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  1. #1
    Petrijünger Avatar von WhizzArd
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    Signalfarbe contra "Unsichtbarkeit"

    Hi Forum,

    als eifriger Leser und Katalogblätterer hat sich mir heute DIE Frage gestellt.
    Warum wird die Farbe "Rot" in unserem Metier als Signalfarbe gedeutet?

    Nun, zum einen imitiert es eine Wunde, eine spezifische Fischart (Rotfeder, Barsch etc.) oder einfach das was es ist: Die Farbe Rot!

    Wie eingangs gesagt, versuche ich, zumindest theoretisch , immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.
    Und auf einmal kommt da so ein Markenschnurhersteller aus den USA und versucht mir weiszumachen, dass eine "rote" Schnur ab 3 Metern Wassertiefe nahezu "unsichtbar" ist...

    Was macht dann der Ostsee-Kutterfischer mit seinen Japanroten Gummimaks? Der Molenfischer mit seinen roten Heringsbleien, der Schleppfischer mit Downriggersystem und seinem roten Hechtblinker? Haben wir die Fische falsch erzogen, ihnen eingeredet, dass sie gefälligst auf die Farbe "rot" zu beissen haben?
    Fragen über Fragen und das ohne Antwort...

    Bin ja jetzt mal gespannt, habe mir eine rot eingefärbte Schnur gekauft. Entweder ich bekomm jetzt Hammerbisse auf die Schnur, Hammerbisse auf meinen roten Gufi oder keine Bisse mehr, weil rot ja inzwischen als unsichtbar gilt...

    Was meint ihr dazu? Ist rot gleich rot? Die meisten wollen mir jetzt sicher sagen, dass das ja weniger mit der Farbe, als mit der Aktion und den daraus resultierenden Druckwellen zu tun hat, wenn ein Fisch beisst. Aber warum wird rot immer so hoch gelobt als DIE Farbe.

    Persönlich tendiere ich schon seit geraumer Zeit zu dunklen, am liebsten schwarzen Ködern, weil die sich bei jeder Witterung von dem Wasser absetzen

    Helft mir!!!

    Grüsse!
    Geändert von WhizzArd (08.11.2008 um 20:10 Uhr)

  2. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei WhizzArd für den nützlichen Beitrag:


  3. #2
    Meefischlifischer Avatar von wallerseimen
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    Fakt ist, und das kann jeder ausgebildete Taucher bestätigen, dass rote Farbe ab einer Wassertiefe von ca. 5 Metern nicht mehr als Rot erkennbar ist.
    Rot ist im gesamten Farbspektrum die Farbe, die am schnellsten unter Wasser nicht mehr wahrnehmbar ist, sie erscheint dann einfach in Einheitsgrau.

    Handelt es sich bei den Ködern um flachlaufende Wobbler oder flachgeführte Spinner, macht rot vielleicht Sinn, aber ab einer Tiefe von 5 Metern ist rot eine graue Maus.
    Mit fängigem Gruß
    Wallerseimen

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  4. Der folgende Petrijünger sagt danke an wallerseimen für diesen nützlichen Beitrag:


  5. #3
    Freier Fischer Avatar von doug87
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    Hätte ich nicht gedacht.. das ist mal sehr informativ... Aber warum benutzen die Auf hochsee dann so häufig rote Twister?

  6. #4
    Petrijünger Avatar von WhizzArd
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    Genau das ist der springende Punkt. Warum sind rote Köder so erfolgreich, oder werden erfolgreich gemacht, vor allem in der Hochseefischerei.

    Hab ja extra das Downriggern gewählt, auf Seeforellen oder Saiblinge jenseits der 3 oder 5 Meter Marke.

    Mit der Schnur hab ich die T**Line XP gemeint. Das Material sind sog. Spectra Fibres (abriebfest, weich und all das) aber es sind keine Züge von "Unsichtbarkeit" erkennbar. Wenn man sie mit der F***line Crystal vergleicht, die ja mehr oder minder den selben Lichtbrechungsindex hat wie Wasser, ist sie klar sichtbarer...

    Irgendwelche Anregungen?

    Grüsse!
    Geändert von WhizzArd (08.11.2008 um 20:11 Uhr)

  7. #5
    Meefischlifischer Avatar von wallerseimen
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    Keine Ahnung, warum viele Kunstköder für das tiefere Fischen rot sind, es macht physikalisch keinen Sinn.
    Eigentlich reicht es z.B. beim Pilkern, ein unlackiertes Blech in Fischform runter zu lassen.

    Auszug aus einem Lehrbuch für Taucher:
    Zitat Zitat von Lehrbuch für Taucher
    Besonders stark merkt man die fehlenden Farbinformationen (Extinktion) ab einer Tiefe von ca. 3 m gibt es praktisch kein Rot mehr gefolgt von dem Orange (ca. 5-6 m). Ein bisschen tiefer gehen Gelb verloren, bis zuletzt auch bei ca. 23-27 m das Grün und das Blau verloren gehen und alles nur noch in Grautönen erscheint.
    Mit fängigem Gruß
    Wallerseimen

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  8. #6
    Freier Fischer Avatar von doug87
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    Dann ist die fFarbgebung eines Boilies also ab 7meter wassertiefe vollkommen wurst! Das ist ja mal eine echte Erkenntnis....Sogar schon ab 3metern Wassertiefe wären Erdbeerboilies nur noch grau!!! Das gibt mir zu denken... Warum hau ich wenn ich Erdbeerboilies herstelle dann überhaupt Lebensmittelfarbe hinein!!??

  9. #7
    Meefischlifischer Avatar von wallerseimen
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    Zitat Zitat von doug87 Beitrag anzeigen
    ........Sogar schon ab 3metern Wassertiefe wären Erdbeerboilies nur noch grau!!! Das gibt mir zu denken... Warum hau ich wenn ich Erdbeerboilies herstelle dann überhaupt Lebensmittelfarbe hinein!!??
    Berechtigte Frage........
    Mit fängigem Gruß
    Wallerseimen

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  10. #8
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    Hi,es geht nicht darum das die Farbe selber zu erkennen ist sondern um den Kontrast zum "Hintegrund" !
    Bei Boilies bzw. bei einem auf dem Boden liegenden Köder ist das wohl ziemlich egal im Tiefen aber wenn man bei Kunstködern davon ausgeht das der Fisch von unten zuschlägt
    (also gegen einen grün/blauen Hintegrund) gibt Rot den größten Kontrast auch wenn es nicht als Rot zu erkennen ist genauso verhält es sich auch wenn er von der Seite zuschlägt,vorrausgesetzt es ist noch ein Restlicht vorhanden !

    MfG Nico

  11. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei Barschfreak für den nützlichen Beitrag:


  12. #9
    Petrijünger Avatar von WhizzArd
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    Hi Barschfreak,

    bin komplett deiner Meinung was den Kontrast von Ködern angeht. Wie du auch in meinem ursprünglichen Beitrag sehen kannst, benutze ich gerne schwarz als Köderfarbe, da sich schwarz immer vom Hintergrund absetzt, egal in welcher Tiefe.

    Dein Vergleich zwischen Köder und Schnur ist spitze. Aber er bestätigt auch, dass die rote Farbe eben nichts bringt, da sie sich trotzdem immer vom Hintergrund abhebt.

    Mysteriös....

    Grüsse!
    Geändert von WhizzArd (08.11.2008 um 20:11 Uhr)

  13. #10
    Super-Profi-Petrijünger
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    Hi,das denke ich auch und man wird es selber in der Dämmerung feststellen das man seine Schnur noch besser erkennt wie ne Schnur in anderer Farbe,das gleiche gilt für Posenspitzen,hat schon nen Grund das se rot sind

    Dieses Gerücht beruht wohl darauf das rotes Licht als erstes bei ca. 5 Metern Tiefe ausgefiltet wird ,das heißt aber nicht das nen roter Körper dann nicht mehr Sichtbar ist sondern nur nicht mehr als rot ekennbar ist

    MfG Nico
    Geändert von Barschfreak (14.08.2008 um 14:58 Uhr)

  14. Der folgende Petrijünger sagt danke an Barschfreak für diesen nützlichen Beitrag:


  15. #11
    Freier Fischer Avatar von doug87
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    ok das überzeugt mich.... hätte ich aber auch selbst drauf kommen können!

  16. #12
    Petrijünger Avatar von WhizzArd
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    Also um es zusammenzufassen:

    Die rote Schnur ist über Wasser gut sichtbar. Unter Wasser ist es immernoch rot ;D , aber ab ca 3 Metern wird die Farbe neutralisiert und sieht aus wie viele andere (wie gesagt, die Farbe grün ist bis ca 23m als solche sichtbar).

    Die neue Farbe dient quasi zum Vermarktungszweck, weil sich die Leute (mich mit eingeschlossen) von den tollen "Technologien" blenden lassen. Bin nicht sauer drum, die Schnur ist ja trotzdem spitze. Bloss halt nichts besseres...

    Aber eine Lösung der Kutter- bzw. Hochseefrage steht noch aus. Gibt doch genug Leute im Forum ;D
    Warum ist denn rot beim Kutterfischen so fängig?

    Mein Ansatz:
    Es liegt glaub ich an den jeweiligen Farbschattierungen, die die Farbe rot hervorbringt. Je nach Tiefe ist es ein eher kräftiger Grauton der im Kontrast zum Wasser steht. Das erklärt vielleicht die Fängigkeit.

    Dann ist aber die Theorie mit der Schnur absoluter Humbug... Auch wenn das rot verschwindet, bleibt ein kräftiger Grauton. Da wäre Gelb, Magenta oder Grün, je nach Bedingung, unter Umständen besser.

    Grüsse!
    Geändert von WhizzArd (08.11.2008 um 21:05 Uhr)

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