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  1. #1
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    nachhaltige Bewirtschaftung und Fischereibiologie von Abgrabungsgewässern

    Hallo,

    als künstlich geschaffene Gewässer stellen Abgrabungsgewässer einen Sonderfall für die fischereiliche Bewirtschaftung als auch die Fischereibiologie und Limnologie dar.

    Neben Gewässern, die durch den Abbau der Massenrohsstofe Kies/Sand/Schotter entstehen, gibt es auch Gewässer, die aus ehemaligen Tonkuhlen oder durch den Braunkohletagebau entstehen.

    Mir soll es hier aber in erster Linie um den klassischen Baggersee, also Gewässer, die durch Gewinnung der Massenrohstoffe Sand/Kies/Schotter ebtstehen, gehen.

    Ich denke, eine der wichtigsten Rahmenbedingungen ist die physische Beschaffenheit des Gewässers, also dessen Tiefenverlauf, Durschnitts und Maximaltiefe, Bodenstrukltur sowie dessen Fläche. Mit immer besserer Abbautechnik sind Baggerseen immer tiefer geworden, so dass man zwischen flachen und tiefen Abgrabungsgewässern unterscheidet.

    Durch Renaturierungsauflagen ist der Betreiber verpflichtet, die Abgrabung entweder wiedezuverfüllen, was heute bei kleinflächigen Abgrabungen üblich ist, oder aber Renaturierungsmaßnahmen durchzuführen. Auch hier hat es im Laufe der Zeit Önderungen in den Auflagen gegeben, so haben ältere Kiesgruben / Baggerseen in der Regel noch keine abgeflachten Uferbereiche, so dass es praktisch keine Flachwasserzonen gibt.

    Baggerseen durchlaufen ebenfalls einen Alterungsprozess. Sind junge Abgrabungsgewässer noch eher nährstoffarm und stehen mit dem Grundwasserkörper in unmittelbarer Verbindung, findet mit der Zeit eine Selbstabdichtung gegenüber dem Grundwasserkörper statt und das Gewässer wird nährstoffreicher und damit produktiver.

    Auch die Ansiedlung von Organismen erfolgt auf natürlichem Wege meist nur langsam, sofern die Abgrabung nicht beispielsweise Anschluss an ein natürliches Gewässer, wie einen Fluß hat. Hier kann durch gezielte Maßnahmen, wie dem Animpfen mit Wasserpflanzen, oder Fischbesatz, nachgeholfen werden.

    Gerade in Regionen von Stromniederungen, wie am Niederrhein, wo es kaum natürliche Stillgewässer, ausgenommen natürlich und wasserbaulich entstandene Altwasser des Rheins, gibt, machen Baggerseen einen Großteil der angelfischereilich (oft durch Vereine) bewirtschafteten Wasserfläche aus.

    Durch ihre künstliche Entstehung stellen sie den Bewirtschafter oft vor größere Probleme, das Gewässer nach dem Geboten der Maßhaltigkeit nach ökologischen Prinzipien zu bewirtshaften und zu pflegen.

    http://www.sapos.de/pdf/4symposium/69-76.pdf
    http://www.ufiev.de/himmgasse.pdf

  2. Folgende 3 Petrijünger bedanken sich bei Rheophil für den nützlichen Beitrag:


  3. #2
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    Gibt es hier Gewässerwarte oder Fischereibiologen, die Baggerseen betreuen?
    Nach welchen Maßstäben? Traditionell oder nachhaltig?
    Wie sind die Erfahrungen?

  4. #3
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    Zitat Zitat von Rheophil Beitrag anzeigen
    Gibt es hier Gewässerwarte oder Fischereibiologen, die Baggerseen betreuen?
    Denke schon, das es welche hier gibt, bin einer der Gewässerwarte.
    Entwickle seit 2004 einen 10 ha Kiessee zum Hecht- Schlei- Gewässer.
    Traditionell oder Nachhaltig ?
    Ich frag mich was dem Gewässer guttut, sprich ob die Fischzönose einem unbedarften natürlichen See nahekommt.
    Kommt sie aber nicht. Meine Vereinsfreunde wollten verständlicherweise auch Karpfen.
    Wir sind der erste Pächter.
    Nach Besatz von Plötze bis Moderlieschen wurde 2008 dann 200 H² sowie 8 Rogner und 7 Milchner rund um den See eingesetzt. Hier ist Zeit gefragt.
    Die Tiefe beträgt bis 4,5 Meter. Eine Insel gibt es auch, welche als Schongebiet ausgewiesen ist. Ein Drittel des Sees ist durch dichten Schilfgürtel und der Breite bis 420 Meter vom Angeln ausgenommen.
    Karpfen wird an Stückzahl nur besetzt was entnommen wird.
    Der See hat eine hohe GH über 45°DH und eine hohen PH-Wert welcher im Hochsommer an 9,0 herankommt. Die KH als Puffer ist ausreichend.
    Den Fischen bekommt es gut, das Nahrungsangebot ist vielfältig, der Korpulenzfaktor lässt nicht zu wünschen übrig.

    Trotz der Jugendhaftigkeit des Gewässers umgibt 70 % des Ufers ein Rohr/Schilfgürtel den See und mittlerweile haben sich 4 Wasserpflanzen sowie ein Armleuchtergewächs ( Als erste ) angesiedelt.
    Das Armleuchtergewächs kommt nicht jedes Jahr in Massen. Hier scheint mir ein Zusammenhang von der Einspeisung unterirdischer Quellen/Wasserstand und dem Calziumgehalt zu bestehen.

    Ich bin sehr mit der Entwicklung zufrieden und an Erfahrungsaustausch immer interessiert.
    Gruß

    Albert

  5. Der folgende Petrijünger sagt danke an albigud für diesen nützlichen Beitrag:


  6. #4
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    Hallo Albert,

    du beschreibst einen weiteren wichitgen Punkt, der die Charakteristik von Baggerseen als Lebensraum stark beeinflusst: die chemische Qualität des Grundwassers, ins besondere im Bezug auf Härtebildner, Säurebindevermögen und Gesamtsalzgehalt. Die Nährstoffracht des Grundwassers ist ebenfalls relevant.

    Diese sind zumindest bei jungen Baggerseen noch stark durch Grundwasser und damit von der geologischen und chemischen Beschaffenheit des Untergrunds beeinflusst. Mit zunehmender Abdichtung des Gewässers ändert sich diese aber. Alte Abgrabungsgewässer werden praktisch nur noch von Regenwasser gespeist.

  7. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei Rheophil für den nützlichen Beitrag:


  8. #5
    Profi-Petrijünger
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    Das sehe ich prinzipiell auch so, Jedoch im Detail betrachtet sucht sich Grundwasser bei entsprechender Höhe neue Wege zur Einspeisung.
    Bei zugefrorenen Gewässer sehe ich die letzten 2 Winter vollkommen neue Quellen an anderer Stelle.
    Da zu der Jahreszeit keine Vegetation gedeiht , suche ich noch die Calziumverbraucher in manchen Jahren. Verdacht habe ich bei Makrozoobenthos und Rohr/Schilf in unterschiedlicher Gewichtung.
    Gruß

    Albert

  9. #6
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    Hallo,

    wie sieht es denn mit der Fällung von Calcium als Tricalciumphosphat im Sediment aus?

  10. #7
    Profi-Petrijünger
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    negativ Rheophil, bei versch. Tauchgängen habe ich immer lockeres Lehm/Ton- Kiesgemisch festgestellt, nie eine Verfestigung des Sediment.

    Bei meinen Beprobungen stelle ich im Winter bis Frühjahr eine ausreichenden Calziumgehalt von bis 3 mg/l fest. Im Sommer nahe 0 mg um im Spätherbst wieder gut anzusteigen (wohl Freisetzung der Plantzersetzung).
    Nur 2005, 2007 und 2010 habe ich im Sommer Calzium bis 1,5 ml nachgewiesen. Da wuchsen auch die Armleuchtergewächse ansprechend.
    Wobei ich erst seit Ende 2008 ein Fotometer im Einsatz habe und genauer messe.
    Quellen zur Eispeisung wird es auch im Sommer geben. Verfolge ich an den Wasserständen.
    Gruß

    Albert

  11. #8
    Suchender Avatar von Mattes.
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    Hi Rheophil,

    ja, es gibt unter den knapp 70.000 User noch einen zweiten GW.

    Habe aber heute Abend keine Lust mehr. Hab schon zwei, drei Bierchen getrunken und bezweifel, dass ich alle Fakten sauber aus dem Stehgreif ins Netz befördert bekomme. Klinke mich die Tage ein.
    Gruß

    Mattes

    "Der Verstand ist das am gerechtesten verteilte Gut der Welt - jeder glaubt, er habe genug davon und freut sich heimlich, dass er mehr hat als die Anderen". (Rene Descartes)

  12. Folgende 3 Petrijünger bedanken sich bei Mattes. für den nützlichen Beitrag:


  13. #9
    Profi-Petrijünger
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    Hi Rheophil,

    ich bin ebenfalls GW, und kümmere mich u.a. um 2 Abgrabungsgewässer. Einmal einen 5,5 ha großen ca 100 Jahre alten, eutrophen Hecht Schleien See, mit starker Faulschlamm und Pflanzenbildung(ca 300 t Abtropfmasse chara fragilis), Tiefe 2,5 m bis max 4 m im Mittel 1 m Schlamm. Dazu ein ca 80 ha großes, 30 Jahre altes Gewässer, in dem noch aktiv gebaggert wird, Tiefe bis 27m, das wir mit 2 anderen Vereinen bewirtschaften.

    Ziel ist eine nachhaltige Bewirtschaftung, die aber momentan besonders in dem kleinen Gewässer, auf dem mein Hauptaugenmerk liegt, durch die Gewässerfaktoren, und frühere Pflichtbesätze (Karpfen) erschwert ist. Mein Traum wäre es, in einigen Jahren gänzlich ohne Besatz auszukommen, dafür ist aber noch einiges zu tun, und vieles an Ursachen unbekannt.
    Beim Hecht habe ich den Besatz sofort bei Amtsantritt eingestellt, letztes Jahr ist reichlich Brut aufgekommen, die auch sehr schnell wuchs, (jetzt schon knapp 45-50cm), dieses Jahr sehr wenige, wachsen dafür aber noch schneller, daher haben wir das Mindestmaß auf 60cm erhöht, damit die Chance zum ablaichen auch sicher gegeben ist, da Entnahme an Hecht sehr hoch ist. Einige Arten pflanzen sich seit Jahren nicht mehr fort (Brassenthema), dazu kommen teils extreme Wasserwerte, was O² Sättigung, BSB2, und pH Werte angeht.

    Edit Nachtrag: --Besatz dieses Jahr 1500 Rf1(das sind keine Regenbogenforellen, für die die sich mit den Kürzeln nicht auskennen ;-) ),ca 4kg Gewicht, da hier die Anzahl sehr gering scheint, und kaum Laich aufkommt, daher werde ich den Rotfederbesatz 3 Jahre weiter fortführen, allerdings mit größeren Fischen und Mengen, damit sich möglichst bald wieder eine guter Bestand an laichfähigen Fischen bildet, dazu eine stark forcierte Entnahmestrategie für die Karpfen als Prädatoren, Hecht wird ohnehin immmer scharf befischt. Nach den 3 Jahren, Auswertung des Besatzerfolges, an das Ergebnis angepasst, dann weiteres Vorgehen --Ende Nachtrag

    Zum nachlesen mal 3 Themen, die ich hier deswegen erstellt habe:

    Jungfischprobleme bei Brassen im Hecht Schleien See
    Bestimmung der Fischbiomasse im Gewässer
    Fischbesatz, was bringt er wirklich?

    Ich freue mich, wenn du zu diesen Themen etwas, gerne auch viel beizutragen hast.

    Im anderen Gewässer sieht es ganz anders aus, wie du dir durch die Tiefe schon vorstellen kannst, ist das eine ganz andere Welt, hier war erstmal das Ziel, alle 3 Vereine an einen Tisch zu bekommen, um künftig die Besatzmaßnahmen und Fänge zu koordinieren, was dieses Jahr geschehen ist, und gleich einen super Konsens was unnötige Besatzmaßnahmen angeht nach sich zog. Wenn das wirklich so durchgezogen wird, dürfte sich der Besatz künftig um ca 80% reduzieren. Da bin ich sehr zufrieden, da sich einiges in sehr kurzer Zeit bewegt, und man weiter darauf aufbauen kann.

    Dazu sollen in diesem Gewässer dann gemeintschaftlich Untersuchungen stattfinden (mit professioneller Begleitung), welche Fischarten sich reproduzieren, und wie die Artenzusammensetzung sich verhält.

    Soviel mal zu meinen beiden Abgrabungsgewässern. Gerne später auch mehr
    Geändert von thorstenp (02.12.2010 um 11:15 Uhr)
    Es irrt der Mensch, solang er strebt

    Gruß Thorsten

  14. Folgende 3 Petrijünger bedanken sich bei thorstenp für den nützlichen Beitrag:


  15. #10
    Suchender Avatar von Mattes.
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    Vorweg, mein Wedergang zum Gewässerwart ist noch sehr jung und um die Materie in ihrer Vielfältigkeit ansatzweise zu begreifen wird es bei mir noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

    Wir bewirtschaften zwei Ausskiesungsflächen. Eine 8,6 ha, die andere 2,3 ha. Beide sind grundsätzlich verschieden, was die Arbeit aber auch wiederum interessanter macht. Der kleinere ist mit großen Flachwasserzonen gesegnet und vermutlich hypertroph, der große oligo- bis mesotroph und hat die typische Badewannencharakteristik. Die Problemstellungen sind so gegenläufig wie man sie sich nur vorstellen kann. Hier kaum Nahrung, dort droht Verlandung und Umkippen. Aus GW-Sicht könnte es aber kaum spannender sein. Normal wäre ja auch langweilig.

    Hinzu kommt wie fast überall, dass Veränderungen in den Vereinen immer mit Wiederständen einhergehen. Gerade dann, wenn bisher versucht wurde es allen Recht zu machen. Und erst Recht, wenn man eine Umstellung auf eine nachhaltige Bewirtschaftung plant. Damit ist es natürlich der Hürden nicht genüge getan. Fehlende Daten runden sie Sache ab. Sich dabei auf Aussagen derer zu verlassen, die es angeblich wissen, führt in lobbyistische Irrgärten.

    Da ich mich selber nicht in die Lage versetzt sehe hier professionell zu agieren, musste ebenso Unterstützung her. Dies geschieht nun. Da der Weg aber lang ist (komme ich gerne später noch mal drauf zu sprechen) und die Geduld der Mitglieder nicht bei allen gleich ist, kommt es parallel zu sinkenden MG-Zahlen. Fazit: Es wird noch mal brenzliger. Kompromisse sind vorprogrammiert. Da liegt dann aber auch schon wieder eine weitere Krux. Ist eine Zielsetzung wie dieses, der Nachhaltigkeit in einem oligotrophen Gewässer überhaupt möglich, wenn man dies kompromisslos durchsetzen würde. Man bedenke dabei, dass dann zum Beispiel die Karpfenangler durchs Raster fallen und Fahnenflucht begehen. Diese Frage bleibt allerdings eine theoretische. Die Antwort habe ich längst.

    Verlässliche Daten, Ziele und den Weg dorthin kann ich erst im Sommer nächsten Jahres abschließend präsentieren. Dann werden alle Ergebnisse auf dem Tisch liegen und die Entwicklungen ihre Richtung kennen. Solange aber, kann ich gerne den Weg schildern, wie man dort hin gelangt.


    EDIT: Für alle, die nun meinen sie müssten auch diesen Beitrag mit Bekundungen über den TE überschwemmen, sollen dies doch bitte hier tun: Neues Hobby - Threads schlechtmachen?
    Geändert von Mattes. (02.12.2010 um 10:52 Uhr)
    Gruß

    Mattes

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  17. #11
    Profi-Petrijünger
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    Zitat Zitat von Rheophil Beitrag anzeigen
    Auch die Ansiedlung von Organismen erfolgt auf natürlichem Wege meist nur langsam, sofern die Abgrabung nicht beispielsweise Anschluss an ein natürliches Gewässer, wie einen Fluß hat. Hier kann durch gezielte Maßnahmen, wie dem Animpfen mit Wasserpflanzen, oder Fischbesatz, nachgeholfen werden.
    Bei Wasserpflanzen sehe ich das Animpfen in jungen Kiesseen problematisch.
    Dafür sorgt schon der vielfältige Artenbesuch von Wassergeflügel, es dauert Jahre und beeiflussen kann man diesen natürlichen Vorgang eh nicht .
    Das Animpfen einer oder mehrerer Arten durch Angler könnte sich Jahre später als kontraproduktiv auswirken.

    Auch beim Fischbesatz sollte Raubfisch bis 3 Jahre später als Friedfisch
    besetzt werden. Barsch wird durch Wasservögel als Laich oft eingetragen.

    Zeit ist der da der beste Ratgeber.
    Gruß

    Albert

  18. Folgende 3 Petrijünger bedanken sich bei albigud für den nützlichen Beitrag:


  19. #12
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    Hallo,

    da stellt sich auch wieder die Frage der Pragmatik.
    Welcher Verein pachtet ein Gewässer, dass er mehrere Jahre nicht nutzen kann? Es spricht nichts dagegen, die natürlichen Prozesse zu unterstützen und zu beschleunigen. Es ist nichts, was nicht ohnehin geschehen würde.

  20. #13
    Profi-Petrijünger
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    Wenn wir uns über junge Auskiesungsseen austauschen, und über diese schreiben wir ja, dann sehe ich das anders.

    Es spricht nichts dagegen, die natürlichen Prozesse zu unterstützen und zu beschleunigen. Es ist nichts, was nicht ohnehin geschehen würde.
    Im Eingangspost hast Du es aus meiner Sicht richtig beschrieben.

    Durch ihre künstliche Entstehung stellen sie den Bewirtschafter oft vor größere Probleme, das Gewässer nach dem Geboten der Maßhaltigkeit nach ökologischen Prinzipien zu bewirtshaften und zu pflegen.
    Die Frage der Pragmatik sollte Zielorientiert sein. Eine Beschleunigung zum Aufbau einer Fischzönose ist es im keinen Falle.
    Wie geschrieben geht es ja nur um junge Gewässer ohne Fisch-Bestand.
    Was jedoch nicht bedeutet, das evtl. ein bis zwei Arten schon dort heimisch sind. Auf welchem Wege auch immer.

    OK, jeder nach seinem Gusto, Gleichzeitiger Besatz von Raub- und Weißfisch sowie Karpfen.
    Aber diese Beschleunigung endet in einer Kostenfalle.
    Denn die Limnologischen Vorgänge im Bereich des Makrozoobenthos lassen sich für Weißfisch aus meiner Sicht nicht beschleunigen.

    Davon abgesehen wäre eine Animpfung mit der falschen Wasserpflanze ebenfalls ein Riesenproblem in paar Jahren. Ich denke an das Raue Hornblatt.
    Wird es durch Wasservögel eingeschleppt, dann ist das Gottgegeben.
    Aber selbst einbringen?

    Welcher Verein pachtet ein Gewässer, dass er mehrere Jahre nicht nutzen kann?
    Meiner ! In Sachen Hecht.
    Gruß

    Albert

  21. Folgende 4 Petrijünger bedanken sich bei albigud für den nützlichen Beitrag:


  22. #14
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    Hallo Albert,

    die Möglichkeit es falsch zu machen ist doch kein Argument dafür, dass man es gar nicht machen sollte.
    Die Beachtung der gebotenen REgeln ist Voraussetzung.

    Schadet der künstliche Besatz mit Flussbarschen aus umgebenden Gewässern? Ist es nicht so, dass man damit ohnehin nur etwas tut, was sich zu einem späteren Zeitpunkt nicht ohnehin von selbst einstellt, nur dass es früher und gesteuert passiert? Hindert dies den Eintrag von Flussbarschlaich durch Wasservögel aus eben den benachbarten Gewässern? Ich denke nicht.

    Dass bei den Pflanzen keine Neophyten eingebracht werden, ist auch selbstverständlich. Viele verbreitete Arten wie Hornblatt oder das Krauses Lauchkraut, Tausendblatt stellen sich ohnehin irgendwann von alleine ein.
    Warum nicht ein wenig nachhelfen?

    Auch Veränderungen in der Artenzusammensetzung sowie der Populationsgröße sind, wie in der Fauna, auch in der Flora ein normales Zeichen der fortschreitenden Entwicklung des Gewässers.

    Natürlich werden auch junge Abgrabungsgewässer von Angelvereinen gepachtet, jedoch in aller Regel nicht als einizges Gewässer.

    Es ist auch eine wichtige Frage, wie alt das Gewässer ist, ob noch aktiv abgegraben wird etc. pp.

    Sehr junge Baggerseen müssen ohnehin in aller Regel noch etwas reifen, bevor überhaupt eine merkliche angelfischereiliche Nutzung bzw. Ertrag möglich ist.

  23. #15
    Profi-Petrijünger
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    Hallo Rheophil,

    wir schreiben irgendwie aneinander vorbei ohne uns zu treffen.

    die Möglichkeit es falsch zu machen ist doch kein Argument dafür, dass man es gar nicht machen sollte.
    Die Beachtung der gebotenen REgeln ist Voraussetzung.
    Also Beachtung gebotener Regeln sind ja ein Argument. Sonst wird ein Besatz kontraproduktiv sein. Die Ergebnisse können sich in den Folgejahren auswirken.
    Barsch meinte ich da in keinster Weise.

    Die Erstbesiedler der Unterwasserflora sind, da das Wasser unbelastet und fast immer hart ist Armleuchteralgen und Nitella. Das sind Boten für gute Wasserqualität.
    Sicher sind wir uns einig, das eine Beschleunigung in Form von Besatz gut gemeistert werden will.
    Mit einer gezielten Anpflanzung von Wasserpflanzen sollte man eher zurückhaltend sein. Neophyten sollten selbstverständlich ausscheiden.
    Ich habe hier im Forum mal gelesen, das ein Erstbesatz mit Karpfen in noch jungen Kiesgewässer guttut. Da sind berechtigte Zweifel angebracht.

    Ich hatte Deinen Satz im Eingangspost schon zitiert.
    Durch ihre künstliche Entstehung stellen sie den Bewirtschafter oft vor größere Probleme, das Gewässer nach dem Geboten der Maßhaltigkeit nach ökologischen Prinzipien zu bewirtshaften und zu pflegen.
    Das hast Du richtigerweise auf dem Punkt gebracht. Wir sollten das vertiefen.
    Gruß

    Albert

  24. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei albigud für den nützlichen Beitrag:


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