Ergebnis 1 bis 7 von 7
  1. #1
    zandergrundel Avatar von zandergrundel
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    Wie kann ich verklebte Seidenschnüre wieder zum Angeln benützen?

    Immer wieder werde ich gefragt was tun mit verklebten Seidenschüre!
    Nur sehr wenige Flifi Angler fischen mit einer Seidenschnur, gerade die Seitenschüre sind anfällig und verkleben häufig.
    Was tun?
    Verklebte Seidenschnur in eine 20% Sodalösung (Natriumbicarbonat) einlegen.
    Den Vorgang bis zu 3 mal wiederholen, das kauft man 200 gr in der Apotheke und ihre Schnur kann wieder eingesetzt werden.
    Sicher gibt es auch noch andere Verfahren?
    Petri Heil Zandergrundel
    Geändert von zandergrundel (13.07.2010 um 10:05 Uhr)

  2. #2
    Flyfisher Avatar von Eberhard Schulte
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    Die meisten Fliegenfischer benutzen heute moderne Fliegenschnüre, weil sie erstens wesentlich pflegeleichter u. zweitens längst nicht so anfällig sind, wie Seidenschnüre. Deshalb werden diese heutzutage nur noch von wirklichen Puristen benutzt. Seidenschnüre müssen vor dem Fischen mit einem speziellen Fett, Öl oder auch Gel behandelt werden, damit sie schwimmen u. nicht nach wenigen Würfen untergehen. Dies wiederum birgt die Gefahr in sich, daß die sehr teuren Schnüre auf die Dauer verkleben können. Da sie ja sowieso nach dem Fischen getrocknet werden müssen, damit sie nicht verrotten, kann man sich am besten dafür ein Gerät basteln, auf dem sie trocknen können, ohne daß die einzelnen Windungen sich berühren. Dazu nimmt man am besten eine Platte des sog. "Fliegendrahtes", also ein sehr feinmaschiges Drahtnetz. Dieses formt man um zwei runde Holzscheiben herum zu einem Rohr, wobei man die Nahtstelle mit einem Tapeband bedecken sollte, um eine Beschädigung der Schnur zu vermeiden. Um dieses Gitterrohr windet man dann die Seidenschnur so auf, daß die einzelnen Windungen sich nicht berühren. Auf diesem Gerät, das von allen Seiten die Luft durch läßt, kann die Schnur trocknen. Ein Verkleben wird durch diese Art der Trocknung zwar nicht auf Dauer völlig verhindert, jedoch verklebt die Schnur bei weitem nicht so schnell. Ist es irgendwann dann doch geschehen, so ist der Tip von Martin (Zandergrundel) richtig, um die Schnur wieder gebrauchsfähig zu machen.
    Ich persönlich würde diese ganzen Umstände jedoch nicht auf mich nehmen, sondern ich benutze daher ausschließlich moderne Flugschnüre, bei denen man nur gelegentlich das Coating mit einem Pflegemittel säubern u. glätten muß, vorausgesetzt, man mißhandelt die Schnur nicht durch darauf herumtreten oder ähnliche Gewalteinwirkung. So etwas halten selbst sehr teure Schnüre natürlich nicht lange aus.
    Gruß
    Eberhard

  3. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei Eberhard Schulte für den nützlichen Beitrag:


  4. #3
    zandergrundel Avatar von zandergrundel
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    Zitat Zitat von Eberhard Schulte Beitrag anzeigen
    Die meisten Fliegenfischer benutzen heute moderne Fliegenschnüre, weil sie erstens wesentlich pflegeleichter u. zweitens längst nicht so anfällig sind, wie Seidenschnüre. Deshalb werden diese heutzutage nur noch von wirklichen Puristen benutzt. Seidenschnüre müssen vor dem Fischen mit einem speziellen Fett, Öl oder auch Gel behandelt werden, damit sie schwimmen u. nicht nach wenigen Würfen untergehen. Dies wiederum birgt die Gefahr in sich, daß die sehr teuren Schnüre auf die Dauer verkleben können. Da sie ja sowieso nach dem Fischen getrocknet werden müssen, damit sie nicht verrotten, kann man sich am besten dafür ein Gerät basteln, auf dem sie trocknen können, ohne daß die einzelnen Windungen sich berühren. Dazu nimmt man am besten eine Platte des sog. "Fliegendrahtes", also ein sehr feinmaschiges Drahtnetz. Dieses formt man um zwei runde Holzscheiben herum zu einem Rohr, wobei man die Nahtstelle mit einem Tapeband bedecken sollte, um eine Beschädigung der Schnur zu vermeiden. Um dieses Gitterrohr windet man dann die Seidenschnur so auf, daß die einzelnen Windungen sich nicht berühren. Auf diesem Gerät, das von allen Seiten die Luft durch läßt, kann die Schnur trocknen. Ein Verkleben wird durch diese Art der Trocknung zwar nicht auf Dauer völlig verhindert, jedoch verklebt die Schnur bei weitem nicht so schnell. Ist es irgendwann dann doch geschehen, so ist der Tip von Martin (Zandergrundel) richtig, um die Schnur wieder gebrauchsfähig zu machen.
    Ich persönlich würde diese ganzen Umstände jedoch nicht auf mich nehmen, sondern ich benutze daher ausschließlich moderne Flugschnüre, bei denen man nur gelegentlich das Coating mit einem Pflegemittel säubern u. glätten muß, vorausgesetzt, man mißhandelt die Schnur nicht durch darauf herumtreten oder ähnliche Gewalteinwirkung. So etwas halten selbst sehr teure Schnüre natürlich nicht lange aus.
    Gruß
    Eberhard
    Danke Eberhard: Schon in der IG Flifi für Anfänger habe ich mich über deinen Sachverstand und Abhandlung sehr gefreut, weil diese auch Sachlich und interessant zu lesen waren.
    Auch heute lege ich noch großer Wert für deine Fairnis und Fachlichen Kenntnisse!
    Wie du weißt sind viele alte Angelutensilien in Osteuropa unterweges; mir ist das manchmal auch ein Rätsel, bei den heutigen Angebot.
    Leider kann ich aber noch nicht unterscheiden was original und was nachgemachte Seidenschnüre sind und woran man die nachgemachten erkennt?
    LG aus dem Frankenland Martin
    Geändert von zandergrundel (13.07.2010 um 11:16 Uhr) Grund: Korektur

  5. Der folgende Petrijünger sagt danke an zandergrundel für diesen nützlichen Beitrag:


  6. #4
    Dog79
    Gastangler
    Zitat Zitat von zandergrundel Beitrag anzeigen
    Danke Eberhard: Schon in der IG Flifi für Anfänger habe ich mich über deinen Sachverstand und Abhandlung sehr gefreut, weil diese auch Sachlich und interessant zu lesen waren.
    Auch heute lege ich noch großer Wert für deine Fairnis und Fachlichen Kenntnisse!
    Wie du weißt sind viele alte Angelutensilien in Osteuropa unterweges; mir ist das manchmal auch ein Rätsel, bei den heutigen Angebot.
    LG aus dem Frankenland Martin
    Ich denke das liegt daran das die Leute nicht so hohe Ansprüche haben und sich auch mit wenig zufrieden geben können.Sie werden damit sicher auch nicht schlechter fangen.

  7. #5
    Flyfisher Avatar von Eberhard Schulte
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    Hallo,
    mag schon sein, daß in Osteuropa noch viele alte Gerätschaften in Gebrauch sind. Lange Zeit war dort ja auch nichts weiter erhältlich u. wenn, dann nur mit Beziehungen u. zu hohen Preisen. Heute ist es ja wohl anders. Aber gerade Seidenschnur ist ja nun nicht irgend ein alter Krempel, sondern ein eigentlich sehr hochwertiges Produkt, das man auch heute noch sehr teuer bezahlen muß, wenn man eine solche Schnur denn haben möchte. Von daher verstehe ich eigentlich nicht, daß man diese Art Schnüre noch häufig in Osteuropa findet. Hierzulande sind sie nämlich teurer als die heute verwendeten Schnüre.
    Gruß
    Eberhard

  8. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei Eberhard Schulte für den nützlichen Beitrag:


  9. #6
    zandergrundel Avatar von zandergrundel
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    Wie kann ich meine verklebte Seidenschnüre wieder..

    Zitat Zitat von Eberhard Schulte Beitrag anzeigen
    Hallo,
    mag schon sein, daß in Osteuropa noch viele alte Gerätschaften in Gebrauch sind. Lange Zeit war dort ja auch nichts weiter erhältlich u. wenn, dann nur mit Beziehungen u. zu hohen Preisen. Heute ist es ja wohl anders. Aber gerade Seidenschnur ist ja nun nicht irgend ein alter Krempel, sondern ein eigentlich sehr hochwertiges Produkt, das man auch heute noch sehr teuer bezahlen muß, wenn man eine solche Schnur denn haben möchte. Von daher verstehe ich eigentlich nicht, daß man diese Art Schnüre noch häufig in Osteuropa findet. Hierzulande sind sie nämlich teurer als die heute verwendeten Schnüre.
    Gruß
    Eberhard
    Hallo Eberhard,
    ja so war das bis in den Jahren der Osterweiterung, meinen letzten Absatz hast du vieleicht nicht gelesen, oder überflogen?
    Nun gibt es ja leider auch diese Plagiate, also die Fälschungen und daher auch mein Interesse, denn wenn ich eine Originale vom Hersteller kaufe; der Preis zwischen 190 und 230 Euro pro 30 Meter liege wird mir das ja umgetauscht?
    Bei einer Nachgemachten aus China bekomme ich nichts, auch keinen Umtausch!
    Zu meinen Bedauern waren außer deiner Antwort keine anderen.
    Ich gehe mal davon aus, daß eine Verklebung vielmehr von den Nachahmungen hervor geht?
    Gibt es nun noch ein anderes Verfahren oder gibt es nur das von mir benannte?
    Die Seidenschnüre, so habe ich gehört, sind der Parallelschnur in allen weit überlegen und man kann fantastische Würfe leicht und mit wenigen Rutenschwingungen ausführen!
    LG Martin
    Ps: Bin ab heute in Urlaub

  10. Der folgende Petrijünger sagt danke an zandergrundel für diesen nützlichen Beitrag:


  11. #7
    Flyfisher Avatar von Eberhard Schulte
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    Moin!
    Ein anderes Verfahren zum "Entkleben" der Seidenschnur ist mir leider auch nicht bekannt. Meine Kenntnisse über Seidenschnüre sind nur angelesen oder ich weiß es vom Erzählen meines Vaters, der noch mit Seidenschnur fischte. Ich selbst habe keine praktischen Erfahrungen damit.
    Ich gehe auch mal davon aus, daß die in China, Taiwan usw. hergestellten Seidenschnüre zwar deutlich billiger sind, aber auch weitaus weniger taugen.
    Eben Billigware! Sie werden ziemlich sicher auch schneller verkleben, als es bei Qualitätsware der Fall wäre.
    Daß eine gute, nach beiden Enden hin konisch gezogene Seidenschnur einer Parallelschnur sehr überlegen ist, darüber besteht kein Zweifel. Parallelschnüre werden heutzutage eigentlich nur noch als Runningline hinter Schußköpfen verwendet.
    So, Martin, dann wünsche ich Dir einen schönen u. erholsamen Urlaub.
    Gruß
    Eberhard

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