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  1. #1
    Petrijünger
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    Boilis zerfallen

    Servus,

    ich habe letzte Woche das erste mal eigenene Boilis gemacht.
    Nach dem Kochen sahen sie richtig gut aus, jedoch dann als ich mir sie nach 3 Tagen trocknungszeit angesehen habe und mal gefüllt habe wie fest sie sind, sind sie mir in der Hand zerbröselt?! :'(
    Woran kann das liegen?

    Ich habe in meinem Boilieteig :

    - 500g Frolic
    - 300g Hartweizengrieß
    - 250g Maismehl
    - 8 Eier
    - 1 Röhrchen Vanille Aroma ( um das ganze einwenig Süßer zu machen)

    Hab ich von irgendetwas zu viel bzw. zu wenig?
    Oder liegt das evtl. an dem Vanille Aroma?

    Danke schonmal

  2. #2
    AnRheiner
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    Nein, das liegt daran, dass es keine gute Bindung zwischen den Bestandteilen gab. Durch den Entzug von Wasser entstand keine einheitliche Masse mehr, so dass sie sich wieder die Bestandteile aufgelöst haben. Ist im Grunde einfach nur wie bei feuchtem Sand, der aufgrund des Wassers zusammenhält, aber sobald er trocknet, ist es wieder vorbei.

    Ich habe früher ein recht ähnliches Rezept genutzt.

    Meine Vermutung ist, dass hier letztlich das Bindemittel nicht ausreicht, was bei Dir vor allem die Eier sind. Maismehl, so meine Erfahrung, ist nicht ganz so gut geeignet, vor allem wenn es etwas grober oder gar Maisgries ist. Die Bindung kann man zusätzlich durch normales Mehl bzw. Sojamehl oder Speisestärke erhöhen, was dann aber auch wirklich eingearbeitet werden muss. Im Teig kommt die Bindung meist Du das lange einkneten zustande und wichtig ist auch der richtige Anteil an Flüssigkeit.

    Wichtig ist aber auch, dass die Zutaten wirklich fein sind. Das Frolic und auch der Grieß benötigen umso mehr Bindemittel, je gröber sie sind. Wenn Du sie nicht fein genug gemahlen hast, kann das auch passieren, dass sie bröseln.

    Boilies müssen, meiner Meinung nach, auch nicht geeignet sein um Schreiben zu durchlöchern oder darauf stehen zu können. Sie drüfen zwar nicht beim ersten Druck auseinanderbrechen, aber sie müssen nicht steinhart sein. Hilft auch später dann die Boilies zu durchbohren.

    Das Vanillearoma hat, zumindest die, die ich kenne, keinen Zucker - also nicht wie Vanille- oder Vanillinzucker. Es macht einen Vanillgegeschmack aber gibt keine Süße.

  3. Der folgende Petrijünger sagt danke an Piety für diesen nützlichen Beitrag:


  4. #3
    Petrijünger
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    Also versteh ich das jetzt richtig, das du meinst ich sollte mehr Eier und evtl. Wasser verwenden. Und statt des Maismehls normalen oder Sojamehl benutzten?
    Oder versteh ich da jetzt irgendwas falsch?

  5. #4
    AnRheiner
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    Nein. Es gibt hier mehrere Dinge die schief gelaufen sein könnten, wobei es letztlich immer auf die Bindung der Bestandteile hinausläuft. Es könnten bspw. genug Eier gewesen sein aber zu grobe Bestandteile. Oder die waren in Ordnung aber die Bindung der Eier reichte trotzdem nicht.

    Es gibt jetzt natürlich die Möglichkeit die Anzahl der Eier zu erhöhen bis es passt. Auch wäre eine Möglichkeit mehr Eiweiß und weniger Vollei zu benutzen (Eigelb bindet nicht ganz so gut).

    Mehl (egal woraus) bindet aufgrund der Stärke die darin enthalten ist. Durch starkes durchkneten werden diese Stärkemoleküle aufgeschlossen und können durch das Kochen oder Erhitzen später verklumpen. Reine Stärke, bspw. aus Kartoffeln, macht im Grunde das gleiche. Denk an das Eindicken von Flammeri oder Saucen. Die Stärke wird im kalten Wasser verührt und sobald sie ins heiße kommt, fängt sie an zu klumpen, wenn man nicht schnell genug rührt. Gleiches Prinzip.

    Maismehl hat nur den Haken, dass Maismehl nicht selten nicht fein gemahlen ist, sondern eher etwas von feinem Maisgrieß hat. Daher mein Warnhinweis. Richtig feines Maismehl funktioniert auch.

    Ich vermute ja, dass Du das Rezept Dir nicht ausgedacht hast, sondern von irgendjemanden übernehmen willst. Von daher vermute ich erst einmal, dass jemand es schon ausprobiert hat und die Verhältnisse grundsätzlich stimmen. Wie beim Backen aber auch ist es schwer solche Verhältnisse exakt zu bestimmen. Anderer Mehltyp, unterschiedliche Eiergröße, unterschiedliche Körnung des Grieß, unterschiedliche Feinheit des Frolic usw. Daher muss man etwas variieren bis man merkt, dass es stimmt. Das ist auch Erfahrung. Brot backen besser noch Plätzchen backen ohne Backmischung ist übrigens da eine gute Schule. Das Prinzip ist identisch und aus Plätzchenteig (z.B. Mürbeteig) kann man auch Boilies herstellen.

    Das Maismehl in diesem Rezept übernimmt hier einen Teil der Bindung, wie die Eier auch.
    Im Grunde ist es einem Plätzchenteig nicht unähnlich. Der allerdings erhält seine Bindung durch langes kneten (aufschließen der Stärke etc.). Vielleicht hast Du einfach nur nicht lange genug darauf rumgewalgt....das gepaart mit wahrscheinlich zuwenig Flüssigkeit.

    Wenn Du merkst, dass es kein geschmeidiger Teig ist beim Formen, ist wahrscheinlich zuwenig Flüssigkeit drin und die Bestandteile konnten sich nicht verbinden. Das merkst Du daran, dass der Teig trocken wirkt, schnell bricht, keine oder kaum Elastizität aufweist (ist viel Erfahrungssache und schwer zu beschreiben) Grieß und Mehl brauchen recht viel Flüssigkeit. Wenn Du soetwas hast, etwas Öl und/oder ein bisschen Milch oder schlicht Wasser hinzu und weiterkneten. Solltest Du zuviel Flüssigkeit haben, dann klebt der Teig an den Fingern. Dann nicht verzweifeln sondern einfach Löffel für Löffel Mehl unterkneten, bis er aufhört zu kleben. Je besser du diesen Übergang triffst, zwischen Nichtkleben und Elastizität, desto besser ist der Teig

    Ich persönlich habe bei dieser Menge übrigens nie mehr als drei, vier Eier gebraucht (wenn ich mich jetzt richtig erinnere - ist ein paar Jahre her, mein letzter Boilie). Allerdings habe ich auch normales Weizenmehl oder Vollkornmehl genutzt (weil Hartweizengries gemahlen auch nichts anderes ist) und dazu Maismehl. Nutzt Du jetzt Vollkornmehl anstatt dem normalen 405er, brauchst Du übrigens tendentiell mehr Flüssigkeit.
    Geändert von Piety (29.05.2013 um 15:06 Uhr)

  6. Der folgende Petrijünger sagt danke an Piety für diesen nützlichen Beitrag:


  7. #5
    Profi-Petrijünger Avatar von WMOFury
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    stimmt , mehr Eier . Auf ein Kilo Trockenmasse mindestens 10 Eier - bei dir würde ich 12 nehmen und vieleicht etwas Speiseöhl .
    Sollte der Teig dann kleben - beim rollen , einfach etwas Semmelmehl dazugeben und fertig.

    Petri

    Wolle

  8. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei WMOFury für den nützlichen Beitrag:


  9. #6
    AnRheiner
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    Hi WMOFury,

    ich stell einfach mal die Frage an Dich.

    Ich weiß, viele, wenn nicht die meisten Boilie-Rezepte verlangen nach, aus meiner Erfahrung nach, unglaublich viel Eiern, aber so richtig erklären warum konnte mir auch keiner bislang. Nicht mal meine Spezis im Verein wussten darauf eine befriedigende Antwort. Meist hatte man so etwas wie "Weil so ist" oder "weil nur so Bindung entsteht" gehört...was aber im letzteren durchaus nicht gänzlich korrekt ist.

    Ich habe einige Jahre Karpfen als Zielfisch gehabt und habe meine Boilies tendentiell deutlich weniger Eiern gemacht und keine Probleme damit gehabt und gut gefangen.

    Warum also diese Menge an Eiern? Vielleicht kann auch jemand anderes es mir jetzt endgültig mal erklären.... Ich wäre echt dankbar.

    Petri Heil
    Piety

  10. Der folgende Petrijünger sagt danke an Piety für diesen nützlichen Beitrag:


  11. #7
    Brahma27
    Gastangler
    Weil sie binden. Im Zusammenspiel mit dem von dir durch kräftiges Kneten erzielten Klebereffekt beim Mehl.. Sie gerinnen doch beim Erhitzen

  12. Der folgende Petrijünger sagt danke an Brahma27 für diesen nützlichen Beitrag:


  13. #8
    AnRheiner
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    Das ist mir klar (siehe meine ersten Beiträge), beantwortet aber nicht den Kern der Frage. Meiner Erfahrung nach werden viel zu viele Eier benutzt. Der gleiche Effekt ist mit weniger Eiern zu erreichen, evtl. durch Beimischen von Stärke. Was mir nur immer auffällt, dass in diesen Vieleivarianten immer sehr wenig sonstige Flüssigkeit verwendet wird...etwas Milch, etwas Wasser und schon lassen sich viele Eier sparen...

    ...wie gesagt, meine Erfahrung. Was ist also der scheinbar so große Vorteil von vielen Eiern ggü. anderen Varianten?

  14. #9
    Petrijünger
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    Eier helfen dir wenn du wenig andere Bindemittel hast. Mais z.B. bindet allgemein eher schlecht. Wenn du das Maismehl durch Weizenmehl ersetzt, wird das ganze schon viel besser halten. Du kannst auch nur mit Weizen und Wasser Boilies herstellen, nennen sich dann umgangssprachlich Nudeln

    Weiterhin hilft dir das Ei, das sich dein Boilie im Wasser nicht so leicht auflöst. Eiernudeln z.B. verkochen weniger leicht als die Nudeln aus reinem Hartweizengries, deswegen werden sie auch gerne als Suppennudeln genommen.
    Geändert von wrdaniel (29.05.2013 um 18:20 Uhr) Grund: RS

  15. Der folgende Petrijünger sagt danke an wrdaniel für diesen nützlichen Beitrag:


  16. #10
    Petrijünger
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    Ich muss euch jetzt ehrlich gestehen ich komm nicht mehr mit.
    Endweder liegt es daran das ich noch wegen der Niederlage ebend gegen Teltow durch dem Wind bin oder ich einfach nicht Checke was ihr hier grad schreibt.

    Aber ich werde mir das ganze Morgen nochmal durch Lesen ich denke mal dann werde ich hier auch mehr verstehen als nur Bahnhof :D

    Ich danke euch trotzdem :D

  17. #11
    AnRheiner
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    Wobei ich es persönlich als Vorteil ansehe, wenn Boilies im Wasser etwas aufweichen und leichter Geschmack abgeben. Aber Du hast natürlich recht, dass in den Rezepten meist nicht soviel besseres Bindemittel ist - wobei ich persönlich recht gute Erfahrungen mit feinem Maismehl gemacht habe...aber ich glaube das Ganze geht Sting "zu weit".

    @Sting:

    Die Diskussion ist eigentlich ganz einfach - Die hat die Bindung zwischen den Komponenten gefehlt. Zur Lösung gibt es im Grunde mehrere Ansätze oder Punkte auf die Du achten solltest:

    1.) Ist das Frolic fein genug (je gröber die Zutaten, desto schwieriger die Bindung).
    2.) Nutz mehr Eier (wie hier getippt 10-12) / Alternativ ersetz den Grieß durch Mehl Typ 405 oder nutz zusätzlich sagen wir 100 gr reine Stärke, dann kannst Du auch mit Wasser/ Milch binden. Ganz grundsätzlich kommt die Bindung entweder durch das Eiweiß oder die Stärke zustande - oder eben im Mix.
    3.) Knete den Teig richtig gut durch, dass kann schon seine Zeit in Anspruch nehmen.
    4.1) Fühlt er sich zu trocken an, bricht er leicht, hat keine Elastizität, krümmelt er etc. ist er zu trocken - dann kannst Du Dir überlegen ob Du ein weiteres Ei oder etwas Öl, Alternativ Wasser oder Milch hinzuführst und weiterknetest...aber immer nur einen kleinen Schuss verwenden!
    4.2) Ist er zu feucht, klebt er an den Fingern, dann gibt etwas bindendes hinzu - löffelweise. Das kann Paniermehl sein, reines Mehl usw.

    Letztlich ist das, wie klassisches Backen in der Küche auch, viel Erfahrungssache, wann ein Teig gut ist und wann noch etwas fehlt. Übung macht den Meister, von daher sei nicht entäuscht, wenn es nicht auf Anhieb klappt.

    Hoffe das hilft Dir jetzt etwas mehr.

  18. Der folgende Petrijünger sagt danke an Piety für diesen nützlichen Beitrag:


  19. #12
    Profi-Petrijünger Avatar von WMOFury
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    Sage ich auch : Übung macht den Meister

    Habe auch so einiges an Lehrgeld bezahlen müssen , bis ich die richtige Konsistenz hatte - aber immer noch keine Rüsseler - das kam dann noch dazu . Habe dann noch viele Flowers ausprobieren müssen - jetzt klappt es und ich bin zufrieden

    Petri

    Wolle

  20. #13
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    Hallo,

    warum alles so kompliziert sehen - einfach anteilig
    HWG, Maismehl oder auch Frolic etwas reduzieren und
    einen Binder hinzufügen.
    Das dann bei einer kleinen Mengen probefertigen bis
    die Bindung passt.

    z.B

    - 500g = 50% Frolic
    - 200g = 20% Hartweizengrieß
    - 200g = 20% Maismehl
    - 100g = 10% Weizenvollkornmehl oder Reismehl

    - 1 Röhrchen Vanille Aroma (wenns sein muss) in das Ei kippen (nicht quirlen!)
    - ca. 20ml Speiseöl oder Fischöl oder, oder, oder...

    Man bringt den Mix am besten in die Eimasse ein und nicht umgekehrt.

    Gruss

  21. #14
    AnRheiner
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    Hi M_Marc,

    ich kann schon gut verstehen, wenn man damit Probleme am Anfang hat. Denn auch wenn man sich an ein simples Rezept hält, auch von den Verhältnissen, gibt es viel, was unterschiedlich sein kann. Von der Körnung des Frolic angefangen über die Größe der Eier S, M, L usw.

    Wenn man dann nicht die Erfahrung hat zu erkennen was fehlt, wird es schwierig...Das ist bei normalen Kochrezepten nicht anders.

    VG
    Piety

  22. #15
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    Sag ich doch - Üben - Üben - Üben

    ( einfach ausprobieren , bis es klappt )

    Petri

    Wolle

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