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  1. #1
    Neuer Petrijünger
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    Dorschkutter, Manipulanten

    Guten Tag meine lieben Anglergesellen.

    Ich bin etwas untroestlich dass ich meinen ersten Beitrag bei Euch in dieser Form schreibe, Aber nach meinen paar Ausfloegen zum Dorsch, bin ich dermassen unzufrieden und teilweise auch extrem sauer, dass ich unbedingt etwas loswerden moechte. Ich hofe auf Resonanz und Meinungen von Euch allen, was Ihr darueber denkt.

    Also,
    vor nicht allzu langer Zeit habe ich einen sehr guten Arbeitskammeraden getroffen, mit dem ich einst gearbeitet habe. Als ich eine andere Arbeit angenommen habe, haben sich unsere Wege getrennt. Es sind jetzt knapp 16 Jahre her. Als wir uns durch Zufall mal wieder gesehen haben verabredeten wir uns zum Dorschangeln.
    Und jetzt kommts.
    Der auflug war ein voller Erfolg. Wir sind Sonntag frueh losgefahren um als erste, sich die Plaetzte am Buk oder Heck zu sichern. Da man sich bei der Reservierung, sogar gegen Aufpreis, nicht einen bestimmten Platz aussuchen kann. Ich erlaube mir, von mir zu behaupten dass ich ein erfahrener Angler bin, und und moechte dazu sagen dass am Buk oder Heck einfach nur die Qualitaet des Angelns besser ist da man mehr Spielraum hat. Aber fangen tut man auf den Kuttern ueberall am Schiff. Soviel zum Platz.
    Der Erfolg des Ausfluges auszeichnete sich durch mehrere Platten und sehr viele Dorsche ueber 2 Kilo. Alle auf dem Kutter haben was gefangen Wir am Buk, genauso die am Heck und auch die an den Steuer- und Backbordseiten. Es war also voellig egal wo man stand.
    Ich ging mit 13 Dorschen und sehr vielen Fehlbissen nach Hause. Mein Freund mit 12 davon ein 5 kilo Dorch und 1 Platte. Wohlgemerkt hatten wir alle auf dem Kutter ueberboten, aber das haengt von der Erfahrung und gezielten Koederwechsel ab.
    Der Dorsch ist ein ausgesprochen gieriger Fisch der nach alles Schnappt was sich bewegt. Deswegen ist es auch relativ egal was man diesem Nimmersatt vor das Maul wirfft, er wird sich ueberlisten lassen. Auch wenn man bei einem 4 Kilo Dorsch, nach dem Ausnehmen ein 0,5 kilo Dorsch aus dem Magen holt, und der mit sicherheit keinen Hunger hatte, ist er auf den Koeder los.
    Um wieder auf dem Punkt zu kommen.
    Ich habe in meinem Anglerdasein und den unzaehligen Fahrten mit den Dorschkuttern bemerkt dass die Fahrten manipuliert werden.
    Jedes mal wenn das Schiff voll ist werden kaum Fische gefangen. Ich war jetzt am Sonntag raus. Alle Kutter waren ausgebucht. Auf jedem Kutter ueber 50 Leute. LOL
    Ich habe mich ueberreden lassen auf diesen Zirkus, obwohl ich schon damals schlechte Erfahrungen in dieser Form gemacht habe. Deswegen habe ich mir damals schon gesagt dass ich nie weider auf einen Kutter gehe wo mehr als 20 Leute drauf sind.
    Jetzt fragt Ihr Euch bestimmt was ich mit der Manipulation meine.
    Stellt Euch mal 57 Leute auf einem Kutter vor. Die Reeling ist voll. Auf jedem laufendem Meter ein Angler der seine Koeder ins Meer wuchtet.
    Alle 3 minuten ein Kontakt mit der Sehne eines anderen meistens unerfahrenen Angler. Die Ruten schlagen mit den Ruten des Nachbarns ineinander. Die Pilker mit ihren dicken scharfen Drillingen schwirren um die Koepfe wie ein Schwarm laesstiger Fliegen, begleitet von noch groesseren Schwarm von Beifaengern die noch wenniger kontroliert hin und her schwingen.
    Soviel zur Sicherheit und Spielraum beim Angeln auf ueberfuellten Dorschkuttern.
    Jetzt zur wesentlichen und der eigentlichen Botschaft von mir.
    Stellt euch mal vor der Kapitaen faehrt in einen grossen Schwarm von Dorschen hinein mit ueberfuelltem Kutter.
    Was denkt Ihr was dann auf dem Bord los ist?
    Nehmen wir an 20 Leute haben einen Dorsch an der Angel.
    Sie drillen.
    In der Zeit gehen die naechsten gierigen Dorsche bei den meisten ran.
    Die drillen auf einmal auch. Der eine oder andere hat ein 5 kilo Brummer dran. Was wirklich keine Seltenheit in der Ostsee ist.
    Was denkt Ihr was dann los ist?
    Die uebrigen Angler versuchen so schnell wie moeglich wieder auszuwerffen um so schnell wie moeglich wieder ihren Koeder anbieten zu koennen, falls sie noch keinen dran haben. Da sind wir wieder bei der Sicherheit am Bord.
    Eine gewisse ruhige Panik entsteht.
    Die Driller verhettern sich mit anderen Drillern. Fische und Koeder gehen verloren. Frust, Aerger und Unzufriedenheit ueberkommt, wie der Nebel aus dem Film "THE FOG" den Kutter.
    Aber bleiben wir optimistisch und sagen, dass jeder Landet was er Dran hat. Da ist der "Schiffsjunge" mit seinen Haken auch auf einmal im Stress und laeuft mit seiner gekruemmten Waffe auf dem Bord rum.
    Weiter gehts.
    20 Leute fummeln in den Maeulern von Ihren Faengen rum um die Koeder schnell rauszukriegen.
    Die Ruten stehen und liegen ueberall rum. Leute Latschen ueber anderer Sehnen und Ruten drueber, Jeder will ein Korb fuer sein Fang neben sich stehen haben. Dabei ist schon kein Platz um vernunftig rumlatschen zu koennen.
    Da gehen schon die Naechsten dorsche an Bord. Das Spiel beginnt von vorn.
    Nehmen wir optimistischerweise an dass alles gut geht (hmmm) Der Kapitaen hupt 3 mal mit seinen Horn. Die Angeltour geht zu Ende.
    Jetzt will jeder einen Platz zum Filitieren.
    Ich stelle mir das so vor.
    Ueberall extrem scharfe und spitze Filitiermesser.
    Koerbe voll mit Fischen.
    Leichter Wellengang.
    Jeder Braucht einen Wasserschlauch.
    Ueberall Blut, Gedaerm und Gestank der Meeresraeuber.
    Der Schiffsjunge hat sich hinter seinen Tresen versteckt.
    Chaos.
    Alkohol im Blut.
    Die Ruten.
    Schaukelndes chaotisches Schlachthaus entsteht.
    Absolutes Durcheinander die Ganze Fahrt hindurch.

    DESWEGEN FAHREN DIE UEBERFUELLTEN KUTTER NIEMALS DIRECKT IN EINEN SCHWARM HINEIN.

    An dem Tag habe ich meine Ruten nach 10 Wuerffen wieder eigepackt und habe mich volllaufen lassen.
    Ich habe mir geschworen, mich auf diesen Bloedsinn nie wieder ueberreden zu lassen.
    Dazu kommt noch.
    Jedes mal wenn ich dort ankomme. Stehen ergendwelche Besenstiele oder halbe Ruten ohne Rolle an der Reling. Und mann ist gezwungen, obwohl man schon um 4 Uhr am Kutter ist, die Backbord oder Steuerbord Seite zu nutzen. Ausgeschlaffen kommen dann 5 min vor der Abfahrt ergendwelche Pfeifen, die die Plaetze unfairerweise, nach der Ankunft von der Angelfahrt zuvor, mit Ihren ausgedienten Ruten zu besetzten.
    Ich meine Ich bin dort Sehr oft und lasse mich davon nicht abhalten die Ruten einfach bei seite zu legen. Und diesen Platz wenn keiner dort ist fuer mich zu beanspruchen. Wenn dann die "Rechtmaessigen" Besitzer der Plaetze ankommen. Rede ich einfach kein Wort mit den. Obwohl sie danaben stehen und mich 5 oder 10 Minuten vollsuelzen mit ihren komischen Ansichten. Wer zuert kommt malt zuerst.
    Und ich fahre nicht morgens um 2 Uhr los um dann um 4 Uhr angekommen zu sehen wie ein Spast ausgeschlaffen einen Platz fuer sich beansprucht obwohl er nicht am Platz ist. Bis Jetzt hats immer geklappt. Und ich werde es immer wieder tun. Kein Man und kein Equipment am Platz? Ist der Platz frei. Sollen die Deppen auch um 4 uhr oder Frueher am Bord sein und dort aushaaren.
    Ist nur ein Kleiner Tipp von mir.
    Denn Gezielte Plaetzte kann man nicht auf einem Kutter reservieren. Sogar nicht gegen Aufpreis.

    Das ist eigentlich alles was ich dazu zu sagen habe. Und Freue mich auf Eure Ansichten darueber.
    Mag sein dass ich jetzt vieleicht etwas losgetretten habe was die Preise auf den Kuttern Steigern werden. Sollte diese Botschaft groessere Kreise ziehen. Aber es ist mir persoenlich absolut egal. Dann bezahle ich eben 10 oder 15 euro mehr fuer meinen Angelausflug. Aber dann komme ich auch auf meine Kosten.

    Also Leute schreibt mal Eure Meinungen dazu.

    Ich bedanke mich im voraus und Gruesse alle Gleichgesinnten.

    MfG Fetty.

    Ps. Tolle Seite
    Geändert von Fetty (03.10.2011 um 09:05 Uhr)

  2. #2
    Die Ostsee ruft! Avatar von Regenbogenforelle17
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    Also ich kann dir nur bedingt zustimmen.
    Ich bin beriets mit sehr vielen Leuten auf dem Schiff in wahre Sternstunden des Dorschangelns geraten und bin schon auf Kuttertouren mit gerade einmal 10 Leuten aufm Schiff wie alle anderen Angler Schneider geblieben.
    Eines muss man sich im Laufe der letzten Jahre klar machen. Es waren wirklich harte 6 Jahre für Die Kutter. Die Fänge wurden magerer und da ich sowhl die Mannschaft eines Schiffes sehr gut kenne, aber auch auf genug anderen Schiffen gefahren bin und mich mit der Besatzung nett unetrhalten habe kann ich dir sagen, dass es dies gezielte Anfahren der Schwärme schon lange fast gar nicht mehr gibt. Gerade im Sommer sind es hauptsächlich Rinnen die angefahren werden. Dort haben die Kapitäne zwar Fischanzeigen,aber mit den "Schwärmen" wie es die früher einmal gab hat das wenig zu tun.
    Zu deiner Aussage das 5 Kilo-Fische keine Seltenheit ist kann ich nur sagen, dass ich außer im Frühjahr wenn die Dorsche noch nahe an ihren Laichgründen stehen 5 Kilofische eher als die Ausnahme betrachte. Statistiken der letzten Jahre belegn, dass der Durschnitts-Kutterdorsch bei 50cm rund 1 Kilo gewicht hat. Meine Fänge bestätigen das großteils wobei natürlich immer mal wieder ein kleines Dickerchen gelandet wird. Gerade wenn es langsam auf die kältere Jahreszeit zugeht.

    Wichtig ist vor allen Dingen eins und einsofern muss ich dir zustimmen. Wenn du vor Ostern auf ein Schiff gehst ist das Wetter meist etwas unrhiger. Es ist kalt du hast Windstärken von 4-6 seltener sogar 7. Wer jetzt hier außerhalb der Wochenden auf die Planken eines Kutters geht weiß worauf er sich einlässt. Die Leute verstehen etwas von der Angelei und sind verrückt genug Wind und Wellen zu trotzen. Die Kutter fahren zu den Fangplätzen wie z.B. Tonne 5 von Heiligenhafen aus. Sie sind gut 2 Stunden unterwegs. Der Kutter erreciht dann endlich die Fanggründe und die Pilker sausen bei massig Drift auf dne Grund auf 40 Meter tiefe. Der Dorsch der erst vor kurzem abgelaicht hat stürzt sich gierig auf die Köder und 7-8 Fische hat jeder im Schnitt in der Kiste. Die routinierten Angler an Bug und Heck haben meist etwas mehr.

    So jetzt kommen die Feiertage. Wieder sind Windstärken von 5-6 angesagt mit Wellen zwischen 1,5-2m. Heute ist der Kutter bis halb 8 rappel voll. Die Routinierten Angler, die schon die ganze Woche gefahren sind, haben schon seit 5 Uhr ihre Plätze an Bug und Heck eingenommen. Die langschläfer Familien sind mit Frau, Kind sowie der Lidl Angel und dem passenden Pilkersortiment erst kurz vor halb 8 an Bord des Kutters eingetroffen.

    Der Kutter fährt wieder los Richtung Tonne 5. Schon während der Fahrt wird das Boot ordentlich durchgeschüttelt. Die Routine-Angler sitzen nebeneinander und fachsimpeln bereits über die letzten Tage. Alle sind heißß wie Frittenfett und Knüpfen währenddessen noch ein paar Beifängermontagen. Langschläferpappi und der Sohnemann stopfen sich beritas das dritte Brötchen in den Magen. Dazu ein fischer Kakao und natürlich das Reisegold welches nicht fehlen darf. Die Tochter guckt bereits etwas grün aus der Wäsche.
    Als der Kutter endlich den ersehnten Fangplatz erreicht und die Routine-Jungs schon draußen stehen sind ca. 50% der Sonntagsangler schon grün im Gesicht.
    Bei Wellen in 2 Meterhöhe schaukelt das Schiff auch schon ganz gut, was den Routine-Jungs nichts ausmachen würde, hier denkt man sich nur, das man sich so die Pilkbewegungen ersparen kann, während die Langschläfer-truppe schon mal nach dem schnellsten Weg zur Reling/Toilette ausschau hält.

    Weil der Kapitän merkt das gut 15 Leute auf seinem Schiff Seekrank sind, beschließt er bereits nach 10 Minuten hier an der Tonne 5 das Angeln abzubrechen. Er fährt dichter unter Land auf eine Wassertiefe von nur 12 Metern. Hier steht natürlich kaum Dorsch. Er gibt sich größte Mühe die Fische auch hier aufzuspüren. Aber es sind nur Einzelfische zu finden. Immerhin 7 Dorsche und ein Plattfisch werden erbeutet.
    Am Ende des Angeltages sind die Angler enttäuscht!!!

    Genauso wie in dieser Geschichte erzählt habe ich schon einen Tag dieses jahr am Samstag vor Ostern erlebt.
    Es ist die Sicherheit der Leute, die den Kapitän dazu bewegt haben die eigentlichen Fangplätze zu verlassen. Gerade diese "Sonntags"-Angler bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit des Kapitäns. Seekrankheit darf niemals unterschätzt werden. Es ist schon vorgekommen, das sich Leute vor lauter Panik vom Schiff geschmissen haben. Ich finde es mehr als richtig bei solchen Wetterbedingungen dichter unter Land zu fahren. Und das sage ich nicht nur, weil ich trotz der 7 Dorsche am Tag an meinem Platz am Bug immerhin alleine 3 Fische in der Kiste hatte, sondern weil ich auch finde das an solchen Tagen und bei solchen Leuten die Sicherheit vorgeht.

    1. Wären nur die Routine-Leute auf dem Schiff gewesen, wäre das Schiff wohl an der Tonne 5 geblieben und man hätte mehr gefangen.

    2. Wären das Wetter besser gewesen wäre das Schiff auch trotz der Langschläfer-Truppe zum Fangplatz auf 40 Meter tiefe gefahren und das ganze Schiff mit fast 40 Mann (Kind/Frau) hätte wohl gut gefangen.

    Den Kapitänen, die es aufgrund der mageren Fänge in den letzten Jahren, welche auf den Rückgang der Dorschpopulation zurückzuführen ist, sowieso nicht leicht hatten, daraus einen Vorwurf zu machen oder gar Manipulation vorzuwerfen ist mehr als ungerecht!

    Ich empfehle dir einfach lieber unter der Woche zu fahren. Mit weniger Lueten auf dem Schiff ist es meist schöner. Kein Gedränge und meist Leute die etwas von ihrem Hobby verstehen.

    mfg Steffen

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