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  1. #1
    niersfischer
    Gastangler

    Alter der Fische und die Potenz des Laiches

    hallo beisammen,

    nach stundenlangem stöber im board bin ich nicht fündig geworden, denke nun aber wohl hier sachkundige antworten zu erhalten.

    wie schaut´s aus mit der potenz des laiches. von dem einen habe ich gehört, das alte fische (hier im speziellen der karpfen) weniger potenten laich produzieren. von anderer seite hörte ich nun, das es genau das gegenteil sein soll. gerade die alten böten den potentesten laich mit den besten genen.

    hintergrund meiner frage: bei uns werden, wie überall so oft, die teil rießigen karpfen releast. nun sagte man mir, wir sollten sie besser entnehmen, da sie zu a. zu große futterkonkurenten für die jungfische seien und zu b. sie eh nur noch wenig potenten laich hergeben würden.

    was stimmt den nun eigentlich?

    danke für´s mitgrübeln.

    sollte jemand auch mit quellenangaben aus der fachliteratur glänzen können ... nur her damit.

    grüße

    ... vom mattes

  2. Der folgende Petrijünger sagt danke an niersfischer für diesen nützlichen Beitrag:


  3. #2
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    Gute Frage! Leider ist Streit vorprogrammiert .
    ...aber ohne gehts nicht und wäre langweilig.
    Sowas interessiert mich aber auch schon lange, eine rege Beteiligung wäre von den Erfahrenen und (Hobby)Biologen unter uns echt cool.

  4. #3
    Allroundangler
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    Hab das hier gefunden:

    Ist zwar nicht gerade kurz, man kann aber auch Querlesen!
    Beinhaltet aber konkrete Aussagen zu Deiner Frage!

    http://www.anglerpraxis.de/200604272...chbestand.html
    Flüsse, Seen und ihre Bewohner wurden zur Erholung weiser Menschen gemacht
    und für Dummköpfe, damit sie unbedacht daran vorbeilaufen.
    (f. n. Izaak Walton)

  5. Folgende 10 Petrijünger bedanken sich bei Fliegenpeitsche für den nützlichen Beitrag:


  6. #4
    niersfischer
    Gastangler
    hallo fliegenpeitsche

    querlesen? ich hab den artikel quasi gefressen. und dies sollten vielleicht auch alle anderen interessierten (gewässerwarte) tun.

    meine fragen wurden hierdurch bis ins detail und darüber hinaus beantwortet und hat ein umdenken bei mir angestoßen. sehr guter artikel.

    vielen dank für den link.

    petri

    ... vom mattes

  7. Folgende 3 Petrijünger bedanken sich bei niersfischer für den nützlichen Beitrag:


  8. #5
    Karpfendompteur
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    Moin

    Das ist ja ein feiner Artikel von Arlinghaus, nur sollte man solche Artikel nicht
    unkritisch hinnehmen, sondern sie auch hinterfragen. Und gerade die Artikel von Arlinghaus werden unter Fachleuten sehr kritisch gesehen, da er selbst bekennender C&R-ler ist - ich werde mal versuchen ein paar kritische Anhaltspunkte zu seinem Artikel darzustellen - wobei diese Anhaltspunkte natürlich auch gern kritisiert werden können

    Er schreibt, das große Laicher produktiver sind als kleine - er hat dabei natürlich in dem sinne Recht, das ein großer Laicher mehr Eier in sich trägt und auch, das die Jungfische einen Selektionsvorteil gegenüber denen kleinerer Laicher haben, da sie schon größer und wohlgenährter aus ihren Eiern schlüpfen - er geht dabei aber nicht darauf ein, das die Menge des Laiches nicht proportional mit mit dem Körpergewicht steigt - Mit der Größe der Fische steigt der Selbsterhaltungsenergieverbrauch an - d.h., dass gegenüber kleineren Laichern viel mehr Nahrung für die Erhaltung vergeudet wird, anstatt sie in die Reproduktion zu investieren. Zusätzlich laicht ein Karpfen mit 20+ kg auch nicht mehr jedes Jahr ab bzw. irgendwann ist er so groß, das er sämtliche Nahrung für die Erhaltung verwendet und sich überhaupt nicht mehr fortpflanzt.
    So, das bedeutet nun, das viele kleine Laicher mehr Laich produzieren als wenige große...
    Weiterhin schreibt er immer von der Plastizität - Eine hohe Plastizität entsteht auch durch die Mischung vieler verschiedener Allele, was heißen soll, dass es einen großen Unterschied macht, ob sich nur die genetischen Anlagen von wenigen Fischen ( also den wenigen Großen) mischen oder von ganz vielen Fischen (also den vielen Kleinen).
    Des Weiteren schreibt er, das bei der Entnahme auch das wichtige genetische Potential verloren geht - da er aber gleichzeitig auch behauptet, das eine genetische Veränderung sehr rasch vonstatten geht, wiederspricht er sich damit selbst - da dies auch bedeuten würde, das die kleineren und damit jüngeren Fische natürlich an die jetzigen Bedingungen der selektiven Auslese im Jugendstadium viel besser genetisch angepasst sind als die alten, da deren jugendliche Selektion u.U. schon ewig zurück liegt, was sich gerade in Bezug auf rasche Änderungen der Umweltbedingungen negativ auswirken kann.
    Auch sollte man sehr vorsichtig sein mit der Übertragbarkeit von Ergebnissen gerade aus dem marinen Bereich, wo relativ konstante Bedingungen herrschen, hin zum limnologischen Bereich, wo die Umweltvariation erheblich vielfältiger ist. Ein weiterer Punkt, der in den Aussagen garnicht auftauchte ist, das gerade bei den Edelfischen die Erhaltung des hohen Bestandes meist auf Besatzmaßnahmen mit Jungfischen aus selektierten Laicherbeständen bestritten wird, wobei die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen dahingestellt bleiben soll - wo ich schon beim nächsten Thema wäre - nehmen wir z.B. den Karpfen - der hat bekanntermaßen eine hohe Lebenserwartung, wenn er ersteinmal eine gewisse Größe erreicht hat - nun ist es in der Natur so, das eine Population immer um einen Mittelwert schwankt, aber auf lange Sicht bei unveränderten Bedingungen gleich bleibt - d.h. das es für einen Karpfen auch nur wieder einen Karpfen geben muss der etwas größer wird und sich vermehrt - daran sieht man wie hoch das Reproduktionspotential ist und das es von der Fischmenge her demnach relativ wurst ist, ob sich nun kleinere oder größere paaren.

    Insgesamt muss man sagen, das die selektive Fischerei schon seit Menschen gedenken praktiziert wird und wenn die Schäden der selektiven Entnahme doch so gravierend sind und dies auch so rasch vonstatten geht, warum werden dann ständig neue Rekorde bei den Fischgrößen gemeldet


  9. Folgende 11 Petrijünger bedanken sich bei Fischpaule für den nützlichen Beitrag:


  10. #6
    niersfischer
    Gastangler
    hallo fischpaule,

    erst einmal danke für dein statement.

    da ist es wieder - das dilemma, in dem sich all die gewässerwarte befinden, die ihr hobby nicht zum beruf gemacht haben.

    nun, da sich (für mich) keine eindeutige ansicht herauskristalisiert, sondern sich die angelegenheit auch wieder von verschiedenen seiten betrachten läßt, müßte doch die sichselbstüberlassung den richtigen "schnitt" erbringen.

    teil releasen die kollegen, teil entnehmen sie und schlagen ab. dadurch, dass eben keine regel aufgestellt wird, müsste doch eine für den bestand gängige lösung gefunden sein, oder?

    grüße

    ... der mattes

  11. #7
    Super-Profi-Petrijünger Avatar von Achim P.
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    Talking

    Zitat Zitat von andre uhde Beitrag anzeigen
    Gute Frage! Leider ist Streit vorprogrammiert .
    ...aber ohne gehts nicht und wäre langweilig.
    Sowas interessiert mich aber auch schon lange, eine rege Beteiligung wäre von den Erfahrenen und (Hobby)Biologen unter uns echt cool.

    Solange jeder die Fragen u. Antworten des anderen respektiert, das heißt in einem gewissen Maße "Kritikfähig" ist u. bleibt, wird es keine Streitigkeiten über ein Thema geben, andererseits sind wir auch noch da, sollte eine Diskussion wieder einmal hitziger geführt werden!
    In diesem Sinne...

    Viele Petrigrüße
    Achim


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  12. Folgende 2 Petrijünger bedanken sich bei Achim P. für den nützlichen Beitrag:


  13. #8
    Super-Profi-Petrijünger
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    Zitat Zitat von Fischpaule Beitrag anzeigen
    Moin

    Das ist ja ein feiner Artikel von Arlinghaus, nur sollte man solche Artikel nicht
    unkritisch hinnehmen, sondern sie auch hinterfragen. Und gerade die Artikel von Arlinghaus werden unter Fachleuten sehr kritisch gesehen, da er selbst bekennender C&R-ler ist - ich werde mal versuchen ein paar kritische Anhaltspunkte zu seinem Artikel darzustellen - wobei diese Anhaltspunkte natürlich auch gern kritisiert werden können

    Er schreibt, das große Laicher produktiver sind als kleine - er hat dabei natürlich in dem sinne Recht, das ein großer Laicher mehr Eier in sich trägt und auch, das die Jungfische einen Selektionsvorteil gegenüber denen kleinerer Laicher haben, da sie schon größer und wohlgenährter aus ihren Eiern schlüpfen - er geht dabei aber nicht darauf ein, das die Menge des Laiches nicht proportional mit mit dem Körpergewicht steigt - Mit der Größe der Fische steigt der Selbsterhaltungsenergieverbrauch an - d.h., dass gegenüber kleineren Laichern viel mehr Nahrung für die Erhaltung vergeudet wird, anstatt sie in die Reproduktion zu investieren. Zusätzlich laicht ein Karpfen mit 20+ kg auch nicht mehr jedes Jahr ab bzw. irgendwann ist er so groß, das er sämtliche Nahrung für die Erhaltung verwendet und sich überhaupt nicht mehr fortpflanzt.
    So, das bedeutet nun, das viele kleine Laicher mehr Laich produzieren als wenige große...
    Weiterhin schreibt er immer von der Plastizität - Eine hohe Plastizität entsteht auch durch die Mischung vieler verschiedener Allele, was heißen soll, dass es einen großen Unterschied macht, ob sich nur die genetischen Anlagen von wenigen Fischen ( also den wenigen Großen) mischen oder von ganz vielen Fischen (also den vielen Kleinen).
    Des Weiteren schreibt er, das bei der Entnahme auch das wichtige genetische Potential verloren geht - da er aber gleichzeitig auch behauptet, das eine genetische Veränderung sehr rasch vonstatten geht, wiederspricht er sich damit selbst - da dies auch bedeuten würde, das die kleineren und damit jüngeren Fische natürlich an die jetzigen Bedingungen der selektiven Auslese im Jugendstadium viel besser genetisch angepasst sind als die alten, da deren jugendliche Selektion u.U. schon ewig zurück liegt, was sich gerade in Bezug auf rasche Änderungen der Umweltbedingungen negativ auswirken kann.
    Auch sollte man sehr vorsichtig sein mit der Übertragbarkeit von Ergebnissen gerade aus dem marinen Bereich, wo relativ konstante Bedingungen herrschen, hin zum limnologischen Bereich, wo die Umweltvariation erheblich vielfältiger ist. Ein weiterer Punkt, der in den Aussagen garnicht auftauchte ist, das gerade bei den Edelfischen die Erhaltung des hohen Bestandes meist auf Besatzmaßnahmen mit Jungfischen aus selektierten Laicherbeständen bestritten wird, wobei die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen dahingestellt bleiben soll - wo ich schon beim nächsten Thema wäre - nehmen wir z.B. den Karpfen - der hat bekanntermaßen eine hohe Lebenserwartung, wenn er ersteinmal eine gewisse Größe erreicht hat - nun ist es in der Natur so, das eine Population immer um einen Mittelwert schwankt, aber auf lange Sicht bei unveränderten Bedingungen gleich bleibt - d.h. das es für einen Karpfen auch nur wieder einen Karpfen geben muss der etwas größer wird und sich vermehrt - daran sieht man wie hoch das Reproduktionspotential ist und das es von der Fischmenge her demnach relativ wurst ist, ob sich nun kleinere oder größere paaren.

    Insgesamt muss man sagen, das die selektive Fischerei schon seit Menschen gedenken praktiziert wird und wenn die Schäden der selektiven Entnahme doch so gravierend sind und dies auch so rasch vonstatten geht, warum werden dann ständig neue Rekorde bei den Fischgrößen gemeldet


    Hi, von der Fischmenge her ist es egal,ob sich Kleinere oder Größere paaren

    Richtig,werden allerdings immer die großen Fische entnommen wird praktisch auf kleine Fische selektiert .
    Denke gerade bei kleinen Gewässern kann eine solche Selektion sehr schnell Schaden anrichten .
    Ob bei den Fischen die nachgesetzt werden unbedingt das genetische Potenzial vorhanden ist bezweifle ich !
    Die Tatsache das immer mehr Rekorde gebrochen werden ist wohl nicht darauf zurück zu führen das die Bestände noch nicht geschädigt sind sondern wohl ehr darauf das die Angelgeräte für den Moment ziemliches Highendgerät sind und den Fang solcher Fische zulassen
    Ich merke zur heutigen Zeit schon einige Veränderungen bei der Größe und Menge meiner Fänge und wer das nicht tut fischt erst seit kurzem oder hat noch Glück in seiner Gegend !

    MfG Nico
    Geändert von Barschfreak (22.09.2008 um 14:05 Uhr)

  14. Der folgende Petrijünger sagt danke an Barschfreak für diesen nützlichen Beitrag:


  15. #9
    Kaulbarschangler Avatar von Andreas_s
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    Entnahme der "Großen" ist kein Problem, insbesondere die angesprochenen Karpfen kommen zum Großteil aus Zuchten. Da ist schnelles und gesundes Wachstum seit Jahrhunderten wesentliches Zuchtziel .
    Das Gewicht und Wachstum dieser Fischart ist in Deutschland im Wesentlichen von Nahrungsangebot und Wasserqualität abhängig.
    Geändert von Andreas_s (22.09.2008 um 18:19 Uhr)

  16. #10
    Torsten1
    Gastangler
    Hallo Nico
    Richtig,werden allerdings immer die großen Fische entnommen wird praktisch auf kleine Fische selektiert .
    Hm,hab das mal so in meinem Anglerkreis erfragt.
    Da ist kaum einer bei,der hauptsächlich die großen entnimmt.
    Zumindest im Land Brandenburg,ist mir das ja frei gestellt.
    Denke gerade bei kleinen Gewässern kann eine solche Selektion sehr schnell Schaden anrichten .
    Da geh ich mit.Hat aber vielleicht auch den Grund,das die Anzahl der Angler steigt und damit der generelle Druck auf diese Gewässer.
    Ob bei den Fischen die nachgesetzt werden unbedingt das genetische Potenzial vorhanden ist bezweifle ich !
    Das können Wir eh schlecht beurteilen.
    Aber bietet jedes Gewässer,überhaupt immer die Grundlage für eine Reproduktion bestimmter Fischarten ?
    Ich merke zur heutigen Zeit schon einige Veränderungen bei der Größe und Menge meiner Fänge und wer das nicht tut fischt erst seit kurzem oder hat noch Glück in seiner Gegend !
    Sicher ist da etwas dran,liegt aber mit Sicherheit auch an den steigenden Anglerzahlen.Unsere Gewässer nehmen aber nicht zu.
    Oftmals muss ich aber auch Müde lachen,wenn von Gewässern geschrieben wird,da ist nichts los,kein Fisch usw.
    Liegt vielleicht auch oftmals an der Unerfahrenheit der Angler,den Fisch zu verstehen und zu finden.
    Damit warst nicht Du gemeint.
    Höre es nur von Anglern an Gewässern unserer Gegend und erlebe es jedes Jahr,das es anders ist.
    Ich habe heute aber erfahren das in Wissenschaftlerkreisen ernsthaft diskutiert wird,inwiefern ein oberes Schonmaß sinnvoll und durchsetzbar ist.
    Hab noch ein paar Quellen bekommen,die ich deshalb mal anschreiben sollte.
    P.S.Bekommste gleich ne PN von mir.Nen anderes Thema,was zum Schmunzeln.
    Gruß Torsten

  17. Folgende 3 Petrijünger bedanken sich bei Torsten1 für den nützlichen Beitrag:


  18. #11
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    Feiner Beitrag von Fischpaule ... ich werde an dem Artikel mit ähnlicher Kritik ansetzen.

    Zuerst einmal, absolute Übereinstimmung mit Paule, halte ich es ebenfalls für fragwürdig, Ergebnisse aus dem marinen Milieu unreflektiert auf andere Systeme übertragen zu wollen.
    Da scheint mir der Wille dazu Vater des Gedankens gewesen zu sein ...

    Selbstverständlich trägt ein Kapitaler seiner Art 'gute Gene' in sich ... sonst hätte er sich bis zu Erreichen seiner kapitalen Größe nicht durchgesetzt.

    Es wird aber immer wieder gern vergessen, dass er in seiner Lebensspanne seine guten Gene über erhöhten Reproduktionserfolg bereits vielfach weitergegeben hat, seine Gene sind dem Genpool der Population ganz sicher nicht verloren gegangen. Er hat schon ab dem Erreichen der Fortpflanzungsfähigkeit (also als kleiner Fisch) gelaicht ... und es immer wieder getan.

    Schon vor der zweiten Grenze, von Paule als energetische Erhaltungsleistung angeführt, gibt es eine erste: der Laich wird ab einem bestimmten Alter qualitativ schlechter.

    Dies liegt daran, dass aufgrund des hohen Alters eine höhere Mutationswahrscheinlichkeit bestand. Der zweite Grund ist das Nachlassen der physiologischen Leistung.

    Ich möchte keinen wirklichen Vergleich zum Menschen ziehen, aber: ein 20jähriger zeugt bei gleicher Gengüte häufiger lebensfähigen Nachwuchs als ein 80jähriger ... nehmen wir das vielleicht bewusst als hinkendes Beispiel.

    So erklärt sich über Paules Ausführungen zur Erhaltungsleistung auch sehr schön, warum sich Wachstum von Knochenfischen als einzige Gruppe zwar lebenslang, in den letzten Lebensabschnitten aber kaum mehr merklich ereignet.

    Die Fortpflanzungsrolle ist erfüllt und wird aufgegeben, das Individualwachstum wird immer weiter reduziert: die Erhaltung steht im Vordergrund.

    Mit den evolutiven Ausführungen der Verfasser des vorliegenden Artikels bin ich auch nicht ganz zufrieden.

    Kapitale sind an die gegenwärtig herrschenden Umweltbedingungen bestens angepasst.
    Werfen wir noch zeugungsfähige Kapitale stets zurück, werden sich ihre Gene unverhältnismäßig anreichern, denn Fressfeinde haben sie ohnehin nicht mehr.

    Das ist nicht Sinn und Zweck der sexuellen Fortpflanzung: die soll durch stetige, zufällige Durchmischung eine hohe Anzahl an Genotypen hervorbringen, an denen die Selektion angreifen kann.
    Nur das sichert den Fortbestand der Art ...

    Gegenthese: das stetige Zurücksetzen von noch zeugungsfähigen Kapitalen führt auf Dauer zu einer Verarmung des Genpools der betrachteten Population, somit zu einer Verminderung des gemeinschaftlichen Vermögens, auf sich ändernde Umweltbedingungen überhaupt zu reagieren.
    Kleinere, jüngere Konkurrenz, die bei ähnlicher Gengüte physiologisch fitter ist, wird ja ebenfalls herausgefangen oder gar im täglichen Kampf um das Dasein von Größeren geschluckt ...
    Der Mensch wurde im Artikel als Selektionsfaktor erkannt, hier, aufgemerkt, geht die Wirkung aber in eine gänzlich andere Richtung.

    Wenn sich dann die Umweltbedingungen ändern, und das ist nun mal das Wesen der Welt, hat die Population u.U. nicht mehr die Potenz, genügend andere Genotypen vorzuhalten, die unter den geänderten Bedingungen nun optimal angepasst sind, während sie zu den Vorbedingungen unterlegen waren.

    Die Population und ihre Einzelindividuen 'interessieren' sich nur für den Arterhalt, nicht aber, ob einzelne Exemplare von Menschen (gerade Anglern) als kapital klassifiziert werden. Der nächste durchsetzungsfähige Genotyp kann auch durchschnittlich wesentlich kleiner sein, wenn er die Arterhaltung sichert.
    Das fiele nur uns in's Auge ...

    Ich persönlich halte ein ausgewogenes Verhältnis von Entnahme zu Zurücksetzen bei kapitalen Altfischen für vernünftig, durchaus auch gewässerabhängig ... somit im doppelten Wortsinne Selektive Entnahme.
    Geändert von Thomsen (22.09.2008 um 19:14 Uhr)

  19. Folgende 7 Petrijünger bedanken sich bei Thomsen für den nützlichen Beitrag:


  20. #12
    niersfischer
    Gastangler
    hallo aalklaus1,

    letzendlich ist die feststellung: "es wird nichts mehr gefangen" der tiefere kern der frage. die gezielte frage nach der entnahmeregelung ist somit nur teil meines versuches die zusammenhänge zu verstehen.

    doch diese frage will ich nicht in diesem tread eröffnen, sondern in einem eigenen, der sich diesem thema widmet, zudem habe ich dafür auch noch nicht genug recherchiert.

    lieben gruß und danke für die bisherige hilfe

    ... der mattes

  21. #13
    Super-Profi-Petrijünger
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    Zitat Zitat von Andreas_s Beitrag anzeigen
    Entnahme der "Großen" ist kein Problem, insbesondere die angesprochenen Karpfen kommen zum Großteil aus Zuchten. Da ist schnelles und gesundes Wachstum seit Jahrhunderten wesentliches Zuchtziel .
    Genau das ist das was mir Sorgen bereitet
    schnell und gesund paßt schon irgendwie nicht richtig !

    sonst kann ich nur sagen das aalklaus1 schon Recht hat,bin natürlich vom Extrem ausgegangen und davon das Gewässer auch richtig bewirtschaftet werden. (was leider meißt nicht der Fall ist )

  22. #14
    Allroundangler
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    Ich hätte da auch noch was beizutragen!

    Jedes Thema hat eine schwarze und eine weiße Seite, ich habe mir aber angewöhnt,
    auch die breite graue Zone dazwischen zu betrachten!

    Um auf die "Vor"schreiber einzugehen:

    Ein konsequentes C&R wäre für mich ein Grund das Angeln aufzugeben!
    Ich will auch Fisch essen!

    Eine totales Entnahmegebot lehne ich aber auch ab, (außer vielleicht in der komerziellen Fischerei)
    ich möchte schon selbst entscheiden, ob ich einen Fisch mitnehme oder er wieder schwimmen darf!

    Deshalb hier meine Betrachtungsweise:

    Zitat Zitat von Thomsen Beitrag anzeigen
    ...Selbstverständlich trägt ein Kapitaler seiner Art 'gute Gene' in sich ... sonst hätte er sich bis zu Erreichen seiner kapitalen Größe nicht durchgesetzt.
    Kein Thema oder?

    Kapitale sind an die gegenwärtig herrschenden Umweltbedingungen bestens angepasst.
    Glaub ich nicht!
    Kapitale haben einen höheren Energiebedarf als kleine Fische,
    deshalb sind sie bei weitem nicht so flexiebel, was ein schwankendes Nahrungsangebot etc. angeht!

    das stetige Zurücksetzen von noch zeugungsfähigen Kapitalen führt auf Dauer zu einer Verarmung des Genpools der betrachteten Population.,
    Verarmung des Genpools?
    Wir reden doch hier nicht von einem Gartenteich.
    In kleinen, stehenden Gewässern, die sich selbst überlassen werden, kann das schon zutreffen,
    aber nicht in Fließgewässern, da kommt es doch schon allein durch die Wanderungen der Fische zu einer Vermischung des Bestandes!

    Ich persönlich halte ein ausgewogenes Verhältnis von Entnahme und Zurücksetzen bei kapitalen Altfischen für vernünftig ...
    Da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht!

    Flüsse, Seen und ihre Bewohner wurden zur Erholung weiser Menschen gemacht
    und für Dummköpfe, damit sie unbedacht daran vorbeilaufen.
    (f. n. Izaak Walton)

  23. Der folgende Petrijünger sagt danke an Fliegenpeitsche für diesen nützlichen Beitrag:


  24. #15
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    Zitat Zitat von Fliegenpeitsche Beitrag anzeigen
    :

    Glaub ich nicht!
    Kapitale haben einen höheren Energiebedarf als kleine Fische,
    deshalb sind sie bei weitem nicht so flexiebel, was ein schwankendes Nahrungsangebot etc. angeht!
    Wir besprechen hier aber keinen Glauben, sondern teilen uns untereinander mit, was wir wissen ...
    Ganz einfaches Gegenbeispiel: Große können Großes fressen, aber auch auf kleinere Nahrung ausweichen ... können das Kleine auch, wenn die kleinere Nahrung (Plankton meinetwegen) gerade Mangelware darstellt?
    Soviel zur Flexibilität ...

    Zitat Zitat von Fliegenpeitsche

    Verarmung des Genpools?
    Wir reden doch hier nicht von einem Gartenteich.
    In kleinen, stehenden Gewässern, die sich selbst überlassen werden, kann das schon zutreffen,
    aber nicht in Fließgewässern, da kommt es doch schon allein durch die Wanderungen der Fische zu einer Vermischung des Bestandes!
    Wissenschaftler diskutieren besorgt über Genpools von Populationen in Meeren, Du kommst uns nun aber mit Gartenteichen und Flüssen?

    War 'Alter der Fische und Potenz des Laiches' nicht unser eigentliches Thema? Und nicht C&R oder das Gegenteil desselben und Deine Einstellung dazu (womit Dein Beitrag eröffnet wurde ...)?

    Je länger wir uns hier im Thema das Hintergrundthema C&R vom Leibe zu halten vermögen, umso ruhiger und fruchtbarer können wir hier diskutieren ... denk mal darüber nach.

  25. Der folgende Petrijünger sagt danke an Thomsen für diesen nützlichen Beitrag:


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