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  1. #1
    Markus Hattel
    Gastangler

    Nahrungsmangel im Frühling? Füttern?

    Hallo,

    ich bin in einem Angelverein mit einem ca. 26 ha großen Baggersee.

    Da es nach dem Winter manchmal vorkam, dass einige Fische tot waren, wurde beschlossen, im Frühling mit Mais und Weizen zuzufüttern um dem Nahrungsmangel vorzubeugen.

    Es werden über einen Zeitraum von 4 Wochen ca. 200 kg Getreide ausgebracht!

    Der See wird jedes Jahr mit ca 750 kg dreijährigen Karpfen und relativ wenig anderen Fischen besetzt. (Schleie, Hecht, Zander, Aalbrut, Rotaugen)

    Angeblich fressen die Karpfen in ihrer Verzweiflung Blaualgen und sterben daran, weil Blaualgen angeblich giftig sind!

    Ist das sinnvoll?
    Geändert von Markus Hattel (31.03.2012 um 18:38 Uhr)

  2. #2
    Super-Profi-Petrijünger
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    Zitat Zitat von Markus Hattel Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich bin in einem Angelverein mit einem ca. 26 ha großen Baggersee.

    Da es nach dem Winter manchmal vorkam, dass einige Fische tot waren, wurde beschlossen, im Frühling mit Mais und Weizen zuzufüttern um dem Nahrungsmangel vorzubeugen.

    Es werden über einen Zeitraum von 4 Wochen ca. 200 kg Getreide ausgebracht!

    Der See wird jedes Jahr mit ca 750 kg zweijährigen Karpfen und relativ wenig anderen Fischen besetzt.

    Angeblich fressen die Karpfen in ihrer Verzweiflung Blaualgen und sterben daran, weil Blaualgen angeblich giftig sind!

    Ist das sinnvoll?
    Ich wurde nicht zufüttern.Die natürlichen Feinde der Algen sind Bachflohkrebse,Schlammröhrenwürmer und anderes Kleingetier.Diese wiederum werden von Friedfischen gefressen.Das heißt eurer Fischbestand ist nich ausgewogen.Zuviel Friedfisch die die Algenvernichter vertilgen.Eine Maßnahme um die Algenblüte auf ein erträgliches Maß zu reduzieren ist der Besatz mit Raubfisch welche die Friedfische kurz halten.Wir haben das gleiche Problem an der Talsperre Bautzen und am Stausee Quitzdorf.Auf keinen Fall zufüttern,das Gewässer muss seinen Bestand selbst regeln.Ausgewogenheit ist das Zauberwort.

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  4. #3
    Moderator Avatar von Fliege 2
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    Hallo Marcus,

    ich habe keine Ahnung von Bewirtschaftung. Könnte es sein, das es viel zu viele Karpfen für dieses Gewässer sind?

    Gruß, Fliege 2

  5. Der folgende Petrijünger sagt danke an Fliege 2 für diesen nützlichen Beitrag:


  6. #4
    Suchender Avatar von Mattes.
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    Wenn ich jährlich gut 50 Karpfen je ha Gewässer besetze, dies als starre Maßnahme, ohne Einfluss auf sonstige gemessene Faktoren und ohne die Nahrungsgrundlage im Vorfeld ermittelt zu haben, degradiere ich 26 ha zu einem gigantischen Fischpuff und liefere unseren Freunden von der Vage-Front einen Grund mehr das nächste Verfahren zu eröffnen.

    Zitat Zitat von Markus Hattel Beitrag anzeigen

    Ist das sinnvoll?
    Um die Frage zu beantworten: Nein.

    Ob Karpfen Blaualgen fressen, kann ich nicht sagen. Sie werden jedoch im Vorfeld den Grund des Gewässers durchwühlen. Hierbei werden Nährstoffe freigesetzt, die vormals friedlich im Grund geschlummert haben. Diese Nährstoffe suchen Abnehmer. Pflanzen werden wohl kaum noch vorhanden sein, um diese Nährstoffe aufzunehmen. Die dankbaren Abnehmer sind die Algen, die nun vollends profitieren. Dem Eutrophierungsschub sind Tür und Tor geöffnet.

    Da ein Baggersee i.d.R. relativ tief ist, fällt dies erst mal kaum auf. Die Lebenszeit des Gewässers auf lange Sicht, wird aber derbe gekürzt.

    Die zwar selten besetzte Schleie dürfte sich zu Recht verarscht vorkommen.
    Gruß

    Mattes

    "Der Verstand ist das am gerechtesten verteilte Gut der Welt - jeder glaubt, er habe genug davon und freut sich heimlich, dass er mehr hat als die Anderen". (Rene Descartes)

  7. Folgende 3 Petrijünger bedanken sich bei Mattes. für den nützlichen Beitrag:


  8. #5
    Ballistic Separator Avatar von Dr. Fu Man Shu
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    Genau richtig! Erst mal ordentlich Nährstoffe ins Wasser. Der Stoffwechsel der Karpfen läuft im Frühjahr bei 5-10°C Wassertemperatur auf Hochtouren, deshalb brauchen sie auch ganz viel Nahrung, welche ein26ha großes Gewässer in der Regel nicht beritstellen kann. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass die Nahrung, die nicht aufgenommen wird, bei der Zersetzung durch Mikroorganismen für höhere Sauerstoffgehalte sorgen wird. Die Karpfen werden vollends von dieser Maßnahme profitieren. Auch Blaualgen dürften dabei reduziert werden, da sie ja keine Nährstoffe brauchen.


    P.s. es gibt auch andere Gründe, außer Verhungern an denen Fische sterben können.
    "Tu was du musst, sieg oder stirb und lass Gott die Entscheidung."

  9. Der folgende Petrijünger sagt danke an Dr. Fu Man Shu für diesen nützlichen Beitrag:


  10. #6
    Markus Hattel
    Gastangler
    Erstmal Danke für die Antworten, genauso hab ich mir das gedacht, da läuft wohl einiges falsch in unserem Karpfenpuff.

    Der See ist durchgehend ca 4 Meter tief und Pflanzen gibt es in der Tat kaum.


    Zitat Zitat von Mattes. Beitrag anzeigen
    Die zwar selten besetzte Schleie dürfte sich zu Recht verarscht vorkommen.
    Warum nur und wer ist die Vage-Front?

  11. #7
    Markus Hattel
    Gastangler
    Ich hab noch ne Frage, wir wollen dem See wirklich was gutes tun, unsere Vorstandschaft wurde Anfang des Jahres deutlich verjüngt!

    Der See hat wirklich kaum Wasserpflanzen und einen sehr hohen Karpfenbestand, Graskarpfen und Marmorkarpfen sind auch vorhanden!

    Bringt es etwas, den See mit Wasserpflanzen zu besetzen? Bisher (in den letzten Sommern) konnte ich nur ab und zu etwas Hornblatt (Ceratophyllum demersum) entdecken.

    Ansonsten scheint der See nur aus Schlamm und Algen zu bestehen!

    Vielen Dank für Eure Mithilfe!

  12. #8
    Super-Profi-Petrijünger
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    Zitat Zitat von Markus Hattel Beitrag anzeigen
    ... wir wollen dem See wirklich was gutes tun,
    und einen sehr hohen Karpfenbestand, Graskarpfen und Marmorkarpfen sind auch vorhanden!
    Ihr solltet wirklich mal überlegen, was ihr nun wollt...beides geht nicht!


    Gruß Jörg
    über Gewässermeldungen mit tatsächlichen Bestand an Karauschen,speziell Elbe/Elster-Kreis, wäre ich euch sehr dankbar.

  13. Der folgende Petrijünger sagt danke an Koalabaer für diesen nützlichen Beitrag:


  14. #9
    Markus Hattel
    Gastangler
    Ich habe den Besatz nicht zu verantworten, ich bin zwar Schriftführer aber unsere Vorstandschaft inkl Ausschuss will diesen schrecklichen Besatz mit so vielen Karpfen.

    Die selben Leute wundern sich dann aber warum nichts mehr wächst und im Sommer regelmäßig ne Blaualgenplage kommt!

  15. #10
    Profi-Petrijünger
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    Einsetzen von Wasserpflanzen wird bei eurem See nicht funktionieren, solange der Karpfenbestand (insbesondere auch die Gras und Marmorkarpfen) so übertrieben hoch ist.

    Mit der Zeit wird sich das Problem von alleine lösen, da der See bei dem Besatz ohne Entnahme irgendwann kippen wird. Mit dem Anfüttern werdet ihr das ganze nur noch beschleunigen.

    Wenn ihr dem See was gutes tun wollt, dann besetzt keine Karpfen mehr, und schaut dass ihr die Graser und Marmorkarpfen raus bekommt. Dazu muss auch der Bestand an Karpfen reduziert werden.

    Wie hoch ist denn die Entnahme an Karpfen pro Jahr im Schnitt?
    Es irrt der Mensch, solang er strebt

    Gruß Thorsten

  16. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei thorstenp für den nützlichen Beitrag:


  17. #11
    Markus Hattel
    Gastangler
    Es wird an Karpfen ca. das Besetzt was entnommen wird +20%, es gibt aber auch sehr große Karpfen.

    Die Karpfen werden im Hochsommer ungenießbar trotzdem haben wir einige Angler die im 100-150kg Bereich mit ihrer Fangmeldung liegen!

  18. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei Markus Hattel für den nützlichen Beitrag:


  19. #12
    Super-Profi-Petrijünger Avatar von Maestro
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    Sowas kann passieren wenn man die Teiche und Seen mit Fisch volldonnert,nur damit Vereinsmitglieder auch ja Schuppenträger an den Haken bekommen(schließlich wollen sie ja was sehen für ihre Beiträge*Augenroll*).

    Einfach mal die Besatzpolitik überdenken.

  20. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei Maestro für den nützlichen Beitrag:


  21. #13
    Profi-Petrijünger
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    Zitat Zitat von Markus Hattel Beitrag anzeigen
    Es wird an Karpfen ca. das Besetzt was entnommen wird +20%, es gibt aber auch sehr große Karpfen.

    Die Karpfen werden im Hochsommer ungenießbar trotzdem haben wir einige Angler die im 100-150kg Bereich mit ihrer Fangmeldung liegen!
    Habt ihr auch abgeklärt, ob diese Angler nur die endgültig entnommenen Fische eintragen, oder alles was Sie gefangen haben? Fanglisten kann man in der Regel nur bedingt trauen. Manchmal werden sie auch von einzelnen Kollegen als "vereinspolitisches Instrument" verwendet, um den Besatz in eine bestimmte Richtung zu bekommen.

    Wenn ihr den Besatz als Stückzahl an kleinen (K1) Karpfen an der Entnahme ausrichtet, und nicht an den kg die gefangen werden, finde ich den Besatz an sich nicht so schlimm, wenn nicht schon der Überbestand da wäre.

    Daher solltet ihr den Besatz einige Jahre aussetzen, und versuchen insbesondere die größeren Karpfen in großer Zahl zu entnehmen. Was natürlich bei den Karpfenanglern nicht gerne gehört wird, und dementsprechend zu vielen Diskussionen führt. Ein schwieriges und immer wieder viel diskutiertes Thema in den meisten Vereinen.
    Es irrt der Mensch, solang er strebt

    Gruß Thorsten

  22. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei thorstenp für den nützlichen Beitrag:


  23. #14
    Super-Profi-Petrijünger
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    Ich habe den Besatz nicht zu verantworten, ich bin zwar Schriftführer aber unsere Vorstandschaft inkl Ausschuss will diesen schrecklichen Besatz mit so vielen Karpfen.
    Entweder druckst Du Deinen Leuten diesen Wegweiser für den Besatz hier aus oder bestellst dieses Büchlein und verdonnerst sie zum Lesen: http://www.vdff-fischerei.de/fileadm...t_al__2007.pdf

    Wenn das nicht hilft, hilft nichts mehr ...

    Viele Grüße

    Lars

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  25. #15
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    Wenn das nicht hilft, hilft nichts mehr ...

    Viele Grüße

    Lars
    @Lars

    da sei doch wenigstens die Frage erlaubt: ist diese Broschüre Grundlage der momentanen Besatzpolitik in Berlin/Brandenburg?
    Ich habe da so meine Zweifel.


    Gruß Jörg
    über Gewässermeldungen mit tatsächlichen Bestand an Karauschen,speziell Elbe/Elster-Kreis, wäre ich euch sehr dankbar.

  26. Der folgende Petrijünger sagt danke an Koalabaer für diesen nützlichen Beitrag:


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