief das erste mal Schnur von der Rolle. Was für ein Adrenalinschub. Ich ließ sofort alles fallen und setzte den Anhieb. Ich spürte 2-3 kräftige Schläge und die Bremse surrte dazu. Danach wars vorbei. Die monofile am Vorfach war direkt hinterm Haken gerissen und der Haken war weg. Woran das lag, weiß ich immer noch nicht genau. Die Bremse war doch sehr weit offen und so großen Gegendruck hatte ich dem Fisch noch garnicht bereitet. Dann fiel mir auf, dass der Gummistobber plötzlich mit auf der Rolle war. Scheinbar hatte sich das Blei im Kraut verfangen und der Fisch hatt dann so sehr gezogen, dass sich der Gummistopper nach oben schob. War wohl eher ne Lauf-Festblei-Hybridmontage. Es könnte sein, dass in dieser Phase schon so viel Last auf dem Vorfach lag, dass dieses beim Anhieb einfach ermüdet war.
    Daraufhin habe ich n neues Haarvorfach montiert, alles neu mit Frolic bestückt und wieder an die selbe Stelle gesetzt. Ca. 2 Stunden später lief wieder ordentlich Schnur von der Rolle. Leider ging der Anhieb daraufhin ins leere. Wieder war der Gummistopper mind 4-5 Meter auf der Schnur gewandert. Der Haken war allerdings noch dran. Was habe ich geflucht....Danach habe ich frustriert abgebrochen und bin heim gefahren.

    Nun bin ich dabei mir die Verbesserungen für Versuch 5 zu überlegen. Zunächst werde ich wohl das monofile Vorfach durch eine geflochtene Schnur mit ordentlich Tragkraft ersetzen. Zusätzlich werde ich noch die Anti-Tangle-Tube mit dem Blei besser auf der Schnur fixieren. Ein Bleischrot hinterm Gummistopper sollte reichen. Die Methode mit Frolic am Haar und zusätzlich an der PVA-Schnur scheint jedenfalls zu laufen. Ich hoffe, dass ich das Ganze am Sonntag mal testen kann. Irgendwann muss es ja mal klappen.
    Bisher fische ich auch nur mit einer Karpfenrute, ev. sollte ich mir noch eine 2. herrichten um die Bissquote zu erhöhen.

    Danke fürs mitlesen, ich werde weiter berichten....

    Gruß
    Kai

  2. Der folgende Petrijünger sagt danke an Baerbel für diesen nützlichen Beitrag:


  3. #2
    Super-Profi-Petrijünger Avatar von Spaik
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    HIER, dass könnte Dir ein wenig helfen
    Lass mal den Gummistopper weg, Fadenstopper und eine Perle machens auch.
    Kannst aber auch eine richtige Selbsthakmontage bauen. Ist auf der Seite des eingestellten Links gut beschrieben.
    Ich bin selbst erst in diesem Jahr auf Selbsthakmontagen umgestiegen, mir hat die "Jugend" am Wasser gezeigt, wie es richtig geht.
    Ich war und bin begeistert davon. Nun verwende ich das Zeug von Foxsch... teuer aber einfach genial.
    Ich bin nur dafür verantwortlich was ich sage, nicht dafür, was du verstehst.

  4. Der folgende Petrijünger sagt danke an Spaik für diesen nützlichen Beitrag:


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