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  1. #1
    Petrijünger
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    Wie und wie weit zieht Weißfisch?

    Moin zusammen,

    nachdem in unseren heimischen Gewässern in den letzten Wochen wenig bis gar nichts ging, haben wir gestern einen Tag an einem großen Baggersee in Holland beim Feedern verbracht.

    Freunde waren vor 14 Tage zum Zanderfischen da, und hatten auf dem Echolot große Mengen an Fisch in Tiefen zwischen 10 und 20 Metern sehen können.

    Wir waren dann gestern an der gleichen Bucht die ca. 300 x 300 Meter groß ist.

    Wir haben alles in Reichweite mit einem Futterboot nach Kanten und Gumpen abgesucht und haben nicht einen Fisch gesehen.

    In der Hoffnung das mit steigender Sonne Fische da sein werden oder das Echolot am Futterboot nicht alles anzeigt haben wir es trotzdem an markanten Punkten versucht. Resultat: nicht ein Biss.

    Später haben wir dann noch weiter entfernte Stellen mit dem Boot abgesucht, aber es war kein Fisch da. Auch die diversen Zanderfischer haben, nachdem was wir sehen konnten, angeschneidert.

    Unterm Strich hatten wir natürlich trotzdem einen tollen Tag in der Natur.

    Jetzt frage ich mich natürlich wie so etwas ein kann. Die Fische haben dort dort reichlich Möglichkeiten weiter zu ziehen. Entweder an an andere Stellen im See oder - theoretisch - auch in die angrenzende Ijssel.

    Mich wundert nur, dass die Fische eine so große Fläche, mit Tiefen bis 30 Meter, komplett leer ziehen.

    Gibt es irgendwo Informationen, welche Distanzen Brassen, Rotaugen usw. zurück legen oder ziehen die Schwärme sowieso immer weiter an andere Stellen oder Gewässer? Ich gehe zu, dass ich da überhaupt keinen Plan habe.

    Danke schon mal im Voraus.

    Grüße
    Jens

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  3. #2
    El Barscho© Avatar von Dietmar
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    Hallo Jens

    Eine hochinteressante Frage die ich hier nicht erwartet hätte.
    Vielleicht kann ich dir helfen.
    Schon eh und je bin ich auf Weissfisch aus und kann auf langjährige Beobachtungen aus meinen Ansitzen an Baggerseen verweisen. Auch mich interessierten die von dir gestellte Frage sehr.
    So kann ich dir sagen das ganz offensichtlich zumindest Rotaugenschwärme - meis begleitet von Raubfischen regelmäßig weite Strecken wandern. So konnten Schwärme an der Oberfläche verfolgt werden die - egal ob Futterangebot oder nicht - gemächlich und sehr langsam von a nach b ziehen und die sich offenbar durch nichts an einer Stelle aufhalten liessen. So wusste ich z.B. an meinem "Haussee" dass- wenn der Schwarm weitergezogen war für die nächsten 3 - 4 Stunden Pause war - manchmal auch noch länger. Dieses Verhalten hat sich die letzten 30 Jahre nicht verändert. Du kannst also getrost davon ausgehen dass die wandern - je grösser das Gewässer, desto grösser offenbar die Zeitabstände. Etwa gleiches konnte ich bei Karpfenschwärmen beobachten.
    Grüsse
    Dietmar
    Wer sich über den Dreck vor anderer Leuts Haustüre aufregt hat den riesen linken Misthaufen vor seiner eigenen Türe übersehen. Aber es kommt noch schlimmer: Er hat ihn noch nichtmal gerochen!
    Jägerlatein?

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  5. #3
    verkauft nix Avatar von west
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    So ca. 80% eines Gewässers sind Fischleer auf den verbleibenden 20% treiben sie sich herum. Um im Winter in einem großen tiefen Baggersee die Fische vom Ufer aus zu finden oder an sie ran zukommen ist schwierig aber nicht unmöglich. Die Windrichtung die z.B. an wärmeren Tagen etwas wärmeres Öberflächenwasser an eine Seeseite treibt oder der Gewässerteil der tagsüber die meiste Sonne abbekommt sind gute Stellen aber selbst da muss dann der Schwarm erst gefunden werden. Mein Fischfinder vom Ufer aus war früher in Stipperzeiten und heute beim Spinnfischen schon immer der Haubentaucher.
    Angeln ist nicht nur Fische fangen!

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  7. #4
    Moderator / Tinca-Fan Avatar von angelhoschi76
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    West hat Recht. 80% der Wasserfläche sind so gut wie fischleer. Ich konnte das an meinem Jahreskartensee auch schon gut beobachten, dass in einer flachen Bucht an einem schönen Herbsttag alles voller Weißfisch war. 2 Tage ging das Spektakel, dann waren die Fische weg und kamen in diesem Herbst nicht mehr in diese Bucht.
    Ein weiteres Beispiel: An einem meiner kleinen eigenen Teiche ist das Wasser glasklar und es befindet sich ein kleines Krautfeld im Teich. In den krautfreien Bereichen sieht man ab und zu einen Karpfen oder Hecht, aber der Rest der Fische konzentriert sich auf dieses Feld mit ca. 100m² Größe. Die restlichen 900m² des Teichs sind also so gut wie fischleer.

    Bei mir am See gibt es eine tiefe Stelle direkt vor einer kleinen Insel, ca. 70m vom Ufer entfernt. Da konzentrieren sich die Weißfische, Barsche und zwangsläufig auch die Hechte im Winter extrem. Das wissen aber die meisten Jahreskarteninhaber und richtig erreichen kann man die Stelle nur wenn eine geschlossene, tragfähige Eisdecke vorhanden ist oder das Gewässer komplett eisfrei ist.
    Viele Grüße
    Angelhoschi76


    Heute ist Angelwetter... denn angeln kann man bei jedem Wetter!

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  9. #5
    Petrijünger
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    Hiho,

    danke euch schon mal für eure Antworten.

    Mich interessiert das Thema einfach ungemein, da ich versuche zu verstehen warum am Wasser manche Dinge so sind wie sie sind. 😁

    Ich vermute das gerade Weißfischschwärme auf der Suche nach Nahrung immer weiter ziehen so lange sie nicht durch Hindernisse oder natürliche Grenzen gestoppt werden. Das würde bedeuten, dass sie keinem Gewässer mit Anbindung an andere "treu" bleiben.

    Ich kann das in nicht belegen, nur vermuten.

    Bin gespannt auf weitere Erfahrungen und Ideen dazu.

    Gruß
    Jens

  10. #6
    Admin Avatar von FM Henry
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    Zitat Zitat von Jens Flamme Beitrag anzeigen

    Ich vermute das gerade Weißfischschwärme auf der Suche nach Nahrung immer weiter ziehen so lange sie nicht durch Hindernisse oder natürliche Grenzen gestoppt werden.

    Gruß
    Jens
    Würde nur in der warmen Jahreszeit zutreffen. Jetzt ist die Motivation der Weissfische durch das Wasser zu ziehen nicht die Futtersuche sondern der Druck, den die Räuber ausüben. In der kalten Jahreszeit nehmen die Weissfische keine Nahrung zu sich, weil a: keine da ist und b: jede Bewegung der Fische Energieverlust bedeutet was die Möglichkeit, unbeschadet durch den Winter zu kommen minimiert. Die Räuber in den Gewässern spekulieren genau auf diesen Fall hin und sammeln angeschossene oder kraftlose Beute ohne wenn und aber ein und desshalb der ständige Druck auf die Weissfischscshwärme. Auch hat im Winter m.M. nach die Helligkeit ( Sonne ) viel mit dem Zugverhalten zu tun. Je heller es ist, um so eher sieht der "Kleine" Fisch den "Großen". Das funktioniert auch umgekehrt bei örtlichen Möglichkeiten die auf natürlichem Wege vorhanden sind wie riesige Werftbauten, Schubprame, Brücken oder andere schattige Plätzchen. Dort kommt das angeborene Verhalten des "Versteckens" voll zur Geltung. Diesen Winter ganz aktuell musste ich wieder die Erfahrung sammeln, dass der gesammte Weissfischbestand ( bis auf wenige Ausnahmen ) auf einem ca. 12 km langem, stehenden Gewässer sich in einer für mich völlig unspektakulären Bucht ( ca. 600 x 1000 m ) zurückgezogen hatten und an deren Rändern hatten die Räuber des Gewässers Stellung bezogen. Traumtage für den Angler, Alpträume für die Weissfische. Bei Deiner Situation hilft nur suchen, suchen, suchen.

    Gruß Henry

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  12. #7
    90%iger Nachtangler Avatar von AALMIKE75
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    Meiner Meinung nach wird das "Zugverhalten" der Weißfischschwärme durch den Luftdruck,Sonneneinstrahlung,sich verändernde Tiefenströhmungen und das Jagdverhalten der Räuber beeinflußt.Ich persönlich bin aber der Meinung das man das Verhalten nicht verallgemeinern kann oder darf,sondern das es von Fall zu Fall und vom jeweiligen Gewässer abhängig ist.Gerade im Spätherbst Winter und im zeitigen Frühjahr kann man die Standplätze nicht sicher oder nur schwer ausmachen,wie Henry es schon geschrieben hat da hilft nur suchen suchen suchen...
    Auch bin ich dr Meinung das man nicht pauschal sagen kann das Weißfiche im Winter keine Nahrung suchen oder aufnehmen,das kann von Tag zu Tag oder sogar von Stunde zu Stunde anders sein...
    Nur wer am Wasser ist weiß ob es beist...

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  14. #8
    El Barscho© Avatar von Dietmar
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    Es muss noch andere Gründe geben

    Ganz aktuell: Letzten Freitag saßen (wie so oft) im Gernsheimer Rheinhafen rund 15 Angler dicht beieinander im Abstand von etwa 10-15 Meter. Alle angelten im Abstand von etwa 6-8 Metern zum Ufer mit der Stippe. Es war ein einziger dabei der ständig Weißfisch zog, alle anderen gingen leer aus.
    Auch das kann ständig beobachtet werden. Dabei fütterte der mit gleichen Futter an und hatte gleiche Köder am Haken wie all die anderen. Nach ca einer halben Stunde war das "Glück" aber auch für diesen Angler von der einen auf die andere Minute vorbei.
    Wer sich über den Dreck vor anderer Leuts Haustüre aufregt hat den riesen linken Misthaufen vor seiner eigenen Türe übersehen. Aber es kommt noch schlimmer: Er hat ihn noch nichtmal gerochen!
    Jägerlatein?

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  16. #9
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    @ Dietmar

    Der eine Angler hat vieleicht das Glück gehabt genau "zur richtigen Zeit am richtigen Ort"gewesen zu sein,gerade in Kanälen Flüssen oder Häfen kann es durch die Strömung zu Verbauungen am Gewässergrund kommen.An diesen Verbauungen kann es dann zu einen sogenannten Futterstau kommen wo sich die Fische konzentriert über einen gewissen Zeitraum aufhalten.Aber das ist nur eine Vermutung von mir,ob es auch der Grund für seine Fänge war kann ich nicht sagen...

    Viele Grüße...
    Nur wer am Wasser ist weiß ob es beist...

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