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  1. #1
    kuhno Avatar von Fischfänger
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    Fischen an der Ostsee bei Kühlungsborn

    Hallo,

    wir (Familie und Onkel) fahren im Juli für 10 Tage an die Ostsee.
    (Neukloster-See - nahe Kühlungsborn und Rerik)
    Ich wollte fragen, ob man in der Ostsee mit "normalem" Gerät (ca. um die 60-180 gr. Wg.) fischen kann. Da wir kein gesondertes Brandungsgerät besitzen.

    Wer hat Erfahrung in diesem Raum und kann uns Angaben über evtl. Schonzeiten und vorkommende Fische geben? Es wäre auch sehr nett, wenn uns jemand mitteilen könnte, ob und wo man dort fischen kann.

    Sind über jede Information dankbar.
    Petri und ciao.

    Immer merken: geht nich - gib's nich - geht nur schwer

  2. #2
    Neuer Petrijünger
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    Flunder, Butt


    Größe: bis 50 cm, Durchschnitt 25-30 cm
    wo: sandiger Küstenbereich
    wie: Brandungsangeln, Grundangeln an Strand, Hafen, Molen und vom Boot
    womit: Wattwurm aber auch Heringsfetzen. Hakengröße 1-1/0
    wann: das ganze Jahr über
    Schonzeit: 1. Dezember- 30. April
    Mindestmaß: 20 cm


    Goldbutt, Scholle


    Größe: bis 70 cm, Durchschnitt 30 cm
    wo: ab ca. 10 m Wassertiefe, sandiger oder gemischt-sandiger Untergrund
    wie: Grundangeln vom Boot, Brandungsangeln
    womit: Wattwurm aber auch Herings,- Markrelen-, Butt-, Muschelfetzen. Hakengröße 1-1/0
    wann: das ganze Jahr über (beste Zeit Mai bis Juli)
    Schonzeit: 1. Dezember- 30. April
    Mindestmaß: 25 cm


    Kliesche


    Größe: bis 40 cm, Durchschnitt 25-30 cm
    wo: eher tiefere Bereiche, sandig- schlickiger Untergrund
    wie: Grundangeln vom Boot, Brandungsangeln
    womit: Wattwurm aber auch Heringsfetzen. Hakengröße 1-1/0
    wann: das ganze Jahr über
    Schonzeit: 1. Dezember- 30. April
    Mindestmaß: 20 cm





    Steinbutt


    Größe: bis >100 cm, Durchschnitt 40-50 cm
    wo: eher tiefere Bereiche, sandiger oder gemischt-sandiger Untergrund, mit Krautzonen
    wie: Grundangeln vom Boot
    womit: Tobiasfisch, Herings,- Markrelen-, Butt-, Muschelfetzen. Hakengröße 1-2/0
    wann: das ganze Jahr über (beste Zeit Mai bis Juli)
    Schonzeit: 1. Dezember- 30. April
    Mindestmaß: 30 cm


    Dorsch, Kabeljau


    Größe: bis 1,60 m ( 30 kg ), Durchschnitt 1 - 2 kg
    wo: in der kälteren Jahreszeit im nahen Küstenbereich, an sonsten in tieferen Regionen
    wie: Pilken, Brandungsangeln, Grundangeln an Strand, Hafen, Molen und vom Boot. Hakengröße 1/0-3/0
    womit: Pilker und Beifänger,Wattwurm aber auch Fischfetzen
    wann: . das ganze Jahr über, Mai/Juni und Oktober/November am günstigsten
    Mindestmaß: 38 cm


    Aal


    Größe: bis 3 kg , Durchschnitt 0,2-0,5 kg
    wo: im ganzen Küstenbereich, krautig-sandiger Grund aber auch steiniger und moderiger Grund
    wie: Grundangeln an Strand, Hafen, Molen und vom Boot, Brandungsangeln
    womit: Wattwurm aber auch Fischfetzen, Tobiasfisch, Krabben. Hakengröße 1
    wann: ab Ende Mai bis in den September hinein (abhängig von der Wassertemperatur), beste Fangzeit ab Dämmerung
    Mindestmaß: 35 cm


    Hering


    Größe: bis 40 cm, Durchschnitt 250 gr
    wo: im Frühjahr und Herbst im nahen Küstenbereich, Hafen, auch in den Pilkregionen
    wie: Hafen, vom Boot, manchmal auch vom Hochseeangelkutter
    womit: Heringsvorfach
    wann: März/April und Ende Oktober/November am günstigsten
    Mindestmaß: 11 cm


    Hornhecht


    Größe: bis 0.90 m ( 2 kg ), Durchschnitt 0,5-1 kg
    wo: im nahen Küstenbereich
    wie: Angeln mit der Pose am Hafen, Molen und vom Boot
    Schleppen vom Boot mit Blinker oder Fischfetzen
    womit: Heringsstreifen, Fischfetzen, Blinker. Hakengröße 1-1/0
    wann: ab Mitte Mai bis in den August hinein


    Wattwürmer

    Wattwürmer stellen den fängigsten Köder in unserer Region dar. Man kann sie in den örtlichen Angelgeschäften käuflich erwerben oder selber suchen.
    Die gängigste Methode dem Wattwurm nachzustellen, ist das "Pöttern" oder auch "Stampfen". Arbeitsgerät dazu ist ein handelsüblicher Klostampfer, jedoch mit langem Stiel.
    In Flachwassergebieten sucht man die Sandhäufchen der Wattwürmer (je mehr vorhanden, desto besser). An dieser Stelle wird dann durch Auf- und Abbewegung des Stampfers ein ca. 60-100 cm großes Loch gespült. Nach aufklaren des Wassers können die Wattwürmer eingesammelt werden. Sie befinden sich außerhalb wie auch innerhalb der Loches. Zum Aufsammeln kann ein Kescher mit enger Maschenweite Verwendung finden. Ein kleines Eimerchen oder eine Dose mit Band um den Hals gehängt, kann den Fund aufnehmen. Voraussetzung für ein gutes Ergebnis ist ein sandiger Boden , wie auch gute Sicht im Wasser.
    Fänge von über 200 Wattwürmern/Stunde sind möglich.

    Naturköder

    Hering
    Für das Hornhechtangeln werden Heringsstücke verwendet. Heringe kauft man am Besten am Hafen bei der Fischereigenossenschaft oder in den örtlichen Fischgeschäften.
    Zur Aufbereitung zum Köder wird der Fisch filetiert und anschließend quer in ca. 1 cm breite Streifen geschnitten. Der Angelhaken wird von der Fleischseite her eingestochen und über die Hautseite zurückgeführt.
    Aber nicht nur Hornhechte finden diese Heringsstückchen schmackhaft, auch Flundern sind dieser Mahlzeit nicht abgeneigt.

    Krabben und Tobse (Tobiasfisch)
    sollen an dieser Stelle nicht behandelt werden. In der professionellen Fischerei finden diese Köder Anwendung, bei den Angler jedoch werden sie selten benutzt, da sie schwer zu beschaffen sind. Neuerdings werden Tobse saisonbedingt von einem einheimischen Angelgeschäft angeboten.

    Tau- und Regenwürmer sind nicht besonders fängig, können aber zu Not eingesetzt werden.


    Kunstköder


    Der Kunstköder schlechthin ist der Pilker. Es gibt Hunderte von ihnen in allen möglichen Farben und Formen.
    Pilker mit einer kompakten Form sind für große Tiefen und starke Strömung geeignet. Für geringe Tiefen, wie schwache Strömung werden Pilker mit großer Oberfläche eingesetzt.
    Beifänger in Wurm- oder anderer Form werden seit langer Zeit beim Pilken erfolgreich eingesetzt. Auch hier bietet der Markt ein vielfältiges Angebot.


    Für das Grundangeln finden wir in den Angelgeschäften eine unglaubliche Menge an Kunstködern. Eingesetzt werden diese als Beifänger bzw. Lockmittel. Perlen, Löffel, Wurmimitationen werden häufig auch eingearbeitet in vorgefertigten Vorfächern angeboten.


    Pilkfischen



    Sie benötigen zum Pilkfischen eine Rute von 2,4-3,3m mit einem Wurfgewicht von 100 g bis
    200 g. Die kräftige und robuste Rolle mit einer Übersetzung von mindestens 1:4 sollte ein Fassungsvermögen bezogen auf 0,50er Schnur von 150 m haben.

    Durchgesetzt haben sich Schnurstärken von 0,35-0,45, wobei die Stärke auf die Größe des verwendeten Pilker und nicht auf den erhofften Fang abgestimmt sein sollte. Je dünner die Schnur, desto natürlicher läuft der Pilker, um so eher fast der Dorsch zu. Floreszierende Schnüre erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da man den Verlauf der Schnur besser beobachten kann. Dadurch verringert sich die Gefahr, daß Ihr Nachbar über Ihre Schnur wirft.
    Pilker gibt in vielen Größen, Formen und Farben. Mancher Angler hat so seine Vorstellung über einen fängigen Pilker, jedoch gibt es keinen Universal- oder Standardpilker. Ein Tip für Anfänger: Besteht Starke Strömung oder treibt des Schiff schnell, wählen Sie einen schlanken Pilker bzw. einen Pilker mit einseitigem Schwerpunkt, um ein schnelles Absinken zu gewährleisten.
    Bei normaler Witterung torkelt ein fischförmiger Pilker langsam grundwärts und bietet dem Dorsch mehr Zeit zum Biß.
    Das Gewicht des Pilkers sollte so gewählt werden, daß Sie noch immer den Grundkontakt herstellen können .
    Beobachten Sie Ihre Mitangler, welche Konstellationen fängig sind. Sie sparen sich mühsames Ausprobieren.

    Beifänger bringen an manchen Tagen mehr Dorsch als der Pilker. Es gibt sie als Wurmimitationen oder Twister in allen möglichen Formen und Farben. Angebracht werden sie mittels Pilkervorfach, Dreiwegwirbel oder Vorfachverbinder ca. 30 cm oberhalb des Pilkers.

    Die Technik

    Das Pilken für sich ist sehr einfach. Kommt der Wind von hinten, werfen Sie so weit wie möglich aus ( Achtung !!! Unfallgefahr, die scharfen Drillinge verursachen immer wieder schlimme Verletzungen ). Könner werfen von unten, nicht über Kopf aus. Warten sie bis der Pilker auf Grund gesunken ist. Dann holen Sie ihn ruckartig unter Pumpen wieder ein. Achten Sie darauf, dass die Schnur nicht unter das Schiff gerät ( Scheuer,- Bruchgefahr ).
    Kommt der Wind auf Sie zu, lassen sie den Pilker einfach absinken bis er den Grund erreicht. Heben Sie die Rute unter Rucken 1 - 2m an, senken sie dann wieder und geben ggf etwas Schnur nach.
    Egal, ob der Wind von vorn oder von hinten kommt, achten Sie darauf, dass der Pilker sich stets kurz über dem Grund befindet.



    Besondere Fänge

    Außer dem Dorsch finden dann und wann auch andere Artgenossen zu Ihrem Köder. Der Wittling ist je nach Jahreszeit gehäuft anzutreffen. Selten, aber alles schon da gewesen: Butt, Goldbutt, Steinbutt, Makrele, Hering


    Grundangeln

    Das Grundangeln ist vom Boot, Strand, Molen und Brücken möglich. Die Länge der zu verwendenden Rute ist abhängig vom Angelort. Während beim Bootsangeln Längen zwischen 1,80 m und 2,40 m bevorzugt werden, finden beim Angeln vom Strand (Brandungsangeln) aufgrund der größeren Wurfweite und der Wellen längere Ruten ( - 5,00 m ) Anwendung.
    Genauso verhält es sich mit den Wurfgewichten. Im Bereich des Bootsangeln reichen 60 gr - 100 gr. Am Strand können Wurfgewichte bis 400 gr notwendig sein.
    Die Schnurstärke sollte je nach Standort 0,35mm bis 0,50mm betragen.
    Grundsätzlich gilt es Bleigewicht und Schnurstärke von Strom, Wellenschlag, Wind und Untergrund abhängig zu machen.
    Es gibt zwei Arten der Vorfachgestaltung. Die erste Möglichkeit besteht darin, vor einem Karabinerhaken ein Laufblei zu setzen. In den Karabinerhaken wird ein ca. 50 cm langes Stück Schnur mit Öse und Angelhaken eingehängt. Ungefähr 60 cm oberhalb des Bleis wird ein 30 cm langes Stück Schnur mit Haken eingeknotet. Bei der zweiten Möglichkeit wird an einen Karabinerhaken ein Endblei eingehängt. Oberhalb werden zwei 30-40 cm lange Enden mit Haken eingeknotet. Der Abstand sollte so bemessen sein, das ein Verhaken des Systems schwer möglich ist.
    Fertige Vorfächer werden in jedem Angelgeschäft am Ort angeboten


    Heringsangeln

    Frühjahr und Herbst sind sind die Fangaussichten auf Hering optimal. In großen Schwärmen zieht er dann vor unsere Küsten.

    Zum Heringsangeln benötigen Sie eine relativ weiche Rute ( 50- 100g Wurfgewicht ) mit einer mittleren Rolle. Die Schnurstärke sollte 0,30 - 0,40mm betragen. Als Köder verwenden Sie ein Heringsvorfach, welches Sie in jedem Angelgeschäft erwerben können. Es besteht aus einem Paternoster mit 5 Goldhaken, die nicht beködert werden brauchen. Rote Fäden oder Glimmer auf die Haken geknotet, erhöhen jedoch die Fangfähigkeit. Zur Beschwerung verwenden Sie ein Birnen- oder Endblei von 30 - 100 g. Zum Fang lassen Sie das Blei bis zum Grund absinken und holen es unter pumpenden Bewegungen wieder ein.
    Sind Heringsschwärme anwesend, können Fangerträge ohne weiteres die Dreistelligkeit erreichen.


    Angeln mit der Pose

    Es besteht die Möglichkeit, von Stegen, Molen oder aus dem Boot auf Hornhecht zu angeln.
    Die Rutenlänge sollte zwischen 1,60m und 2,70m bei einem Wurfgewicht von 60 - 150 gr liegen. Als Schnurstärke empfiehlt sich 0.30mm - 0.35mm. Eine Pose mit einem Traggewicht von 15 gr wird auf eine Tiefe von 1 - 1,5 m eingestellt. Heringsstreifen stellen den fängigsten Köder dar, aber auch andere Fischfetzen sind geeignet.
    Der Hornhecht ist einer der unbekannteren Fische unserer Gewässer. Er kommt im Sommerhalbjahr jedoch in großen Mengen vor. Sein Stellenwert als Speisefisch ist wegen seiner grünen Gräten nicht sehr hoch. Geschmacklich ist er aber eine Delikatesse.
    Der Hornhecht ist einer der größten Kämpfer !








    Das Angeln mit dem Blinker
    Bei dieser Angelart wird ein Blinker mit einem Gewicht von ca. 12 - 20 gr in langsamer Fahrt hinter dem Boot hergeschleppt. Rutenlänge und -stärke entspricht der dem Posenangeln. Wichtig ist, dass der Blinker > 15m hinter dem Boot in einer Wassertiefe von 1 - 1,5m befindet.
    Der Bereich um den Dalben herum vor Strandhusen und vor der folgenden Steilküste sind für das Angeln mit dem Blinker hervorragend geeignet.
    Anstatt des Blinkers ist es auch möglich, einen länglichen Heringsstreifen zu verwenden. Dazu muss 20 - 30 cm vor dem Haken ein ca. 15 gr schweres Blei befestigt werden.



    Vielleicht hilft Dir ja die ein oder andere Info weiter
    LG, Lici

  3. Folgende 8 Petrijünger bedanken sich bei Lici für den nützlichen Beitrag:


  4. #3
    Raubfischjäger Avatar von Florian Hütter
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    Hi,
    sehr schön! Ich will auch bald mal vom Land anner Ostsee angeln! Mir hat aber noch so ein bisschen was gefehlt, da ich sonst nur mit dem Boot raus-fahre, das hab ich jetz! Dank dir!
    Gruß Flo!

  5. #4
    kuhno Avatar von Fischfänger
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    Absolut Klasse!
    Vielen Dank für den 1a Beitrag.
    Petri und ciao.

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  6. #5
    Petrijünger
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    hi, ich wollt mal fragen wann man jetztz und wo man rund um fehmarn mefos fangen kann ??? ich freu mich über jede antwort danke schonmal im vorraus ........
    gruß Fischer

  7. #6
    Super-Profi-Petrijünger Avatar von Angelspezialist
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    Schöne Anglergrüße
    Spezi

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