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Thema: Laichfische

  1. #1
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    Laichfische

    Hier eine Frage an unsere Forums-Biologen und andere, die darüber bescheid wissen....(absichtlich Mehrzahl!)

    Mich würde mal interessieren, wie es mit dem Fang von Laichfischen aussieht.
    Was hat es für Auswirkungen auf die laichbereiten Fische, wenn sie mitten in ihrem Tagesgeschäft weggefangen werden.
    Inwieweit beeinflußt das daß Laichgeschäft?
    Vielleicht könnt ihr mich ja beruhigen, bin im Moment etwas aufgewühlt



    Beim Zander zum Beispiel weiß ich, das das Wegfangen der Zanderböcke, die ihr Gelege bewachen fatale Folgen haben kann.
    Wenn das Gelege mehrere Stunden unbewacht bleibt, sind sofort die Laichräuber da...
    Was gibt es noch für Erkenntnisse?

    Willi

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    KOP

  3. #2
    ALLROUNDER
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    Moin Willi,


    ...das ist mal ein Thema wo ich auch keine Ahnung von habe, was mich aber ebenfalls sehr interessiert.

    Ausweitend würde ich gerne etwas über den (derzeitigen) Fang der großen Laichdorsche in der sowieso schon überfischten Ostsee erfahren.

    Ich selber fische gerne mal auf Dorsch, aber ausdrücklich nicht auf die Laichdorsche während des Laichgeschäftes. Von mir aus dürfte gerne während dieser Zeit eine Schonzeit ausgesprochen werden.

    Darum wähle ich auch nur Kutter (-kapitäne), die ausdrücklich n i c h t den Laichdorschen nachjagen.
    Gruß von Herby

    ...und immer einen guten Fisch am Band!!

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  5. #3
    Superprofi Petrijünger Avatar von Goderich
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    Für eine Schonzeit bin ich auch!

    Aber solange man mit Schleppnetzen diesen Dorschen nachstellen und ganz nebenbei den Gewäsergrund und somit die Brut vernichten darf bin ich ganz ehrlich nicht bereit aufs Angeln zu verzichten.
    ...sagt Steffen

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  7. #4
    Ex Avatar von Stephan Wolfschaffner
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    Hallo Willi,

    bei Bachforellen hab ich mal einen Feldversuch gemacht, dabei habe ich sowohl Milchner als auch Rogner in einem Bach beobachten können.

    Dabei hat sich der Fang von beiden nicht offensichtlich auf das Laichgeschäft ausgewirkt, denn keine 10 Tage später konnte ich sie beim Laichen beobachten.

    Problematisch dürfte es sein, wenn sich die Fische wirklich unmittelbar vor dem Laichen befinden und sie nicht entsprechend behutsam behandelt werden beim Fang - hebt man den Fisch dann senkrecht aus dem Wasser, dann purzeln die Eier der Weibchen und sabbern die Männchen - der Fisch selbst wird dadurch im Normalfall keinen tödlichen Schaden davontragen.

    Viele Fische beenden auch die Nahrungsaufnahme in diesem Stadium, oft sind es Reizattacken die sie dann noch zum Biss verleiten.

    Zur Bruträuberei fällt mir gerade ein nettes Beispiel ein,
    Sonnenbarsche betreiben auch Brutpflege und ich konnte im vergangenen Jahr ein Exemplar beobachten, der sein Gelege gegen alles und jeden Eindringling verteidigte. Das versuchte er auch, als ein kleiner Hecht (ca. 25 cm) durch das Schilf zog - die Folgen waren tödlich für ihn aber ausgestorben sind sie deshalb nicht die Sonnenbarsche und der Laich ist vermutlich den Rotaugen und Barschen zum Opfer gefallen.

    Petri Heil
    Stephan

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  9. #5
    Super-Profi-Petrijünger Avatar von heiko140970
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    Arrow Sehe ich auch so!

    Hallo!

    Kann mich dem Beitrag von Goderich nur anschließen. Was nützen z.b. Fangquoten wenn in der Laichzeit massenhaft Laichdorsche gefangen werden. Wenn Schonzeiten ,( z.b. für Dorsch) eingeführt würden, müsste dies auch für die Berufsfischerei gelten.Die Fischmenge die durch Angler gefangen wird steht meiner Meinung nach in keinem Verhältnis zu dem Schaden den die Berufsfischerei in der Laichzeit anrichtet. Nur meine persönliche Meinung PETRI HEIL und M.f.G. heiko140970

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  11. #6
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    Weiterführende Laichdorschdiskussionen können wir doch bei den Themen weitermachen, die schon voriges Jahr für viel Furore gesorgt haben.
    Dort haben viele ihre Meinung gesagt, mit den jetzigen neuen Mitgliedern sollten wir sie womöglich noch weiterführen ???

    Meine Meinung dazu dürfte nach dem Lesen der Beiträge bekannt sein....nur noch mal so viel dazu...:
    Man sollte nicht mit den Finger auf andere zeigen, nur um sein eigenes Treiben gut zu heißen....und jeder Verwerter des Fanges weiß, wie bescheiden Fische im Laichgeschäft schmecken

    Wie man sieht, hat Stephan schon recht ordentliche Sachen beobachtet.
    Demnach dürfte es also nicht allzu viel ausmachen.
    Klar wird keine Art deswegen ausgerottet...darum geht es ja auch gar nicht.
    Nur warum macht dann der Gesetzgeber Schonzeiten?
    Teilweise gehen meine eigenen mir auferlegten Schonzeiten über die gesetzlichen hinaus.
    Denn das Wetter fragt nicht nach Terminen...


    Willi

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  13. #7
    Ex Avatar von Stephan Wolfschaffner
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    Selbst auferlegte Schonzeiten sind sicherlich eine löbliche Sache, aber um auf die Frage warum gibt es gesetzliche Schonzeiten zurück zu kommen, muss ich an dieser Stelle anfügen, dass leider nicht einmal diese gesetzlich vorgegebenen Schonzeiten von allen eingehalten werden - hier ist wirklich Handlungsbedarf - das gilt auch für Schonmaße.

    Eigentlich sind es verschiedene biologische und meteorologische Faktoren die den Fisch in seiner Entwicklung beeinflussen, man denke z.B. an die Laichverhärtung durch zu niedrige Wassertemperatur oder im umgekehrten Fall eine "vorgezogene" Laichzeit wegen frühzeitiger Temperaturerwärmung.

    Letzters war vermutlich, meiner Meinung nach, bei den Dorschen dieses Jahr der Fall.
    Auch bei einigen anderen Fischarten kann man jetzt schon beobachten, dass sich dieses Jahr die Laichzeit verschoben hat.

    MfG
    SW

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  15. #8
    Fisch-Hitparade Gutachter-Kollegium Avatar von Thunfisch
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    Tach,

    um mal wieder auf die ursprüngliche Fragestellung zurück zu kommen...

    Leider sehe ich mich nicht im Stande konkrete Angaben für Wildfische zu machen. Ich fürchte es gibt nicht wirklich viele Forschungen, die Änderungen im Laichverhalten von (in Freiheit lebenden) gestressten Fischen untersucht haben.

    Anders sieht das bei in Gefangenschaft gehaltenen Fischen aus. Hier ist viel geforscht worden, nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen. So würde man wahnsinnig gerne Thunfische in Gefangenschaft vermehren. Klappt aber nicht, vermutlich wg. dem Stress, dem die Tiere in Gefangenschaft ausgesetzt sind.

    Bei Aquariumfischen haben schon vermeintlich kleine Änderungen der "Lebensumstände" auf das Laichgeschäft fatale Auswirkungen berichten zumindest Aquarianer.

    Aber einen weiteren Faktor würde ich gerne in den Ring werfen:
    Die Fische sind während des Laichgeschäfts sowieso massivem Stress ausgesetzt - bei vielen wird die Nahrungsaufnahme eingeschränkt bzw. ganz eingestellt usw. Wie sich dann weitere Stressfaktoren auf den gesamten Hormonhaushalt (es gibt sie, die sog. Stresshormone) auswirken, ist noch nicht wirklich erforscht. Bekannt ist, dass die Empfänglichkeit für Krankheiten und Parasitenbefall zunimmt.

    Ansonsten kann ich Willi verstehen, ich bin bei diesem Thema auch etwas "aufgewühlt". Das Letzte was ich und andere "Aufgewühlte" im Zusammenhang mit der Fragestellung brauchen können, sind verbale Plazebos nach dem Motto "(Ich habe zwar keine Ahnung, aber) das ist nicht so schlimm, das macht dem Fisch nix aus..." oder "so lange die böse Berufsfischerei nicht aufhört, mach ich auch weiter..."

    @Stephan über deinen Feldversuch mit den Bachforellen würde ich gerne mehr wissen.

    Gruß Thorsten

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  17. #9
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    Eigentlich sind es verschiedene biologische und meteorologische Faktoren die den Fisch in seiner Entwicklung beeinflussen, man denke z.B. an die Laichverhärtung durch zu niedrige Wassertemperatur oder im umgekehrten Fall eine "vorgezogene" Laichzeit wegen frühzeitiger Temperaturerwärmung.


    Aber genau das müßten doch auch gestandene Angler und Vielbesucher des Wassers wissen oder zumindest sich zusammenreimen dürfen...

    Deswegen verstehe ich auch die Leute nicht, die wie gestern bei einem Spaziergang gesehen, mit großen Ködern in flachen Kanälen auf Hecht fischen, der definitiv jetzt in Brandenburg Schonzeit hat.
    Zander und auch die Barsche haben jetzt zwar keine Schonzeit dürften aber mit dieser Gerätezusammenstellung, wie ich sie gestern beobachten konnte nicht zwingend gemeint worden sein
    Schade, daß diese wohl """gut gemeinte""" Gesetzesänderung wieder einmal ins genaue Gegenteil verdreht wird.
    Gerade so wie man es eben für sich selber benötigt
    Ich denke die Änderung wurde gemacht, damit die Schonzeiten eben nicht wie früher ein halbes Jahr andauern.
    Gehts so weiter, wird dem DAV wohl nix anderes übrig bleiben, wegen ein paar Idioten wieder den Schritt zurück zu gehen.
    Bestraft werden wieder die Leute, die sich vernünftig an ihren Gewässern bewegen

    (übrigens wurde gestern nicht unbeabsichtigt der Notte Kanal bei Königs-Wusterhausen zum Auslüften und Spazierengehen ausgesucht.
    Da war ja voriges Jahr diese Reißangler-Posse...dieses Jahr zumindest ist in dieser Richtung ist Ruhe!
    Aufgrund der selbgewählten Schonzeit des Gewässerpächters...Januar bis Mai)

    Willi
    Geändert von Jungpionier (26.02.2007 um 13:08 Uhr)

  18. #10
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    Die Fische sind während des Laichgeschäfts sowieso massivem Stress ausgesetzt - bei vielen wird die Nahrungsaufnahme eingeschränkt bzw. ganz eingestellt usw. Wie sich dann weitere Stressfaktoren auf den gesamten Hormonhaushalt (es gibt sie, die sog. Stresshormone) auswirken, ist noch nicht wirklich erforscht. Bekannt ist, dass die Empfänglichkeit für Krankheiten und Parasitenbefall zunimmt.
    Könnte es sein, daß Hechtjünglinge, die das erste mal um eine Genbeigabe kämpfen, den angebotenen Gummifisch nicht aus Hunger attackieren, sondern eher einen Rivalen darin sehen?

    So etwas ist ja auch bei den Zanderböcken bekannt, die ihr Gelege bewachen.
    Sie attackieren die vorbeischwimmenden Wobbler und Gummifische nicht aus Hunger.
    Deswegen hat ja auch der gewiefte Angler den Angstdrilling erfunden

    Mir tun jetzt schon die von der Laichzeit ausgemergelten Hammerstiele von Hechtlein leid, die ab April wieder eins vor die Birne bekommen.

    ""So ist eben halt die Natur"" (und leider die Gesetzeslage)

    Willi

  19. #11
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    Wohl genau aus schon genannten Gründen ist jetzt bei uns am Rhein (Rheinlandpfalz) der Raubfischfang von 1. Februar bis einschließlich 31. Mai generell verboten.
    Auch wenn ich meinem Unmut über die seltsam vielen und uneinheitlichen Schonzeiten bei uns schon Luft gemacht habe(siehe hier ) scheint diese neue generelle Schonzeit ja ganz sinnvoll zu sein.
    Auf der hessischen Seite könnte ich noch auf Zander Angeln, die Gefahr dabei auch Hechte zu fangen ist jedoch sehr groß wie letzten Herbst festgestellt habe. Habe mehr Hechte als Zander gefangen!!!

    Aber generell keine Kunstköderangelei für fast ein halbes Jahr ist schon ganz schön hart, wo doch Barsche, Welse und Rapfen keinen Schonzeiten und Schonmaßen unterliegen.
    MfG Kay


    Alles ist gut solange Du wild bist!!!


  20. #12
    Ex Avatar von Stephan Wolfschaffner
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    @ Thunfisch

    bei den von mir beobachteten Bachforellen handelte es sich um "Wildfische" in einem "wilden" Bach. Nicht gesetzte Fische in einem natürlichen Gewässer.

    Ich habe dort mehrere Fische über ein Jahr beobachtet. Gerne stehe ich für Fragen zur Verfügung.

    Zum Thema möchte ich noch anmerken:

    Wir haben einen, zum Glück, "vereinseigenen Berufischer" (Pachtauflage = wirtschaftl. Nutzung der Gewässer) und im Rahmen einer Parasietenbekämpfung wurde jegliches Schonmaß sowie Schonzeit aufgehoben (selbstverständlich mit Absegnung der Behörden). Man möchte meinen den Bestand dadurch wesentlich dezimieren zu können - Irrtum. Je mehr Hechte dem Gewässer entnommen wurden, um so besser ist der Brutertrag geworden.

    Petri
    Stephan

  21. #13
    Superprofi Petrijünger Avatar von Goderich
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    Ich bin froh, dass es immer mehr Angler gibt, die sich um den Arterhalt sorgen und sich dafür einsetzen. Ich selbst bin auch ziemlich dahinter her und bin kein Freund der Kochtopfangelei.
    Noch weniger jage ich gern Fische, die Schonzeit haben, weil ich einfach nicht verzichten will.

    Mal von den Dorschen weg, wie Wille ja schon zurecht gesagt hat ist das Thema bereits ordentlich ausdiskutiert worden.

    Ich finde dass man, sowohl jeder für sich als auch die Bewirtschafter der Gewässer, immer mehr darauf achten sollte, dass man den Fischen die Möglichkeit gibt, sich ungestört zu reproduzieren und ihnen einen entsprechenden Lebensraum garantiert.

    Ich finde zum Beispiel gut, wenn Schonzeiten dem Gewässer angepasst werden und eventuell auf bestimmte Wetterlagen flexibel reagiert wird.

    Entsprechend benötigt aber auch nicht jeder Fisch eine Schonzeit. So kenne ich einige Gewässer, in denen sich die Fische gar nicht erst fortpflanzen können, weil es keine Laichgründe gibt und ihr Bestand nur durch Besatz reguliert wird.

    Hier gibt es zum Beispiel viele größere Stauseen, in denen dies der Fall ist. Es gibt dort eine Zuflüsse in denen Forellen laichen könnten. Wozu dann eine Schonzeit?


    Nun zurück zum eigentlichen Thema:

    Es ist bestimmt von Fischart zu Fischart und von Gewässer zu Gewässer unterschiedlich, welche Wirkung die Angelei auf das Laichgeschäft hat. Ich habe bisher
    nur bei Forellen erfahrungen damit gemacht und ähnlich wie Stephan keinen Fisch gesehen, der einen sichtbaren Schaden erlitten hätte.

    Dennoch finde ich so genannte Laichschongebiete sehr gut. Es muss nicht sein, dass man genau dort angelt, wo die Fische ihr Liebesspiel zelebrieren. Bei uns an der Wupper ist im Winter ein absolutes Watverbot, da die Laichgruben unberührt bleiben sollen und in den Kiesstrecken des Oberlaufs, wo inzwischen sogar Lachse ablaichen, darf gar nicht geangelt werden.

    Erfolg der Sache: Die Äsche kann, trotz einer großen alljährlichen Kormoranplage ihren Bestand zumindest erhalten, ohne besetzt zu werden.

    Ich denke hier ist nicht der Gesetzgeber gefragt, sondern der Einzelne und die Vereine. Man muss einfach wissen, wie das Gewässer und die Fische darin gestrickt sind. Das kann zumindest für die Binnengewässer gelten.

    Im Meer haben wir andere Bedingungen und es gibt keine Vereine, die die See bewirtschaften. Hier muss man (leider) auf den Gesetzgeber warten. Und der sitzt ja bekanntlich, was das Meer angeht nirgendwo.
    ...sagt Steffen

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  23. #14
    Gesperrt Avatar von Thomsen
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    Ich denke, um eine halbwegs vernünftige Antwort auf die Frage zu finden, sollten wir zuerst nach Arten trennen ...

    Zandermännchen über den Nestern wegzufangen sollte natürlich für jeden Kollegen tabu sein ... genaugenommen stehen diese aber nicht mehr in der Laich-, sondern in der sich anschließenden Brutpflegephase.
    Ich sehe nach Beendigung des Laichgeschäfts aber keinen Einwand, Weibchen zu fangen, die an der Brutpflege bekanntlich nicht beteiligt sind.

    Wir haben gestern ja auch eine Menge Hechte zur Schonzeit gefangen.
    Zum einen war festzustellen, dass sich die Hechte allenfalls in der Prä-Laichphase befunden haben, die dicken Bäuche so einiger Exemplare waren meines Erachtens auf guten Ernährungszustand zurückzuführen, nicht auf pralle Füllung mit Rogen.

    Die Tiere waren außergewöhnlich fit (äußerlich aber fast jedes Exemplar mit Fischegeln versehen, von denen wir sie als Bonus meist befreit haben) und tauchten nach Rücksetzen erfreulich schnell und geschmeidig wieder ab.
    Gefangen wurden sie in einem Gebiet, das ganz sicher nicht als Hecht-Laichplatz in Frage kommt ...

    Zusätzlich konnten wir an fast allen von ihnen (verheilten) Laichverbiss feststellen ... d.h.: vor einem Jahr wollten sie sich schon recht gern beteiligen, die größeren Exemplare haben ihre Gesellschaft aber (noch) nicht geduldet.

    Bei Hechten sehe ich also z.B. nicht die Gefahr, dass sie wegen eines kurzfristigen Fangs in Prä- oder gar Laichphase gleich den Löffel abgeben.

    Zumal die artinterne Agression (Verbiss am gesamten Körper) schwerer wiegen dürfte als die geringfügige Verletzung im Maulraum, die durch den Jig-Einzelhaken erzeugt wird.
    Auch der naturgegebene Stress dürfte wesentlich schwerer wiegen ...

    Die Bedingungen in Aquarien sind andere ... hier verschärft sich zur Laichzeit zum einen die Empfindlichkeit gegenüber Schwankungen der Wasserparameter (Wasserwechsel), zum anderen oftmals auch das Territorial- und Revierverteidigungsverhalten, wenn die Paare die Jungfische führen.

    Mein Fazit: keiner von uns sollte es zur Hochzeit der Laichphase auf einen gezielten Fang dieser Arten anlegen oder anderweitig willentlich und gezielt stören ... gegen ein Ausüben des Fischens auf Raubfische rund um die Laichzeit der verschiedenen Arten habe ich aber nichts einzuwenden.

    Ich persönlich halte es für wichtiger, sich persönlich ein vernünftiges Schonmaß zu setzen, damit die einzelnen Exemplare auch wirklich mindestens einmal zum Ablaichen kommen.
    Gesetzliche Schonmaße betrachte ich in den meisten Fällen als zu niedrig ...

    Damit wäre unter dem Strich wesentlich mehr geholfen ... mehr, als ein Raubfischangel-Verbot vom 01.01. bis 01.05. oder 01.06. jedes Jahres zu leisten vermag.
    Geändert von Thomsen (26.02.2007 um 16:17 Uhr)

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  25. #15
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    Thomas erstmal danke für die Ausführungen, du warst ja live dabei.... wobei ich aber doch denke, daß die Stelle die ihr da gefunden hattet sehr wohl optimal für das Laichen passen würde.( jedenfalls von der Tiefe)
    Jeder gute Hechtangler weiß, wo die Fische im Frühjahr nach der Hochzeit zu suchen sind


    Bei Hechten sehe ich also z.B. nicht die Gefahr, dass sie wegen eines kurzfristigen Fangs in Prä- oder gar Laichphase gleich den Löffel abgeben.
    Es geht ja auch gar nicht um das Löffel abgeben sondern um das menschliche Zwischenwerkeln bei der Hochzeit.

    Ich würde das gerne mal vermenschlichen ...stell dir vor, du bist gerade so richtig gut dabei. Hast eine Hammer Ische (für Nichberliner = Frau) an der Angel und stehst kurz davor deine Gene weiterzugeben
    Und genau in dieser rhytmischen Bewegung kommt so ein Störenfried vorbei, der dich tierisch nervt. Vorbei isses mit der Konzentration, du drehst dich zum Störenfried und willst ihn wegbuffen. Geht aber nicht, der Kerl hat lauter Haken dran und du wirst auf einmal aus deinem gewohnten Umfeld rausgehoben. Der Haken wird entfernt, die Schleimschicht mit trockenen Handtüchern kaputtgemacht,dann der Klaps auf den Hintern und das Aussetzen drei Straßen weiter weg, als dein Zuhause.
    Als du in weiterer Vorfreude wieder bei ihr anlangst, ist aber der nächste Kerl schon dabei, sein für ihn wichtiges Erbgut in ihr weiterzugeben.
    "So eine fiese Welt" denkst du und mußt dich verziehen, weil der andere viel größer und schwerer ist.
    Vorbei mit der Beigabe des Erbgutes, schon wieder Schwerstarbeit bei der Beschaffung von neuen Eiträgern, die es zu befruchten gilt.
    Ab in die nächste Destille oder Disco, um auch etwas Geeignetes zu finden.
    Unterwegs triffst du nochmal den Störenfried, den du vor lauter Frust noch mal ins Knie beißt.
    Wieder solche ****** Haken, wieder wirst du aus deiner Umgebung gerissen. Diesmal ist aber ganz Sense...ein riesen Knüppel beendet dein Leiden bei der Suche nach dem perfekten Partner.
    Du dienst nur noch als 38. Filet in einem riesen Tiefkühler.
    Nach Ablauf von 6 Monaten schmeißt man dich zu guter Letzt in die Mülltonne, weil man solch "alte" Sachen nicht mehr essen sollte.
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Thomsen schrieb:
    genaugenommen stehen diese aber nicht mehr in der Laich-, sondern in der sich anschließenden Brutpflegephase.
    Ich sehe nach Beendigung des Laichgeschäfts aber keinen Einwand, Weibchen zu fangen, die an der Brutpflege bekanntlich nicht beteiligt sind.
    Hmm Thomas...1. woher weißt du das? und zeige mir bitte den Angler, der nach Weibchen und Männchen beim Zander trennt
    Also keine so gute Aussage oder?

    Zum einen war festzustellen, dass sich die Hechte allenfalls in der Prä-Laichphase befunden haben, die dicken Bäuche so einiger Exemplare waren meines Erachtens auf guten Ernährungszustand zurückzuführen, nicht auf pralle Füllung mit Rogen.
    Das würde ja heißen, die Hechte waren dieses Jahr besonders früh dran mit dem Laichen und sie haben sich schon einige Zeit mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt.
    Letztes Jhr konnte ich noch Mitte April Hechte beim Laichen beobachten und das in einem sehr flachen und kleinem Gewässer. (gut es war ein langer kalter Winter)
    Aber auch diese These von dir wird nicht so ganz stimmen oder?
    Zusätzlich konnten wir an fast allen von ihnen (verheilten) Laichverbiss feststellen ... d.h.: vor einem Jahr wollten sie sich schon recht gern beteiligen, die größeren Exemplare haben ihre Gesellschaft aber (noch) nicht geduldet.
    Laichverbiss gibt es jedes Jahr, ich habe schon weitaus größere Hechte gefangen, die riesige Fleischwunden von noch größeren Exemplaren hatten.
    Der fehlende neue Laichverbiss würde in eine ganz andere Richtung weisen oder? Oder wie schnell heilen solche Wunden?

    Ich hoffe wir bleiben so locker in unserer kleinen Diskussionsrunde
    Man merkt wieder einmal, man lernt nie aus
    Jedenfalls bin ich in Sachen Menschenkenntnis wieder ein Schritt weiter...siehe oben

    Willi

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