Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 17
  1. #1
    Profi-Petrijünger Avatar von joshua311
    Registriert seit
    08.03.2012
    Ort
    85055
    Alter
    37
    Beiträge
    142
    Abgegebene Danke
    369
    Erhielt 502 Danke für 62 Beiträge

    Mann angelt Tiefkühlfisch: Prozess

    Kiefersfelden - Es ist der skurrilste Angelvorfall des Jahrzehnts: Die Donningers aus Kiefersfelden gehen bei Kufstein an einen Bach. Der Papa hängt eine Tiefkühlforelle an die Angel und ruft: Hurra, wir haben was! Jetzt steht der Bayer in Österreich vor Gericht.

    Ganzer Bericht:

    http://www.merkur-online.de/nachrich...a-2335691.html

  2. Der folgende Petrijünger sagt danke an joshua311 für diesen nützlichen Beitrag:


  3. #2
    Profi-Petrijünger Avatar von spezi515
    Registriert seit
    04.10.2010
    Ort
    12247
    Beiträge
    106
    Abgegebene Danke
    214
    Erhielt 280 Danke für 43 Beiträge
    Naja gibt wohl immer Leute die es nötig haben andere zu denunzieren. Aber sowas hab ich ja auch noch nicht gehört, wegen einem Tiefkühlfisch? Die Spinnen ja wohl.

  4. #3
    Boiliesternekoch
    Registriert seit
    11.08.2011
    Ort
    52428
    Beiträge
    1.030
    Abgegebene Danke
    1.003
    Erhielt 716 Danke für 299 Beiträge
    Könnte fast die deutsche Bürokratie sein...
    ---------------------------
    Diskutiere oder streite nie mit Dummen; erst ziehen sie dich auf ihr Niveau und dann schlagen sie dich mit ihrer Erfahrung!

  5. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei HTK für den nützlichen Beitrag:


  6. #4
    Petrijünger Avatar von Jogify
    Registriert seit
    10.10.2011
    Ort
    71069
    Beiträge
    88
    Abgegebene Danke
    46
    Erhielt 140 Danke für 30 Beiträge
    ich versteh nicht wo das problem ist, kann der pächter nicht wahrhaben, dass es sich um einen tiefkühlfisch gehandelt hat oder will er jetzt an einem unschildigen ein exempel statuieren ?

  7. #5
    Sonderschule Avatar von Privatepaula
    Registriert seit
    15.08.2011
    Ort
    49000
    Beiträge
    516
    Abgegebene Danke
    396
    Erhielt 551 Danke für 237 Beiträge
    Oder andersrum.
    Es wurde jemand an einem Forellengewässer forellengrillender Weise angetroffen.
    Und der erzählt nun er hätte Tiefkühlforellen an die Schnur geknotet um den Junior zu bespassen?
    Irgendwie ne echt wilde Geschichte.
    Political correctness is a doctrine which holds forth the proposition that it is entirely possible to pick up a turd by the clean end.

  8. #6
    schlimmster Fischreiher Avatar von Welsgeier
    Registriert seit
    03.04.2009
    Ort
    50
    Beiträge
    327
    Abgegebene Danke
    216
    Erhielt 161 Danke für 97 Beiträge
    deutschland liefert keine staatsbürger aus. wenn österreich nun (was ich nicht glaube) einen europäischen haftbefehlt beantragt und bekommt, würde in deutschland verhandelt werden. so einen killefick würde die deutsche staatsanwaltschaft wohl einstellen. das die da nach österreich zur verhandlung gefahren sind kann ich nicht nachvollziehen die hätten mir mal lecker fein an der pupe nuckeln können.

  9. #7
    Petrijünger
    Registriert seit
    23.04.2011
    Ort
    99
    Beiträge
    29
    Abgegebene Danke
    0
    Erhielt 111 Danke für 37 Beiträge
    @ Welsgeier:

    Da liegst Du fast richtig - Deutschland liefert DEUTSCHE Staatsabürger zur Strafrechtlichen Verfolgung nur aus, wenn der Betroffene zustimmt. In Deutschland kann es nicht verhandelt werden, da ein Deutsches Gericht örtlich nicht zuständig ist, da die zu verhandelnde Straftat in keinem Deutschen Gerichtsbezirk stattgefunden hat.

    Da der Angeklagte bereits vor Gericht erschienen war (so ist es dem Artikel zu entnehmen), wurde die Anklage bereits verlesen. Damit steht dem Gericht die Verhandlung der Sache in Abwesenheit des Angeklagten zu. Dann wird in Abwesenheit weiter verhandelt, wenn er nicht erscheint und er wird möglicherweise verurteilt. Dann kommt folgendes: Strafgelder über 70 Euro sind mittlerweile EU-weit vollstreckbar. Das bedeutet, die österreichische Justiz übersendet dem zuständigen deutschen Gericht ein amtliches Ersuchen, mit der Bitte, die Strafe beizutreiben. Es liegen keine Hinderungen, die dagegen sprechen vor - die Tat ist auch nach Deutschem Recht strafbar und die gesetzlichen Vorschriften lassen es zu. Das Deutsche Gericht erklärt dann das ausländische Urteil für in Deutschland vollstreckbar und dann wird die Deutsche in der Strafvollstreckung tätig.


    Aber betrachten wir das ganze doch erstmal objektiv und ganz sachlich, ob überhaupt eine Verurteilung in Frage käme. Liegt eine Straftat vor, ja oder nein? (Mein Bruder ist Richter, der hat mir das bissle ausposementiert )

    Die Deutschen Richter würden das so sehen:

    Auf der einen Seite gibt es den Familienvater, der seinen Kindern was bieten wollte und sich (nach seiner Behauptung - mehr ist es im Moment nämlich nicht) einen Spaß erlaubt hat. Um sein Gesicht zu wahren, hat er gegenüber dem Passanten ebenfalls erzählt, er hätte eine Forelle gefangen. Die Angel und den angeblichen Tiefkühlfisch hat außer der Familie niemand gesehen.

    Auf der Anderen Seite gibt es eben die Behauptung gegenüber dem Passanten, er hat den Fisch gefangen. Man muss sich zwar nicht einer Straftat selbst bezichtigen, aber es steht dem nichts im Wege, dies zu tun und sich damit strafrechtlicher Verfolgung auszusetzen.

    Zur Überlegung zur Urteilsbildung würde es so aussehen:

    Ein wichtiger Punkt fehlt dem Richter an dieser Stelle - nämlich der Angeklagte. Das Verhalten in der Hauptverhandlung spielt nämlich eine große Rolle. Der Richter muss sich ein Bild vom Angeklagten machen. Vielleicht ist er ja auch ein Querulant, der gegen alles und jedes vorgeht. (Wie in dem Artikel steht, ist der Vater in Österreich bereits "schwer" bekannt - Es steht aber keine Begründug dafür, worauf es sich bezieht, möglicherweise ist er schon öfter aufgefallen? - Man weiß es hier nicht).

    Dann die Aussage des Angeklagten, der behauptet, einen Tiefkühlfisch an die Angel gebunden zu haben. Die hakenlose Angel und den Tiefkühlfisch hat niemand gesehen. Es kann eine bloße Schutzbehauptung sein - es ist sogar das Recht des Angeklagten, zu lügen, es ist eine zulässige Verteidigungsstrategie, da man sich nicht selbst bezichtigen muss. Als Angeklagter kann man - auf die Sache bezogen - auch andere beschuldigen, ohne dafür wegen Verleumdung belangt werden zu können.

    Die andere Aussage gegenüber dem Passanten, er habe den Fisch gefangen, ist durchaus glaubwürdig. Viele Schwarzangler lügen und es kommen die abenteuerlichsten Geschichten heraus. Wenn der Richter jetzt die Familie als Zeugen hören würde, müssten diese auch sagen, dass er den Fisch gefangen hat, denn er hat es ja behauptet. Die Familie hat zwar ein Aussageverweigerungsrecht. Aber sie will dem Vater erstmal auch helfen und sagt aus. Und spätestens wenn der Richter nachfragt, wie es an dem Tag war und die Kinder sagen, Papa hat gesagt, er hat den Fisch gefangen, ist das glaubwürdig. Denn alles was im Nachhinein abgesprochen wird, zählt dabei nicht.

    Und dann würde der Richter folgendes Urteil verkünden:

    Der Angeklagte ist schuldig und wird zu einer Geldstrafe in Höhe von xx Tagessätzen zu je xx,xx Euro verurteilt.

    Zur Begründung würde das Gericht folgendes anführen:

    Der Angeklagte ist zu verurteilen. Seine Behauptung, es habe sich um einen Tiefkühlfisch und eine hakenlose Angel gehandelt, konnte nicht bewiesen werden.

    Der Angeklagte selbst hat zunächst behauptet, er habe den Fisch gefangen. Nach eigener Aussage des Angeklagten hat er auch dem Passanten gegenüber behauptet, den Fisch gefangen zu haben. Die Zeugeneinvernahme hat dies bestätigt. Auch seine Kinder haben bestätigt, dass er selbst behauptet hat, den Fisch gefangen zu haben.

    Der Angeklagte hat keine Aussage dazu getroffen, ob der Fisch noch tiefgekühlt oder bereits aufgetaut war. Dem Angeklagten könnte unterstellt werden, dass der Fisch aufgetaut war, um der Behauptung seiner Kinder gegenüber den Eindruck zu erwecken, dass der Fisch wirklich grad gefangen wurde. Einen tiefgekühlten Fisch würden Kinder als solchen erkennen können. Und dann hätte der Vater auch keinen Grund mehr gehabt, gegenüber dem Passanten einen gefangenen Fisch anzugeben.

    Es ist auch nicht nachgewiesen, dass es sich bei dem gefangenen Fisch um ein bei Lidl gekauftes Produkt gehandelt hat. Ein möglicher Kassenbeleg beweist nichts. Im Übrigen ist es unglaubwürdig, dass jemand "zufällig" tiefgekühlte Forellen in einem Gewässer fängt, in dem diese Fische natürlich vorkommen.

    Der Aussage des Angeklagten ist auch im weiteren Sinne unglaubwürdig. Denn man hat keine hakenlose Angel dabei, um Tiefkühlfische zu angeln. Wer in den Urlaub fährt und Angelzeug mitnimmt, will auch angeln gehen. Man führt keine Angel mal eben so mit, um sie nicht benutzen zu wollen. Und da der Angeklagte keinen Angelschein besessen hat, er gleichwohl aber - nach eigener Aussage - Angelzeug dabei hatte, ist seine Absicht ohne Angelschein angeln gehen zu wollen offenkundig. Das führt bei der Gesamtbetrachtung der Umstände zur Verurteilung des Angeklagten.



    Noch eine Anmerkung: Der genannte "Streitwert" hat in diesem Fall gar nichts zu suchen, denn es handelt sich um eine Strafsache und Streitwerte haben nur in Zivilprozessen eine Bedeutung.

  10. Folgende 5 Petrijünger bedanken sich bei Gewässerwart für den nützlichen Beitrag:


  11. #8
    schlimmster Fischreiher Avatar von Welsgeier
    Registriert seit
    03.04.2009
    Ort
    50
    Beiträge
    327
    Abgegebene Danke
    216
    Erhielt 161 Danke für 97 Beiträge
    kann überhaupt jemand irgendwas beweisen? es könnte auch einfach behauptet werden der passant hat alles frei erfunden es gibt keinen fisch und überhaupt nichts. allerhöchstens könnte glaubhaft gemacht werden das ein fisch gegrillt wurde. woher er stammt kann überhaupt nicht belegt werden. es ist die aufgabe der ankläger die straftat nachzuweisen und nicht die des angeklagten seine unschuld zu beweisen.

  12. #9
    Raubfischjäger Avatar von Florian Hütter
    Registriert seit
    08.01.2006
    Ort
    99817
    Alter
    28
    Beiträge
    398
    Abgegebene Danke
    164
    Erhielt 324 Danke für 86 Beiträge
    Zitat Zitat von Welsgeier Beitrag anzeigen
    kann überhaupt jemand irgendwas beweisen? es könnte auch einfach behauptet werden der passant hat alles frei erfunden es gibt keinen fisch und überhaupt nichts. allerhöchstens könnte glaubhaft gemacht werden das ein fisch gegrillt wurde. woher er stammt kann überhaupt nicht belegt werden. es ist die aufgabe der ankläger die straftat nachzuweisen und nicht die des angeklagten seine unschuld zu beweisen.

    das ist alles richtig aber vergess die kinder nicht!
    kindern kannst du eintrichtern was du willst, 1. sind sie meist hrlich und 2. verplappern sie sich schnell, gerade in dem alter! es würde rauskommen "das papa einen fisch gefangen hat"
    Gruß Flo

  13. Der folgende Petrijünger sagt danke an Florian Hütter für diesen nützlichen Beitrag:


  14. #10
    .
    Registriert seit
    08.01.2009
    Ort
    72622
    Alter
    57
    Beiträge
    2.003
    Abgegebene Danke
    2.408
    Erhielt 4.054 Danke für 1.311 Beiträge
    Zitat Zitat von Florian Hütter Beitrag anzeigen
    das ist alles richtig aber vergess die kinder nicht!
    kindern kannst du eintrichtern was du willst, 1. sind sie meist hrlich und 2. verplappern sie sich schnell, gerade in dem alter! es würde rauskommen "das papa einen fisch gefangen hat"
    Aus kinderpsychologischer Sicht ist es auch ne ganz tolle Sache, wenn sie dem Zwang ausgesetzt werden, für Papi lügen zu müssen.

    Der Grundstein wäre gelegt.


    Den Sachverhalt selber kann jeder beurteilen, wie er will.....für mich grenzt das Ganze schon an Profilierungssucht.

    Mal ganz ehrlich.....wenn es das eigene Wasser wäre, wer würde die Story mit der Tiefkühlforelle glauben. Ich vermute mal, die Wenigsten.

  15. Der folgende Petrijünger sagt danke an schweyer für diesen nützlichen Beitrag:


  16. #11
    Carpfishing 4 life Avatar von Störfan
    Registriert seit
    12.05.2009
    Ort
    44289
    Alter
    22
    Beiträge
    1.609
    Abgegebene Danke
    359
    Erhielt 897 Danke für 444 Beiträge
    Ich habe gestern Abend einen Bericht dazu in den Nachrichten gesehen, das Verfahren wurde eingestellt und die Anklage fallen gelassen.
    Geändert von Störfan (01.06.2012 um 07:12 Uhr)

  17. Der folgende Petrijünger sagt danke an Störfan für diesen nützlichen Beitrag:


  18. #12
    schlimmster Fischreiher Avatar von Welsgeier
    Registriert seit
    03.04.2009
    Ort
    50
    Beiträge
    327
    Abgegebene Danke
    216
    Erhielt 161 Danke für 97 Beiträge
    das ist doch mal schön zu lesen.

  19. Der folgende Petrijünger sagt danke an Welsgeier für diesen nützlichen Beitrag:


  20. #13
    AV Würges 1974 e.V. Avatar von akpromotion
    Registriert seit
    29.07.2009
    Ort
    656
    Alter
    47
    Beiträge
    673
    Abgegebene Danke
    579
    Erhielt 785 Danke für 295 Beiträge
    Moin zusammen,

    ich glaube dem Mann, zumindest in Fall der TK-Forelle! Einzig aus der Tatsache heraus, dass sich der Inhaber des Fischereirechtes sich im Vorfeld strafbar gemacht hat. Es ist verboten Regenbogenforellen in Fließgewässer der Forellenregion einzubringen.
    Was mich natürlich etwas stutzig macht ist, dass die Klage wegen Geringfügigkeit eingestellt wurde. Denn im Grunde ist das ausbringen der Angel, egal ob mit oder ohne Haken, Wilderei darstellt. Der Mann hatte keine gültige Fischereierlaubnis und darum ging es doch im Grunde. Es gibt so viele Threads, in denen über Schwarzangler hergezogen wird und hier wird dieses Delikt verharmlost. Warum eigentlich?

    Gruß nach langer Abstinenz

    Micha

  21. #14
    Der mit dem Barsch tanzt Avatar von Andree68
    Registriert seit
    19.04.2011
    Ort
    44147
    Alter
    48
    Beiträge
    503
    Abgegebene Danke
    640
    Erhielt 532 Danke für 243 Beiträge
    Weil er laut Gericht nicht geangelt/gewildert hat ?

  22. #15
    Flyfisher Avatar von Eberhard Schulte
    Registriert seit
    12.07.2007
    Ort
    47495
    Alter
    74
    Beiträge
    3.910
    Abgegebene Danke
    16.060
    Erhielt 9.531 Danke für 2.855 Beiträge
    Man merkt doch, daß Österreicher u. Deutsche ziemlich eng miteinander verwandt sind. Zumindest, was Bürokratie u. Behördenirrsinn betrifft. Ich habe bestimmt auch nichts für echte Schwarzfischer übrig, aber man kann`s auch übertreiben.
    Gruß
    Eberhard

  23. Folgende 6 Petrijünger bedanken sich bei Eberhard Schulte für den nützlichen Beitrag:


Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Foren-Regeln Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
HTML-Code ist an.

Lesezeichen