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  1. #1
    Kunstköderfetischist Avatar von donak
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    Kalken eines Gewässers

    War heute an meinem Lieblingsgewässer, von unserem Nachbarverein. Dort ist mir aufgefallen, dass an einem Ufer alles ziemlich weiss war.

    Und dann habe ich mich an ein Gespräch von vor nem halben Jahr mit einem anderen Angler errinnert, der meinte, dass der Verein mit der Wasserqualität wohl ziemliche Probleme gehabt habe und deswegen dem See etliche Säcke Kalk zugeführt wurden.

    Wirklich glauben wollte ich das nicht, bis heute, als ich dort mal wieder Angeln war. Auf dem Rückweg vom Parkplatz bin ich kurz mit dem Auto angehalten und habe zwei Fotos gemacht.

    Für mich sieht das aus als ob da ne Menge Kalk eingebracht worden ist.

    Der See ist ein Baggersee ca. 9 Hektar groß





    Habe ja nun auch schon des öfteren was von "Kalken" gelesen, dass zum Beispiel ein Teich über den Winter trocken gelassen, dann gekalkt wird und dann im Frühjahr wieder Wasser zugeführt wird.

    Nur stellt sich mir die Frage was bringt das bei dem von mir genannten Gewässer und bringt das bei 9 Hektar und bis zu 20 Meter Tiefe überhaubt was das so Punktuell an "einer" Bucht zu machen?

    Ich habe von Gewässerökologie null Plan, frage nur aus Interesse.

    Gruß
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  3. #2
    Profi-Petrijünger Avatar von Schuppi2002
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    Hallo Donak ,
    ich war vor 3 Wochen in verschiedenen skandinavischen Seen zum Hechtangeln , alle übersäuert . Uns ist es passiert das wir im Haldenseensystem von Kalk abwerfenden Hubschraubern mehrmals überflogen wurden , es sah dann am anderen Tag schon komisch aus , das Seerosenfelder völlig weiß waren.Ich hoffe auch das es dort was bringt.
    Mich interessiert die Problemtik auch seit diesen Vorfällen brennend.
    Gruß Schuppi

  4. Der folgende Petrijünger sagt danke an Schuppi2002 für diesen nützlichen Beitrag:


  5. #3
    Brahma27
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    Schuppi: die Antwort hast du dir schon selbst gegeben.
    Übersäuertes Gewässer wird mit Kalk neutralisiert. D.H. der Kalk holt das Wasser in einen besseren (nichtsauren) ph- Wert zurück.

  6. Der folgende Petrijünger sagt danke an Brahma27 für diesen nützlichen Beitrag:


  7. #4
    Kunstköderfetischist Avatar von donak
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    ^^ Großflächig eingebracht kann ich ja dann fast nachvollziehen, wie Schuppi beschreibt, aber hat das so Punktuell den gleichen Effekt?

    Und sieht das für euch auch so aus als wäre da Kalk eingebracht worden?
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  8. #5
    Dackel Fischer Avatar von theduke
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    @ Donak Ich halte solche Eingriffe für total falsch, denn sowas kann auf Dauer nicht gut gehen. Egal wie gesäuert das Gewässer ist, es gibt für solche Einsätze keinen Grund. Ist ein Gewässer durch die natürliche Umgebung im PH Wert zu sauer, muß es entsprechend besetzt werden, denn Karpfen, Schleien und viele andere Fischarten , halten einen PH Wert von ca 6,8 locker aus.

    Zudem bringt eine solche Kalkung oft gar nichts, denn ein Zulauf mit saurem Wasser, oder Unterwasserquellen, bringen ja zu jeder Zeit neues Wasser wieder in den Baggersee, somit wird der Wert bald wieder sauer werden. Was bedeutet so ein Eingriff für das Wasser und die Fische? Der Wert verändert sich zu schnell und sinkt dann aber auch wieder zu schnell ab. Ein zu stark schwankender PH Wert kann die Schleimhaut der Fische extrem angreifen, ebenso die Flossen und den Mund und Kiemenbereich.

    Weiter sollte um diese Jahreszeit gar nicht gekalkt werden, denn die Amphibien sind immer noch nicht in der Winterruhe und können Hautschäden bekommen, denn das Kalkpulver liegt ja wie gesehen auch auf den Gräsern am Ufer.

    @ Donak was du mit der Winterkalkung meinst, ist was anderes. Ein Teich wird im Herbst abgefischt und meist befindet sich viel Schlamm am Grund. Sind dann noch Parasiten wie Fischegel und Karpfenlaus vorhanden, kalkt man den Teich nach den ersten strengen Frosttagen, mit Branntkal aus http://de.wikipedia.org/wiki/Calciumoxid Dieser zersetzt einerseits den vorhandenen Schlamm etwas, vernichtet vorhandene Parasiten und neutralisiert den Teichgrund etwas. Bis zum Frühling hat sich der Schlamm stark gesetzt, der Kalk ist im Bodengrund eingebunden und es besteht keine Gefahr mehr. Gekalkt darf, wie gesagt , nur nach den ersten Frostnächten werden, denn nur so bleiben Amphibien verschont.

    Lösung bei solchen Problemen : Man baut im Einlaufbereich ( Bach ) eine Kalkfalle ein, die man leicht selber herstellen kann. Im Bach kurz vor dem Einlaufbereich hebt man eine Grube aus. Ich würde zu einer festen Grube raten, die man mit Holz oder mit Steinen befestigt. Hier hinein füllt man nun 1 LKW Ladung ( 3 - 6 t ) Kalkgestein ein, und dadurch reichert sich der Zulauf beständig mit Kalk an. So hatte das jedenfalls unser Verein vor Jahren mit dem oberen Teich gemacht, weil dessen Umgebung ein leichtes Moorgebiet ist.
    Gruß Wolfi
    http://wolfsangler.de.tl/
    Das Angeln macht aber nur soviel Spass, solange die Natur auch passt.

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  10. #6
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    Hallo,

    da kann ich Theduke nur beipflichten.

    Ich darf ein Gewässer nicht so einfach kalken.
    Damit ändere ich eine Reihe chemischer Parameter im Gewässer, die ein Laie nicht abschätzen kann.

    Vorrangiges Ziel einer Kalkung ist das Anheben des SBV Wertes.
    Dieses Säurebindungsvermögen gibt letztlich den Kalkgehalt im Gewässer an. Der SBV-Wert ist ein direkter Indikator für die Fruchtbarkeit und Ertragskraft des Gewässers. Bei Werten >2 spricht man von einem ertragreichern Gewässer.
    Ein Beispiel sind die südenglischen Kreideflüsse mit ihrem sehr guten Forellenbestand.
    Die Futtertiere der Fische benötigen Kalk zum Aufbau ihrer Panzer.
    Viel Kalk=viele Futtertiere=viele Fische.

    Voraussetzung für das Kalken ist, dass ich in der Lage bin Art und Menge des benötigten Kalkes zu berechnen. Versuch und Irrtum können zu schweren Haut und Kiemenverbrennungen bei den Fischen führen.

    Auch darf immer nur eine kleine Fläche behandelt werden um den Fischen eine Rückzugmöglichkeit zu geben.

    In einem von Hause aus saurem Gewässer bildet sich eine typische Lebensgemeinschaft von Kleintieren heraus, die an das saure Wasser angepasst sind. Nach einer Kalkung können diese angepassten Tiere im Gewässer nicht mehr exitieren.
    Also eine Faunenverfälschung erster Güte.

    Winde

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  12. #7
    Profi-Petrijünger Avatar von Schuppi2002
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    In den südnorwegischen Seensystemen wird jährlich punktuell gekalkt ,aus der Luft mit GPS , es ist halt nur die Frage ob dies was nüzt ?
    Eine Frage die sich mir dann nach meinen Angelversuchen an verschiedenen skandinavischen Seen stellt ist , kann es sein das in den tiefen dieser Gewässer ein Fischwachstum eher gegeben ist als an den Uferzonen ?
    Im Gegensatz zu gesunden Gewässern hatten wir hier so gut wie keinen Erfolg beim Spinnfischen im flachen und im Uferbereich ,sondern nur beim Schleppangeln in tieferen Gefilden.

  13. Der folgende Petrijünger sagt danke an Schuppi2002 für diesen nützlichen Beitrag:


  14. #8
    Ballistic Separator Avatar von Dr. Fu Man Shu
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    In Deutschland gibts auch Gewässersysteme bei denen in großem Maßstab gekalkt wird:

    http://www.lmbv.de/index.php/guete-von-lmbv-seen.html

    http://www.lmbv.de/index.php/forschung-zu-seen.html

    Es kommt übrigens auch auf die Art des kalkes an, ob ich einfach so kalken kann. Z.B. macht man mit Kohlensauren Kalk kaum Schaden, wenn er nicht allzu fein vermahlen ist, da er im Vergleich zum Branntkalk sehr langsam reagiert. Man verbessert teilweise einfach nur die Pufferfähigkeit ohne den pH-Wert großartig zu beeinflussen, wenn man kohlensauren Kalk einbringt.
    "Tu was du musst, sieg oder stirb und lass Gott die Entscheidung."

  15. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei Dr. Fu Man Shu für den nützlichen Beitrag:


  16. #9
    Kunstköderfetischist Avatar von donak
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    Danke für eure Antworten, wie gesagt kenne mich in dem Bereich absolut nicht aus, mir ist das nur aufgefallen und ich habe mich an das Gespräch errinnert.

    Eventuell frage ich mal beim Verein nach.
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  17. #10
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    Gekalkt wird - wie schon richtig erwähnt - bei Übersäuerung von Gewässern um den PH-Wert zu erhöhen.
    Bei einem einmaligem Eintrag von saurem Wasser bzw. einem stetigen geringen Eintrag von Selbigem ist das ganz sinnvoll.
    In den Tagebaurestlöchern (wie das beim LMBV der Fall ist) sind das aber nur Tropfen auf den heißen Stein. Und das obwohl da täglich ganze LKWs an den Seen Kalk abladen.
    Die Ursachen des sauren Wassers kann man damit eben nicht bekämpfen.
    Bei den Tagebaurestlöchern ist das genau das selbe Problem wie mit der Rotfärbung der Gewässer durch Eisenoxid-Verbindungen. Das wird man so schnell da auch nicht mehr los.

    Aber wie gesagt wenn der Angelteich vom Verein mal ein bisschen zu sauer ist, ist dass eine effektive und gute Methode dem entgegen zu wirken.

    Ähnliches findet ihr übrigens in vielen Wäldern im Bundesgebiet. Wo Saure Böden sind oder im letzten Jahrhundert zu viel saurer Regen runter kam wird auch gekalkt.
    Ist natürlich ein zweischneidiges Schwert, weil man damit alle Lebewesen vernichtet, die auf das saure Milieu angewiesen sind (Besenheide, Heidelbeeren...). Ich kann mir vorstellen, dass es bestimmt auch im Wasser Vegetationsformen gibt, die eine saure Umgebung benötigen. Die sterben dann evtl. auch ab mit den einhergenden Konsequenzen.
    Muss man halt vorher mal nachschaun was da im Wasser so wächst

  18. Der folgende Petrijünger sagt danke an ElKaspersky für diesen nützlichen Beitrag:


  19. #11
    Dackel Fischer Avatar von theduke
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    @ donak habe mir einmal die Liste von Dr Fu..... in seinem ersten Link angeschaut, und mich verwundert dabei etwas, und das sind die ehem. Tagebaugebiete, woraus Seen entstanden sind. In dem Link kenne ich 2 Seen sogar persönlich und das ist der Scheibesee, der nur einen "Steinwurf " 6km vom See -Dreiweiber entfernt ist. Der Dreiweiber hat einen KB Wert von 0,72, und einen PH Wert von 7,45. Der Scheibesee aber einen KB von 0,05 und PH 4,32 und das verstehe ich nicht. Wenn du Google benutzt , wäre das Lohsa bei Hoyerswerda . Ich könnte mir da auch vorstellen, das hier der Kohleboden nicht abgedichtet wurde, bzw an den beiden Seen unterschiedliche Renaturierungsarbeiten durchgeführt wurden, bevor man die Kohlelöcher als Seen flutete. Durch die Restkohle im Gewässerboden, kann ich mir auch sehr gut einen erhöhten CO² Gehalt vorstellen, und dieser kann extrem schnell den PH Wert direkt beeinflussen.

    Mal anders gefragt, war es nur am Ufer, oder sogar auf der Wiese, denn nicht das wir uns hier umsonst den Kopf zerbrechen, und ein Landwirt kam nur zu weit an das Ufer.
    Gruß Wolfi
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  20. #12
    Kunstköderfetischist Avatar von donak
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    Nee, ich schick poste mal Bilder von Heute. Also, da ist nicht von "ausversehen" weiss, dass Gewässer ist nicht von Feldern umgeben.





    Gruß Alex
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  22. #13
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    Ich kenne mich an besagten Seen sehr gut, bin da auch sehr oft zur Jagd.
    Und da haben wir eben genannte Probleme im Speicherbecken Lohsa II.

    Wenn ihrs genau wissen wollte entstehen sowohl die sauren Eigenschaften als auch die "rote Brühe" durch Oxidation von Pyrit (Verbindung aus Eisen und Schwefel) so entstehen Eisenoxide (aus Eisen und Sauerstafoff) die für Rotfärbung verantwortlich sind und Schwefelsäure.

    Voraussetzung ist eben, dass das Pyrit in Verbindung mit Sauerstoff kommt. Früher waren Pyrit führende Schichten relativ tief in der Erde. Durch den Tagebau kam das alles nach oben und der Sauerstoff kann seine Arbeit erledigen.

    Wo früher kein Pyrit war kann auch keins nach oben kommen. Ergo entsteht auch keine Schwefelsäure und das Wasser wird nicht so sauer.

    Hoffe das hilft

    Die restliche vorhandene Kohle spielt dabei keine oder nur eine ganz unwichtige Rolle.

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  24. #14
    Kunstköderfetischist Avatar von donak
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    Also ich brauch bei dem Verein auch nicht nachfragen, da wurde definitiv gekalkt, so wie ich die Stelle heute nochmal begutachtet hab.
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