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  1. #1
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    Erlebnisbericht Norwegen, Bessaker, Halbinsel Fosen: Angeln im europ. Nordmeer

    So, jetzt wird's Zeit für einen ausführlicheren Bericht über unseren Norge-Trip, ich weiß ja, einige warten schon sehnsüchtig darauf ...

    Also mitten hinein in's bereits vergangene Geschehen


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    So, 14.05.2006, 02.30h

    Mein Wecker klingelt, autsch, gar nicht so gut gerade ... ich war schon mal frischer. Mit geschlossenen Augen in die Küche, Kaffee aufsetzen ... der Krempel steht schon gepackt da, na immerhin.
    02.45h ... Telefon. Peter ... 'Biste wach?' ... 'Ja, bin wach'.
    Seit wann lüge ich eigentlich? ... Zwei Stunden Schlaf waren wohl doch etwas wenig, bin ja auch kein junger Mann mehr mit fast 40.

    04.00h ... Alle vier sind pünktlich, wir stehen morgens in Charlottenburg auf der Straße und bepacken unser Gefährt.
    Marco, Henry, Peter und ich ... 05.00h, es geht los auf die Autobahn.

    Zu diesem Zeitpunkt wusste noch keiner, dass unsere Anreise 28 Stunden dauern würde ... das war auch gut so.

    Die erste Strecke bis Rostock fährt Peter, in knappen 2 Stunden setzen wir gemütlich nach Gedser (DK) über ... die Zeit vergeht bei Frühstück, Kaffee und 'Kopf in den Wind halten' auf dem Oberdeck ... das kann nicht schaden.

    In Gedser angekommen fahre ich weiter ... Dänemark fliegt ebenso wie Schweden an uns vorüber, es ist bereits in den Abendstunden, als es endlich nach Norwegen hineingeht. Bis kurz hinter Oslo fahre ich noch, dann reicht es ... es ist Zeit, an einen 'Frischeren' zu übergeben, das sind dann erst Marco, dann Henry, der dann über norwegische Serpentinen hinter einem völlig entfesselt auffahrenden, norwegischen LKW-Fahrer hinterherschießt, der anscheinend die Standorte aller Starenkästen wie seine Westentasche kennt.

    Die Fahrt ist bereits seit längerer Zeit zu einer echten Tortur geworden ... jeder Knochen, jeder Muskel, jede Sehne hat sich bereits gemeldet ... bei allen.
    In den Morgenstunden des 15.05. erreichen wir die letzte (dritte) Fähre, die uns in 20 Minuten über den Trondheimfjord setzt.
    Der Kaffee auf der Fähre war eine Wohltat, so langsam gehen allen die Augen wieder auf.

    Nun liegen nur noch 125 km vor uns ... zwischenzeitlich habe ich nicht daran geglaubt, dass wir überhaupt noch ankommen werden, aber: das Ziel ist jetzt fast schon nahe ... also einfach weiter.

    Etwa morgens um 08.00h ist es dann endlich soweit ... wir sind tatsächlich angekommen.



    Im Bildvordergrund liegen einige großzügig motorisierte Aluboote (eines davon für Pitti und Marco), im Hintergrund liegt die gelbe Dieselschnecke, mit der Henry und ich unterwegs sein werden.

    Die Dieselschnecke gehört nach einer kurzen Mütze Schlaf natürlich erstmal kurz inspiziert .... Peter und Marco sind da bereits längst draußen ... eine echte Steheraktion.



    Die Häuser, die unser Gastgeber Thore da in den Fjord hineingebaut hat, sind herrlich ... sie haben eine großzügige Veranda, von der man ohne weiteres auch Angeln kann.

    Werft mal ein Blick aus dem Wohnzimmer ....



    oder von der Veranda ... noch Fragen?



    Und, erster Eindruck, darüber hinaus??

    Richtig ... es besteht wirklich keinerlei Notwendigkeit, diesen Ort innerhalb der nächsten 2 Wochen gegen einen x-beliebig anderen auf der Welt einzutauschen, hier sind wir genau richtig :



    Gegen 16.00h tuckern Henry und ich das erste Mal in die Schären hinaus ... Ziel ist eine erste Orientierung, denn nur Peter ist bereits vor 2-3 Jahren einmal in Bessaker gewesen ... für uns ist alles Neuland.

    Wir müssen und wollen uns unsere Fangplätze erst einmal erarbeiten ... bereits am ersten Tag haben wir dann unsere Einstands-Kabeljaue gefangen, sind aber relativ frühzeitig wieder rein, weil wir es für den ersten Tag nicht übertreiben wollten.
    Lieber vernünftig ausknacken und den nächsten Tag ausgeruht und gekräftigt angehen ...

    Marco schoss am ersten Abend noch dieses wunderschöne Photo aus unseren Schlafkojen heraus ... eine Begrüßung, ein Auftakt nach Maß. Oder?

    Schaut einfach selbst, das muss und kann ich nicht wirklich beschreiben ... Bilder sagen mehr als Worte.



    Am nächsten Tag ging es dann wie angekündigt früh raus ... Henry und ich haben uns erstmal für die generelle Struktur unserer näheren Umgebung interessiert und dann sogleich im Flachwasserbereich einen ersten interessanten Spot gefunden ...




    Seelachse (Köhler) ... in guter Stückzahl und verschiedenen Größen. Wenn wir hier zugeschlagen hätten, wäre unser Boot nach ein paar Stunden bis zum Rand mit Seelachs voll gewesen ...

    Haben wir aber nicht, denn uns interessierte etwas Anderes ... nämlich die größeren Räuber, die (wenn auch hier auf der Echoanzeige nicht abgebildet) unter den Seelachsschwärmen stehen.
    Viele von Euch kennen die manchmal mühsame Zupferei mit Kunstködern auf z.B. Zander ... wenn ein Seelachs von 25cm auf einen 100g-Pilker einsteigt, fragt ihr euch ganz sicher nicht, ob das ein Biss war ... denn ihr befindet euch bereits nach einer Viertelsekunde mitten im Drill.

    Etwas vergleichbar Brachiales habe ich bisher noch nicht erlebt ... aber: man muss mit seinem Köder erstmal durch die höher stehenden Seelachse zu den tiefer stehenden Fischen hindurch kommen ... das war so manches Mal fast ein Ding der Unmöglichkeit.

    Wenn man Glück hatte oder einen Weg fand, war es nicht ausgeschlossen, dass man sogar mit reichlich Seelachs selbst oder dessen nahem Verwandten Pollack entlohnt wurde.

    Das kann dann durchaus auch so aussehen:





    Zurück zur Flachstelle, an der Henry und ich ja noch ackern ... oder hattet ihr uns bereits vergessen?

    Erstmal hatte Henry Glück und Pech in kurzer Folge .... er kam mit seinem Pilker durch die Seelachse hindurch und erntete einen vehementen Biss. 'Kabeljau' ... sagte er. 'Und zwar ein Guter' .... 2-3 Minuten rackerte er gegen das typische Nicken an, konnte den Fisch nicht mal einen halben Meter in unsere Richtung bewegen.

    Dann schlitzte der Fisch aus .... 'Überhalb 40 Pfund', sagte er seelenruhig ... holte ein und warf seinen Pilker wieder aus.
    Ist schon ein komischer Typ, der Henry ...
    Wenn ich mir überlege, was so manche Leute da für Lärm gemacht hätten. Nö ... nach dem Wurf ist eben vor dem Wurf.

    Mehr Glück hatte ich, als sich kurze Zeit später meine Rute krümmte ... ein Kabeljau war das nicht, das war schnell ziemlich klar. Aber was zum Teufel rackerte da an meiner Spinnrute und ließ sich auch nach ein paar Minuten Pumpen nicht blicken....?

    Zum Glück wurde die Frage diesmal mit Sicherheit beantwortet: ein Goldbutt, übrigens unser neues (inoffizielles) Foren-Rekord-Schöllchen ... (Goldbutt=Scholle).



    Das kam alles erstmal Schlag auf Schlag ... nach ein paar Tagen hatten Henry und ich in den Schären erstmal genug gesehen und gefangen ... wir wollten ausgesprochen gerne vor die Küste.
    Da war Vorsicht angesagt ... wir hatten natürlich relativ wenig Lust, mein Handy für einen Seenotruf an Thore benutzen zu müssen ... dazu hatte ich es aber immer parat.

    Für unseren ersten Ausflug gab es das passende Wetter, das sollte auch im weiteren Verlauf unseres Aufenthaltes von den Bedingungen her nicht mehr getoppt werden ...



    Der Blick zurück geht auf den Schären-'Irrgarten' ... wir sind aber bereits draußen. Auf dem Europäischen Nordmeer, dem Nordatlantik ...

    Am unteren Bildrand ist der Driftsack zu erkennen, den wir an diesem Tag nicht zum Einsatz bringen mussten.

    Draußen angelangt fanden wir auch relativ schnell eine Driftstrecke, der durchaus erhöhte Aufmerksamkeit gebührte.



    Hier können wir es euch nun klassisch (also wie aus dem Lehrbuch) zeigen ... der im Mittelwasser befindliche Schwarm Seelachse und die darunter lauernden, größeren Räuber.
    Klar, da sind dann erstmal unsere Pilker heruntergegangen ...

    Dauerte auch nicht allzulange, bis Henry schon wieder am Schuften war .... als Digi-Kameramann entschied ich: für eine durchgehende Aufnahme dauert der Drill zu lange, das zeichnete sich bereits frühzeitig ab.

    Also: lassen wir ihn erstmal machen, den Henry ... das hat er dann auch. Ergebnis war der schwerste Fisch unseres Norwegen-Aufenthaltes (Kabeljau, 104cm, 23 Pfund), zu einer nachträglichen Dokumentation ließ sich Henry schnell überzeugen:



    Zum Glück musste ich nicht nur zuschauen, sondern durfte mich mit kampfstarken Seelachsen und Pollacks messen ...





    Und so hatte ich dann auch ein akzeptables Tagesergebnis ... bei den Fischen, die überhaupt in meiner Kiste zur Ruhe kamen ...



    Als nächstes machen wir euch mal bildlich klar, wie geruhsam der Nordatlantik an diesem einenTag mit uns umgegangen ist, auch dafür gibt es natürlich gegenteiliges Clip-Material:



    Naja ... und dann kommt es so, wie es für jeden anderen Kollegen im heiß ersehnten Urlaub auch zwangsläufig kommt: die Tage gehen zur Neige, an 2-3 Tagen wäre es unverantwortlich gewesen, unsere Offshore-Stellen noch einmal aufzusuchen, und dann: bricht leider der letzte Tag an .... der aber für mich innerhalb der Schären nochmals für eine hübsche Überraschung gut war.

    Mein erster Heilbutt ...



    Dieses übrigens wohlschmeckende Exemplar hat sich an meiner Spinnrute urig ausgetobt ... wenn ich an die Maximalgrößen und Maximalgewichte bei Heilbutten denke ... werde ich tatsächlich leicht nachdenklich.

    So, liebe Kollegen, ich habe mir nun reichlich Zeit genommen und viel geschrieben .... nun soll er erstmal fertig sein, der Bericht zu Norge 2006.

    Was mache ich jetzt? Ich hänge nochmal 3-4 Photos mehr oder minder unkommentiert an und klicke auf 'Thema erstellen' .... viel Spaß wünsche ich euch dann beim Lesen und Betrachten.






    Eine Königs- bzw. Kamtschatka-Krabbe ... ausgewachsen immerhin bis zu 2m groß.

    Geändert von Thomsen (06.01.2008 um 12:56 Uhr) Grund: Bild- u. Videoquelle auf FiHi umgestellt


  2. #2
    Raubfischjäger Avatar von Florian Hütter
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    Hi Thomas,
    ein wirklich sehr schöner Bericht!
    Lässt sich sehr schön lesen und macht Lust auf mehr...
    Dickes Petri noch!
    Gruß Flo

  3. #3
    Petrijünger
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    toller Bericht vielen dank !!!
    Gruß und dickes Petri Heil
    Seewolf

    --- Der Künstler nimmt sich herraus seine eigene Rechtschreibreform anzuwenden ---

  4. #4
    Allrounder Avatar von Mohrli
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    Dasmuss ein cooler Urlaub gewesen sein. Dickes Petri Heil

  5. #5
    Neuer Petrijünger
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    Fragen für Norwegen

    Hi,
    ein super Bericht.

    Kannst Du vielleicht noch Adressen bekannt geben und evtl. Preise
    für Übernachtung / Hütte etc.

    Ich möchte nächstes jahr mit 5 Kollegen nach Norwegen zum Angeln.

    Viele Grüsse Peter

  6. #6
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    Hallo Peter,

    Thores Webseite solltest Du alle notwendigen Informationen entnehmen können ...
    http://www.bessaker.com/ver_ty/index_ty.htm

    Wenn ihr die Anfahrt nicht scheuen solltet, seid ihr da bestimmt richtig aufgehoben ...


    Gruß und Petri, Thomas

  7. #7
    Norwegenfan Avatar von digdouba
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    hey thomas superbericht. meine freude auf meinen diesjährigen urlaub in norge war auch vorher groß, aber dadurch wurd se jetz nochmal richtig angeheizt. hoffe habe ende oktober dann auch genug erlebt für son tollen bericht.
    Die Natur ist ein Schatz. Behandle sie auch so!

    Freundliche Anglergrüße Samuel

  8. #8
    Profi Petrijünger!
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    @ Thomsen jetzt hast du Fernweh in mir geweckt fast schon gemein!
    Ich war noch nie auf Norge aber ich fuhl mich trotzdem wie auf Entzug(dafür reichen schon die Bilder Norgesucht)!
    Ob ich mich bei dir dafür bedanken sollte weiss ich nicht aber ich mach es trotzdem
    das 6. Bild ist einfach traumhaft Danke!

    MfG

  9. #9
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    Zitat Zitat von Dobie
    @ Thomsen jetzt hast du Fernweh in mir geweckt fast schon gemein!
    das 6. Bild ist einfach traumhaft Danke!

    MfG
    Ich entschuldige mich standesgemäß dafür, erstmal nicht löschbares Fernweh ausgelöst zu haben
    (gebe aber gleichermaßen zu, dass das Auslösen von Fernweh durch den Verfasser durchaus beabsichtigt war ,,,)

    Freut mich natürlich sehr, dass Euch der Bericht gefallen hat ... in bezug auf das 6. Photo bin ich aber 'unschuldig'.
    Das hat Marco, unser Forenmitglied Woodland geschossen ... der Blick aus unseren Schlafkojen heraus auf den Fjord war gänsehautverdächtig.

    Glücklicherweise hat Marco dieses Gefühl mit einem entschlossenen Handgriff konserviert und somit für andere nachvollziehbar gemacht


    Thomas
    Geändert von Thomsen (10.08.2006 um 18:54 Uhr)

  10. Der folgende Petrijünger sagt danke an Thomsen für diesen nützlichen Beitrag:


  11. #10
    Petrijünger Avatar von tomzander
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    Thomas, vielen Dank für diesen schönen Bericht!

  12. #11
    Super-Profi-Petrijünger Avatar von Schneiderchen
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    Reisebericht

    Das ist der helle wahnsinn, einfach unglaublich, da habt ihr einen echt schönen Urlaub verbracht. So sollte man seine Urlaube verbringen, da kann man doch wieder Auftanken. Allein der ausblick von Schlafkoje und Veranda, einfach klasse.
    Da nimmt man doch gerne die lange Anreise in kauf oder? hast bestimmt auch ganz schön Sparen müsse für so einen Urlaub. Ich wäre gerne dabei gewesen, hab dir den Urlaub und die Angelerlebnisse von Herzen gegönnt.
    Es Grüßt euch ganz lieb Carmen aus dem schönen Lahntal

  13. Der folgende Petrijünger sagt danke an Schneiderchen für diesen nützlichen Beitrag:


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