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  1. #1
    Petrijünger
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    Schilf anpflanzen ?

    Hallo aus Duisburg

    An unserem Vereinsgewässer versucht mann schon sehr lange Schilf anzupflanzen ,was aber leider nicht klappt . Der ständig steigende und fallende Pegelstand lassen das Schilf vertrocknen . Weiss jemand einen Rat ??? Vor vielen Jahren hat es mal eine 100qm Schilfkante gegeben , aber dann ist das Wasser gefallen und der Schilf vertrocknet .Ich habe gehört das der Schilf aus dem Norden nicht so anfällig ist . Aber wie drankommen ?

    Also vielleicht hat jemand ein paar Ideen und verbleibe mit freundlichen Angelgrüssen .

    nettmann

  2. #2
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    Hi nettmann,

    erstmal kurze Nachfragen:
    a) ist es ein stehendes oder fließendes Gewässer?
    b) wo liegt der mittlere Pegelstand und wie hoch sind die Schwankungen?
    c) hattet ihr zu Zeiten des permanent großen Schilfgürtels keine Wasserstandsschwankungen?
    Geändert von Thomsen (22.04.2007 um 14:40 Uhr)

  3. #3
    Petrijünger
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    Wasserstand

    Hi
    der Wasserstand sinkt und steigt um circa 1 Meter . früher war es schlimmer .
    es ist ein See also stehendes Gewässer .

    hier mal ein Link .www.sfk-duisburg.de (ist keine Werbung )

    Gruß nettmann

  4. #4
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    OK, die nächsten Fragen, welche Schilfsorten habt ihr bisher wie gepflanzt?
    Wie schnell kann so eine Änderung um den besagten Meter eintreten?
    Geändert von Thomsen (22.04.2007 um 15:16 Uhr)

  5. #5
    Petrijünger
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    Hallo Thomas

    Habe gerade mal dein Profil gelesen . Ich denke da weiss jemand warum er so viele fragen stellt :Klatsch
    Also welche Schilfsorten bisher versucht worden sind kann ich nicht sagen . Aber ich fahre gleich zum See angeln und wenn der richtige über den weg läuft werde ich ihn fragen . Das mit den Wasserständen dauert im schnitt 2 -3 Wochen für einen meter . aber wie gesagt damals war es extremer . warum kann keiner so recht sagen . aber Vater Rhein ist 10 Kilometer Luftlinie entfernt .

    also wenn ich mehr weiss melde ich mich .

    erstmal noch einen schönen Sonntag euch allen .

    Gruß Peter

  6. #6
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    Petri beim Angeln heute ...

    Es gibt für Dich noch etwas Anschauungsmaterial über verschiedene Pflanzarten für Schilf im Anhang ...

    Mehr dazu, wenn Du weitere Erkundigungen eingezogen hast ...
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  7. #7
    Petrijünger
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    Schilf name

    Hi

    Angeln erfolgreich mit einem 65 Aal abgeschlossen

    So zum Thema ..... leider kann mir keiner sagen welche Sorte mal versucht worden ist
    aber wir haben bei uns noch ein Biotop wo noch Schilf steht das würde ich wenn es geht abstechen und umpflanzen . wenn du mich aber nach der Sorte fragst hmmm ((http://www.sfk-duisburg.de/Images/3.jpg
    ../Images/3.jpg ))) auf diesem Bild kannst du rechts etwas davon sehen . vielleicht erkennst du es ja .

    Gruß peter

  8. #8
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    Nein, nicht wirklich ... aber egal: wenn wir gemeinhin über 'Schilf' (also nicht nur schilfähnliche Pflanzen) reden, ist es Phragmites australis.
    Stellen wir das einfach mal beiseite ...

    Mein Vorschläge sind folgende:

    Wie aus der Abbildung ersichtlich stichst Du mit dem Spaten Schilf. Dann wendet ihr zum ersten die Leghalm-Methode an:
    - gute Pflanzzeit: Mai/Juni
    - auf Niedrigwasser warten
    - ein paar Versuchsfelder anlegen (seichte und steilere)
    - Leghalm einbuddeln, das Endteil mit Wurzel soll auch bei Extrem-Niedrigwasser immer unter Wasser bleiben, das Spitzenteil mit Blättern liegt am Ufer auf

    Im Normalfall sticht man Sprosse von 80-100cm, ihr werdet wegen der recht hohen Wasserstandsschwankungen höher gehen müssen (pflanzstellenabhängig).

    Zweite Methode:
    Aus einigen gestochenen Schilfpflanzen schneidet ihr kleinere Stücke, die jeweils 3 Knoten (biologisch: Nodien) aufweisen.
    Knoten sind die Blattansatzstellen, die längeren Stengelbereiche dazwischen sind die sog. Internodien.
    Diese Stücke buddelt ihr ebf. in euren Versuchsfeldern ein, an den Nodien werden die Wurzeln in den Gewässergrund austreiben.

    Ihr werdet dann eure Erfahrungen machen, was bei den Pegelschwankungen angewachsen ist und was nicht.
    Die erfolgreichste Methode setzt ihr dann fort ...

    Der biologische Hintergrund ist folgender:
    Schilf bildet mächtige Wurzelsprosse, sog. Rhizome. Überdauert auch nur ein Steckling die Pegelprobleme, wachsen die Rhizome munter im Gewässerboden weiter (bis in 2 oder 3m Tiefe) und schicken dann die photosynthetisch aktiven Sprosse nach oben.

    Ein gesamter Schilfgürtel kann prinzipiell eine einzige Pflanze sein. Damit wäre dann auch gewährleistet, dass die trockenfallenden Teile über das Gesamtsystem weiterhin versorgt werden.

    So, und nun von der Theorie zur Praxis, euer Part ... ich drücke euch alle grünen Daumen.
    Wenn es Fragen zur Theorie vor der praktischen Umsetzung gibt ... munter heraus damit.
    Geändert von Thomsen (23.04.2007 um 11:14 Uhr)

  9. #9
    Petrijünger
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    Hallo

    Ich bin auch seit einem Jahr in dem besagten Verein und wollte mal noch ein bischen ergänzen.
    Es ist ja nicht nur mit dem Schilf so, es wurden ja auch Seerosen und Mummeln versucht anzupflanzen. Die haben es aber leider nur bis zur Wasseroberfläche geschafft, sind also angegangen, und wurden dann abgefressen. Wir tippen auf Bisamratten.
    Die Frage ist was man dagegen machen kann. Oder wie man die neu gesetzten Pflanzen schützen kann.
    Der 100qm bestand an Schilf muss wohl bei einem extrem Hochwasser oder Niedrigwasser, das nach angaben von Älteren aus dem Verein cirka alle 7 Jahre vorkommen soll, abgestorben sein.
    Und ich habe noch eine Frage ob es möglich ist Schilf an sandigen Flachwasserzonen anzupflanzen.
    Eine Sache zur ergänzung nochmal.
    Letztes Jahr wurden Seerosen in Gitterboxen von 1qm angepflanzt.
    Sie haben sich in den Boxen wunderbar entwickelt.
    Aber alles was ausserhalb gewachsen ist wurde sofort wieder abgefressen.

    So das war es erstmal.

    Gruss wolly

  10. #10
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    Hi wolly,

    ja, Schilf lässt sich auch problemlos auf Sandboden anpflanzen. Wenn der Bestand dichter geworden ist, wirkt er wie eine Art Bio-Rechen.
    Über dem Sandboden lagern sich dann andere Schichten ab ... das Gebiet wird immer flacher und verlandet langsam.

    Für die Wasserratten fiele mir auch etwas ein: ihr könntet Topinambur in Gewässernähe anpflanzen ...
    Das ist ein Leckerbissen für Bisamratten (ist ja die größte Wühlmaus), dafür lassen sie alles andere links liegen.

    Eine solche zusätzliche Anpflanzung würde ich aber vorsichtshalber mit regionalen Naturschutzverbänden absprechen, nehmt mal Kontakt auf ... denn die Erdbirne bzw. der Erdapfel ist keine einheimische Pflanze (übrigens: der fürchterliche badische Rossler, ein Schnaps, wird aus den Knollen gebrannt).

    Vielleicht bekommt ihr aus der Richtung auch noch andere Tips, um den Fraß von Bisamratten abzuwehren ...

  11. #11
    verkauft nix Avatar von west
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    Zitat Zitat von Thomsen
    denn die Erdbirne bzw. der Erdapfel ist keine einheimische Pflanze (übrigens: der fürchterliche badische Rossler, ein Schnaps, wird aus den Knollen gebrannt).

    Vielleicht bekommt ihr aus der Richtung auch noch andere Tips, um den Fraß von Bisamratten abzuwehren ...
    Ein Rossler am Tag ist Medizin.
    Nach einem guten Essen gibt es nichts besseres zur Verdauung.

    Gebt den Bisams Rossler zu Trinken und sie werden eure Seerosen in Ruhe lassen.

    Gruß West

  12. #12
    Petrijünger
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    Hallo Thomsen,

    danke erstmal für deine Hilfe ich werde mal mit ein paar Leuten aus dem Verein sprechen und die besagte Pflanzung von Topinambur zu genehmigen.

    Zu der Pflanzung habe ich aber noch eine Frage muss Sie direkt am Wasser stehen und könnte man Sie auch jetzt bei Hochwasser Pflanzen.

    Danke auch nochmal für die Antwort das man Schilf auch auf Sandboden anpflanzen kann, wir haben nämlich so "Alte Klug*******er" im Verein die meinen das es nicht möglich sei Schilf auf Sandboden anzupflanzen.

    Ausserdem sagen diese besagten Leute auch das der Schilf nur an bestimmten Gewässerseiten angepflanzt werden kann, da er bestimmte Windstände nicht verträgt.

    Ich glaube dieser Aussage eigentlich nicht aber das sind alles so Dummschwätzer die sagen wir hätten alles Versucht und es nicht hinbekommen aber das eigentliche Problem aus den Augen verlieren und es nicht bekämpfen, nämlich den Pflanzenfrass durch die Bisamratte.

    mfg
    wolly

  13. #13
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    Hallo wolly,

    für Erfolge gibt es viele Gründe, aber noch wesentlich mehr für Misserfolge ... so sind wir Menschen nun einmal.

    Topinambur gilt als anspruchslos, in der Hauptwachstumszeit Juli-Oktober mag die Pflanze aber einiges Wasser ... fehlt das, bleiben die Knollen lediglich kleiner.
    Pflanzung zur Hochwasserzeit dürfte also gehen ... Knollen oder Samen.

    Zu Schilf und Sandboden:
    für meine Meinung (kein Problem auf Sandboden ...) habe ich keine vertikalen oder horizontalen, geologischen Profile untersucht oder die Fragestellung rein biologisch gesehen, sondern mich lediglich daran erinnert, dass ich auch Angler bin.

    Als solcher kenne ich so viele Gewässer mit reinem Sandboden, die ringsum von knackigen Schilfbeständen gesäumt sind ... soviel auch zu den 'bestimmten Windständen'.

    Es schadet sicher nicht, den Topinambur nah an's Gewässer zu pflanzen ... am besten jeweils in die Nähe der Wohnstätten der Bisams (also Augen auf ...).

    Sobald die Kulturen angewachsen/ausgetrieben sind, testet ihr mal das Ergebnis, wenn ihr einige Wasserpflanzen aus den Drahtschonungen befreit ... dann sehen wir mal weiter, die erfolgte Ablenkung der Bisams soll sich ja auch experimentell erweisen ...
    Geändert von Thomsen (27.04.2007 um 16:31 Uhr)

  14. #14
    verkauft nix Avatar von west
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    Man könnte die Bisamratten auch fangen.
    Bei mir in der Gegend gibt es einige Bisamfänger.
    Jeder ist für einen bestimmten Bereich zuständig und darf in seinem Gebiet Bisams und Nutrias fangen.
    Da die Bisamratten und Nutrias Dämme untergraben und zerstören
    werden sie mit Fallen gefangen.
    Der Fänger erhält pro abgegebenen Schwanz eine Prämie.
    Ob das aber in allen Bundesländern erlaubt ist weis ich nicht.

  15. #15
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    Nun,

    das Bejagen/Fallenstellen kommt mir nicht zuerst in den Sinn ... Biologen suchen zuerst nach anderen Lösungen.

    Zum Schilf und zur Verlandungstendenz:
    jedes Binnengewässer verlandet irgendwann (ob mit oder ohne Schilfumsäumung) ... See mit Eintrag von biolog. Bestandsabfall - Schwingrasen - Moor - Land (Kurzabriss).

    Schilfgürtel stehen trotz der ausgelösten Verlandungstendenz eindeutig im ökologischen Kontext:
    - Laichgebiete f. Fische
    - Kinderstuben f. Jungfische
    - wasserreinigende (nährstoffentnehmende) Funktion
    - Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten, Amphibien, Vögeln usw.

    Ein in sich ausgewogenes aquatisches Ökosystem sollte auch seine Flachwasserzonen haben ... die Ansprüche der bewohnenden Organismen sind vielfältig und nach Lebensstadien oder Jahresverlauf häufig wechselhaft.

    Wäre das nicht so, wären wir Menschen mit dem reinen Ausheben größerer Gartenteiche stets auf Anhieb erfolgreich ...
    Für Gewässer gilt ökologisch, was auch für unser Forum im Positiven gilt: Mut zur Vielfalt

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