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    Lachs und Meerforellenbesatz 2006

    Lachs und Meerforellenbesatz im Jahr 2006

    Die laufenden Aktivitäten zur Wiedereinbürgerung von Lachs und Meerforelle im brandenburgischen Teil des Elbeinzugsgebiets wurden im Frühjahr 2006 mit den bisher umfangreichsten Besatzmaßnahmen seit dem Projektstart im Jahre 1999 weitergeführt.
    Dabei mussten die Besatztermine witterungs- und hochwasserbedingt mehrfach verschoben werden.

    Im Landkreis Prignitz wurden am 8., 13. und 17. April insgesamt 50.000 Stück Meerforellenbrut, 60.000 angefütterte Lachsbrütlinge und 22.200 einjährige Junglachse in die Stepenitz sowie in deren Zuflüsse Dömnitz, Kümmernitz, Schlatbach, Freudenbach, Panke, Kemnitz- und Steinerbach ausgesetzt.
    Wie schon in den Vorjahren konnten die Mitarbeiter des IFB und des LAVB dabei auf die Regionalverbände und Vereine zählen, die den Besatz mit zahlreichen Helfern unterstützten.

    Von Oktober bis Dezember 2005 waren, trotz anhaltenden Niedrigwassers der Elbe, wieder zahlreiche Lachs und Meerforellen zum Laichen in die Stepenitz zurückgekehrt.
    Insgesamt konnten beim E-Fischen 6 bis zu 77 cm lange und 3 kg schwere Lachse und 16 Meerforellen bis 70 cm Länge und 3,4 kg Stückmasse gefangen werden.
    Damit hat sich die Gesamtzahl der registrierten Rückkehrer auf 73 Lachse und 55 Meerforellen erhöht.
    Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die eingangs genannten Zahlen mit Sicherheit nicht die tatsächliche Menge der aufgestiegenen Fische widerspiegeln.
    Die vom Institut für Binnenfischerei durchgeführten telemetrischen Untersuchungen belegen zweifelsfrei, dass die Meerforellen und Lachse den 2003 fertig gestellten Fischpass am Perleberger Mühlenwehr auffinden und passieren.

    Bei den im wöchentlichen Turnus durchgeführten Elektrobefischungen unterhalb der Staustufe Perleberg konnten demzufolge längst nicht mehr alle Aufsteiger erfasst werden.

    Die Ergebnisse eines Markierungsexperiments lassen den Schluss zu, dass 2005 ca. 40 Meerforellen in die Stepenitz zurückgekehrt sind. Dies ist das beste Ergebnis seit Beginn der Wiedereinbürgerung.

    Demgegenüber blieben die Aufsteigerzahlen beim Lachs wie schon 2003 und 2004 hinter den Erwartungen zurück. Dennoch sehen die Projektverantwortlichen die künftige Entwicklung auch beim Lachs positiv.
    Es ist hinlänglich bekannt, dass Lachse beim Laichaufstieg sehr viel stärker als Meerforellen auf die Wasserführung reagieren.
    So unterlag der Lachsaufstieg in der Elbe auch in der Vergangenheit erheblichen Schwankungen, wofür es in der Literatur zahlreiche Hinweise gibt. Wasserreiche Jahre waren i. d. R. gute „Lachsjahre“, wasserarme Jahre weniger gute. Dieses Jahr besteht angesichts des zurückliegenden langen, schneereichen Winters und Langandauernden Frühjahrshochwassers berechtigte Hoffnung auf einen zahlenmäßig guten Salmonidenaufstieg.

    Wesentliche Fortschritte wurden im zurückliegenden Jahr bei der Beseitigung von Wanderhindernissen in der Stepenitz erzielt.
    Das RAW – Wehr bei Wittenberge erhielt ein Umgehungsgerinne, in Putlitz wurde endlich das seit langem funktionslose Wehr an der Badeanstalt abgerissen. Damit ist der Hauptlauf der Stepenitz nunmehr auf einer Länge von ca. 55 km weitgehend für Fische passierbar. Im Mündungsgebiet wird der Fischwechsel allerdings noch von dem alten Zellwolle – Wehr behindert, das bei niedrigen Elbepegeln nur von sprungstarken Arten überwunden werden kann. Aber auch für dieses Problem ist inzwischen eine Lösung in Sicht. Das stark beschädigte und seit Jahren ungenutzte Bauwerk wird voraussichtlich noch in diesem Jahr, sobald die Wasserstände der Elbe es zulassen, abgerissen und im Rahmen von Ausgleich – und Ersatzmaßnahmen für den Deichbau in Weisen durch eine flach geneigte Sohlgleite ersetzt.

    Im südbrandenburgischen Einzugsgebiet der Schwarzen Elster wurden am 9. April 2006 die vor zwei Jahren begonnenen
    Wiedereinbürgerungsmaßnahmen mit der Aussetzung von 12.000 einjährigen Junglachsen im Nebenfluss Pulsnitz fortgesetzt.
    Dank der Unterstützung des Anglerverbandes „Elbflorenz“ Dresden und des Anglervereins Königsbrück und mit Genehmigung der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Königswartha konnte der Besatz grenzüberschreitend in geeigneten Flussabschnitten in Sachsen und Brandenburg erfolgen.

    Die Initiatoren des Elster – Projektes hoffen, dass dadurch die Rückkehr des Lachses in seine angestammten Laichgebiete in der Königsbrücker Heide beschleunigt und die dringend notwendigen Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung und zum Bau von Fischaufstiegsanlagen befördert werden. In Ortrand hat das Landesumweltamt Brandenburg bereits im Dezember 2005 mit dem Bau einer neuen Wehranlage in der Pulsnitz, die künftig das baufällige so genannte „Stufenwehr“ ersetzen wird, begonnen. Bei dieser Gelegenheit entsteht auch ein moderner lachstauglicher Fischpass. Der Abschluss der Baumaßnahme ist für April 2007 geplant. Für die Elsterwehre in Herzberg und Neumühl liegen ebenfalls bereits konkrete Planungen für Ersatzneubauten vor, in die leistungsfähige Fischrampen integriert werden sollen.

    Der in Trägerschaft des Landesanglerverbandes Brandenburg durchgeführte Lachs – und Meerforellenbesatz in brandenburgischen Elbe – Nebenflüssen hatte 2006 einen finanziellen Umfang von 36.700,- € und wurde zu 90% aus der Fischereiabgabe des Landes Brandenburg gefördert.

    In der Uckermark erfolgte der Meerforellenbesatz im Köhntopbach und im Strasburger Mühlbach auch dieses Jahr wieder in bewährter Zusammenarbeit der Regionalanglerverbände Prenzlau (DAV) und Pasewalk (VDSF).

    Am 11. April kamen insgesamt 100.000 Stück Meerforellenbrut zum Aussatz, die aus Mitteln der Ostsee – Angelberechtigung des Landes Mecklenburg – Vorpommern finanziert wurden. Das 2001 gestartete Besatzprogramm trägt inzwischen erste Früchte. Im Oktober 2005 konnten am Wehr Torgelow wieder zahlreiche Meerforellen beobachtet werden, die versuchten, das Hindernis im Sprung zu überwinden. Die Anlage ist leider immer noch nicht uneingeschränkt passierbar. Ein „Umgehungsgerinne“ ist zwar vorhanden, wird aber von den Fischen auf Grund fehlender Leitströmung nicht auf Anhieb gefunden. Die zuständigen Landesbehörden von Mecklenburg – Vorpommern planen aber bereits die Umgestaltung der Anlage, mit dem Ziel, die Auffindbarkeit und Passierbarkeit wesentlich zu verbessern. Im weiteren Verlauf der Ücker wurde im vergangenen Jahr das Wehr bei Liepe durch eine „Sohlgleite“ ersetzt. Das Wehr „Bauernort“ und das so genannte „Bahnhofswehr“ in Pasewalk erhielten Fischaufstiegsanlagen. Die Aussichten für eine erfolgreiche Wiederansiedelung der Meerforelle in der Uckermark haben sich damit entscheidend verbessert.

    Der Landesanglerverband Brandenburg bedankt sich auf diesem Wege bei vielen freiwilligen Helfern aus Mitgliedsvereinen der Kreisanglerverbände Perleberg, Pritzwalk, Wittstock, Prenzlau, Bad Liebewerda und Senftenberg sowie bei den beteiligten Angelfreunden vom Anglerverband „Elbflorenz“, Anglerverein Königsbrückund Kreisanglerverband Paswalk.


    In diesem Sinne Petri Heil FM Henry

    Quelle Märkischer Angler

  2. Der folgende Petrijünger sagt danke an FM Henry für diesen nützlichen Beitrag:


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