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  1. #1
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    E.T. oder Flipper?

    War heute mal wieder alleine unterwegs und wie immer passiert das, was man zu zweit nie erlebt
    In einem kleinen Kanal wollte ich den Barschen etwas auf den Laib rücken.
    Es tat und tat sich nichts, bis auf einmal ein heftiger Kontakt von mir beantwortet wird.
    Der Drill dauerte und zog sich etwas in die Länge...ein großer Fisch kämpfte

    Als ich dann das erste mal den Fisch zu Gesicht kam, stellte sich mir gleich die Frage..E.T. oder Flipper?
    Es war natürlich einer der vielen russischen Karpfen, die in dieser Gegend ihr Unwesen treiben.
    Der Gummifisch saß leider fest an der Seite....



    Der Fisch hat eine eindeutige Fehlstellung des Rückgrates. Deswegen dauerte der Drill nicht allzu lange...also gar nicht Marmor-/Silberkarpfen würdig
    Erstaunlich für mich war aber, daß der Fisch in so einem kleinen Kanal geschwommen war.
    Könnte es sein, daß er zum Sterben kam?
    Der Karabiner des Wirbels bog kurz vor der Handlandung auf, der Fisch war zu erschöpft, um schnell zu flüchten.
    Die Flunke des Angstdrilling war auch völlig aufgebogen.
    Also schnell Handeln...Gott sei Dank, war der Lip Grip dabei.
    Landgang mit ein paar Bilder, Vermessen und dann überlaß ich es der Natur, was mit dem verkrüppeltem Tier geschieht.
    Jedenfalls ist er mit seiner Behinderung recht groß geworden.




    Das Maßband zeigt den Meter.
    Für mich wird es immer "der kranke Meter" bleiben
    Da ich annehme, daß einige User noch nie solch einen Fisch zu Gesicht bekommen haben, fiel die Fotosession etwas umfangreicher aus.



    Das Teil zum Vermessen, hat neben dem Bandmaß, was nur bis zu einem Meter geht auch noch eine Waage integriert. Da gehts aber nur bis 6 Kilo...also nicht zu benutzen
    Der Fisch wog geschätze runde 10 Kilo. Ungefähr wie meine Hantelsets, die ich bei Karstadt Sport verkaufe.

    Die Mimik des Fisches ist schon erstaunlich...
    Jedenfalls darf der ""Besucher aus dem All"" wieder schwimmen gehen



    Auf das ihr auch solche Sachen in eurem Anglerleben erleben dürft...



    Petri Heil sagt:" MAN IN BLACK"
    Willi
    Geändert von Jungpionier (02.12.2006 um 18:52 Uhr)


  2. #2
    Super-Profi-Petrijünger Avatar von Angelspezialist
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    Hallöchen Willi,

    Petri Heil zu Deinem ungewöhnlichen Beifang!

    Es ist immer wieder erstaunlich mit welchen Deformierungen manche Fische trotzdem normal weiterleben können. Ich nehme an der Fisch ist in einer Teichanlage ausgesetzt worden und durch ein Hochwasser in den Kanal gekommen.

    Bei uns am Rhein werden immer wieder Asiaten wie Marmorkarpfen und auch Silberkarpfen gefangen. Meist halten sie sich in ruhigeren pflanzenreicheren Zonen auf. Es sei den Wasserstandsänderungen zwingen die Fische sich neue Standplätze zu suchen. So habe ich auch vor einigen Jahren mal einen Marmorkarpfen mitten im starkströmenden Rhein gefangen.

    Das Zurücksetzen dieses deformierten Fisches was schon in Ordnung. Da der Fisch wohl keine natürlichen Feinde hat (von einer Lausart mal abgesehen) dürfte er noch einige Jährchen weiterleben und den Kanal dienlich nach Algen duchfiltern. Die Lebenserwartung ist jedoch etwas geringer als die seiner Artgenossen.

    Das ist das schöne am Angeln: jeden Tag ein neues Erlebnis!
    Schöne Anglergrüße
    Spezi

    *Du wirst keine neuen Meere entdecken, solange du nicht den Mut hast, die Küste aus den Augen zu verlieren.*

  3. Der folgende Petrijünger sagt danke an Angelspezialist für diesen nützlichen Beitrag:


  4. #3
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    Also ein doppeltes,dreifaches und vorallem kräftiges PETRI HEIL,WILLI.Es gehört schon jede menge Erfahrung so ein Biest,gerade im gehakten Zustand,erfolgreich zu landen.

    Ich schliesse die Augen und versuche mir vorzustellen,wie die Dampflock aus dem stand beschleunigt.Die Bremse kreischt und glüht,die Gerte biegt sich bis zum Anschlag und der Angler steht kurz vor nem Zusammenbruch......

    Einfach nur geil.......PETRI HEIL nochmals.

    Gruss Kackbratze.

  5. Der folgende Petrijünger sagt danke an D@nny für diesen nützlichen Beitrag:


  6. #4
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    Die damaligen Sowjet-Besatzer haben diese Tiere in jedes Gewässer gekippt, um dann auf ihre Art und Weise sie wieder zum Essen herauszufischen.
    Alte Fischer erzählen von einem lauten Knall, mit danach umhertreibenden toten Fischen.
    Die Sowjetarmee hat daraus riesen Kessel mit Fischsuppe gemacht. Mir wird schon schlecht, wenn ich nur daran denke.
    Der Fischer, der dort zuständig ist, hat vor 2 Jahren 10!!! Tonnen dieser Fischart tot aus den Schilfgürtel bergen müßen.
    Dadrunter Fische über 1,20 Meter. (Selber vermessen)
    Er ist zum Beispiel auch der Meinung, daß die sehr großen Fische im Frühjahr, den Zander beim Laichen stören
    Deswegen sollen sie aus dem See raus?!?!

    Im Sommer hatte ich ja schon einmal solch einen Urian beim Schleppfischen gehakt. Man glaubt gar nicht, was die für eine Kraft entfalten können.
    Der Leichteste bin ich ja nun auch nicht, trotzdem hatte ich einen prima Bootsantrieb.
    Da schlitzte aber der Wobbler zum Glück aus.
    Der war noch ne Nummer größer und ich hätte echt nicht gewußt, wie ich den in das Boot bekomme.
    Jedenfalls werde ich diese brachialen Fluchten und das Singen der Kopfbremse in den höchsten Tönen so schnell nicht vergessen.
    Danach saß ich bestimmt 10 Minuten zitternd im Kahn.

    Immer wieder sieht man ja die Fangmeldungen, von Brandenburger Gewässern. Dabei möchte ich wetten, sind zu 90% die Fische gehakt worden.
    Sieht natürlich toll aus, so ein Fisch als Fangmeldung..aber die näheren Umstände erfährt man meistens sowieso nicht. Leider!
    Ich hoffe mal auch, das E.T. weiter sich dem Algenwachstum widmet. Denn seitdem die Zahlen der Algenfresser abnimmt, gewinnt das Kraut ganz schön Oberhand.

    Willi

  7. #5
    Profi-Petrijünger Avatar von wolfgang45
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    An den massiven Besatz durch unsere ehemaligen "Besatzer" ...glaube ich weniger, das waren eher Einzelfälle an einigen Gewässern.
    Es war mehr so, daß diese Fische vielfach von Fischereibetrieben, teilweise auch vom DAV gesetzt wurden.
    Man versprach sich damals recht viel von diesen Fischen.
    Zum einen erhoffte man sich viel billig aufgekommenen Speisefisch, da die Fische ja quasi "so einfach nebenbei" abwachsen, auch versprach man sich positive Wirkungen auf die teilweise stark eutrophierten Gewässer.
    Allerdings zeigte sich bald, daß die Fische hier zu Lande kaum vermarktbar waren.
    Auch ging man von der falschen Voraussetzung aus, die Fische würden unter unseren klimatischen Verhältnissen eine Lebenserwartung von nur ca. 5-6 Jahren haben.
    Jedenfalls kannten die Fische diese Hypothese nicht und wurden einfach älter..., dürften teilweise schon deutlich über 20 Jahre alt sein.
    Heute ist man vielfach bemüht, sie wieder los zu werden.
    Hier im Stadtgebiet von Schwerin liegt der Lankower See(steht in der Gewässerdatenbank), dieser garnicht mal so große See weist einen hohen Bestand an Silber-und Marmorkarpfen auf, teilweise ergab sich zu bestimmten Jahreszeiten in den Bereichen auf die der Wind stand, eine Art besonderes Naturerlebnis, dann waren dort oft hunderte der Fische an der Oberfläche beim Schlagen und Springen, man hatte das Gefühl dort raube ein Rudel Thunfische.
    Der See wurde bereits mehrfach auf diese Fische befischt, vor 2 Jahren war ich zufällig anwesend.
    Die Gesamtfangmenge war schlichtweg beeindruckend, die Fische wurden in Netzhältern zwischengelagert, jeweils eine Tonne pro Hälter.
    Zwischendurch wurden sie lebend nach Polen abtransportiert, die leeren Hälter wieder neu befüllt.
    Teilweise reichte die Transport-und Hälterkapazität oft nicht aus, so daß gefüllte Netze erstmal als "Zwischenlager" auf dem See zurückbleiben mussten.
    Auch waren die Netze sehr schnell voll, für eine Tonne waren oft nur wenige dutzend Meter Schleppstrecke nötig.
    Die gefangenen Fische erreichten im Schnitt 30kg bei Marmorkarpfen und 10-15kg bei Silberkarpfen.
    Auch heute ist der vorhandene Bestand noch erheblich.
    Bei beiden Arten fällt, zumindest hier eine starke Frühjahrs-Mortalität auf, im Frühjahr liegen oft sehr viele gigantische Fischleichen an den Uferkanten, so stark, daß sie an einigen Gewässern beräumt werden müssen.
    Diese Nachricht entspricht dem deutschen Forenreinheitsgebot von 2005, besteht aus 100 % chlorfrei gebleichten, FCKW-freien, wiederverwendbaren, geschmacksneutralen, nicht genmanipulierten Bits und ist frei von jeglichen Editierungen!©

  8. Folgende 5 Petrijünger bedanken sich bei wolfgang45 für den nützlichen Beitrag:


  9. #6
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    Aha...wieder was gelernt.
    An ""meinem See"" waren es aber auf alle Fälle die Besatzer. Die riesen Garnision Wünsdorf (übrigens für einen Besuch sehr zu empfehlen, gigantische Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg können erkundet werden - Hauptsitz der Wehrmacht/Ostfront)
    war ganz in der Nähe!
    Handgranaten-Fischerei war an der Tagesordnung, der Fischer konnte sich nicht mal wehren.
    Die riesen Kessel, habe ich selber bei einem Besuch in der Garnision bei euch im Norden gesehen.
    Die Fischsuppe und die Kohlsuppe waren sehr gewöhnungsbedürftig.
    Arme Jungs, die da stationiert waren

    Willi

  10. #7
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    Aus Sachsen/Anhalt traf eine Fangmeldung bei mir ein, die zeigt, welche Ausmaße diese Fische bekommen können, wenn sie gesund sind.

    Als Planktonfresser, sind sie sehr schwer zu fangen. Gewöhnlich werden sie beim Spinnfischen gehakt, wie ja auch dieses Beispiel zeigt!


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