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  1. #1
    Profi-Petrijünger
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    Fischbesatz: was bringt er wirklich?

    Bringt Fischbesatz wirklich mehr Fische übers Jahr gesehen?
    Diese Frage stelle ich mir immer wieder, wenn es bei uns im Verein um dieses Thema geht.
    Jedes Jahr geben viele Vereine viel Geld aus für den Besatz, aber wird auch der Nutzen nüchtern analysiert?

    Klar bringt Fischbesatz etwas, wenn sich die Arten nicht selbst im Gewässer fortpflanzen können. Aber wie sieht es aus, wenn die Arten sich regulär fortpflanzen? Wird der Ertrag des Gewässers wirklich gesteigert, kommen also Netto mehr Kilogramm pro Jahr heraus als vorher, oder bleibt die Biomasse mittelfristig gleich, oder sinkt sie vielleicht sogar durch den Besatz?

    Ich gehe bei dieser Frage zunächst mal davon aus, dass nur die Naturnahrung im Gewässer genutzt wird, kein zusätzliches Futter eingebracht wird, und die Fische nicht wieder entnommen werden, sich also in die Nahrungskette einfügen müssen. Moralische und gesetzliche Betrachtungen würde ich für die Diskussion mal ausklammern. Nicht weil sie mir nicht wichtig sind, im Gegenteil, sondern weil es mir in diesem Thema rein um die Nutzenbetrachtung geht. Die Entnahme durch uns oder den Kormoran klammere ich zunächst ebenfalls aus.

    Den weiteren Rahmen möchte ich offen lassen, und hoffe auf eine angeregte Diskussion.
    Also, wenn wir die Menge X einsetzen, ist dann nach einem Jahr noch die Menge X zusätzlich vorhanden, oder gar X plus ein Zuwachs? Wenn jemand dazu fundierte Quellen hat, dann immer her damit.
    Es irrt der Mensch, solang er strebt

    Gruß Thorsten

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  3. #2
    Super-Profi-Petrijünger Avatar von Holtenser
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    Hi

    Wenn das Gewässer nicht genutzt wird ( Befischung ) ist Besatz ausser zur unterstützenden Arterhaltung ( Koppen etc etc. )sinnlos.

    Sinnvoll wird besatz da wo der Mensch durch Befischung etc. Einfluss auf die im Gewässer vorhandenen Bestandsdichten und die Aterpyramiden nimmt.
    Ohne Besatz wären diese Gewässer schnell fischarm. Eine natürliche Altersstruktur und Bestandsdichte könnte nach beendigung einer fischereilichen Nutzung nur entstehen wenn die dafür notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. Das Verhältniss Fress und Raubfisch z.Bsp. muss stimmen, auch die Grösse und die Alterpyramide würden da eine Rolle spielen. Ein ausreichend grosses Gewässer könnte sich auch ohne menschlichen Eingriff nach einer gewissen Zeit wieder einpendeln. Das ist Gewässerabhängig und dauert mitunter 20 Jahre und länger.

    In natürlich belassenen Gewässern kann man das ganze sehr gut nachvollziehen, die natürliche Auslese sorgt dort dafür das immer nur soviel Fisch da ist wie ein Gewässer ernähren und beherbergen kann der Rest wandert entweder ab oder stirbt.

    Gruss
    Olli

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  5. #3
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    Also eine kurze Anmerkung von mir dazu: Wenn sich eine Fischart in einem Gewässer nicht fortpflanzt, dann gehört sie dort auch nicht rein.

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  7. #4
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    Zitat Zitat von Holtenser Beitrag anzeigen
    Hi

    Wenn das Gewässer nicht genutzt wird ( Befischung ) ist Besatz ausser zur unterstützenden Arterhaltung ( Koppen etc etc. )sinnlos.

    Sinnvoll wird besatz da wo der Mensch durch Befischung etc. Einfluss auf die im Gewässer vorhandenen Bestandsdichten und die Aterpyramiden nimmt.
    Ohne Besatz wären diese Gewässer schnell fischarm. Eine natürliche Altersstruktur und Bestandsdichte könnte nach beendigung einer fischereilichen Nutzung nur entstehen wenn die dafür notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. Das Verhältniss Fress und Raubfisch z.Bsp. muss stimmen, auch die Grösse und die Alterpyramide würden da eine Rolle spielen. Ein ausreichend grosses Gewässer könnte sich auch ohne menschlichen Eingriff nach einer gewissen Zeit wieder einpendeln. Das ist Gewässerabhängig und dauert mitunter 20 Jahre und länger.
    Das sehe ich ähnlich. Je kleiner das Gewässer und je stärker der Befischungsdruck bzw. die Entname der Fische desto größer ist die Anforderung an einen sinnvollen Besatz, sinnvolle Entnameregelungen bzw. Verbesserung des See hinsichtlich natürlicher Ablaichung der Fische.

    Auf gut deutsch an einem 20 ha See, Verein mit 100 Mitgliedern wo jeder am Tag mit 3 Fischen nach Hause gehen will und manche (viele) mindesten 2-3 mal in der Woche am See sitzen wird natürliche und nur durch Besatz nur gestützte Fischvermehrung nicht funktionieren. Das ist leider an vielen typischen Vereinsgewässern, die oftmals nicht viel mehr sind als dass was man von den FoPu´s her kennt, der Fall.

    Dort wird der Besatz anhand der Entnahmemenge bzw. der verfügbaren finanziellen Mittel durchgeführt. Ergebnis ist dass es hier keine Alterpyramide gibt sondern dass die kleinsten Fische meist solche sind, die gerade das Schonmaß erreicht haben es aber leider auch nicht schaffen werden zu wirklich kapitale Größen heranzuwachsen weil sie vorher meist schon gefangen und entnommen werden. Gleichzeitig tut man aber auch nicht viel um den Fischen das ablaichen im eigenen Gewässer zu ermöglichen und der Brut bzw. den Kleinfischen Rückzugsmöglichkeit zu geben und sich damit auf Dauer Besatzkosten zu sparen, weil dies im Moment nur Geld kostet würde und keinen "Ertrag" bringt und das Vereinsvolk nach fangbaren Fischen schreit.

    Um das optimale Gewässer zu erreichen bei dem man nur noch unterstützend besetzen muß wären massive Eingriffe in die Entnameregeln (Anzahl und Größe) sowie die Anzahl an Mitgliedern nötig denn sonst lassen sich bauliche Maßnahmen zum ablaichen nicht finanzieren ohne dass es zu einem Aufstand unter den Mitgliedern kommt.
    Geändert von cyberpeter (09.08.2010 um 10:03 Uhr)

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  9. #5
    Flyfisher Avatar von Eberhard Schulte
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    Moinsen!
    Was TorstenP da zur Diskussion stellt, ist in der Tat sehr interessant. Leider ist es so, daß es solche Zustände kaum noch gibt. Ein Gewässer ohne Fraßdruck durch Kormorane etc u. ohne großen Angeldruck, in welchem sich die dort vorkommenden Fischarten völlig natürlich reproduzieren, findet man zumindest in Deutschland nicht mehr sehr oft.
    Da Torsten aber eben diesen Idealzustand für die Diskussion zugrunde legt, gehen wir mal davon aus, daß wir ein solches Gewässer als Verein zu bewirtschaften hätten.
    Dann würde für mich nur eines gelten: nämlich überhaupt keinen Besatz einzubringen. Wozu denn? Die vorkommenden Arten vermehren sich ohne menschliches Zutun. Mit zusätzlichem Besatz kann man also erstens ein Gewässer, was das Nahrungsvorkommen betrifft, überfordern. Das führt zu Nahrungsmangel u. damit dann zu Kümmerformen. Die bis dahin gesunde Fischfauna wäre dadurch höchst gefährdet.
    Zweitens würden zusätzlich zur natürlichen Reproduktion eingebrachte Fische
    das genetische Gleichgewicht sicherlich erheblich stören. Nicht umsonst werden in so manchem Salmonidengewässer laichreife Fische gefangen, abgestreift u. der Laich erbrütet. Dann werden die Brütlinge eingesetzt. Manchmal werden sie auch in extra angelegten Teichen bis ins Jungfisch-Stadium aufgezogen. So wird das Fischvorkommen behutsam unterstützt u. eine genetische Störung ausgeschlossen.
    Leider ist dieser Idealzustand, wie schon gesagt, sehr selten. Wo es ihn aber wirklich gibt, sollte man der Natur ihren Lauf lassen. Und wenn unterstützender Besatz, dann natürlich nur Fische, die im Gewässer auch vorkommen. In einen Fluß zum Beispiel, in dem es niemals Forellen gab, müßte der Verein bei der UFB eine Besatzgenehmigung einholen, die aber niemals erteilt würde, denn dem Antrag muß ein Hegeplan beigefügt sein. Wo aber soll der Hegegedanke zu finden sein bei einem Besatz von Fischen, die nie dort vorkamen?? Es würde sich nur um einen "Fun-Besatz" handeln, der zum Spaß der Mitglieder getätigt würde u. das ist mit Recht verboten. Genehmigt würde jedoch ziemlich sicher der Besatz mit einer dort schon immer beheimateten Fischart, wenn man belegen kann, daß diese Fischart, aus welchen Gründen auch immer, einen Unterstützungsbesatz benötigt.
    Sollte aber der oben beschriebene Idealzustand eines Gewässers vorliegen, dürfte auch das unnötig sein.
    Gruß
    Eberhard

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  11. #6
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    Hi TP,

    nachdem ich deinen Beitrag durchgelesen habe, ist mir als erstes aufgefallen, dass es nach meiner Meinung ein paar begriffliche Probleme gibt.
    Du klammerst die Entnahme aus, sprichst aber gleichzeitig von "Ertrag" ("Wird der Ertrag des Gewässers wirklich gesteigert...").
    Du sprichst von "mittelfristigen" Betrachtungen,gleichzeitig aber von einem rel. kurzen Zeitraum ("übers Jahr gesehen") dazu gäbe es dann auch ein paar Fragen.

    Grundsätzlich kann man diese Frage nicht beantworten. Tatsächlich spielt die Absicht hinter einem Besatz die wichtigste Rolle - dabei kann bspw. eine Nettozunahme an Fischgewicht erstmal die zweite Geige spielen.
    Um die Kapazität eines Gewässers vollständig ausnutzen zu können, muss die Nahrungskette in Ordnung sein. D.h. die zur Verfügung stehenden Ressourcen müssen sozusagen von unten nach oben durchgereicht werden können. Dabei spielt jedes Glied der Kette eine wichtige Rolle. Sollte es innerhalb der Nahrungskette ein Verwertungsproblem geben - etwa darurch, dass das Verhältnis Räuber/Beute oder weiter unten Phytoplankton/Wasserfloh im Ungleichgewicht stehen - dann wird dieses Problem zum limitierenden Faktor für deinen Ertrag.

    Ist ein solcher Faktor bekannt, dann könnte man durch Stützung dem Problem entgegenwirken. Die Frage ist auch, ob Konkurrenten um die gleiche Ressource unterschiedlich "genutzt" werden, wenn es um die weitere "Verwertung" in der Nahrungskette geht. So können bspw. Karpfen keinen so großen Beitrag für die Raubfischernährung liefern, aber große Mengen an "Basisfutter" verstoffwechseln. Ein Blick auf die gesamte Kette lohnt sich in jedem Fall, so schwierig sich das auch in der Praxis darstellt...

    Aber nicht nur die Artzusammensetzung, sondern wie Olli geschrieben hat, auch die Alterspyramide ist wichtig. Um ein Beispiel zu nennen: gibt es einige große Hechte zuviel, dann ist deren Revierverhalten möglicherweise der Grund für einen einbrechenden Hechtbestand - der dann auch nicht durch Besatz ausgeglichen werden kann.

    Eine weitere wesentliche Quelle für Fehlbesatz ist die falsche Beurteilung über geeigneten Lebensraum. Das betrifft dann Laichhabitate, Unterstände und Temperatur-/Sauestoffverhältnisse übers Jahr. Grade Konkurrenzverhalten zwischen den Arten über die Nutzung eines begrenzten Lebensraum führen zu Verlusten bzw. dazu, dass sich ein Besatz nicht etablieren kann.

    Ich belasse es erstmal dabei, du ahnst oder weißt natürlich längst, dass das bei weitem nicht alle Faktoren sind, die es zu bewerten gilt. Allerdings spielen alle diese Faktoren bei der Besatzplanung im gewöhnlichen Vereinstümpel (z.T zu Recht) keine Rolle. Aber das war ja nicht deine Frage...

    Gruß Thorsten

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  13. #7
    Super-Profi-Petrijünger
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    Hi,

    ist 'ne interessante Diskussion, die in den nächsten Jahren sicherlich noch viel stärker in Fokus rücken wird. Hier mal meine "fünf Cent" zum Thema.

    Besatz macht in folgenden Fällen Sinn:

    1.) Die Reproduktion der betreffenden Fischart ist durch vorübergehende Faktoren am/im Gewässer gestört und der Bestand deshalb unter dem ökologisch "normalen" Level bzw. gefährdet.

    2.) Das Gewässer gehört zum natürlichen Verbreitungsgebiet der betreffenden Fischart, kann durch Querverbauungen & Co. nicht erreicht werden, bietet ansonsten aber die erforderlichen Rahmenbedingungen für eine zukünftige Reproduktion bzw. spätere Abwanderung (siehe Aal).

    3.) Ein Gewässer ist durch menschlichens Zutun überdüngt und bietet einer dort natürlich vorkommenden Art lediglich nicht ausreichend Reproduktionsmöglichkeiten, während das Nahrungsangebot vom gegebenen Fischbestand nicht annähernd ausgeschöpft wird.

    Situation 1 und 2 braucht man sicherlich nicht zu erläutern. Situation 3 ist heute noch sehr häufig gegeben. Bei gleichzeitiger Reduzierung des Nährstoffeintrages und fischereilicher Nutzung der betreffenden Fischart (Nährstoffaustrag durch Ertragsabschöpfung) wäre die künstliche und vorübergehende Erhöhung der Bestandsdichte ein Beitrag zur Gewässersanierung.

    Wo diese drei Szenarien nicht greifen und dennoch eine im Gewässer ohnehin vorhandene Art besetzt wird, dient der Besatz lediglich dazu, die Folgen einer gegebenen Überfischung zu kaschieren. Während man beim Thema Überfischung bisher lieber auf die "bösen Berufsfischer" zeigt, ist der Effekt einer Übernutzung in klassischen Angelgewässern viel weiter und stärker verbreitet, als manchem lieb und bewusst sein dürfte. Der richtige Weg, die Überfischung zu korrigieren, wäre eine entsprechende Beschränkung der Fischentnahme durch die Angler. Weil ich persönlich vom Spielen mit Fischen nichts halte, fällt C&R als Mittel zur Regulation für mich aus. Eine Beschränkung der ausgegebenen Angelberechtigungen bzw. der von den Berechtigten insgesamt zu entnehmenden Fische sind die geeigneten Werkzeuge.

    Viele Grüße

    Lars

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  15. #8
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    Hallo Lars,
    sehr guter Beitrag! Entnahmebeschränkung erscheint auch mir eigentlich als das geeigneteste Mittel. Es gibt nur das Problem, wer die Einhaltung (vor allem an sehr großen Gewässern wie Talsperren) überwachen u.kontrollieren soll. Die Zahl der Fischereiaufseher müßte der betreffende Verein dann sicher drastisch anheben.
    Gruß
    Eberhard

  16. Folgende 4 Petrijünger bedanken sich bei Eberhard Schulte für den nützlichen Beitrag:


  17. #9
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    Zitat Zitat von Bollmann Beitrag anzeigen
    Hi,
    Situation 1 und 2 braucht man sicherlich nicht zu erläutern. Situation 3 ist heute noch sehr häufig gegeben. Bei gleichzeitiger Reduzierung des Nährstoffeintrages und fischereilicher Nutzung der betreffenden Fischart (Nährstoffaustrag durch Ertragsabschöpfung) wäre die künstliche und vorübergehende Erhöhung der Bestandsdichte ein Beitrag zur Gewässersanierung.

    Hallo Bollmann,

    es liest sich fast so, als seist Du ein solch "böser Berufsfischer"?

    Deine Anmerkungen zu C&R teile ich, ein Spiel mit Fischen muss und sollte nicht sein.

    Ich habe aber 2 Fragen, die mir diesmal hoffentlich auch ohne weitere persönliche Verwechslungen geradeheraus beantwortet werden:


    • heißt für Dich "fischereiliche Nutzung" auch immer die Abschöpfung durch einen Fischer, oder liegt die für Dich bereits auch durch die Bewirtschaftung eines Angelvereins vor?
    • gibt es Untersuchungen zu Nährstoffbilanzen, ob eine zeitweise Erhöhung von Fischbeständen unter nährstoffangereicherten Bedingungen sowie derem späteren Abfang in eine Art "Gewässersanierung" münden kann?
      Unter gleichzeitiger Reduzierung des Nährstoffeintrags noch dazu?

    Zitat Zitat von Bollmann Beitrag anzeigen
    Der richtige Weg, die Überfischung zu korrigieren, wäre eine entsprechende Beschränkung der Fischentnahme durch die Angler.
    Oder eine Beschränkung von fischereilicher Bewirtschaftung durch Berufsfischer, möchte ich hinzusetzen.

    Angler können durchaus damit leben, wenn sie ein paar Jahre nicht erwartungsgemäß fangen.
    Wie sieht das bei Berufsfischern aus?

  18. Der folgende Petrijünger sagt danke an thoste für diesen nützlichen Beitrag:


  19. #10
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    Hallo Thorstenp
    Aber wie sieht es aus, wenn die Arten sich regulär fortpflanzen? Wird der Ertrag des Gewässers wirklich gesteigert, kommen also Netto mehr Kilogramm pro Jahr heraus als vorher, oder bleibt die Biomasse mittelfristig gleich, oder sinkt sie vielleicht sogar durch den Besatz?

    Interessante Frage?
    Olli hat ja für Fließgewässer ein mögliches Szenario (abwandern) beschrieben. Leuchtet mir ein.
    Auch Cyberpeter hat interessante Aspekte aufgezeigt.
    Die eigentliche Frage bleibt aber.
    Viele Einflüsse hast du ja ausgeklammert.
    Ich würde vermuten das kurzfristig aufs Jahr bezogen, eine Ertragssteigerung möglich wäre, aber in den darauf folgenden Jahren, der Ertrag sich ins „ negative „ ändert.
    Verdrängung, Nahrungsmangel, Räuber-Beute Verhältnis könnte kippen.
    Ein sich selbst überlassenes Gewässer wird im Schnitt immer einen dem Gewässer angepassten Bestand erhalten, Besatz darüber hinaus wird wenig Erfolg haben. Es muss ja Gründe geben, warum sich der ursprüngliche Bestand entwickelt hat. Wären natürliche Bedingungen vorhanden, die ein "mehr" an Fisch ermöglichen, käme dieses „mehr“ von allein.

    Hallo Lars
    Der Punkt leuchtet mir nicht ein.
    3.) Ein Gewässer ist durch menschlichens Zutun überdüngt und bietet einer dort natürlich vorkommenden Art lediglich nicht ausreichend Reproduktionsmöglichkeiten, während das Nahrungsangebot vom gegebenen Fischbestand nicht annähernd ausgeschöpft wird.

    In dem Fall müsste doch eigentlich der logische Weg sein, diese Überdüngung einzuschränken.
    Wichtiger aber noch, die fehlenden Reproduktionsmöglichkeiten zu schaffen.
    Dann ist kein dauerhafter, teurer Besatz von Nöten, ein Fischbestand z.B. entsprechend der Nahrungsgrundlage usw., baut sich selber auf.
    Eine Beschränkung der ausgegebenen Angelberechtigungen bzw. der von den Berechtigten insgesamt zu entnehmenden Fische sind die geeigneten Werkzeuge.

    In Bezug auf Überfischung,Dauerbesatz, der einzige und logische Weg.

    Hallo thoste
    Angler können durchaus damit leben, wenn sie ein paar Jahre nicht erwartungsgemäß fangen.

    Das ist noch der richtige Lacher für heute Abend.
    Wenn dem so wäre, gäbe es nicht das ewige Thema Besatz und die Auswüchse dessen.

  20. Folgende 5 Petrijünger bedanken sich bei manni.l für den nützlichen Beitrag:


  21. #11
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    Schön, dass sich schon einige an der Diskussion beteiligen, es waren viele interessante Punkte dabei.

    @Cyberpeter und Lars
    Bei uns gibt es eine Angelkartenbeschränkung, die durch das Regierungspräsidium durch die Ertragsfähigkeit des Gewässers und der Entnahme eines Durchschnittsanglers errechnet, und im Pachtvertrag vorgeschrieben wird.

    Ich fasse mal zusammen, was sich aus meiner Sicht bisher herauskristallisiert hat, im „idealisierten Modell“.

    Besatz bringt in einem Gewässer ohne Entnahme, das ausgenischt (Räuber Beute Nahrungsverhältnis wird vollkommen genutzt) ist, keinen zusätzlichen Ertrag.

    Meine These dazu: Es wird genau die Nahrung, die produziert wird auch konsumiert. Der Bestand ist konstant (unter Schwankungen natürlich). Würde Besatz dazukommen, käme es zur Nahrungskonkurrenz, was zur Verbuttung, oder gar zu einer Reduktion der Gesamtbiomasse führen würde, da mehr als die natürliche Reproduktion -sagen wir mal des Zooplanktons- konsumiert wird, weswegen theoretisch nicht mehr ausreichend neues Zooplankton nachkommen kann( Da ein Teil der „Elterntiere“ mitkonsumiert würde). Der Fischbestand würde sich dann auf einem niedrigeren Niveau als vorher einpendeln.

    @ Thunfisch:

    Mit „übers Jahr gesehen“ wollte ich zum Ausdruck bringen, dass es nicht um die FoPu Mentalität des sofort wieder fangens geht, sondern, dass sich die Fische in das Ökosystem einordnen müssen.

    Vom „Natur-“Ertrag spreche ich, da dies ja normalerweise die Grenze ist, die man nachhaltig entnehmen kann, da sie im Gewässer produziert wird. (Begrifflich hast du Recht, ist das eine unglückliche Kombination gewesen).

    Die Ertragsfähigkeit des Gewässers kann ich ja grob über das P-PP-F Verfahren errechnen (plus minus). Damit erhalte ich einen Wert X, sagen wir 500kg.
    Der Punkt, um den es den meisten Anglern geht, ist doch der, dass sie glauben, mehr als diese 500kg Entnahme wären möglich, wenn man nur ordentlich besetzt.

    Also stelle ich mal die Frage abgewandelt in den Raum: Kann ich diesen Naturertrag wirklich steigern (ohne Zufüttern), wenn ich Fische besetze? Kann ich aus 500 kg, 600 oder 700kg Ertrag machen? Wie sieht es aus, wenn langjährig weniger entnommen wird, als der Naturertrag, wie, wenn die Entnahme größer ist? Diese Überfischung wurde ja schon in einigen Beiträgen angesprochen. wobei sich bei Fischarten, die ein Mindestmaß und Schonzeit haben die Frage stellt, ob man überhaupt über den Naturertrag kommen, bzw. überfischen kann? Die Broschüre des IFB Abschnitt 2.2.2 beschreibt ja, dass eine Überfischung bei ausreichenden Schonmaßen und Zeiten im Binnengewässer kaum zu erwarten ist.

    Für Hecht und Bafo ist durch ihr Revierverhalten belegt, dass ein Besatz bei natürlicher Reproduktion nichts bringt an zusätzlichem Ertrag. Wie sieht es bei anderen Arten aus?

    Ich habe mir die vorhandenen Fang/Besatz Daten meines Vereins bis Anfang der 80 er Jahre durchgearbeitet und versucht zu analysieren. Früher wurde z. T. relativ viel besetzt aus meiner Sicht(es gab auch einen Pflichtbesatz im alten Pachtvertrag), die letzten Jahre deutlich weniger, bis gar nicht mehr. Die Ertragsfähigkeit nach dem P-PP-F Verfahren wurde nur einmal wesentlich überschritten (Wenn ich von dem rechnerischen P-PP-F Wert heute als Datum ausgehe, was natürlich über diesen langen Zeitraum, und bei einer Realbetrachtung nicht optimal ist), sonst lag er immer darunter, bis knapp daran. Der Ertrag scheint nicht mit dem Besatz zu korrelieren, und war in den letzten Jahren ohne signifikanten Besatz höher, als in den Folgejahren eines größeren Besatzes. Mir ist natürlich klar, dass die Fanglisten sicher nicht immer korrekt ausgefüllt waren. Sind diese „Erkenntnisse“ aus eurer Sicht plausibel?

    Ich bin daher der Ansicht, dass es in einem intakten Gewässer, in dem keine Nische ungenutzt ist, nicht möglich ist, den Ertrag, oder vllt. besser die Entnahme, zu erhöhen, wenn man Fische besetzt, und unter der natürlichen Ertragsfähigkeit liegt. Bei Überfischung wäre es möglich ihn wieder auf die natürliche Höhe zu bekommen, allerdings wären hier sicher Entnahmeregelungen sinnvoller, unter der Voraussetzung, dass Überfischung in Binnengewässern mit Schonregelungen möglich ist.


    Sorry, falls ich den ein oder anderen Begriff wieder falsch verwendet haben sollte, ich denke ihr versteht, was ich meine, und worauf ich hinaus will. (Ich freue mich natürlich trotzdem über eine Korrektur falscher Begriffsverwendung )
    Es irrt der Mensch, solang er strebt

    Gruß Thorsten

  22. Folgende 3 Petrijünger bedanken sich bei thorstenp für den nützlichen Beitrag:


  23. #12
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    Hallo Thorsten,

    Zitat Zitat von thorstenp Beitrag anzeigen
    Vom „Natur-“Ertrag spreche ich, da dies ja normalerweise die Grenze ist, die man nachhaltig entnehmen kann, da sie im Gewässer produziert wird. (Begrifflich hast du Recht, ist das eine unglückliche Kombination gewesen).
    in der Diskussion gerade zur "Überfischung" der Meere hat sich das Kürzel MSY (Maximum Sustainable Yield - http://en.wikipedia.org/wiki/Maximum_sustainable_yield ) etabliert. Der Begriff beschreibt den langfristig maximal erreichbaren Fischereiertrag. Als Daumenwert kann man davon ausgehen, dass etwa 30% der adulten Individuen eines Fischbestandes als Ertrag abgeschöpft werden können. Die damit verbundene Verringerung der Populationsdichte führt zu einer stärkeren Reproduktion und verringerten Moratilität bei den verbleibenden Fischen in der Population, so
    dass dieser Ertrag langfristig realisierbar ist. Das ist der Knackpunkt dabei.

    Faktoren, die im Zusammenhang mit der Populationsdichte stehen und die Reproduktion der Population limitieren, werden über die Entnahme/Nutzung beeinflusst/abgeschwächt. Erst die dadurch verbesserten Reproduktionsbedingungen machen den nachhaltigen, also über einen längeren Zeitraum realisierbaren Fischertrag ohne eine Gefährdung der genutzten Population möglich.

    Erhöht man über (in dem Fall sinnlosen) Besatz die Populationsdichte, greifen diese dichteabhängigen Faktoren zwangsläufig wieder stärker, so dass die Reproduktionsleistung der ursprünglichen Population eingebremst wird. Gleichzeitig stehen bei der heute vielerorts üblichen Besatzpraxis (möglichst viel, möglichst billig, egal woher) die Chancen besonders gut, sich mit dem Besatz diverse Krankheitserreger/Parasiten ins Gewässer zu schleppen. Wer Fische im Gartenteich oder Aquarium versorgt, kennt vielleicht die "Nachwehen", welche die Freude an neu erworbenen Fischen innerhalb weniger Tage ganz fix in Frust umschlagen lassen. Nichts anderes passiert in einem natürlichen Gewässer, wenn unterschiedliche Fischpopulationen nach dem Besatz mit dem munteren Austausch aus dem stets vorhandenen Stamm diverser "Mitbewohner" beginnen und diese Mitbewohner dann die Gunst der Stunde nutzen.

    Wenn es dumm läuft, führt der ungewollte "Besatz" mit bisher im Gewässer nicht oder nicht in der Dichte vorhandenen Erregern/Parasiten innerhalb des ursprünglichen Fischbestandes in einem Gewässer zu einem krankheitsbedingten Anstieg der Mortalität. Das kann so weit gehen, dass ich unter dem Strich mit Besatz dann weniger Ertrag erziele, als ohne das sinnfreie Reinkippen von Fischen zu erzielen gewesen wäre. Würden sich die Vorstände zahlreicher Vereine auch nur im Ansatz die Gedanken machen, die Du hier ausformulierst, würde es neben den Fischbeständen in vielen Gewässern auch den Kassen bzw. Konten der Vereine um ein Vielfaches besser gehen.

    Kann ich diesen Naturertrag wirklich steigern (ohne Zufüttern), wenn ich Fische besetze? Kann ich aus 500 kg, 600 oder 700kg Ertrag machen?
    Kurzfristig vielleicht, wenn Du z.B. Raubfische besetzt, die dann auf Kosten des Kleinfischbestandes Biomasse aufbauen, welche Du als (kurzfristigen) Ertrag abschöpfst. Langfristig (siehe MSY) geht das unter den von Dir genannten Rahmenbedingungen nicht.

    Wie sieht es aus, wenn langjährig weniger entnommen wird, als der Naturertrag, wie, wenn die Entnahme größer ist?
    Entnimmst Du weniger als den MSY, greifen die dichteabhängigen Faktoren und bremsen die von Dir bewirschafteten Fischpopulationen wieder ein. Gehst Du mit der Entnahme über den MSY und entnimmst zuviele potenzielle Laicher, hast Du trotz sonst bester Bedingungen (Lebensraum, Nahrung ...) die optimale Reproduktionsleistung der Population ausgebremst. Die Population ist damit noch längst nicht gefährdet, Du hast Dir aber ins eigene Fleisch geschnitten, weil Du Deinen maximalen Ertrag nicht mehr erreichen kannst. Das ist übrigens genau der Zustand, in dem sich die meisten Fischbestände unserer Meere befinden. Weil es sich für die Spendenbeschaffung besser macht, wird dieser Zustand der Überfischung (in Bezug auf den MSY) von WWF, Greenpeace & Co. gerne als Überfischung im Hinblick auf eine Bestandsbedrohung verkauft. Mit der richtigen Wortwahl lassen sich da in den Medien tolle effekte erzielen ...

    Diese Überfischung wurde ja schon in einigen Beiträgen angesprochen. wobei sich bei Fischarten, die ein Mindestmaß und Schonzeit haben die Frage stellt, ob man überhaupt über den Naturertrag kommen, bzw. überfischen kann? Die Broschüre des IFB Abschnitt 2.2.2 beschreibt ja, dass eine Überfischung bei ausreichenden Schonmaßen und Zeiten im Binnengewässer kaum zu erwarten ist.
    Grundsätzlich richtig, aber ... Es gibt ja neben der Befischung durch uns weitere Faktoren, die auf die Population einwirken und ebenfalls auf Reproduktion/Mortalität wirken - siehe Kormoran ...

    Das Ganze ist eine "Rechnung" (eher Schätzung) mit vielen Unbekannten. Du kennst in der Regel weder den Ausgangswert (Populationsgröße), noch die tatsächliche Entnahme durch Angler und Kormoran, noch die tatsächliche Bonität (Ertragsfähigkeit des Gewässers), noch die tatsächliche Reproduktionsleistung der vorhandenen Population.

    Für Hecht und Bafo ist durch ihr Revierverhalten belegt, dass ein Besatz bei natürlicher Reproduktion nichts bringt an zusätzlichem Ertrag. Wie sieht es bei anderen Arten aus?
    Sofern die Lebensraumkapazität der jeweiligen Art im Gewässer auchnur annähernd ausgeschöpft ist, machst Du auch bei anderen Arten eher Schaden, als den Ertrag zu steigern. (siehe oben)

    [...] Sind diese „Erkenntnisse“ aus eurer Sicht plausibel?
    Wenn Du berücksichtigen wolltest, welche sonstigen Faktoren da noch auf den Fischbestand gewirkt und damit die Ergebnisse beeinflusst haben, wirst Du nicht mehr fertig ... ;-)

    Ich bin daher der Ansicht, dass es in einem intakten Gewässer, in dem keine Nische ungenutzt ist, nicht möglich ist, den Ertrag, oder vllt. besser die Entnahme, zu erhöhen, wenn man Fische besetzt, und unter der natürlichen Ertragsfähigkeit liegt.
    Wenn Du das "unter" gegen ein "über" austauscht, bin ich dabei.

    Bei Überfischung wäre es möglich ihn wieder auf die natürliche Höhe zu bekommen, allerdings wären hier sicher Entnahmeregelungen sinnvoller, unter der Voraussetzung, dass Überfischung in Binnengewässern mit Schonregelungen möglich ist.
    jepp!

    "natürlich reproduzierte" Grüße

    Lars

  24. Folgende 7 Petrijünger bedanken sich bei Bollmann für den nützlichen Beitrag:


  25. #13
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    Zitat Zitat von thorstenp Beitrag anzeigen

    Ich gehe bei dieser Frage zunächst mal davon aus, dass nur die Naturnahrung im Gewässer genutzt wird, kein zusätzliches Futter eingebracht wird, und die Fische nicht wieder entnommen werden, sich also in die Nahrungskette einfügen müssen.
    Zitat Zitat von Thunfisch
    Du klammerst die Entnahme aus, sprichst aber gleichzeitig von "Ertrag" ("Wird der Ertrag des Gewässers wirklich gesteigert...").
    Du sprichst von "mittelfristigen" Betrachtungen,gleichzeitig aber von einem rel. kurzen Zeitraum ("übers Jahr gesehen") dazu gäbe es dann auch ein paar Fragen.
    Grundsätzlich kann man diese Frage nicht beantworten. Tatsächlich spielt die Absicht hinter einem Besatz die wichtigste Rolle -
    Genau zurück zum Modell von thorstenp, so mein Vorschlag.

    Keine Entnahme, durch wen auch immer, war eine Grundvoraussetzung.

    Antwort auf das nachgefragte Modell, Faktoren, abhängig von:
    - Nährstoffsituation des Gewässers, auch einer zukünftigen
    - der vorher bereits angeführten Lebensraumkapazität
    - Konkurrenz (unter wie auch zwischen Arten)
    - der Altersstruktur der Gemeinschaften

    Eine Besatzabsicht muss überhaupt keine Rolle spielen.
    Auch eine natürliche Verbreitung von Fischarten ist für ein betrachtetes Gewässer eine Art "Besatz", manchmal Initialzündung.
    Hinter dem Begriff muss also nicht zwangsläufig eine Intention stecken, vor allem keine menschliche.

    Letzter Vorschlag zum Ende:
    Der Begriff "Nahrungskette" ist schon lange durch den Begriff "Nahrungsnetz" ersetzt worden.
    Der beschreibt die Komplexizität von Wechselwirkungen zwischen Organismen wesentlich besser, ist also keine reine Worthülse.

    Wir sollten diesen Begriff einführen und dann auch beibehalten.

  26. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei thoste für den nützlichen Beitrag:


  27. #14
    Schnitzeltechniker/Rebell Avatar von Jack the Knife
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    Hi Leute ,

    es kommt immer darauf an in welchem Gewässer der Besatz landet und um welche Fische es sich handelt .

    Hier in meiner Ecke leiden zum Beispiel viele Fließgewässer , an denen Bachforellen und Äschen vorkommen , am Fraßdruck des Kormorans , ergo wird mit diesen Fischen ein "Mischbesatz" ( verschiedene Jahrgänge ) getätigt , um die Fische im Bestand zu unterstützen , bzw zu stärken .

    In den meisten stehenden Gewässern , werden jährlich Karpfen , Schleien , Hechte , Zander besetzt , je nachdem was die Auswertung der Fanglisten ergibt , gelegentlich auch mit anderen Fischarten , wie Seeforellen , Renken , Saiblingen etc.

    Zu Karfreitag werden hier auch meist in Seen ohne Anschluß an Fließgewässer Regenbogenforellen eingesetzt , nach dem Besatz sind diese Gewässer 2 Wochen gesetzlich vom Angeln ausgenommen .

    Der Besatz sollte meiner Meinung nach dem Erhalt und der Stabilisierung eines gesunden Fischbestandes dienen , für was er ursprünglich eigentlich auch gedacht war und nicht wie bei manchen Vereinen nur um die besetzten Fische gleich wieder rauszuangeln , solche Vereine und deren Seen bzw Gewässer haben meist einen Forellenanlagenchakrakter (FoPu) .
    mfg Jack the Knife

    Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenige Leute damit beschäftigen.

    Henry Ford, amerikanischer Industrieller

    Pessimisten sind Optimisten mit negativer Erfahrung !

  28. Der folgende Petrijünger sagt danke an Jack the Knife für diesen nützlichen Beitrag:


  29. #15
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    Naja Jack, ob ein Besatz mit teilweisen Laichfähigen Bafos und Äschen Wirkung zeigt, da bin ich skeptisch.
    Das Dumme ist immer ihre Abwanderungswilligkeit, sie halten sich nicht an Pachtstrecken. Dazu noch andere Faktoren.
    Und der K kommt wieder. Leider.

    Bei Besatz in stehenden Gewässern muss man immer den Faktor Angleranzahl berücksichtigen. Denn die Anzahl der Angler an einem See zu begrenzen stößt vielerorts an Grenzen.

    Besatz nur mit Raubfischen , von der Schleie abgesehen, birgt schon ein Risiko in sich.
    Warum Schleienbesatz ? Dazu RBF ? Und Hecht ?
    Sicher wird ein Verzicht auf Besatz für ein Jahr die Fangstatistik in den Keller drücken.
    Wo liegt das Dilemma der natürl. Reproduktion ?
    Es ist schwer, unter die Oberfläche zu schauen und ein Gewässer zu verstehen.

    Hoffe, Du bist durch meine Zeilen nicht angekratzt.
    Gruß

    Albert

  30. Folgende 6 Petrijünger bedanken sich bei albigud für den nützlichen Beitrag:


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