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  1. #1
    Profi-Petrijünger Avatar von Slader
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    Tragkraft - was muss ich dazu wissen?

    Hallo alle zusammen,

    Ich beschäftige mich mit dem Thema Angeln immer intensiver. Und was mir beim lernen immer wieder auffällt, egal wenn ich was frage jeder sagt es mir immer etwas anders.
    Vor allem bei einem Anfänger wie mir ist es dann schwierig und manchmal auch sehr teuer wenn ich erst alle Möglichkeiten durch testen muss.

    Meine frage, was sagt die Tragkraft einer Schnur aus? Als ich zum Beispiel eine 0.16 geflochtene 8 Braid oder wie die Schnur heißt kaufe (mit angegebenen 6 kg Tragkraft) meinte der Verkäufer "mit der Schnur kannst du locker einen 10 kg Karpfen fangen"

    Was ich gelernt habe die Schnur soll so dick wie nötig und so dünn wie möglich sein.
    Wiederum hörte ich das die Tragkraft weniger mit dem Knoten wird.

    Und warum wird einem dann empfohlen für Forelle eine tragkraft von 4 kg wenn die schwerste gerade mal 1,5 kg hätte die ich je gefangen habe. Sonst bewegen die sich alle bei mir so um die 600-700 gr

    Warum dann keine Schnur mit 2 kg Tragkraft? Die wäre dann noch dünner und unauffälliger

    Wäre froh wenn mir jemand bei der Frage helfen könnte.

    MfG


    Petri Heil :-)
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  2. Der folgende Petrijünger sagt danke an Slader für diesen nützlichen Beitrag:


  3. #2
    Profi-Petrijünger
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    Interessantes -Thema :-)
    bin ja mal gespannt was dabei raus kommt
    aber für mich selbst würde ich einfach mal denken es macht einen unterschied zwischen Tragkraft und Zugkraft
    und dann gibt es noch die anderen Faktoren wie Rute wo Schläge u.s.w abgefangen werden und dann die rolle bzw Bremse / schlagschnur / schnurdehnung usw

  4. #3
    Blechschwinger Avatar von Tommy80
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    Du kannst auch einen 20kg Karpfen an einer Schnur landen, die nur 4kg trägt. Dafür muss der Drill allerdings ideal ablaufen, die Schnur darf nicht sonderlich geschädigt sein, ohne Hindernisse im Wasser, ohne Ruckler oder Versagen der Rollenbremse...

    Zitat Zitat von Slader Beitrag anzeigen
    Was ich gelernt habe die Schnur soll so dick wie nötig und so dünn wie möglich sein.
    Wiederum hörte ich das die Tragkraft weniger mit dem Knoten wird.

    ...

    Warum dann keine Schnur mit 2 kg Tragkraft? Die wäre dann noch dünner und unauffälliger
    Du hast die lineare Tragraft (die steht hierzulande auf den Spulen und gibt die höchstmögliche Tragkraft an, nicht selten liegt die Schnur darunter, zumindest wenn ihr Durchmesser auch stimmt), dann gibt's die Knotentragkraft (je nach Knotentyp und Schnurart bei ordentlicher Ausführung der Knoten 70% bis maximal 95% der linearen Tragkraft) und dann noch die Naßknotenfestigkeit (wenn ein Knoten nass ist, z.B. unter Wasser, trägt er noch etwas weniger!). Beziehst du noch die anderen Abweichungen von der Tragkraft mit ein (Schnuralterung durch UV-Licht bei monofiler Schnur, Abriebschäden durch Kontakt mit Hindernissen, Schäden durch Drall und Einkurbelei beim Spinnfischen usw.), kannst du davon ausgehen, dass Schnur im Einsatz auch einmal schnell unter 50% der angegeben Tragkraft rutschen kann.

    Bei der genannten 2kg Schnur, vermutlich monofiler Art, bist du sehr schnell bei unter einem Kilo Tragkraft. Die Folge: Du könntest einen oder mehrere Fische mit höherer Wahrscheinlichkeit verlieren, du wirst aber auch mehr Engagement bei der Schnurkontrolle zeigen müssen (um jeden kleinen Schaden sofort zu erkennen, um ihn anschließend zu entfernen). 4kg Schnur ist da ein taugliches Sicherheitspolster, gerade bei empfindlichen Forellen. Karpfen sind im Vergleich recht zäh und überleben auch mehrere abgerissene Haken im Schlund.

    Der Rat "so dick wie nötig und so dünn wie möglich" ist nicht zufällig so gewählt. Je nach Gewässer/Zielfischart/Schnurtyp/Rollentyp/Angelart gilt es eine praktikable Schnur mit passender Tragkraft (+ Sicherheitsreserve) zu finden. Das hört sich deutlich schwieriger an, als es ist.

  5. Folgende 9 Petrijünger bedanken sich bei Tommy80 für den nützlichen Beitrag:


  6. #4
    Ich liebe Babs Avatar von BigBlackBoots
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    Moin!

    Sehr gut erklärt Tommy!
    LIMIT YOUR KILL

  7. #5
    Profi-Petrijünger Avatar von Daik
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    Zitat Zitat von Tommy80 Beitrag anzeigen
    Du kannst auch einen 20kg Karpfen an einer Schnur landen, die nur 4kg trägt. Dafür muss der Drill allerdings ideal ablaufen, die Schnur darf nicht sonderlich geschädigt sein, ohne Hindernisse im Wasser, ohne Ruckler oder Versagen der Rollenbremse...



    Du hast die lineare Tragraft (die steht hierzulande auf den Spulen und gibt die höchstmögliche Tragkraft an, nicht selten liegt die Schnur darunter, zumindest wenn ihr Durchmesser auch stimmt), dann gibt's die Knotentragkraft (je nach Knotentyp und Schnurart bei ordentlicher Ausführung der Knoten 70% bis maximal 95% der linearen Tragkraft) und dann noch die Naßknotenfestigkeit (wenn ein Knoten nass ist, z.B. unter Wasser, trägt er noch etwas weniger!). Beziehst du noch die anderen Abweichungen von der Tragkraft mit ein (Schnuralterung durch UV-Licht bei monofiler Schnur, Abriebschäden durch Kontakt mit Hindernissen, Schäden durch Drall und Einkurbelei beim Spinnfischen usw.), kannst du davon ausgehen, dass Schnur im Einsatz auch einmal schnell unter 50% der angegeben Tragkraft rutschen kann.

    Bei der genannten 2kg Schnur, vermutlich monofiler Art, bist du sehr schnell bei unter einem Kilo Tragkraft. Die Folge: Du könntest einen oder mehrere Fische mit höherer Wahrscheinlichkeit verlieren, du wirst aber auch mehr Engagement bei der Schnurkontrolle zeigen müssen (um jeden kleinen Schaden sofort zu erkennen, um ihn anschließend zu entfernen). 4kg Schnur ist da ein taugliches Sicherheitspolster, gerade bei empfindlichen Forellen. Karpfen sind im Vergleich recht zäh und überleben auch mehrere abgerissene Haken im Schlund.

    Der Rat "so dick wie nötig und so dünn wie möglich" ist nicht zufällig so gewählt. Je nach Gewässer/Zielfischart/Schnurtyp/Rollentyp/Angelart gilt es eine praktikable Schnur mit passender Tragkraft (+ Sicherheitsreserve) zu finden. Das hört sich deutlich schwieriger an, als es ist.
    Hallo Tommy,

    super Antwort! Ich denke, die erklärt alles und es sollten keine Fragen zwecks Tragkraft mehr offen bleiben.

  8. #6
    Petrijünger
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    Wichtig ist auch, dass die Schnur im Verhältnis zum tatsächlichen Durchmesser, die höchstmögliche Knotenfestigkeit hat. Es gibt viele Angelschnüre mit linear guter Tragkraft, die dann aber Knotenfest, nicht mit einer angeblich weniger Tragfähigen Schnur mithalten können.
    Es muss auch berücksichtigt werden, dass bei fast allen Marken die Durchmesser- und Tragkraft- Angaben um mindestens 10% oder sogar mehr geschönt sind. Eine z.B. 0,16 mm Schnur ist dann tatsächlich 0,176 oder 0,18 mm. Die tatsächliche Knotenfestigkeit liegt dann oft auch um mehr als 50 % unter der linearen angegebenen Festigkeit.
    Glauben es mir liebe Angelkollegen, die Hersteller können problemlos genaue Angaben machen. Sie machen es aber nicht.
    Leider kenne ich erst seit 2 Jahren die beste monofile Angelschnur die ich je gefischt habe.
    Bei einer geflochtenen Schnur spielt auch die vergrößerte Oberflächen Struktur eine wesentliche Rolle für die Handhabung. Ich habe festgestellt,dass geflochtene Schnüre, die eine gute Knotenfestigkeit haben, linear auch besonders gut halten. Für den Test nehme ich einen oben liegenden spezial Knoten.

    Grundsätzlich muss die Schnur der Geräte Zusammenstellung angepasst sein. Eine 1,5 Kilo Forelle kann bei der ersten Flucht eine 2 bis 4 kg Schnur problemlos sprengen wenn sie erst einmal Tempo aufgenommen hat und die Rollen "Knarre" nur etwas zu hart eingestellt ist. Bevor die Bremse reagiert gibt es einen ruck und die Schnur ist durch. "Wie bei einem Karate schlag ist die Geschwindigkeit ausschlaggebend." Lieber so einen Fisch noch mal ziehen lassen als beim anlanden (Keschern) die Bremse etwas fester zu stellen.
    Der tatsächliche Durchmesser einer Geflochtenen Schnur wird über den Einzelfaden und der anzahl der Einzelfäden ausgerechnet. Eine 8 fach geflochtene Schnur hat acht mal die Grundschnur, der wiederum z.B. mit 12 Grundfäden verdrallt ist. (12x?x8 = Durchmesser)

    Wenn Deine Rute in der Lage ist die Flucht so sanft abzufangen, dass die Bremse der Rolle ruck frei anlaufen kann, ist bei entsprechend Platz zum Drillen eine tatsächlich 2 kg Knoten feste tragende Schnur ausreichend.

  9. Der folgende Petrijünger sagt danke an karpfen-profi für diesen nützlichen Beitrag:


  10. #7
    Profi-Petrijünger Avatar von Slader
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    Vielen Dank, ich merke dass ist echt eine Wissenschaft für sich :-)
    Hoffe das ich nicht all zu oft und viel Lehrgeld zahlen muss :-)

    Petri Heil :-)
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  11. #8
    Kleiner Spinner Avatar von lastunas
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    Tommy hats schon top erkläert, je dünner desto besser.

    Ich sag Freiwasser fischen reichen 5 Kilo aus,mit Hindernissen 10kg, dabei nicht auf die Tragkraft auf der Spule verlassen, ich bin Hechtangler, kaufe die Schnur, binde den Knoten am Stahl und hier muss die Zugwaage 5 Kilo bringen, nur wirklich dann hab ich 5 Kilo Tragkraft und kann mich drauf verlassen.

    Auch wenn Eure Rolle nur max 4kg Bremsleistung hergibt, was wollt ihr da bitte mit ner 10kg Schnur, voll daneben, das bedenkt kaum jemand.

    Genauso bei selbstgebundenen Haken, werden gebunden und dann an die Zugwaage, glaubt mir, so ne Waage kostet 10 Eus bei Ebay, ihr werdet Eure Überraschung erleben was ihr reel habt und das im negativen Sinne, so lernt man sich zu perfektionieren beim Knotenbinden.

    Am Rande, die Einzige Schnur die mehr hielt wie draufstand war die 20lbs Kastking mit 10,3 Kilo !

    Fakto, Tragkraft auf der Packung sagt wie Tommy schreibt rein garnichts aus, jede Schnur muss gebunden werden und hier gibts dann das böse Erwachen, also testen,so ne Zugwaage hilft Euch vor Fischverlust.

    Ich würde sagen, Tragkraft der Schnur das Doppelte zur Bremsleistung der Rolle und das am Knoten, das macht Sinn, dannach sollte man kaufen, ob Hindernisse oder nicht, weil dann verliert man zu 80% sowieso weil die Bremse dicht ist und nur noch die Schnur trägt.
    Geändert von lastunas (07.06.2016 um 19:16 Uhr)
    Grüsse und Petri

    Auch ein erfolgloser Tag war ein naturverbundener Tag.

  12. Der folgende Petrijünger sagt danke an lastunas für diesen nützlichen Beitrag:


  13. #9
    Profi-Petrijünger Avatar von Daik
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    Zitat Zitat von lastunas Beitrag anzeigen
    .


    Am Rande, die Einzige Schnur die mehr hielt wie draufstand war die 20lbs Kastking mit 10,3 Kilo !
    Da muss ich dir Recht geben, die Schüre von KastKing sind echt geil. Fische die 0,14 (weiß) an der Hecht Spinnrute und die 0,10 (gelb) an der Barschrute. Und glaubt mir, da kann keine PowerPro mithalten. Wenn ihr im Baum hängen bleibt, dann brechen zuerst die Äste und dann erst die Schnur. Und das geile ist, ihr bekommt die Schnur bei Aliexpress für ca. 3-4 Euro 137m inkl. Versand. Die 0,14 hat mich ca 5 Euro gekostet, 300m aber.

  14. Der folgende Petrijünger sagt danke an Daik für diesen nützlichen Beitrag:


  15. #10
    Kleiner Spinner Avatar von lastunas
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    Zitat Zitat von Daik Beitrag anzeigen
    Da muss ich dir Recht geben, die Schüre von KastKing sind echt geil. Fische die 0,14 (weiß) an der Hecht Spinnrute und die 0,10 (gelb) an der Barschrute. Und glaubt mir, da kann keine PowerPro mithalten. Wenn ihr im Baum hängen bleibt, dann brechen zuerst die Äste und dann erst die Schnur. Und das geile ist, ihr bekommt die Schnur bei Aliexpress für ca. 3-4 Euro 137m inkl. Versand. Die 0,14 hat mich ca 5 Euro gekostet, 300m aber.
    @Daik!

    Davor hatte ich Angst, bitte beim Thema bleiben, ich habe "diverse" Kastkings getestet, "nur" die 20 lbs hielt mit doppeltem San Diego Jam mehr wie drauf stand, alle Anderen gut aber drunter, gehört nicht hierher, sorry, hab selber damit angefangen.

    Am Rande, die Kastkings sind im Schnitt 2/5 dicker wie angegeben, zum Vergleich Berkley Wiphlash 0,14 mit 16,8kg Tragkraft, ist nen reell 0,36er Seil zum Boote schleppen, all dass sollte man berücksichtigen, ist nie drinn was draufsteht weil physikalisch nich machbar, nur bei Stroft, die sind halbwegs ehrlich aber kosten.

    http://www.fisch-hitparade.de/thread...light=kastking
    Geändert von lastunas (07.06.2016 um 21:08 Uhr)
    Grüsse und Petri

    Auch ein erfolgloser Tag war ein naturverbundener Tag.

  16. Der folgende Petrijünger sagt danke an lastunas für diesen nützlichen Beitrag:


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