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  1. #1
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    Der Fischreichtum vergangener Tage

    Diesen Text möchte ich Euch nicht vorenthalten:
    Oeconomische Encyclopädie, Johann Georg Krünitz, entstanden 1773 bis 1858

    Wie fischreich manche Wasser, Flüsse, Seen, Meere, Teiche sind, ist fast über allen Glauben.
    In Deutschland werden die Donau, der Rhein, die Mosel, die Oder und die Warte, über alle erhaben;
    doch fehlt es auch der Elbe an genugsamen Fischen nicht, vielmehr kann letztere auf ihre schöne Barben, vortrefflich schmeckende Lachse,
    berühmte Karpfen, Bleye, Schleihen, Welse, deren zum Theil die größten Flüsse ermangeln, stolz seyn.
    Von dem fischreichen Theis in Ungarn sagt man, daß er zwey Theile Fische und einen Theil Wasser führe.
    Der Ob in Sibirien, soll keinem Flusse in der Welt weichen, und, wie die Wolga, besonders an Stören, Belugen und Sterlet einen großen Ueberfluß haben.
    In der Grafschaft Lancaster hat man aus dem Flusse Ribble, d. 14 Aug. 1750, auf Einen Zug 3500 ansehnliche Lachse gefangen.
    In der schwedischen See Brawicke sollen, im J. 1749, auf Einen Zug 50000 Bleye oder Brassen, und in der Garonne auf Einen Tag 160000 Aale gefangen worden seyn.
    Auf dem Cap Breton soll die Fischerey so wichtig seyn, daß auch die allerreichsten Bergwerke in Peru nicht so viel einbringen.
    Ebenfalls lesenswert sind die Texte zu den Stichwörtern "Angeln" und "Hecht".
    Für Interessierte ist die komplette Online-Ausgabe der Enzyklopädie hier zu finden: http://kruenitz1.uni-trier.de/background/entries.htm

    Ganz köstlich auch der Abschnitt zur "Sprungfischerey" unter dem Stichwort "Forelle".
    Geändert von CasaGrande (17.11.2010 um 15:47 Uhr)


  2. #2
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    Und nach dem 1. Buch Mose starb Abraham im Alter von 175 Jahren.....

    Klar waren die Bestände früher besser, aber wortwörtlich sollte man alte Berichte auch nicht immer nehmen....

  3. #3
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    Zitat Zitat von jaykay2003 Beitrag anzeigen
    Und nach dem 1. Buch Mose starb Abraham im Alter von 175 Jahren....
    Es freut mich zu lesen, dass es noch Menschen gibt, die sich in der heiligen Schrift auskennen.

    Klar waren die Bestände früher besser, aber wortwörtlich sollte man alte Berichte auch nicht immer nehmen....
    Das war der (Wissens-)Stand dieser Tage. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
    Sicherlich gab es bereits früher Übertreibungen, Beschwichtigungen und wohl auch das Anglerlatein.
    Das ist doch heutzutage ebenso der Fall, oder?
    Daraus folgere ich, dass man aktuelle - neue - Berichte ebenfalls nicht wortwörtlich nehmen sollte.

    Die Berichte in der Enzyklopädie über die Fische und den Fang derselben sind teilweise wirklich abenteuerlich bis absurd, aber immer kurzweilig.
    Fortschritte, aber auch immer noch gültiges Basiswissen sind leicht nachvollziehbar.
    Das Werk entstand in einer Zeit, in der sich die Moderne in Gestalt einer umfassenden Industrialisierung ankündigte.
    Dennoch waren auch im Bereich der Naturwissenschaften noch die überkommenen und altertümlich anmutenden "Weisheiten" verbreitet.
    Einiges davon darf man belächeln, einiges mit Kopfschütteln quittieren, ... es bleibt trotzdem eine der Grundlagen, auf der unser heutiges Wissen aufbaut.
    In der bevorstehenden "angel-armen" Zeit sicherlich für manchen eine willkommene Lektüre.

  4. Folgende 5 Petrijünger bedanken sich bei CasaGrande für den nützlichen Beitrag:


  5. #4
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    Da geb ich Dir vollkommen recht. Es ist wirklich sehr interessant, sich mit verschiedenen wissenschaftlichen Ergebnissen/Bemühungen/Erkenntnissen vergangener Jahrhunderte auseinander zu setzen. Eigentlich ein Muß für jeden kulturell interessierten Menschen.

  6. Folgende 5 Petrijünger bedanken sich bei jaykay2003 für den nützlichen Beitrag:


  7. #5
    strawinski
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    früher war alles besser, sogar die Zukunft...

  8. Der folgende Petrijünger sagt danke an strawinski für diesen nützlichen Beitrag:


  9. #6
    Weißfischfan Avatar von Peter85
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    Zitat Zitat von CasaGrande Beitrag anzeigen
    Die Berichte in der Enzyklopädie über die Fische und den Fang derselben sind teilweise wirklich abenteuerlich bis absurd, aber immer kurzweilig ... Dennoch waren auch im Bereich der Naturwissenschaften noch die überkommenen und altertümlich anmutenden "Weisheiten" verbreitet.
    Einiges davon darf man belächeln, einiges mit Kopfschütteln quittieren ...
    Absolut, ja. Ich hab mal weiss nicht mehr wo auch in einem älteren Schinken gelesen, wie man angeblich Aale fing:

    "Man hebe längs eines Flussufers einen zwei Fuss tiefen Graben aus und bedecke ihn mit Reisig. Dann locke man des Nachts durch das Ausstreuen von frisch gedroschenem Erbsenstroh die Aale an Land, welche dieses wittern. Sodann entferne man das Reisig, und sammle die auf ihrem Rückweg in den Graben fallenden Aale in Säcke ..."

    so in der Art

    Gesegnet seien die modernen Zeiten, denn Fische fangen war früher wie man sieht richtig anstrengend

    Fließender Übergang zum Aberglauben wenn ihr mich fragt.

    Aber wie schon gesagt, recht unterhaltsam zu lesen.

    Petri,
    Peter
    Ein Dankeschön an Jeden, der letztes Mal seinen Angelplatz sauber verlassen hat

  10. #7
    strawinski
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    naja, wenn alles soviel aberglauen gewesen wäre, dann wären die menschen ja schon ausgestorben....naturvölker leben noch heute im sogenannten aberglauben und existieren trotzdem.....

    alle fangmethoden von heute resultieren irgendwie aus der vergangenheit. such mal bilder von historischen wobblern oder anderen raubfischsystemen....wirste staunen.....
    ich würde niemals versuchen alles mit aberglauben zu erklären....

    überlege mal folgendes..Über 90% aller menschen glauben an ein höheres wesen, egal in welcher form.....und nun wollen 10% diesen leuten erzählen, das stimmt nicht?
    Übertrag mal das aufs angeln...
    90% aller Leute erzählen dir das Wobbler nicht fangen werden....Glaubst du den 10% oder den 90% bevor du 100€ versenkst?

  11. #8
    Weißfischfan Avatar von Peter85
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    Zitat Zitat von strawinski Beitrag anzeigen
    naja, wenn alles soviel aberglauen gewesen wäre, dann wären die menschen ja schon ausgestorben....naturvölker leben noch heute im sogenannten aberglauben und existieren trotzdem.....
    Ich sage nicht Alles sei Aberglaube gewesen. Ich denke nur es gibt einen Unterschied zwischen Aberglaube, überlieferten Erfahrungen, und Unwissenheit.

    Viele Weisheiten aus früheren Epochen haben Heute nach wie vor Gültigkeit. Andere haben sich einfach überlebt, weil man manche Dinge Heute besser versteht. Sachen die man früher mangels Wissen einfach noch nicht begriff mündeten halt oft im Aberglauben, weil man sie sich nicht rational erklären konnte.

    In der oben zitierten Encyclopädie steht z.B. auch Folgendes zu lesen:

    Das Fett vom Aal, in die Ohren gethan, wird als eine gute Arzenei für die Taubheit angepriesen, auch bedienet man sich desselben in der verstopften goldenen Ader, wider die Flecken nach den Pocken, und zur Beförderung des Wachstums der Haare.


    Also was mich betrifft ist mir der Aal in der Pfanne lieber als in den Ohren. Früher war eben doch nicht Alles Besser.
    Ein Dankeschön an Jeden, der letztes Mal seinen Angelplatz sauber verlassen hat

  12. #9
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    Hallo,

    überlege mal folgendes..Über 90% aller menschen glauben an ein höheres wesen, egal in welcher form.....und nun wollen 10% diesen leuten erzählen, das stimmt nicht?
    Übertrag mal das aufs angeln...
    90% aller Leute erzählen dir das Wobbler nicht fangen werden....Glaubst du den 10% oder den 90% bevor du 100€ versenkst
    Richard Dawkins. The God Delusion

  13. #10
    strawinski
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    tja, ich weiß auch nicht wo die naturmenschen ihr wissen her haben. wenn man sich mal die zeitskala der menschwerdung ansieht und dann mal nachdenkt, kommt man zu merkwürdigen schlüssen....k

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