Lederkarpfen

Lederkatpfen
Lederkatpfen - Fänger: Sebastian Vetters

Der Lederkarpfen ist eine besondere Züchtung des gemeinen Karpfens. Weggezüchtet wurden beim Lederkarpfen vor allem die Schuppen. Seine Haut ist somit extrem dick und zäh und schützt den Fischkörper.

Aussehen

Der Lederkarpfen ist gänzlich schuppenlos, was sein Hauptmerkmal ist. Der Lederkarpfen hat im Vergleich zum Spiegelkarpfen jedoch einen etwas höheren Rücken mit einer besonders großen Rückenflossen und einen dickeren Bauch. Lederkarpfen haben weniger Flossenstrahlen und eine nur schwach gegabelte Schwanzflosse. Dabei handelt es sich aber wohl um unerwünschte Nebeneffekte der züchterischen Selektion.

Größe

Lederkarpfen können, ähnlich wie ander Karpfen bis zu 1,20 Meter lang werden und ein Gewicht von etwa 30 Kilo erreichen.

Vorkommen

Der Lederkarpfen stammt wie alle Karpfen aus Asien, kommt aber überall auf der Welt vor. In manchen Gegenden gelten Karpfen aber als invasiv. In Deutschland und auch sonst sind aber normale Spiegelkarpfen deutlich verbreiteter.

Unterschied zu anderen Karpfen

Der Lederkarpfen ist eine Züchtung, die gegenüber anderen Arten vor allem wegen der gänzlich fehlenden Schuppen auffällt. Seine Regenerationsfähigkeit gilt als geringer. Sein Wachstum ist wesentlich schwächer als bei anderen Züchtungen des Karpfens. In Fortpflanzung, Ernährung und Lebensweise unterscheidet sich der Lederkarpfen praktisch nicht vom Spiegelkarpfen.

Angeln auf Lederkarpfen

Angeln auf Lederkarpfen funktioniert genauso wie normales Karpfenangeln auch. Allerdings sind Lederkarpfen bei Anglern oft gar nocht so beliebt, weil sie kein spannendes Schuppenbild haben. In der Küche hingegen sind die fehlenden Schuppen natürlich hilfreich, spart man sich doch einen Arbeitsschritt. Normale Spiegelkarpfen haben aber bereits so wenige Schuppen, dass der Unterschied in der Verarbeitung nur marginal ist. Feinschmecker erkennen in der dicken Haut unter Umständen eine kulinarische Besonderheit.

Alle Infos kurz und knapp

Merkmale:
langes u. kurzes Paar Barteln am rüsselartig vorstülpbarem Maul

Größe:
bis über 100 cm

Geschlechterunterscheidung:
äußerlich nicht möglich

Flossenformel:
D III-IV/17-24 mit ausgeprägtem Sägestrahl, A III/5-6, P I/15-16, V II/8-9

Schuppenzahl Seitenlinie:
keine Angabe

Schlundzahnformel:
dreireihig 1.1.3-3.1.1

Verwechslungsgefahr mit:
keine

Besonderes:
4 Zuchtformen der ganzheitlich beschuppten Stammform; 1) Schuppenkarpfen (ganz beschuppt) 2) Spiegelkarpfen (unregelmäßig beschuppt) 3) Zeilkarpfen (1 Schuppenreihe entlang der Seitenlinie) 4) Lederkarpfen (fast oder ganz ohne Schuppen)

Verbreitung:
Wildform stammt aus den Zuflüssen des Schwarzen u. Kaspischen Meeres; in Europa bereits im Mittelalter ausgesetzt u. eingebürgert

Fortpflanzungsbiologie:
ab einer Wassertemperatur von 18-20 ° C. an seichten, pflanzenreichen Uferstellen, Ablage von bis zu 300.000 klebrigen Eiern, Larvenschlupf nach 2-7 Tagen (Klebedrüsen am Kopf), vor dem Freischwimmen füllen die Larven ihre Schwimmblase an der Wasseroberfläche mit Luft

Laichzeit:
Mai-Juli

Familie:
Cyprinidae, Karpfenfische